Behandlung Obst Konservierung

Brigitte Ahrens, Verbraucherzentrale Niedersachsen e.V., Hannover

Behandlung von Obst: Warum wird Obst behandelt und wie? Allergiegefahr?

Zusatzstoffe vermutet man eher in verarbeiteten Produkten, aber die sogenannten E-Nummern finden sich auch in frischem Obst. Welche Stoffe kommen zum Einsatz? Warum werden sie eingesetzt? Werden auch allergie­auslösende Stoffe verwendet? MeinAllergiePortal sprach mit Brigitte Ahrens von der Verbraucherzentrale Niedersachsen e.V. in Hannover.

Frau Ahrens, warum wird Obst behandelt und womit?

Hinter einem ganzjährigen Angebot an frischem Obst aus allen Teilen der Erde stecken neben kontrollierten Transport- und Lagerbedingungen auch Nachernte­behandlungen mit Konservierungsstoffen, Fungiziden  oder  Wachsen. Vor der Ernte eingesetzte Pestizide haben oft Zeit, sich bis zur Ernte ganz oder weitgehend abzubauen. Anders verhält es sich bei Stoffen, die nach der Ernte auf den Schalen landen, um die Früchte länger haltbar zu machen oder ihnen Glanz zu verleihen.

Zitrusfrüchte, die nach der Ernte regelmäßig gewaschen und einer chemischen Behandlung gegen Schimmel und Fäulnis unterzogen werden oder gewachst werden, um Feuchtigkeitsverlust zu verringern, unterliegen bestimmten Kennzeichnungspflichten.

Bei exotischem Obst wie Ananas, Mango oder Avocados können Nacherntebehand­lungsmittel eingesetzt werden, die in Drittstaaten zwar erlaubt sind, aber nicht in der EU.  Durch Ausnahmeregelungen oder einen Höchstgehalt von 0,01 mg / kg, der nicht zu überschreiten ist, können sie auch hier in die Läden kommen.  Beim Einkauf der Früchte ist dieser Einsatz nicht zu erkennen. Bekannt werden sie oft nur durch Veröffentlichungen der Lebensmittelüberwachung oder von Verbrauchermagazinen wie zum Beispiel: quartäre Ammoniumverbindungen oder Perchloraten.  

Gibt es unter den Substanzen, mit denen Obst behandelt wird, Stoffe, die sich auch auf den menschlichen Organismus auswirken können?

Verbraucher in Deutschland nehmen mit der Nahrung nur sehr geringe Mengen an konservierenden Stoffen wie Imazalil, Phenylphenole oder Thiabendazol  auf. In Einzelfällen kann der Hautkontakt allergieauslösend sein. Vom Verzehr behandelter Schalen, zum Backen oder um Drinks herzustellen, ist daher abzuraten. Tierversuche ergaben gesundheitliche Beeinträchtigungen, abschließende Untersuchungen fehlen jedoch.

Es gibt Untersuchungen, die Zusammenhänge zwischen Fertigprodukten und Magen-Darm-Beschwerden vermuten. Was weiß man hierzu in Bezug auf die Behandlung von Obst?

Aktuell diskutiert wurde, ob die Entstehung von entzündlichen Darmerkrankungen und dem metabolischen Syndrom auf bestimmte Emulgatoren (E 433 und E 466) zurückgeführt werden kann, welches in einem Tierversuch festgestellt wurde. Ob die Beobachtungen dieser Studie für den Menschen relevant sind, ist fraglich, zumal diese Emulgatoren bei Frischobst nicht zum Einsatz kommen sollten. Ein anderer Emulgator mit der Nummer E 473 kann zur Oberflächen­behandlung von Frischobst eingesetzt werden, er gilt bisher als unbedenklich.

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