LTP-Allergie Obst Gemüse Gewürze

LTP-Allergie: Allergie auf Obst, Gemüse, Gewürze?

LTP-Allergie: Allergie auf Obst, Gemüse, Gewürze?

Wenn man auf verschiedenes Obst, Gemüse, Gewürze und andere Nahrungsmittel allergisch reagiert könnte, eine LTP-Allergie die Ursache sein. Dabei handelt es sich um eine Allergie auf nichtspezifische Lipid-Transfer-Proteine (LTP), die in zahlreichen Nahrungsmitteln und Pollen vorkommen. Diese Proteine, sogenannte Panallergene, kommen aber nicht nur in ganz verschiedenen Obst- und Gemüsesorten sowiePollen vor, sondern auch in Gewürzen, Samen und Nüssen. Deshalb reagieren die Patienten auf so unterschiedliche Auslöser wie Pfirsich, Tomate, Nüsse oder auch Knoblauch. Nach dem Genuss leiden manche Betroffene an leichten Beschwerden wie Jucken und Kribbeln im Mundraum, dem Oralen Allergie-Syndrom. Bei Anderen kann es jedoch auch zu einem allergischen Schock kommen. Die Lipid-Transfer-Protein-Allergie ist vor allem in süd- und mitteleuropäischen Ländern verbreitet, im Norden Europas selten, aber dennoch anzutreffen.

LTP-Allergie? Wie häufig sind Allergien auf Obst und Gemüse?

Eine Allergie gegen Obst oder Gemüse ist insgesamt nicht häufig. Allerdings unterscheidet sich die Ursache der allergischen Symptome auf diese Lebensmittel je nach geografischer Region: Reagiert eine Person aus Nordeuropa auf Obst oder Gemüse, steckt dahinter in der Regel eine pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie, die mit typischen leicht ausgeprägten Symptomen im Bereich des Mundraums einhergeht, das Orale Allergie-Syndrom (OAS). Auslöser hierfür sind neben Pollen typischerweise rohe Früchte oder rohes Gemüse.

In südeuropäischen Ländern hingegen wird zusätzlich zur pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie häufiger eine Lipid-Transfer-Protein-Allergie diagnostiziert. Dabei reagieren Betroffene zwar seltener auf Pollen, aber sowohl auf rohes als auch gekochtes Obst und Gemüse. Zudem leiden die Patienten mit einer LTP-Allergie in der Regel an ausgeprägteren Symptomen als beim OAS. In Italien und anderen mitteleuropäischen Ländern stellt die Allergie auf LTP den häufigsten Grund für eine primäre Nahrungsmittelallergie bei Erwachsenen dar und ist zudem Nummer 1 bei den Auslösern einer nahrungsmittelbedingten Anaphylaxie. In nordeuropäischen Ländern hingegen wird die LTP-Allergie selten diagnostiziert.

LTP-Allergie: Allergisch auf vieles, vom Pfirsich bis zum Spinat

Als Auslöser kommen bei LTP-Allergikern vor allem Vertreter aus der Gruppe der sogenannten Rosengewächse (Rosacea), mit den Untergruppen Prunoidea (Steinobst/-früchte) und Malonidea (Apfelartige und Kernobst) in Betracht. Die erste Gruppe umfasst vor allem Pfirsich, Nektarine, Aprikose, Pflaume und Kirsche, aber auch Kokos, Mango oder Pistazie und Mandel sind hier einzuordnen. Zur zweiten Gruppe gehören Apfel, Birne und Quitte. Auch die Familie der Schalenfrüchte zählt zu den häufigen Allergenen bei LTP-Allergie; hier sind Haselnuss, Walnuss und Erdnuss häufige Auslöser. Zusätzlich zu diesen Hauptvertretern kommt jedoch eine Vielzahl unterschiedlicher Allergene aus Getreide, Wein, Tomate, Spinat, Mangold, Knoblauch, Kohl, Safran und anderen Gewürze neben anderen Pflanzen als Ursache für eine LTP-Allergie infrage.

LTP-Allergie: Lipid-Transfer-Proteine in Nahrungsmitteln - gefährliche Schale, harmloses Fruchtfleisch?

Lipid-Transfer-Proteine sind im Gegensatz zu vielen anderen Allergenen resistent gegenüber Hitze, werden auch im Verdauungstrakt nicht zerstört und finden sich in einer Vielzahl von Pflanzen, also auch Nahrungsmitteln. Zudem bringen sie eine ausgeprägte Kreuzreaktivität mit sich: Patienten mit LTP-Allergie reagieren daher oft auf mehrere, botanisch völlig verschiedene Obst- oder Gemüsesorten sowie Getreide, Reis, Gewürze, Samen, Nüsse oder andere und Pollen. LTP sind in vielen Obstsorten vor allem in der Schale oder den Samen vorhanden, weniger im Fruchtfleisch. Dies lässt sich an einem sehr wichtigen Lipid-Transfer-Protein namens Pru p 3 darstellen: Pru p 3 kommt als Allergen im Pfirsich vor; sehr viele LTP-Allergiker reagieren auf dieses Allergen. Es findet sich vor allem im Flaum des Pfirsichs und in der Schale. Wenn also ein Pfirsich vor dem Verzehr mit Handschuhen gewaschen und dann sorgfältig mit einem scharfen Messer geschält wird, können manche Allergiker die Frucht gut vertragen. Aber Vorsicht: Schon ein stumpfes Messer kann beim Schälen Stückchen der Schale ins Fruchtfleisch drücken – und es entstehen dann doch Beschwerden beim Genuss.

Auch in der Haut der Mandel – kann in Spuren auch in Mandelmilch enthalten sein − oder in den Fruchtkernen von Tomate oder Melone finden sich deutlich höhere Konzentrationen von Pru p 3 als in anderen Bestandteilen der Frucht.

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