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Allergie Vitamine

Dr. rer. nat. Karin Hufnagl zum Thema: Allergie und Vitamine - welche Rolle spielen die Vitamine D, E und A?, Bildquelle: K. Hufnagl

Allergie und Vitamine A, D und E: Welche sind wichtig?

Vitamine haben einen erheblichen Einfluss auf das Immunsystem. Bei Allergien ist das Immunsystem gestört. Es stellen sich deshalb viele Fragen: Welche Rolle spielen Vitamine, insbesondere die Vitamine A, D und E bei Allergien? Welche Mechanismen liegen zugrunde? Gibt es eine Möglichkeit, das Immunsystem mit Vitaminen zu modulieren bzw. zu stärken? Kann man so Allergietherapien effizienter machen? Hierzu wird viel geforscht. MeinAllergiePortal sprach darüber mit Dr. rer. nat. Karin Hufnagl, interuniversitäres Messerli Forschungsinstitut, in Kooperation zwischen Vetmeduni Vienna und Medizinischer Universität Wien.

Autor: Sabine Jossé M. A.

Interviewpartner: PD Dr. rer. nat. Karin Hufnagl

Frau Dr. Hufnagl, was weiß man über die Rolle der Vitamine bei allergischen Erkrankungen?

Untersuchungen gibt es im Zusammenhang mit Allergien zu den fettlöslichen Vitaminen.

Dabei spielen die folgenden Vitamine bei Allergien eine Rolle:

  • Vitamin A (Retinoide)
  • Vitamin D (Calciferol)
  • Vitamin E (Tocopherol)

Die Vitamine D, E und A scheinen bei allergischen Erkrankungen eine Rolle zu spielen. Diese Vitamine haben eine immunmodulatorische Wirkung, das heißt, für die Funktionsfähigkeit des Immunsystems sind sie ein wichtiger Faktor. Bei Vitaminen handelt es sich um Mikronährstoffe. Man geht heute davon aus, dass wegen der zugrundeliegenden allergischen Entzündung Vitamine schlechter aufgenommen und metabolisiert werden. Somit leiden die Immunzellen an Defizienzen und können nicht mehr „normal“ funktionieren. Neue Ansätze zum Management der Allergien beziehen sich daher immer öfter auf sogenannte „Immunernährung“.

Heißt das, dass die Vitamine D, E und A bei wirklich allen allergischen Erkrankungen eine Rolle spielen?

Studien zur Rolle der Vitamine bei Allergien gibt es für die allergische Rhinitis, das allergische Asthma und die Neurodermitis. Auch bei Nahrungsmittelallergien hat man schon versucht, Zusammenhänge zum Vitamin D Spiegel der Patienten herzustellen. Hier zeigte sich bei den allergischen Patienten ein Vitaminmangel.

Haben die Vitamine D, E und A gleichermaßen Einfluss auf Allergien?

Im Vordergrund stehen die Vitamine A und D. Häufig werden allerdings auch die Vitamine D und E parallel untersucht. Mit den Vitamin A-Metaboliten haben wir uns am Messerli Forschungsinstitut intensiv beschäftigt und ebenfalls Zusammenhänge mit Allergien nachweisen können.1)

Was versteht man unter Vitamin-A-Metaboliten?

Die Vitamine A und D werden vom Körper nicht als fertige aktive Substanzen aufgenommen, sondern in Form von Vorstufen, die erst zu Vitaminen verstoffwechselt werden. Das heißt, Vitamine als aktive Substanzen, die in den Zellen, auch in den Immunzellen, an einen Rezeptor binden können und damit bestimmte Signalwege auslösen, werden im Körper erst gebildet.

Wie stellt der Körper der Körper Vitamin A und Vitamin D her?

Zum Beispiel werden zur Herstellung von Vitamin A Carotinoide über Gemüse und Obst aufgenommen und im Körper verstoffwechselt. In der Leber wird zunächst eine Vitamin-Vorstufe gespeichert. Später, bei Bedarf, wird dies Vitamin-A-Vorstufe erneut verstoffwechselt, bis die Substanzen als aktiver Metabolit in Form von Retinolsäure der Zelle zur Verfügung steht.

Die Substanzen zur Herstellung von Vitamin D werden hingegen nur zu einem geringen Teil über die Nahrung aufgenommen. Vitamin D wird hauptsächlich aus einem Cholesterol, das in der Haut vorhanden ist, gebildet, und durch die UV-B-Strahlung in einen Vitamin-D-Metaboliten umgewandelt.

Was weiß man über den Zusammenhang zwischen Vitamin D und Allergien?

Viele Studien beginnen bereits in der Schwangerschaft. Man untersucht dann den Speiseplan der werdenden Mütter, zieht daraus Rückschlüsse auf deren Vitaminstatus und bestimmt den Vitaminspiegel. Hier hat man gesehen, dass Kinder von Müttern, die in der Schwangerschaft einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel oder gar einen Vitaminmangel hatten, eher Allergien entwickeln. Man kann also vermuten, dass die Vitamine eine protektive Wirkung auf das Immunsystem haben, das vor Allergien schützt. Man geht also davon aus, dass die Vitamine eine protektive Wirkung auf das Immunsystem haben, indem sie jene Immunzellen ernähren, die der allergischen Entzündung entgegenwirken sollten.

Und wie hängen Allergien und Vitamin A zusammen?

Studien an Patienten mit Asthma und Neurodermitis konnten zeigen, dass diese prinzipiell niedrigere Vitamin A-Spiegel aufweisen als gesunde Menschen. Die bei Allergien auftretenden Entzündungsreaktionen, zum Beispiel in der Lunge bei Asthma, werden einerseits bei Vitamin A Mangel begünstigt. Sie können sich aber auch negativ auf den Vitamin A-Spiegel auswirken. Es scheint hier Wechselwirkungen zu geben. Interessant ist im Zusammenhang mit dem Vitamin A auch die Betrachtung der allergenen Moleküle.

Was weiß man von der Wirkung des Vitamin A auf der molekularen Ebene?

Wir haben das Protein der Kuhmilch, das β-Lactoglobulin untersucht und festgestellt, dass in dessen Strukturaufbau eine Art „Tasche“ enthalten ist. Die Retinolsäure, der aktive Metabolit des Vitamin A, kann in diese „Tasche“ binden. Wir konnten sehen, dass die allergische Immunantwort dadurch schwächer ausfällt. Das zeigt, dass die Vitamine offensichtlich auch auf molekularer Ebene einen Einfluss haben und protektiv wirken könnten. Dabei spielt auch die Fütterung der Kühe eine Rolle. Die Retinolsäure, der aktive Metabolit des Vitamin A, kann als ein Mikronährstoff in diese „Tasche“ binden. Das BLG trägt seine Ladung dann quasi huckepack direkt zu Immunzellen, die für BLG sogar Rezeptoren haben. Mit diesem Prozess kommt Vitamin A in die Zelle hinein und kann dort den intrazellulären Vitamin A Rezeptor aktivieren. Wir konnten sehen, dass die allergische Entzündung dadurch schwächer ausfällt. Das zeigt, dass die Vitamine offensichtlich auch auf molekularer Ebene einen Einfluss haben und protektiv wirken könnten. Für die Versorgung des BLG mit Vitamin A spielt auch das Tierwohl und die Fütterung der Kühe eine Rolle, denn in frischem Grünfutter ist mehr der VitA Vorläufer vorhanden.

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Wie wirkt sich das Futter der Kühe auf die Retinolsäure in der Milch und somit auf den Schutz vor Allergien aus?

Ist die Kost der Kühe reich an den Substanzen, aus denen Vitamin A gebildet wird, bildet sich auch mehr Retinolsäure, an die das Allergen binden kann. Es könnte daher sein, dass eine solche Milch auch zu weniger allergischen Reaktionen führt. Hierzu gibt es noch viel Forschungsbedarf. Unsere Studien haben ergeben, dass das Vitamin A dabei die Anbindung von IgE an das Milchprotein behindert. Es könnte daher sein, dass Milch von tiergerecht gehaltenen und gefütterten Kühen auch zu weniger allergischen Reaktionen führt. In unserer Gruppe forschen wir weiter daran.

Könnte man als Allergiker mit Vitaminmangel seine Allergie-Symptome durch die Supplementierung von jeweils Vitamin D, A und E lindern?

In einer Studie hat man asthmatische Patienten mit einer Kombination der Vitamine A, B6, C und verschiedenen Spurenelementen und Fischöl supplementiert. Die Patienten zeigten daraufhin eine bessere Symptomkontrolle. Auch eine Steigerung der Lebensqualität wurde von den Patienten bemerkt. Eine Vitaminsupplementierung im Rahmen einer gesunden Kost könnte also bei erwachsenen Asthmapatienten die Allergie-Symptome lindern und die Lebensqualität steigern.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Vitamin K und Allergien, da Vitamin K, genau wie die Vitamine A, D & E, ein fettlösliches Vitamin ist?

Bei Vitamin K (Phyllochinon) gibt es kaum Studien, die einen Einfluss des Vitamins auf Allergien untersuchen. Daher ist es hier schwierig eine wissenschaftlich fundierte Auskunft zu geben. Allerdings wirkt Vitamin K an der Blutgerinnung mit und rezente Studien zeigen, dass diese auch bei allergischen Reaktionen eine Rolle spielt.

Gibt es weitere Vitamine oder Mineralstoffe, die Allergien beeinflussen könnten, zum Beispiel Vitamin C?

Es gibt Studien die belegen, dass neben Vitaminen A und D auch die Spurenelemente Eisen und Zink gegen Allergien eine Rolle spielen können 2). Diese Mikronährstoffe sind nicht nur für ein gesundes Wachstum, sondern auch für ein gesundes Immunsystem wichtig. In der Tat zeigen Studien immer wieder, dass Kinder mit allergischen Erkrankungen von Mikronährstoffmangel betroffen sind. Das kann zum einen auf einer unzureichenden Zufuhr aus der Nahrung liegen. Bei einer Allergie spielen aber auch Entzündungsreaktionen eine Rolle. Mikronährstoffmängel kann Entzündungen fördern und das Immunsystem besonders empfindlich gegenüber allergenen Stoffen machen. Zusätzlich können Entzündungen aber auch die Aufnahme von Vitamin A, Eisen und Zink im Körper weiter beeinträchtigen. Bei einer familiären Anlage für Allergien ist es oft nicht ausreichend, auf eine ausreichend ausgewogenen Ernährung zu achten, da die Aufnahme und Verfügbarkeit dieser Mikronährstoffe aus der Nahrung einerseits gestört sein kann, oder dass sich die Mikronährstoffe auch gegenseitig beeinflussen können. So unterstützt etwa ein adäquater Vitamin A, D und C - Spiegel die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung. Für einen direkten Zusammenhang zwischen Vitamin C und Allergien liegen zu wenige Studien vor, um eine fundierte wissenschaftliche Auskunft geben zu können. Allerdings ist Vitamin C für die intakte Schleimhautbarriere verantwortlich und ist diese gestört, können Allergene leichter durchdringen.

Sind denn dann künstliche Vitamine im Vergleich zu natürlichen Vitaminen genauso zu effektiv?

Achtung, sogenannte Nahrungsergänzungsmittel dienen der Erhaltung der Gesundheit. Ist der Patient jedoch bereits allergisch, ist dies oft nicht mehr ausreichend. Stärker wirken diätische Nahrungsmittel, die unter Supervision eines Mediziners verwendet werden. Sicher ist es (im Gesunden) am besten, Substanzen, die zu Vitaminen verstoffwechselt werden, in der nötigen Menge über die Nahrung aufzunehmen. Andererseits ist es bekannt, dass das Vitamin D in unseren Breiten in der dunklen Jahreszeit nicht in erforderlichem Maße gebildet werden kann. Eine Supplementierung mit künstlichem Vitamin D ist deshalb sinnvoll, nicht nur im Zusammenhang mit Allergien, es spielt ja auch eine wichtige Rolle im Knochenaufbau. Ähnlich verhält es sich bei Vitamin A, dass unter anderem wichtig für die Entwicklung und Funktion des Immunsystems, der Lungen und der Sehkraft ist. Allerdings empfiehlt die EFSA, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, für Vitamine Höchstgrenzen, die man nicht überschreiten sollte. Besser wäre es deshalb, Vitamine in Absprache mit einem Arzt zu supplementieren und nicht einfach so im Supermarkt zu kaufen.

Welche Nebenwirkungen könnte die Einnahme von Vitamin A, D und E bzw. Nahrungsergänzungsmitteln (Supplements) haben?

Vitamine A, D und E können als fettlösliche Vitamine im Körper gespeichert werden, daher kann hier eine Überdosierung durch Vitamintabletten erfolgen. Darum empfiehlt die EFSA, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, für Vitamine Höchstgrenzen, die man nicht überschreiten sollte. Um Nebenwirkungen überhaupt zu vermeiden wäre für gesunde Menschen die Aufnahme über die Nahrung am besten, hier ist eine Überdosierung nicht möglich. Falls man auf Supplementierung nicht verzichten möchte, sollte man dies in Absprache mit einem Arzt machen, aber keinesfalls multiple Präparate gleichzeitig und über lange Zeit einnehmen.

Kann man auf die Vitamine A, D, E auch allergisch sein?

Nicht auf das Vitamin an sich, eher sind es Träger-Substanzen oder Lösungsmittel, die in der Verarbeitung verwendet werden, die eine Allergie auslösen könnten.

Sollte sich jeder Allergiker auf Vitaminmangel untersuchen lassen?

Eine Untersuchung rein auf Vitamin- oder Nährstoffmangel sollte nicht an erster Stelle stehen. Eine korrekte Diagnose der allergischen Erkrankung steht im Vordergrund, wobei bei allergischen Erkrankungen meist eine Entzündungsreaktion mit nachfolgender Nährstoff-Aufnahmestörung aus dem Darm und in die Immunzellen zu Grunde liegt. Dadurch kann die Aufnahme von Vitaminen oder Spurenelementen gestört sein. Die Tragweite der resultierenden Mangelzustände kann nur indirekt erfasst werden. Es sollte im Rahmen einer allgemeinen ärztlichen Untersuchung wie z. B. großes Blutbild, abgeklärt werden. Falls sich daraus Hinweise auf einen Vitamin- oder Nährstoffmangel ergeben, ist eine spezifische Untersuchung angebracht.

Woran erkennen Allergiker, dass ein Mineralstoffmangel oder Vitaminmangel vorliegen könnte?

Da unsere Nahrung an sich ausreichend Vitamine und Nährstoffe liefert, sind schwere Mangel-Symptome bei normaler Ernährung heute selten geworden. Leichter Vitamin-Mangel ist oft schwer zu erfassen, da allgemeine Symptome wie zum Beispiel Müdigkeit oder Konzentrationsschwäche auch bei vielen anderen Krankheiten auftreten können. Daher sollte, wie auch bereits zuvor erwähnt, zur Abklärung immer eine ärztliche Untersuchung erfolgen.

Gibt es auch Studien dazu, ob Vitamine Allergien verhindern können?

In einer großen Studie wurden der Vitamin D und der Vitamin E-Spiegel der werdenden Mütter in Relation zum Asthmarisiko der Kinder bis zum Alter von 15 Jahren gesetzt. Tendenziell hatten die Kinder der Mütter mit höheren Vitamin D und Vitamin E-Spiegeln bis zum Alter von 10 Jahren weniger Symptome, die in Richtung Asthma gehen. In der Pubertät scheint sich dies zu ändern, aber bei den jüngeren Kindern war ein ausreichend guter Vitaminstatus der Mutter während der Schwangerschaft offensichtlich ein protektiver Faktor. Unter Umständen spielt dies bei atopischen Eltern sogar eine noch größere Rolle. Interessant ist auch eine Studie an Kindern mit Gräserpollenallergie, die parallel zu einer Hyposensibilisierung, das wird auch spezifische Immuntherapie (SIT) oder Desensibilisierung genannt, Vitamin D verabreicht bekamen. Durch die Vitamin D-Gaben konnte die Effizienz der Hyposensibilisierung verbessert werden.

Allerdings muss man auch erwähnen: Gerade zum Vitamin D gibt es auch Studien, die keinen Zusammenhang mit Allergien nachweisen konnten. Wahrscheinlich kommt es auch auf individuelle Faktoren an. Dazu könnten zum Beispiel der Ausgangsspiegel beim Vitaminspiegel oder die familiäre Vorbelastung gehören. Hinzu kommt, dass manche Studien mit Hilfe von Fragebögen zur Ernährungsweise durchgeführt werden, bei denen man nicht immer genau sagen kann, wie exakt die Angaben gemacht wurden.

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Empfehlen Sie, (Klein-)Kindern Vitamine zur Allergieprävention im Alter zu geben?

Babies sollten durch Beikost ab dem 5. Monat an die normale Familienernährung langsam herangeführt werden. Kleine Kinder sollten normal ernährt werden und benötigen keine weiteren Vitamingaben. Bei Verdacht auf Atopie oder Allergie sollte eine Untersuchung beim Allergologen ohne Verzug stattfinden, um geeignete Maßnahmen zu treffen.

Allergien können auch im hohen Alter noch entstehen. Weiß man, ob ein gesunder Vitaminspiegel auch vor Allergien im Alter schützen kann?

Unabhängig vom Alter ist prinzipiell ist bei Kindern als auch Erwachsenen jeden Alters eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung die beste Grundlage, um genügend Vitamine und Mineralstoffe zu sich zu nehmen. Eine Allergie oder andere entzündliche Erkrankungen können jedoch zu Resorptionsstörungen und Mangel führen. Dadurch kann die Entwicklung einer Allergie nie vollständig ausgeschlossen werden. Besonders in der Schwangerschaft ist ein ausgewogener Vitaminstatus der Mutter offensichtlich ein protektiver Faktor, damit Kinder später mit geringerer Wahrscheinlichkeit an Allergien leiden.

Einzelne Vitamine in Form von Präparaten zu sich zu nehmen kann zum Beipiel bei Vitamin D während der Wintermonate in unseren nördlichen Breiten sinnvoll sein, da es nicht im erforderlichen Maß gebildet werden kann.

Gibt es eine Empfehlung für bestimmte Vitamine für Pollenallergiker/Patienten mit Heuschnupfen oder Asthma bronchiale?

Als Empfehlung kann man Studien an Asthmatikern heranziehen die zeigen, dass eine ausgewogene Ernährung, oft als „Mediterrane Diät“ bezeichnet, zu einer Minderung der Symptome und Erhöhung der Lebensqualität führt. Diese Ernährung beinhaltet unter anderem Vitamine A, D und E und Spurenelemente.

Wir konnten im Rahmen einer Placebo-kontrollierten Studie zeigen, dass ein diätisches Nahrungsmittel, welches die Mikronährstoffe Eisen, Zink und Vitamin A direkt zu den Immunzellen transportiert, das Nährstoff-Defizit in allergischen Immunzellen ausgleicht und dann auch die Symptomlast bei Pollenallergikern verringern kann 3). Diese sogenannte „Kuhstallpille“ nutzt das Protein der Kuhmilch ß-Laktoglobulin als Träger für die Mikronährstoffe, die dadurch gezielt von Abwehrzellen aufgenommen werden können und so die Widerstandsfähigkeit des Immunsystems gegen Allergien fördert.

Frau Dr. Hufnagl, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

Quellen:

1) Does a carrot a day keep the allergy away?, Karin Hufnagl, Erika Jensen-Jarolim, Immunology Letters 206, (2019) 54 – 58

22) Lack of iron, zinc and vitamins as a contributor to the etiology of atopic diseases; Diego Peroni, Karin Hufnagl, Pasquale Comberiati, Franziska Roth-Walter; Frontiers in Nutrition, 2023, 9:1032481.doi: 10.3389/fnut.2022.1032481

3) Ameliorating Atopy by Compensating Micronutritional Deficiencies in Immune cells: a Double-Blind Placebo-Controlled Pilot Study; Bartosik et al., Journal of Allergy and Clinical Immunology: in practice, 2022 Jul;10(7):1889-1902.e9.

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