Umfruchten Fruchtillusion Verbraucherzentrale

Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

Umfruchten? Fruchtillusion? Wieviel Frucht ist in der Fruchtschnitte?

Das heißt der Verbraucher muss beim Einkaufen gut aufpassen?

Wenn man sicher sein will, was in einem Produkt enthalten ist, sollte man sich auf jeden Fall die Zeit nehmen, die Zutatenliste aufmerksam zu lesen. Dabei sollte man darauf achten, was tatsächlich im Produkt drin ist und in welcher Menge. In manchen Zutatenlisten steht z.B. klar und deutlich: „Cranberrys mit Kirschgeschmack und es wird sogar angegeben, wie der Prozess aussieht. Allerdings sind diese Angaben nicht verpflichtend. Man könnte auch folgende Angaben finden: Cranberrys, Aroma, Kirschsaftkonzentrat. Übersetzt heißt dies: Die Cranberrys wurden umgefruchtet, d.h. mit Aromen und Kirschsaftkonzentrat angereichert, damit sie nach Kirchen schmecken und auch so aussehen.1)2)

Welche Aromen werden kommen beim Umfruchten zum Einsatz?

Das kommt darauf an. Wenn auf der Zutatenliste „natürliches Kirscharoma“ steht, heißt das, dass es tatsächlich zu 95 Prozent aus Kirschen hergestellt sein muss. In unseren Stichproben finden wir jedoch in der Regel die Angabe „natürliches Aroma“. Natürliches Aroma bedeutet, dass die Ausgangsstoffe aus natürlichen Rohstoffen stammen müssen, aber nicht aus der namensgebenden oder abgebildeten Frucht. Ein solcher natürlicher Rohstoff können aber auch „Holz“, „Schimmelpilze“ oder „Bakterien“ sein.

Seit wann werden Verfahren wie Umfruchten oder Fruchtillusion genutzt?

Unsere ersten Veröffentlichungen zum Thema stammen aus dem Jahr 2011. Seitdem hat sich insofern etwas getan, als die Produkte zwar immer noch auf dem Markt sind, aber man hat die Bebilderung etwas stärker an die Realität angepasst. Ein Beispiel sind die Rosinen oder Apfelstücke, die man heutzutage häufiger zumindest im Bildhintergrund identifizieren kann. Wir haben jedoch den Eindruck, dass man damit nicht unbedingt für mehr Transparenz sorgen will, sondern dafür, dass man rechtlich weniger angreifbar ist.

In die gleiche Richtung gehen die mittlerweile genutzten „Worthülsen“ auf dem Etikett wie „Typ" und „Serviervorschlag“. Wenn ein auffälliges Waldbeeren-Bild auf dem Produkt angebracht ist und  „Typ Waldfrüchte“ auf dem Etikett steht, muss das Produkt keine Waldfrüchte enthalten. Es reicht aus, wenn es nach Waldbeeren schmeckt und z.B. 0,2 Prozent Brombeerkonzentrat oder Himbeerkonzentrat enthält. Aus unserer Sicht ist dies aber kein Fruchtanteil, sondern nur ein Saft und es stellt sich die Frage, wie hoch der Anteil an Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen in diesen Produkten noch ist.        

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