Neurodermitis Herpes

Prof. Thomas Bieber, Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie an der Universitätsklinik in Bonn

Schwere Herpes-Infektionen bei Neurodermitis - Forschungsergebnisse!

Ist die Neurodermitis nicht grundsätzlich eine Barrierestörung der Haut?

Bei Neurodermitis treten zwei Probleme auf:

1. Das Problem der Hautbarriere

2. Ein Problem auf der Ebene des Immunsystems

Das Zusammenspiel dieser beiden Probleme und externe Provokationsfaktoren (z.B. Umwelt, Infektionen, Nahrungsmittel, etc..) führt dann zur Neurodermitis.

Unterscheiden sich die Herpes-Läsionen eindeutig von den Läsionen der Neurodermitis?

Der Unterschied zwischen Neurodermitis und Herpes ist sehr deutlich. Diese Patienten zeigen auf der einen Seite die typischen Neurodermitis-Läsionen, d.h. diffuse Rötungen mit Schuppungen und Juckreiz im Gesichtsbereich sowie an den sonst typischen Lokalisationen der Neurodermitis (z.B. Ellenbeugen und Kniekehlen). Hinzu kommt eine Ausdehnung der für die Herpes-Infektion typischen, akuten Läsionen in Form von kleinen Bläschen, Krustenbildung und nässenden Reaktionen. Wie gesagt bleiben diese Herpes-Läsionen in diesen Fällen nicht z.B. auf die Lippen lokalisiert, sondern breiten sich auf Teile des Gesichts oder das gesamte Gesicht aus, oder auch auf Teile des Körpers. Diese Patienten fühlen sich krank und zeigen allgemeine Krankheitszeichen wie Fieber, Abgeschlagenheit und Lymphknotenschwellungen.     

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Auch Neurodermitis kann ja am Kopf auftreten…

Bei Patienten mit Neurodermitis und einer zusätzlichen Anfälligkeit für schwere Herpes-Infektionen tritt die Neurodermitis meistens auch am Kopf auf. Diese Komplikation befällt typischerweise eher erwachsene Neurodermitis-Patienten, und bei erwachsenen Patienten ist der Kopf- und Halsbereich in der Regel betroffen.

Im schlimmsten Fall kann die Hirnhaut von der Herpes-Infektion betroffen sein. Glücklicherweise treten derart schwere Komplikationen nur noch sehr selten auf, weil man mit den entsprechenden Medikamenten rechtzeitig eingreifen kann.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für Neurodermitis-Patienten mit schweren Herpes-Infektionen?

Neurodermitis-Patienten mit schweren Herpes-Infektionen werden stationär aufgenommen und bekommen Infusionen mit dem Anti-Herpes-Simplex-Wirkstoff Aciclovir, der auch bei der Behandlung der Gürtelrose eingesetzt wird. Die stationäre Behandlung dauert in der Regel fünf Tage.

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Ist die stationäre Behandlung mit dem Anti-Herpes-Simplex-Wirkstoff Aciclovir lange wirksam, oder kann es auch zu Rückfällen kommen?

In unserer Studie waren Neurodermitis-Patienten eingeschlossen, die bereits mindestens ein bis zwei Eczema Herpeticum-Schübe erlebt hatten, und wir konnten zeigen, dass die Herpes-Infektionen bei diesen speziellen Neurodermitis-Patienten immer wieder auftreten können.

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