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Neurodermitis am Kopf: Was hilft an der Kopfhaut?

Neurodermitis Kopf
Was tun bei Neurodermitis am Kopf? Bildquelle: Canva: CasarsaGuru, kim tatiana , PonyWang, Aliaksandr Litviniuk

Neurodermitis, auch atopische Dermatitis genannt, gehört zu den häufigsten Erkrankungen in der Dermatologie. Viele kennen die entzündlichen Hautveränderungen von den Gelenkbeugen; aber Neurodermitis kann auch am Kopf, das heißt an der behaarten Kopfhaut oder hinter den Ohren auftreten. Die Diagnostik, Pflege und Behandlung von Ekzemen am Kopf ist eine besondere Herausforderung, da die Kopfhaut eine Besonderheit im Vergleich zur restlichen Körperhaut darstellt. Wie entsteht Neurodermitis am Kopf, wie kann man sie erkennen und was kann man dagegen tun?

Autor: Dr. med Anna Eger

 

Neurodermitis am Kopf: Die wichtigsten Fakten!

Neurodermitis kann auch den Kopf betreffen, auch wenn er bei Erwachsenen keine typische Prädilektionsstelle ist

Die Kopfhaut unterscheidet sich in einigen Merkmalen vom Rest der Körperhaut

Bei Neurodermitis am Kopf spielt häufig eine Pilzinfektion eine Rolle

Es gibt umweltbedingte, allergische und psychische Triggerfaktoren für Neurodermitis am Kopf

Die wichtigsten Symptome sind starker Juckreiz, Schuppenbildung, Ekzeme an der Kopfhaut

Die Diagnosestellung erfolgt anhand klinischer Gesichtspunkte durch einen Hautarzt

Die Behandlung der Neurodermitis am Kopf ist besonders anspruchsvoll

Bei Haarpflege und -styling sollte bei Neurodermitis am Kopf auf zahlreiche potentiell hautreizende Produkte verzichtet werden

 

Wie häufig ist Neurodermitis am Kopf?

Es ist schwierig, eine genaue Aussage über die Häufigkeit der Neurodermitis speziell am Kopf zu machen. Neurodermitis ist eine sehr häufige Erkrankung. Etwa 7 Prozent der Kinder und 4 bis 5 Prozent der Erwachsenen leiden darunter. Allerdings gehört die Kopfhaut eher nicht zu den typischen Stellen für Neurodermitis und es ist zuweilen schwierig, sie von anderen Ekzem-artigen Erkrankungen abzugrenzen.

Neurodermitis am Kopf: Eher bei Kindern oder Erwachsenen?

Das Befallsmuster der Neurodermitis verändert sich im Laufe des Lebens. Während Neurodermitis am Kopf bei Erwachsenen eher untypisch ist, gehört die Kopfhaut bei Kindern, insbesondere Säuglingen, zu den Prädilektionsstellen für die atopische Dermatitis. Eine Prädilektionsstelle ist eine Körperstelle, an der eine bestimmte Erkrankung, wie zum Beispiel die atopische Dermatitis, bevorzugt auftritt.

Welche Ursachen hat Neurodermitis am Kopf?

Wenn jemand unter Neurodermitis leidet, dann ist auch ein Befall der Kopfhaut möglich.

Die Entstehung der Neurodermitis ist nicht vollständig geklärt. Auf jeden Fall spielen genetische Faktoren eine Rolle, sowie Umweltfaktoren und Lebensstil. Zentrale Entstehungsmechanismen der atopischen Dermatitis sind eine Störung der Barrierefunktion und eine Entzündungsreaktion der Haut, die vor allem durch spezielle Immunzellen, die sogenannten T-Zellen, vermittelt wird. Weiterhin spielen Besiedlung von Bakterien, eine verringerte Hautfeuchtigkeit, veränderte Zusammensetzung von Fetten und eine erhöhte Durchlässigkeit der obersten Hautschicht eine Rolle.

Die Kopfhaut unterscheidet sich von der Haut des restlichen Körpers: Sie ist dicker und wird von etwa 100.000 Haarfollikeln, dichten Schweißdrüsen und Talgdrüsen besetzt. Insbesondere bei Neurodermitis am Kopf wird oftmals eine Beteiligung bestimmter Pilze, sogenannter Malassezia-Arten, beschrieben.

Was sind Auslöser von Neurodermitis am Kopf?

Allgemein sind verschiedene Triggerfaktoren für Neurodermitis bekannt:

 

Triggerfaktoren für Neurodermitis
Umweltbedingt allergologisch psychosozial

Hautirritationen

Kälte

Infekte

Impfungen

Ernährung

Antibiotikatherapie

Schadstoffbelastung

Nahrungsmittelallergie

Gräserpollenallergie

Baumpollenallergie

Hausstaubmilbenallergie

Tierhaarallergie

Stress

Posttraumatische Belastungsstörung

Quelle: Dr. med. Anna Eger, www.mein-allergie-portal.com

Die Besonderheiten der Kopfhaut im Vergleich zum Rest des Körpers bergen bei Neurodermitis zusätzliche Herausforderungen:

  • Durch die Behaarung, direkte Sonneneinstrahlung etc. kann es besonders im Sommer zu vermehrter Schweißbildung am Kopf kommen.
  • In die zahlreichen Haarfollikel können sehr einfach Reizstoffe von Pflege- oder Styling Produkten eindringen.
  • Die Haare machen das Verwenden von Hautpflegeprodukten schwierig, da diese den Haaren ein fettiges Aussehen verleihen.
  • Bei der Haarwäsche können sich ungeeignete Shampoos negativ auf die Kopfhaut auswirken
  • Auch kann ungenügendes Ausspülen zu reizenden chemischen Resten auf der Haut des Kopfes führen.

Wo am Kopf kann man Neurodermitis haben?

Neurodermitis am Kopf kommt meist an ganz bestimmten Stellen vor.

Neurodermitis auf der Kopfhaut

Das Ekzem bei Neurodermitis kann sämtliche Bereiche der Kopfhaut betreffen, begonnen am Oberrand der Stirn bis hin zum Nacken.

Neurodermitis im Bereich der Haare

Sind die ekzemartigen Hautstellen besonders entlang des Haaransatzes zu finden, dann ist die seborrhoische Dermatitis die wichtigste Differentialdiagnose der Neurodermitis. Seborrhoische Dermatitis betrifft typischerweise den Haaransatz, die Augenbrauen sowie die Bart- und Schnurrbartregion. Auch die Schuppenflechte kommt am behaarten Kopf häufiger vor als die Neurodermitis. Eine Ausnahme sind die Säuglinge, bei denen Neurodermitis am Kopf häufiger auftritt.

Neurodermitis an den Ohren

Patienten mit Neurodermitis sind häufiger von Ekzemen am Ohr betroffen. Jedoch kann eine Dermatitis des Ohres oder Gehörgangs auch andere Ursachen als die atopische Dermatitis haben. So können die seborrhoische Dermatitis, die Schuppenflechte oder ein Kontaktekzem die Ursache für Ekzeme am Ohr sein. Insbesondere für Kontaktekzeme sind Patienten mit Neurodermitis anfälliger. Das Ekzem kann im Gehörgang, an der Ohrmuschel oder hinter dem Ohr auftreten.

Woran erkennt man Neurodermitis am Kopf?

Bei Neurodermitis am Kopf können sich Phasen mit heftigen Beschwerden mit symptomfreien Intervallen abwechseln. Wie Symptome bei Neurodermitis am Kopf aussehen, kann sehr vielfältig sein.

Mögliche Zeichen von Neurodermitis am Kopf können sein:

  • Starker Juckreiz
  • Spannungsgefühl
  • nässende Stellen
  • entzündete Kopfhaut
  • trockene Kopfhaut
  • Plaques, das heißt fleckförmige, erhabene Veränderungen
  • weißliche Schuppen
  • nässende schuppige Stellen
  • Trockenheitsgefühl
  • blutende Hautstellen durch Kratzen
  • empfindliche Haut
  • Krusten, Grind oder Schorf
  • Rötungen, rote Flecken
  • Haarausfall
  • Schmerzen beim Kämmen

Dennoch ist die Kopfhaut nicht die typische Befallsregion für Neurodermitis. Es ist deshalb mitunter nicht einfach, Neurodermitis allein aufgrund des klinischen Erscheinungsbildes von anderen ekzembildenden Hauterkrankungen zu unterscheiden. Wichtig zu wissen ist: Eine Person kann auch mehrere Hautkrankheiten gleichzeitig haben.

Wenn es nicht Neurodermitis am Kopf ist, was kann es noch sein?

Wie bereits erwähnt, sind verschiedene Hauterkrankungen als Ursache für Ekzeme am Kopf denkbar und teilweise sogar wahrscheinlicher als ein Neurodermitis-Befall der Kopfhaut.

Krankheiten, die ähnliche Symptome am Kopf hervorrufen können, sind:

  • Kopfhautpilz
  • Psoriasis
  • Seborrhoische Dermatitis
  • Kontaktekzem
  • Krätze
  • Kopfläuse
  • Langerhanszell-Histiozytose
  • Kutanes T-Zell-Lymphom
  • Alopezia areata

Meistens prägen sich diese Erkrankungen nicht nur am Kopf aus, sondern auch an anderen Stellen des Körpers, sodass sich aus dem Gesamtbild weitere Hinweise ergeben.

In welcher Jahreszeit ist Neurodermitis am Kopf am schlimmsten?

Im Sommer können die höheren Temperaturen zu vermehrtem Schwitzen, besonders auf der behaarten Kopfhaut, führen. Durch vermehrte Feuchtigkeit und Temperaturstau entsteht ein ideales Milieu für Entzündungen und Bakterien und Pilze. Im Sommer kann es deshalb zu einer Verschlimmerung des Ekzems am Kopf kommen. Allerdings heißt das nicht, dass Neurodermitis am Kopf generell im Sommer schlechter wird. Auch der Winter kann umgekehrt durch den Einfluss von Kälte und vermehrt trockener Haut zu einer Verschlechterung der Hautsymptome am Kopf führen. Ebenso kann das Tragen von Wintermützen sich negativ auf die Kopfhaut auswirken.

Wie wird die Diagnose bei Neurodermitis am Kopf gestellt?

Die Diagnose der Neurodermitis allgemein wird in erster Linie klinisch gestellt. Das gilt auch für die Diagnose der Neurodermitis am Kopf. Wichtiges Element der Diagnostik ist die Anamnese.

Das heißt der Arzt stellt Fragen über:

  • die Art, Dauer und Intensität der Beschwerden sowie zu
  • möglichen auslösenden Faktoren,
  • Begleiterkrankungen, insbesondere andere Erkrankungen des atopischen Formenkreises incl.
  • Allergien und
  • Hauterkrankungen in der nahen leiblichen Verwandtschaft.

Danach ist es notwendig, die gesamte Haut genau zu untersuchen.

Welche Therapie hilft bei Neurodermitis auf dem Kopf?

Die Therapie der atopischen Dermatitis am Kopf ist ziemlich anspruchsvoll, denn es ist schwierig, die behaarte Kopfhaut mit Basiscremes oder wirkstoffhaltigen lokalen Therapeutika einzucremen. Mittel, die sofort bei Neurodermitis auf dem Kopf helfen, gibt es leider nicht, denn die Therapie ist eher langfristig und erfordert ausdauernde Mitarbeit des Betroffenen.

Zunächst ist es entscheidend, in welchem Zustand sich die Haut gerade befindet. Ist die Haut am Kopf sehr trocken, dann sind Basistherapeutika mit fettiger Grundlage notwendig; ist die Haut eher fettig, dann ist eine Öl-Wasser-Emulsion geeigneter. Auf entzündete Kopfhaut beruhigend wirken topische Präparate mit Glukokortikoiden oder Calcineurininhibitoren. Ergeben sich Zeichen für eine bakterielle Superinfektion, dann können antiseptische oder antibiotische Wirkstoffe zur Anwendung kommen. Insbesondere bei Neurodermitis am Kopf zeigt oftmals eine antimykotische Behandlung gute Wirksamkeit.

Welches Öl kann man bei Neurodermitis auf die Kopfhaut geben?

Gerade bei Neurodermitikern ist bei der Anwendung von Pflegeprodukten immer Vorsicht geboten. Die Gründe: Es können allergische Reaktionen auftreten und die neurodermitische Haut ist durchlässiger für potentielle Allergene.

Einige Ölsorten haben sich für die Anwendung bei Neurodermitis auf der Kopfhaut bewährt:

  • Mandelöl oder raffiniertes Sojaöl sind zur unterstützenden Behandlung von trockener, juckender Haut gut geeignet.
  • Zur Pflege der Kopfhaut bei Neurodermitis kann außerdem Klettenwurzelhaaröl eine gute Wahl sein. Die Klettenwurzel gilt als traditionelles pflanzliches Arzneimittel und kann in äußerlicher Anwendung zur Linderung von seborrhoischer Haut, Ekzemen, Akne und Furunkeln beitragen.
  • Johanniskrautöl soll bei leicht entzündlichen Hautveränderungen helfen.
  • Auch Arganöl ist ein Haarpflegemittel, welches hautpflegend, feuchtigkeitsspenden und antioxidativ wirkt.

Aber: Klettenwurzelöl kann mit der Klette als Korbblütler nicht ganz selten Kreuzreaktionen bei vorhandener Korbblütlerallergie hervorrufen.

Zu beachten ist weiterhin, dass in einigen Kosmetika bzw. Ölzubereitungen Erdnussöl beigemischt ist. Dieses kann für Erdnussallergiker mit Neurodermitis fatale Folgen haben, da die allergenen Erdnussproteine durch die geschädigte Hautbarriere in den Körper eindringen können.

Was kann man gegen Krusten auf der Kopfhaut machen?

Gegen Krusten auf der Kopfhaut herkömmliches Antischuppen-Shampoo einzusetzen, ist fehl am Platz, da es die Kopfhaut zusätzlich reizen und einen Triggerfaktor darstellen kann. Zu empfehlen ist dagegen ein Pflegeshampoo, eine Waschlotion oder Lotions mit Urea. Urea hält die oberste Hautschicht feucht, kann Krusten lösen und fördert das Abschuppen abgestorbener Hautschuppen. Außerdem wirkt es juckreizlindernd und antibakteriell. Ein sehr wirksamer keratolytischer Wirkstoff ist Salicylsäure. Sie löst das Keratin auf, dass in Haut, Haaren und Nägeln enthalten ist und hilft, die abgestorbenen Zellen aus der Hornschicht zu entfernen. In schweren Fällen von Krustenbildung können salicylsäurehaltige Produkte auf Rezept verschrieben werden.

Ist Neurodermitis an der Kopfhaut heilbar?

Neurodermitis, auch an der Kopfhaut, ist eine chronische Erkrankung, die nicht heilbar ist. Allerdings lässt sich die Hautkrankheit durch eine gute, geeignete und konsequente Hautpflege verbessern. Dazu gehört auch eine gezielte dermatologische Therapie, die die Symptome kontrolliert und die symptomfreien Intervalle verlängert.

Was tun gegen den Juckreiz an der Kopfhaut bei Neurodermitis?

Ständiger Juckreiz auf der Kopfhaut oder am Ohr ist ein sehr unangenehmes Gefühl und kann sehr quälend sein. Schlafprobleme, Konzentrationsstörungen, Gereiztheit und sogar Depression können die Folge sein. Den Juckreiz wirksam zu behandeln ist deshalb ein sehr wichtiges Anliegen. Prinzipiell führt eine effektive Neurodermitis-Therapie auch langfristig zu einer Linderung des Juckreizes. Einer Austrocknung der Haut entgegenzuwirken, lindert auch den Juckreiz. Was aber kann man kurzfristig dagegen tun?

Zunächst einmal können ganz einfache allgemeine Maßnahmen helfen: Wärme verschlimmert Juckreiz, weshalb man Hitzestau am Kopf dringend vermeiden sollte. Zum Kühlen kann eine lauwarme Dusche helfen, nachts sollte man für ein kühles Klima im Schlafzimmer sorgen.

Antihistaminika, die bei allergischem Juckreiz eingesetzt werden, helfen bei der Neurodermitis aber leider nicht. Dagegen kann Polidocanol in Form einer Lotion gut juckreizlindernd wirken, allerdings ist die Anwendung auf der behaarten Kopfhaut problematisch. Auch die Verwendung von einer Lotion mit dem synthetischen Gerbstoff Tamol wird auf der Kopfhaut nicht empfohlen, da es zur Verklebung der Haare führt. Natürliche Gerbstoffe sind dafür in schwarzem Tee oder Eichenrinde enthalten. Diese können als Lösung zum Einmassieren oder in Teil- oder Vollbädern verwendet werden.

Gibt es Hausmittel gegen Neurodermitis am Kopf?

Es gibt einige Pflanzen mit medizinischer Wirkung auf neurodermitische Haut. Teilweise ist deren Wirkung zwar nicht in Studien belegt, jedoch sind individuell positive Wirkungen auf die entzündlichen Veränderungen berichtet worden. Teile dieser Pflanzen werden in Cremes, Gels, Essenzen, Tropfen oder Dragees etc. verarbeitet. Allerdings sollte immer die Möglichkeit allergischer beziehungsweise kontaktallergischer Reaktionen beachtet werden.

Beispiele für Heilpflanzen bei Neurodermitis sind:

  • Johanniskraut
  • Nachtkerze
  • Bockshornklee
  • Birkenrinde
  • Ringelblume

An der behaarten Kopfhaut ist natürlich nicht jede Art von Anwendung geeignet. Insbesondere Cremes und Öle sind hier schwierig anzuwenden, ohne dass die Haare fettig und ungepflegt erscheinen. Es lassen sich jedoch Aufgüsse zubereiten, die in die Kopfhaut einmassiert werden können und nach einer kurzen Einwirkzeit sorgsam ausgespült werden.

Weitere wirksame Tipps zur sanften Behandlung von Neurodermitis am Kopf sind:

  • Bäder oder Teilbäder mit Meerbadesalz
  • Teilbäder oder Bäder, sowie Wickel/Auflagen mit schwarzem Tee

Diese Hausmittel ersetzen jedoch nicht die Basispflege und -therapie der Neurodermitis am Kopf und sollten mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Sie können aber eine wertvolle Ergänzung sein.

Kann man bei Neurodermitis auf der Kopfhaut die Haare waschen und Shampoo benutzen?

Natürlich muss man auch mit Neurodermitis auf dem Kopf seine Haare waschen. Man kann dafür selbstverständlich auch Shampoo verwenden, allerdings sollte man auf bestimmte Dinge achten.

Welches Shampoo kann man bei Neurodermitis auf der Kopfhaut nehmen?

Urea- oder Glycerinhaltige Shampoos ohne Silikon, Konservierungsstoffe oder Duftstoffe wirken beruhigend und feuchtigkeitsbindend und können der Pflege neurodermitischer Kopfhaut dienlich sein. Shampoos und Waschlotions mit rückfettenden Lipiden stehen ebenfalls für Neurodermitis an der Kopfhaut zur Verfügung.

Kann man bei Neurodermitis an der Kopfhaut die Haare färben oder tönen, Haarfestiger, Haarspray oder Haarwachs benutzen?

Haarsprays, Haarfestiger, Leave-in-Produkte mit Zusatzstoffen und Haarfärbemittel trocknen die Kopfhaut aus und können deshalb einen ungünstigen Effekt auf Neurodermitis oder andere Ekzeme am Kopf haben. Deshalb sollte man, wenn möglich, als Neurodermitiker darauf verzichten. Jojobaöl ist für die Haut- und Haarpflege bei Neurodermitis möglicherweise ein wertvoller Tipp. Eigentlich ist es nämlich kein fettiges Öl, sondern flüssiges Wachs, das hautpflegend, erweichend und feuchtigkeitsspendend ist. Jojobawachs zieht gut ein und fühlt sich auch nicht fettig an.

Was sollte man nicht tun bei Neurodermitis am Kopf?

Menschen mit Neurodermitis am Kopf sollten darauf achten, ihre Kopfhaut auch in schubfreien Intervallen feucht und möglichst von Reizen freizuhalten.

Man sollte deshalb folgende Dinge bei atopischer Dermatitis der Kopfhaut möglichst vermeiden:

  • Häufiges Testen oder/und Wechseln von Haarreinigungs- und Haarpflegeprodukten
  • Mehrmals tägliches, zu heißes Duschen oder Duschen mit zu starkem Wasserstrahl
  • Abrubbeln der Haare nach dem Duschen, lieber lufttrocknen lassen
  • Heißes Föhnen der Haare
  • Färben oder Tönen der Haare
  • Verwenden von Lockenstab oder Glätteisen

Quellen

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Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

24. April 2023

Autor: Dr. med. Anna Eger, www.mein-allergie-portal.com

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