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Neurodermitis Intimbereich

Neurodermitis im Intimbereich: Was hilft?, Bildquelle: Canva Iurii Maksymiv, Karolina Grabowska

Neurodermitis im Intimbereich: Was hilft?

Kann man Neurodermitis im Intimbereich bekommen? Ja, man kann und das ist immer noch ein heikles, ja ein Tabu-Thema. Viele Neurodermitiker behalten es lieber für sich, wenn die Neurodermitis auch im Intimbereich auftritt und sie unter Schuppen und Juckreiz leiden. Dabei ist Neurodermitis im Genitalbereich weder ansteckend, noch auf mangelnde Hygiene zurückzuführen. Wie bei jeder Neurodermitis entscheiden vor allem Veranlagung und bestimmte Trigger darüber, ob und wo Hautveränderungen auftreten. Und es gibt es viele Tipps, um die juckenden Ekzeme im Genitalbereich in den Griff zu bekommen. Was also hilft?

Autor: Dr. med. Anna Eger

Kann man Neurodermitis auch im Intimbereich haben, wie häufig ist sie?

Prinzipiell können Neurodermitis-Symptome an jeder Körperstelle auftreten. Im Erwachsenenalter sind jedoch vor allem Gesicht, Nacken, Hals, Brust- und Schulterbereich, Gelenkbeugen und Hände betroffen. Neurodermitis im Intimbereich ist seltener, allerdings keine Rarität. Ob ein Neurodermitis-Schub im Intimbereich entsteht, hängt zum einen von der individuellen Anlage und zum anderen von äußeren Triggern ab. Diese sind von Patient zu Patient unterschiedlich.

Wer ist besonders gefährdet, Neurodermitis im Intimbereich zu bekommen?

Der Intimbereich bietet für Hauterkrankungen wie die Neurodermitis „geeignete“ Voraussetzungen. Solche begünstigenden Faktoren auf Ekzeme im Genitalbereich sind:

  • Feuchtigkeit durch Schwitzen
  • Wärmestau durch wenig atmungsaktive Kleidung
  • Irritationen durch Schweiß, Urin, Menstruation
  • Okklusion (Verschluss) durch Kleidung, Slipeinlagen, Monatsbinden, Tampon
  • Hautreizung und Verletzungen durch übertriebene Reinigung und Rasur im Intimbereich.

Besonders Frauen und übergewichtige Personen sind gefährdet, eine atopische Dermatitis auch im Intimbereich zu entwickeln. Mögliche Triggerfaktoren für Ekzeme an den Genitalien sind Hygieneartikel aus ungünstigem Material, enge reibende Kleidung und Hautfalten, in denen sich Feuchtigkeit ansammelt.

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Wie äußert sich Neurodermitis im Intimbereich?

Die Neurodermitis im Intimbereich zählt zu einer von vielen sogenannten „lokalisierten Minusvarianten“ der Neurodermitis, insofern können die Symptome auch der Neurodermitis an anderen Körperstellen ähneln. Die wichtigsten Zeichen einer Neurodermitis im Intimbereich sind:

  • Ekzeme und
  • Juckreiz.

Die Ausprägung des Ekzems kann von blasser, trockener Haut, mit eventuell kleieförmiger Schuppung, über Kratzspuren bis hin zu nässenden, entzündeten roten Plaques reichen. Der Juckreiz bei Neurodermitis tritt oft anfallsartig auf und wird als sehr quälend empfunden. Beim Schwitzen verstärkt er sich.

Neurodermitis im Intimbereich bei Frauen

Bei Frauen bilden sich die juckenden Neurodermitis-Ekzeme vor allem im Bereich der äußeren Schamlippen. Sie kann sich auch im Bereich der Schambehaarung über den Venushügel ausbreiten. Doch nicht alles, was im Intimbereich der Frau juckt und wie ein Ekzem aussieht, ist eine Neurodermitis. Bei länger anhaltenden Symptomen sollte unbedingt eine ärztliche Abklärung erfolgen, auch um eine Abgrenzung zu anderen Erkrankungen, die sich ähnlich äußern können, vorzunehmen.

Beispiele für solche Krankheitsbilder des Intimbereichs der Frau sind:

  • Lichen sclerosus
  • Morbus Paget
  • Neoplasien, also bösartige Veränderungen

Die Scheide wird nicht von Neurodermitis befallen, sie ist von einer Schleimhaut ausgekleidet, welche anders aufgebaut ist als die äußere Haut.

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Neurodermitis im Intimbereich bei Männern

Der Hodensack ist dagegen bei Männern die typische Stelle für Neurodermitis im Intimbereich. Der Penis selbst ist eher nicht von der atopischen Dermatitis betroffen.

An dieser besonders sensiblen Körperstelle, dem Penis, sind andere Erkrankungen deutlich häufiger, wie:

Treten scharf begrenzte, teils schuppende juckende rote Hautveränderungen im Intimbereich des Mannes auf, die auch auf die Oberschenkelinnenseiten und die Leistenregion übergehen, dann handelt es sich eher nicht um eine Neurodermitis. Möglicherweise kommt eher eine Tinea inguinalis in Frage, eine ansteckende Pilzerkrankung. Diese muss dementsprechend komplett anders behandelt werden.

Neurodermitis im Intimbereich bei Kindern

Bei Kindern sind die am häufigsten von der Neurodermitis betroffenen Körperstellen Gesicht, Hals und Nacken. Der Intimbereich ist bei Kindern eher selten von Neurodermitis betroffen. Häufiger tritt, vor allem bei präpubertierenden Mädchen, eine Entzündung der Schamlippen durch A-Streptokokken auf, die durch eine Schmierinfektion aus dem Nasen-Rachen-Raum übertragen wird. Das Aussehen unterscheidet sich jedoch in der Regel von einer Neurodermitis, zudem bestehen meist auch Schmerzen und Brennen sowie Ausfluss aus der Scheide.

Neurodermitis im Intimbereich beim Baby

Die Neurodermitis im Säuglingsalter zeigt sich in ihrem Erscheinungsbild und ihrer Ausbreitung anders als im Erwachsenenalter. Selbst, wenn das Baby an anderen Stellen des Körpers oder sogar am gesamten Körper stark von ausgeprägten Ekzemen betroffen ist, bleibt der Windel-Bereich, also der Intimbereich typischerweise frei. Dies zählt sogar als wichtiges diagnostisches Zeichen. Hat ein Baby also ein Ekzem im Intimbereich, muss eine andere Ursache zugrunde liegen. Eine der häufigsten Ursachen ist wohl die Windeldermatitis, die durch den intensiven Kontakt mit den Ausscheidungen und den relativ dichten Verschluss durch die Windeln entstehen.

Neurodermitis im Intimbereich - was kann es noch sein?

Die Haut im Intimbereich ist empfindlich: Zum einen, weil sie sehr dünn ist, zum anderen, weil sie meist von mehreren Kleidungsschichten bedeckt und deswegen oft von einem Wärmestau betroffen ist. Bei Frauen kommt noch dazu, dass sich das Milieu im Intimbereich durch hormonelle Umstellung, etwa in den Wechseljahren, verändert.

Juckreiz und Hautveränderungen im Intimbereich können neben der Neurodermitis bei Männern und Frauen unter anderem bei den folgenden Erkrankungen auftreten:

  • Psoriasis vulgaris
  • Pilzbefall
  • Wurmerkrankungen
  • Bakterielle Infektionen
  • Kontaktallergien
  • Im Rahmen einer Grunderkrankung, wie zum Beispiel Diabetes mellitus
  • Urogenitales Menopausensyndrom
  • Neoplasien

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Kann man Neurodermitis im Intimbereich verhindern?

Das Wichtigste vorab: Neurodermitiker müssen darauf achten, dass ihr Intimbereich trocken und sauber bleibt. Je feuchter und wärmer das Milieu ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für juckende Ekzeme im Genitalbereich.

Welche Unterwäsche hilft bei Ekzemen im Genitalbereich?

Neurodermitiker sollten bei der Wahl ihrer Unterwäsche auf einen hohen Baumwollanteil achten. Slips aus Synthetik wirken zwar verführerisch, lassen aber nur wenig Luft an die Haut und führen so zu vermehrtem Schwitzen. Ähnliches gilt für eng sitzende Hosen und Nylonstrumpfhosen, weil sich auch hier Wärme staut. Bei Neurodermitis im Intimbereich am besten geeignet sind daher Baumwollstoffe, weil diese atmungsaktiv sind und die Luft zirkulieren lassen.

Neurodermitis im Genitalbereich: Was tun während der Periode?

Frauen mit Neurodermitis im Intimbereich müssen während ihrer Periode besonders gut aufpassen. Denn viele Monatsbinden haben einen hohen Plastikanteil. Wie auch bei der Wäsche ist ein hoher Baumwollanteil entscheidend, um ein übermäßiges Schwitzen zu vermeiden.

Intimpflege bei Neurodermitis im Genitalbereich

Viele Patienten greifen zu selbst gekauften Cremes oder Intimseifen, die jedoch oft durch deren Inhaltsstoffe eher kontraproduktiv wirken und den Juckreiz verstärken können. Durch den verstärkten Juckreiz wird die Intimhygiene intensiviert und so kommt es zu einem Kreislauf, der die Neurodermitis unterhalten und sogar verschlimmern kann. Bei der täglichen Intimpflege sollten es Neurodermitiker bei den Pflegeprodukten daher nicht übertreiben. Es gilt: Weniger ist mehr. Normales, lauwarmes Wasser reicht zum Waschen vollkommen aus. Wer sich mit einem Pflegeprodukt wohler fühlt, der greift am besten zu einem milden Intimwaschmittel mit möglichst wenig Inhaltsstoffen. Insbesondere Duft- und Konservierungsstoffe sollten gemieden werden. Daher sind auch Intimdeos, Duschgels und parfümierte Seifen im Intimbereich tabu.

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Neurodermitis im Intimbereich: Ist Rasieren, Haarentfernung, Waxing möglich?

Auf die Rasur im Intimbereich verzichten Neurodermitiker am besten. Zu groß ist die Gefahr, dass der Rasierer die Haut reizt und mikroskopisch kleine Wunden entstehen. Wer trotzdem nicht auf die Rasur verzichtet, der sollte den Rasierer am besten in Wuchsrichtung der Haare führen und die Haut danach gut eincremen. Wichtig ist natürlich auch, einen sauberen, scharfen Rasierer zu verwenden. Vor und nach der Rasur empfiehlt es sich, den Intimbereich zur mit lauwarmem Wasser zu waschen, um Keime zu reduzieren und die Rasur zu erleichtern. Eine Desinfektion nach dem Rasieren mit einem antiseptischen Mittel kann Entzündungsreaktionen durch Eindringen von Bakterien in kleinste Hautverletzungen verhindern, kann jedoch auch zusätzlich hautreizend wirken. Haarentfernungsmethoden, bei denen die Haare mitsamt ihren Wurzeln entfernt werden, sind für die Haut weitaus weniger schonend und würden besonders die Neurodermitis-Haut zu sehr strapazieren. Enthaarungscremes sind für Neurodermitiker überhaupt nicht zu empfehlen, da deren Inhaltsstoffe die sensible Haut noch mehr reizen würden.

Schwimmen gehen trotz Neurodermitis an den Genitalien, ist das möglich?

Betroffene, die an juckenden Ekzemen an den Genitalien leiden, müssen nicht auf Schwimmengehen verzichten. Abhängig davon, welche Badegelegenheit man nutzen möchte, also Süßwasser in einem Naturgewässer, Salzwasser im Meer oder gechlortes Wasser im Schwimmbad, gibt es allerdings einiges zu beachten: Generell entzieht Wasser beim längeren Baden der Haut Wasser. Deshalb sollte man unbedingt nachher gründlich eincremen. Auch Eincremen vor dem Badevergnügen kann sich günstig auswirken. Wasser kann bei längerem Kontakt auch die Schutzfunktion der Haut schwächen, sodass Keime schneller eindringen können. Salz oder Chlor können einen reizenden Charakter auf die empfindliche und wunde Haut im Genitalbereich haben. Andererseits haben Chlor und Meerwasser aber auch desinfizierende und antibakterielle Eigenschaften. Wichtig nach dem Schwimmen ist ein gründliches Trockentupfen der Haut, besonders im Intimbereich.

In die Sauna gehen trotz Neurodermitis an den Genitalien, ist das möglich?

Auf gesunde Haut kann sich der Saunabesuch positiv und sehr entspannend auswirken. Leidet jemand an Neurodermitis im Intimbereich, ist ein Saunabesuch jedoch nicht immer günstig. Die hohe Lufttemperatur und vor allem das Schwitzen können mögliche Triggerfaktoren sein, die die Neurodermitis verschlimmert. Im akuten Schub sollte auf einen Saunabesuch verzichtet werden. Ansonsten gilt es, auf eine gründliche Hygiene zu achten und möglichst niedrigere Temperaturen auszuwählen. Duftstoffhaltige Aufgüsse sollte man wegen potentieller Unverträglichkeitsreaktionen ebenfalls vermeiden.

Geschlechtsverkehr trotz Neurodermitis an den Genitalien, ist das möglich?

Neurodermitis im Intimbereich ist keine ansteckende Erkrankung, also auch keine Geschlechtskrankheit, die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden kann. Prinzipiell ist der Geschlechtsverkehr also in dieser Hinsicht unbedenklich möglich. Das sollten Betroffene wissen, auch um eine unnötige Stigmatisierung zu vermeiden. Allerdings gilt natürlich auch bzw. gerade für den Geschlechtsverkehr mit Neurodermitis an den Genitalien, dass jede zusätzliche Reibung und verwendete Materialien wie Gleitgele oder Kondome eine zusätzliche Belastung der intimen Haut darstellt. Auch Spermienflüssigkeit hat unter Umständen einen ungünstigen Effekt auf die sensible Haut im Intimbereich.

Natürlich sollten sekundäre Infektionen, wie zum Beispiel ein Pilz- oder Bakterienbefall, ärztlich ausgeschlossen sein, um tatsächlich keine Ansteckungsgefahr für den Sexualpartner zu ergeben.

Wie behandelt man Neurodermitis im Intimbereich – was tun?

Bei Neurodermitikern juckt die trockene Haut oft auch in den schubfreien Intervallen. In diesem Fall ist eine milde, feuchtigkeitsspendende Intimlotion, beispielsweise mit Hyaluronsäure, das Mittel der Wahl. Leichte Ekzeme im Intimbereich werden mit Cremes oder Salben aus niedrig konzentriertem Kortison oder Calcineurininhibitoren behandelt. Sind die Ekzeme stärker und nässen, dann verordnet der Arzt eine Creme oder Salbe mit einer höheren Konzentration an Kortison oder Calcineurininhibitoren, sowie ein Antiseptikum. Achtung: Kortison verdünnt die empfindliche Haut im Intimbereich noch zusätzlich. Viele Ärzte empfehlen für Neurodermitis-Behandlung im Intimbereich deshalb lieber Calcineurininhibitoren.

Gegen den Juckreiz können Lotionen mit Polidocanol versucht werden. Leider ist es nicht allgemein erfolgreich juckreizstillend, aber es gibt Betroffene, die gute Erfahrungen damit bei Neurodermitis im Intimbereich gemacht haben.

Gibt es Hausmittel bei Neurodermitis im Intimbereich?

Viele Patienten sind auf der Suche nach einer sanfteren Behandlungsmethode als Alternative zu den „chemischen“ Wirkstoffen. Hierfür eignen sich für den Intimbereich Sitzbäder besonders gut. Ebenso können feuchte Kompressen auf die betroffenen Stellen aufgelegt werden.

Als pflanzlicher Zusatz zum Sitzbad oder Tinktur für die Kompressen eignen sich Zubereitungen aus:

  • Kamille
  • Schwarztee
  • Salbeiblätter
  • Ringelblume
  • Zaubernuss
  • Bittersüßstengel

Die Präparate haben verschiedene positive Effekte auf die entzündete juckende Haut. Sie wirken zum Beispiel desinfizierend, entzündungshemmend oder immunmodulierend. Ringelblume und Kamille gibt es auch in Salben, die auf die trockene Haut im Intimbereich aufgetragen werden kann.

 

Quellen:

http://www.dgaki.de/wp-content/uploads/2010/05/WerfelT_2kLL_Neurodermitis-JDDG2016-.pdf

https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/013-027.html

Winterhagen, I.: Beratungspraxis Neurodermitis, Deutscher Apotheker Verlag, 2011.

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/raetselhafte-krankheit/

pharmazieonline.de/2021/09/13/urogenitales-menopausensyndrom-gsm-nicht-hormonelle-und-hormonelle-therapieoptionen/

www.msdmanuals.com/de-de/profi/urogenitaltrakt/penile-und-skrotale-krankheiten/penishautkrankheiten

www.rosenfluh.ch/media/gynaekologie/2014/04/Vulvadermatosen.pdf

www.altmeyers.org/de/dermatologie/atopische-dermatitis-ubersicht-1108

pharmazieonline.de/2021/09/13/urogenitales-menopausensyndrom-gsm-nicht-hormonelle-und-hormonelle-therapieoptionen/

www.msdmanuals.com/de-de/profi/urogenitaltrakt/penile-und-skrotale-krankheiten/penishautkrankheiten

www.rosenfluh.ch/media/gynaekologie/2014/04/Vulvadermatosen.pdf

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