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Neurodermitis atopische Dermatitis Schubtherapie Langzeittherapie Biologika

Prof. Knut Schäkel: Neurodermitis: Schubtherapie? Langzeittherapie? Was ist besser?

Neurodermitis: Schubtherapie? Langzeittherapie? Was ist besser?

Neurodermitis, auch als atopische Dermatitis bezeichnet, ist eine immunologische, nicht ansteckende, chronische Hauterkrankung. Sie äußert sich in stark juckender, trockener und entzündeter Haut und tritt häufig in Schüben auf. Bei der Krankheit spielt eine Fehlregulation des Immunsystems eine wichtige Rolle, weshalb die Erkrankung chronisch, das heißt dauerhaft, besteht. Selbst in erscheinungsfreien Zeiten unterscheidet sich die Haut von Betroffenen von Menschen ohne Neurodermitis. Zur Therapie von Neurodermitis gibt es eine Reihe von Möglichkeiten. So kann man die Neurodermitis immer dann behandeln, wenn die Symptome an der Haut auftreten. Es ist bei Patienten mit bestehender Neurodermitis möglich, präventiv zu behandeln, um Schübe bzw. eine Verschlechterung des Hautbildes zu verhindern. Dann ist es das Ziel der Behandlung, dass es gar nicht erst zu Hautsymptomen kommt. Was ist nun die bessere Therapie, die Schubtherapie oder die Langzeittherapie? MeinAllergiePortal sprach mit Prof. Knut Schäkel, stellvertretender Klinikdirektor und leitender Oberarzt der Hautklinik am Universitätsklinikum Heidelberg.

Herr Prof. Dr. Schäkel, man kann eine Neurodermitis immer dann behandeln, wenn es zu einem Schub gekommen und die Neurodermitis deutlich sichtbar geworden ist, oder proaktiv, damit es gar nicht erst zu Schüben kommt. Wonach wird entschieden, welche Therapieform angewendet wird?

Ob man sich für eine Schubtherapie oder für eine Langzeittherapie entscheidet, hängt davon ab, ob der Patient gerade akute, behandlungsbedürftige Hauterscheinungen hat. Meist ist dies der Fall, denn die Patienten gehen in der Regel bei einem akuten Schub zum Arzt. Dementsprechend ist zunächst eine wirksame Akutbehandlung angezeigt und dann, im Anschluss, eine Langzeittherapie. Diese proaktive Erhaltungstherapie soll verhindern, dass es erneut zu einem Schub kommt.

Die Schubtherapie und die Langzeittherapie sind also gleichwertige Behandlungsstrategien, die beide ihre Berechtigung haben und bei den Patienten situationsbedingt zur Anwendung kommen.

Das bedeutet, die Neurodermitis wird, unabhängig vom Auftreten von Symptomen, eigentlich immer therapiert?

Ja, das kann man so sagen, aber es kommt auch auf die Symptome an. Bei manchen Patienten kommt es nur selten, einmal im Jahr, zu einem Schub, bei anderen sehr viel häufiger. Die Grundidee der Therapie ist, Neurodermitis-Schübe nicht immer wieder nur kurzfristig, sondern langfristig zu behandeln.

In mehreren Studien hat sich gezeigt, dass eine proaktive Therapie, die sich an eine intensivere Therapie anschließt, effektiver ist. Das bedeutet, dass man auch in der symptomfreien Zeit ca. drei Mal in der Woche entweder ein Kortisonpräparat oder einen Calcineurin-Inhibitor auf die vormals betroffenen Hautareale auftragen sollte. Dadurch kann sehr gut verhindert werden, dass es zu einem erneuten Schub kommt. Gerade die Calcineurin-Inhibitoren eignen sich hierfür recht gut.

Allerdings haben einige Neurodermitis-Patienten gegenüber proaktiven Therapien Bedenken.

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Was stört die Neurodermitis-Patienten bei der proaktiven Therapie?

Es gibt Patienten, die sich nicht wohl dabei fühlen, ihre Haut auch in symptomfreien Zeiten mit Kortison oder anderen Substanzen zu behandeln. Da sie bereits während der Schübe ständig mit Kortison behandeln müssen, möchten sie das nach dem Abklingen der Symptome nicht so gern fortsetzen. Wir wissen: Ca. 60 Prozent der Patienten stehen der lokalen Kortisonbehandlung ablehnend gegenüber. Hinzu kommt: Zwar wünschen sich Neurodermitis-Patienten eine Heilung ihrer Erkrankung, aber die Therapien werden oft nicht regelmäßig angewendet.

Zur proaktiven Therapie gibt es klare Daten aus guten Untersuchungen, die zeigen, dass die proaktive Therapie besonders wirksam ist, und dies wurde auch in den Leitlinien bewertet. Außerdem ist den Patienten auch klar, dass eine reine Akutbehandlung immer bedeuten kann, dass es erneut zu Schüben kommt. Wie sehen bei Neurodermitis die Behandlungsmöglichkeiten durch Schubtherapien konkret aus?
Im akuten Neurodermitis-Schub wird lokal mit Kortison behandelt. Hat der Patient aufgekratzte Läsionen, behandelt man auch in Kombination mit Therapeutika wie Antibiotika oder unspezifisch antibakteriell wirksamen Wirkstoffen wie Triclosan, Fusidinsäure oder Octenidin. Damit sollen die Staphylokokken, Bakterien, die die offenen Hautstellen besiedeln, eliminiert werden.
Bei anhaltend schweren Verlaufsformen der Neurodermitis muss man jedoch auch an eine systemische Therapie denken.

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