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Advertorial
Neurodermitis Baby Cremen Juckreiz

Dr. med. Verena Mandelbaum: Neurodermitis-Basispflege beim Baby - Cremen gegen den Juckreiz!

Neurodermitis beim Baby: Cremen gegen den Juckreiz

Wenn ein Baby die Diagnose Neurodermitis bekommt, ist das für die Eltern oft ein Schreck. Der Juckreiz, der den Säugling nicht schlafen lässt, die entzündete Haut, die Ekzeme – viele Eltern fühlen sich dann hilflos. Unterschätzt wird dabei häufig, dass es eine ganz einfache Maßnahme gibt, die bei der Therapie von Neurodermitis viel bewirken kann: Cremen! Darüber, wie man das richtig macht, sprach MeinAllergiePortal mit Dr. med. Verena Mandelbaum, Kinderärztin, Allergologin und pädiatrische Pneumologin in der Privatpraxis für Asthma & Allergien in der ATOS Klinik in Heidelberg.

Autor: Sabine Jossé M. A.

Interviewpartner: Dr. med. Verena Mandelbaum

Frau Dr. Mandelbaum, warum sollte man ein Baby regelmäßig eincremen, wenn es Neurodermitis hat?

Cremen, auch Basistherapie oder Basispflege genannt, ist so wichtig, weil Neurodermitis lebenslang besteht und in wiederkehrenden Schüben auftritt. Das bedeutet, die Hautbarriere sollte lebenslang gestärkt werden. Natürlich wäre es schön, wenn die Basispflege Neurodermitis heilen könnte. Vielmehr geht es aber darum, die Hautbarriere zarter Babyhaut zu unterstützen und die Abstände zwischen den Schüben, die Schubintervalle, zu verlängern. Deshalb ist es wichtig, täglich zu cremen - auch zwischen den Schüben. Das Cremen ist ein wichtiger Teil bei der Prävention von Neurodermitis-Schüben.

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Ab welchem Alter sollte man bei einem Baby mit Neurodermitis mit dem Cremen anfangen?

Für das Eincremen bei Kindern mit Neurodermitis gilt: Spätestens ab dem dritten Lebensmonat oder wenn Symptome auftreten. Wenn die Kinder bereits früher Probleme bekommen, kann man auch schon vor dem dritten Lebensmonat mit dem Eincremen beginnen. Häufig wird die Haut mit der Einführung von Beikost schlechter. Bei Kindern mit sehr empfindlicher Haut oder mit einer positiven Familien-Anamnese bezüglich Neurodermitis kann die Basispflege ebenfalls früher beginnen.

Kann man denn beim Säugling auch zu früh mit der Basispflege beginnen?

Nein, zu früh kann man mit der Basispflege nicht beginnen, denn das dient auch der Prävention. Worauf man achten sollte, ist, ein passendes Basispflegeprodukt zu verwenden. Auch eine angemessene Cremedosis ist wichtig. Viele Kinder mögen es nicht, wenn sie ständig und überreichlich mit fetthaltiger, viskoser Creme eingecremt werden. Da kann sich ein gewisser Überprotektionismus der Eltern negativ auswirken. Mein Appell an die Eltern: Sehen Sie die Basispflege als schöne, positiv besetzte Interaktion mit dem Kind und nicht als lästiges Eincremen!

Wichtige Tipps für eine angenehme Atmosphäre beim Eincremen:

  • Eine angenehme Raumtemperatur
  • Warme Hände
  • Warme Creme
  • Eine positive und entspannte Atmosphäre

Kann man denn durch frühes Eincremen der Entstehung von Neurodermitis vorbeugen?

Eine genetisch bedingte Neurodermitis wird man nicht verhindern können. Eine Studie zeigte jedoch, dass das Neurodermitis-Risiko bei positiver Familienanamnese um 20 bis 30 Prozent gesenkt werden kann, wenn Babys in den ersten Lebensmonaten eingecremt werden. Zwar konnten diese Studienergebnisse in anderen Untersuchungen nicht reproduziert werden, grundsätzlich würde ich das jedoch als guten Hinweis beurteilen, weil das Eincremen auf jeden Fall die Hautbarriere stärkt.

Ist es bei Neurodermitis sinnvoll, den Säugling vor jedem Eincremen zu baden?

Baden dient zur Entspannung des Babys, gerade wenn es unter Juckreiz leidet. Trotzdem sollte man Säuglinge auf keinen Fall täglich baden, denn das trocknet die Haut viel zu sehr aus. Es reicht, das Baby dreimal die Woche zu baden. Nicht im Schaumbad, sondern mit lauwarmem Wasser. Nach dem Baden sollte man das Baby auch nicht abrubbeln, sondern besser „abkuscheln“ oder „abtupfen“.

Was ist das Wichtigste bei der Wahl der Creme für Babys mit Neurodermitis?

Wichtig bei Neurodermitis ist, dass die Creme luftdurchlässig ist. Beim Fettgehalt der Creme, kommt es auf die individuelle Beschaffenheit der Babyhaut an. Je nach Hauttyp vertragen manche Säuglinge Cremes mit einem höheren Fettgehalt und manche tolerieren nur einen ganz geringen Fettanteil. Darauf muss man achten und die Basispflege entsprechend anpassen. Das ist ein gewisser Spagat, denn auf der anderen Seite wissen wir, dass Babyhaut zu Trockenheit neigt und deshalb braucht sie Fett. Grundsätzlich hat man die Wahl zwischen einer Creme, einem Balsam oder einer Lotion. Salben sind zu fettreich, um bei der Basispflege dauerhaft zum Einsatz zu kommen.

Was ist der Unterschied zwischen Creme, Balsam und Lotion und was heißt das bei Neurodermitis?

Creme hat den höchsten Fettgehalt, lässt sich aber nicht so gut auftragen. Balsam hat einen höheren Fettgehalt als Lotion und wird meist als sehr angenehm empfunden. Balsam lässt sich besser verstreichen als eine Creme, ähnlich gut wie eine Lotion. Die Lotion wiederum lässt sich gut auftragen, enthält aber weniger Fett. Wichtig ist, die Haut des Babys fünf Minuten nach dem Eincremen nochmals anzufassen. Nach spätestens zwei Minuten sollten keine Rückstände auf der Haut mehr fühlbar sein. Natürlich sollte man bei der Wahl der Creme für das Baby auch auf die Inhaltsstoffe achten.

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Welche Inhaltsstoffe sollten in Salben, Cremes oder Lotion zur Hautpflege bei Neurodermitis nicht enthalten sein, was ist schädlich für die empfindliche Babyhaut?

Nach Möglichkeit sollten Neurodermitis-Cremes keine Parabene, Farbstoffe oder Duftstoffe enthalten. Es gibt allerdings auch Cremes mit Duftstoffen, die allergologisch getestet sind.

Und umgekehrt: Welche Inhaltsstoffe bzw. Zusatzstoffe sollten in einer guten Neurodermitis-Creme enthalten sein? Was tut der Babyhaut gut?

In einer guten Hautcreme für Babys, sollten Stoffe enthalten sein, die der Haut helfen und sie unterstützen. Hierbei gibt es zwei wichtige Aspekte:

  • Die Hautpflege
  • Die Linderung von Juckreiz

Bei vielen Pflegeprodukten werden Inhaltsstoffe zugesetzt, die diese Kriterien erfüllen. Dazu gehören im Hinblick auf die Pflege zum Beispiel Extrakte aus Leinsamen, Edelkastanien, Olivenblattextrakt oder Sheabutter. Diese Stoffe pflegen die Haut und reparieren die geschädigte Hautbarriere. Andere Inhaltsstoffe lindern den Juckreiz, zum Beispiel Polidocanol oder Schlangenbartextrakt.

Meist macht es Sinn, Hautpflegeprodukte zu verwenden, die beide Aspekte in einer Produktserie abdecken. In der Regel haben die Hersteller ihre Produkte sinnvoll aufeinander abgestimmt. Deshalb kann man sagen: Wenn eine Creme aus einer Produktserie gut vertragen wird, ist ein anderes auf einer ähnlichen Grundlage hergestelltes Produkt meist ebenso verträglich.

Oft enthalten Cremes Mandelöl, Sesamöl oder Olivenöl, hilft das bei Neurodermitis?

Mandelöl würde ich sehr zurückhaltend beurteilen. Mandeln gehören zu den Nüssen, und Nüsse wirken häufig allergisierend. Es gibt auch richtige Mandelallergien. Das gleiche gilt auch für Sesamöl. Sesam ist ein zwar seltenes, aber ausgesprochen potentes Allergen. Olivenöl ist besser, da es längst nicht so allergisierend wirkt wie Mandelöl oder Sesamöl. Gerade bei Gneis und Milchschorf wird Olivenöl gerne genommen, um die Borken abzulösen.

Auch Nachtkerzenöl wird in Cremes öfter eingesetzt, hilft es bei Neurodermitis?

Cremes mit Nachtkerzenölen dürfen gerne verwendet werden, denn sie werden meist sehr gut vertragen und haben eine gute Wirkung. Pures Nachtkerzenöl, Hanföl oder ähnliches würde ich jedoch nicht empfehlen, denn als Bestandteil einer Creme lässt sich das viel einfacher auf die Haut auftragen als in Form von Öl.

Eltern von Babys mit Neurodermitis berichten häufig, dass die Creme plötzlich nicht mehr hilft…

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Produkte, die lange gut funktioniert haben, irgendwann nicht mehr die gewünschte Wirkung erreichen. Das ist bei vielen Patienten zu beobachten. Das Produkt sollte man dann nicht weiter oder gar häufiger verwenden. Besser ist es dann, andere Produkte auszuprobieren.

LETI bietet Proben der LETI AT4 Produkte speziell für Neurodermitis und atopische Haut an. Diese können ganz einfach hier bestellt werden.

Die Ekzeme können ja an ganz unterschiedlichen Körperstellen auftreten, was ist hier beim Eincremen zu beachten?

Ekzeme können bei Neurodermitis tatsächlich am ganzen Körper auftreten. Neurodermitis kann

  • an den Augenlidern
  • am Hals bzw. in der Halsfalte
  • im Gesicht bzw. an den Wangen
  • am Bauch
  • an der Kopfhaut auftreten.

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Welche Creme hilft, wenn das Baby Neurodermitis an den Augenlidern hat?

An den Augenlidern sollte man eine Creme mit feiner Textur verwenden, also Cremes mit wenig Fettgehalt. Die Augenhaut ist von Geburt an besonders feinporig, da braucht man auch bei der Creme eine feine Textur. Zusätzlich ist es wichtig, dass die Creme nicht in den Augen brennt. Daher sollte man an den Augenlidern spezielle Augencremes verwenden.

Welche Creme hilft, wenn das Baby Neurodermitis am Hals und in der Halsfalte hat?

Das betrifft die Babys mit viel Babyspeck. Der Hals, und gerade die Halsfalte, sind oft feucht, da sowohl beim Trinken als auch beim Aufstoßen Milch in die Halsfalte laufen kann. Gerade wenn Babys zahnen, kommt noch Speichel hinzu. Daher ist es wichtig, den Hals des Säuglings ein wenig zu überstrecken, wenn man die Haut in diesem Bereich pflegt, damit die Falten aufgehen. Zuerst ist es wichtig, die Haut an dieser Stelle mit lauwarmem Wasser und einem weichen Lappen oder Wattepatt sauberzumachen und etwaige Speichel- oder Milchreste zu entfernen. Bevor man die Hautfalte wieder schließt, unbedingt warten, bis die Haut trocken ist, denn Feuchtigkeit in der Falte begünstigt die Entstehung einer schlechten Bakterienflora auf der Haut. Anschließend kann man Zink auf die Haut bzw. in die Hautfalte auftragen. Zink trocknet die Hautfalte aus und beugt so auch Pilzinfektionen vor.

Welche Creme hilft, wenn das Baby Neurodermitis im Gesicht bzw. an den Wangen hat?

Die Wangen sind beim Säugling sehr exponiert, aber gerade dort ist eine gute Bakterienflora sehr wichtig. Die Wangen von Babys kommen mit dem Schnuller, den Händen und oft auch noch mit Kuscheltieren, die vorher auf dem Boden lagen, in Kontakt. All diese Dinge können große Mengen an Keimen enthalten. An den Wangen sind die Kinder daher besonders stark gefährdet, eine Superinfektion zu entwickeln. Der beste Schutz vor Superinfektionen ist die eigene gute Hautflora. Insbesondere im Winter sollte man daher die Wangenpartie des Kindes gut schützen.

Wie schützt man bei Kindern mit Neurodermitis die Wangen im Winter?

Sinnvoll ist es, im Winter vor dem Gang ins Freie Fettcreme auf die Wangen aufzutragen, denn das Fett wärmt. Zurück in warmen Innenräumen, kann die Creme dann wieder von den Wangen entfernt werden. Dabei ist wichtig: Die Fettcreme bitte nicht mit einem harten Waschlappen wegrubbeln, sondern vorsichtig abtupfen.

Was kann man tun, wenn das Baby Neurodermitis an der Kopfhaut hat?

An der Kopfhaut gibt es zwei unterschiedliche Phänomene, Gneis und Milchschorf, die sich deutlich voneinander unterscheiden. Gneis ist eine Überproduktion der seborrhoischen Zellen auf der Kopfhaut und auf den behaarten Kopf beschränkt. Es kommt zu keiner Entzündung der Babyhaut an den Wangen. Gneis zeigt sich in Form von grün-braunen Borken auf der Kopfhaut und tritt bei vielen Kindern auf. Zur Behandlung gibt es spezielle Shampoos und Cremes mit Salicylaten. Damit kann man die Borken aufweichen und entfernen. Man kann Gneis auch vorsichtig mit Olivenöl behandeln. Bei der Anwendung Salicylat-haltiger Produkte ist es aber wichtig, dass man sie nicht zu lange einwirken lässt und dass man den Kopf zeitnah gut auswäscht. Dabei sollte man die Kopfhaut nicht zu sehr reizen und stimulieren, da das die vermehrte Talgproduktion weiter anregt.

Im Unterschied zum Gneis, der nichts mit Neurodermitis zu tun hat, ist der Milchschorf Teil des atopischen Formenkreises. Auch ist der Milchschorf nicht auf die behaarte Kopfhaut beschränkt, sondern geht ins Gesicht über. Zur Behandlung des Milchschorfs sind Salicylate zu aggressiv. Daher sollte man auf ein spezielles Milchschorf-Shampoo zurückgreifen. Wichtig ist auch hier wieder: Nicht zu sehr rubbeln und anschließend gut mit Wasser abspülen.

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Manche Eltern berichten, dass sich die Neurodermitis-Symptome des Babys in der kalten Jahreszeit verschlimmern

Bei 95 Prozent der Babys verschlimmern sich die Neurodermitis-Symptome im Winter. Das kommt durch trockene Heizungsluft, wärmere Kleidung und auch durch die Milbenbelastung in der Wohnung. Diese ist im Winter höher und kann zu stärkeren Neurodermitis-Symptomen führen.

Dann können Hausstaubsanierungsmaßnahmen helfen, zum Beispiel:

  • Encasings
  • Tägliches Stoßlüften
  • Verzicht auf Teppiche, Polstermöbel, Plüschvorhänge und ähnliches

Was ist bei Kindern mit Neurodermitis in Bezug auf Sonnencreme zu beachten?

Gereizte Haut ist sehr sonnenempfindlich. Daher ist Sonnencreme bei Babys mit Neurodermitis sehr wichtig. Grundsätzlich ist der beste Sonnenschutz der textile Sonnenschutz. Jeder Lichtschutzfaktor, ob mineralisch oder chemisch, kann bei neurodermitischer Haut zusätzlich zu Reizungen führen. Bei der Wahl der Sonnencreme sollte man sich an den bisherigen Erfahrungen orientieren. Wenn das Baby ein Produkt gut verträgt, kann man das gleiche Produkt plus Lichtschutzfaktor desselben Herstellers verwenden. Wenn die Haut dann reagiert, kann es nur am Lichtschutzfaktor liegen, nicht aber an der Grundsubstanz. Dann ist wieder der textile Lichtschutz die beste Alternative, vorausgesetzt, man benutzt das richtige Waschmittel. Ein nacktes Baby gehört nicht an den Strand!

Sie erwähnten die Waschmittel. Was ist bei Neurodermitis beim Waschen der Babywäsche zu beachten?

Auch die Wäsche kommt direkt mit der Haut des Säuglings in Kontakt. Deshalb sollten auch alle Waschmittel und Weichspüler frei von Duftstoffen sein, wenn das Kind Neurodermitis hat. Wenn die Haut nicht gereizt ist, kann man jedoch Produkte verwenden, die allergologisch getestete Duftstoffe enthalten. Bei gereizter Haut empfehle ich jedoch auf Produkte zurückzugreifen, die frei von Duftstoffen sind.

Für Textilien gilt bei Babys mit Neurodermitis: Bitte keine Wolle, sondern lieber andere Naturstoffe wie Baumwolle oder Seide! Weiche Kleidung, weiche Textilien, die gut waschbar sind. Und: Das nackte Baby mit Neurodermitis aufs Schaffell zu legen ist keine gute Idee, denn ein Schaffell ist schwierig zu säubern.

Schlimmer als die Ekzeme ist für viele Babys mit Neurodermitis oft der Juckreiz. Was kann man da tun?

Der Juckreiz ist für Babys mit Neurodermitis tatsächlich oft das schlimmste Symptom. Besonders nachts ist Juckreiz für die Kinder sehr störend. Das führt zu schlechtem Nachtschlaf, der für Babys sehr wichtig ist. Ein guter Nachtschlaf ist daher unser oberstes Therapieziel, auch bei Asthma und anderen Allergien.

Die wichtigsten Maßnahmen gegen Juckreiz bei Babys mit Neurodermitis sind:

  • Cremen
  • Entspannung

In Hautpflegecremes ist häufig der gegen Juckreiz lange bewährte Wirkstoff Polidocanol enthalten. Weitere Zusatzstoffe in Cremes, die helfen können, sind zum Beispiel Vitamin C oder Vitamin E oder der von den größeren Kindern wegen des Namens sehr geliebte Schlangenbart. Das muss man einfach ausprobieren und sehen, was dem Kind guttut.

Juckreiz am Tage kann durch Aufregung, Temperaturschwankungen oder Kontakt zu weiteren Triggerfaktoren ausgelöst oder verstärkt werden. Man kann versuchen, die Fokussierung auf den Juckreiz zu lösen, indem man das Kind ablenkt. Dabei hilft es zum Beispiel, eine Geschichte zu erzählen, gemeinsam Musik zu hören oder auch mal einen Videoclip anzuschauen.

Wenn das Kind weiter unter dem Juckreiz leidet, kann man Medikamente gegen den Juckreiz geben. Der klassische Wirkstoff Cetirizin bietet hierfür eine gute Kombination aus Sedierung, das heißt Beruhigung, und Juckreizmilderung. Cetirizin gibt es als wohlschmeckenden Saft oder in Tablettenform.

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Was hilft noch bei Neurodermitis? Gibt es auch Hausmittel, die einem Baby mit Neurodermitis helfen können?

Das beste „Hausmittel“ bei Babys mit Neurodermitis sind die Eltern. Neurodermitis geht nicht einfach weg und man muss sich damit auseinandersetzen. Je besser und entspannter eine Mutter, ein Vater damit umgehen kann, desto entspannter und besser geht auch ein Kind mit Neurodermitis um. Dem Kind muss versichert werden, dass die Neurodermitis in Ordnung ist und dass man sie so gut wie möglich therapiert, zum Beispiel auch mit cortisonhaltigen Cremes. Gelassen mit der Erkrankung umzugehen, ist sehr wichtig für das Kind, auch wenn es zeitweise schwierig ist, mit Juckreiz und eingerissenen Hautfalten umzugehen.

Apropos cortisonhaltige Creme, viele Eltern von Kindern mit Neurodermitis wenden sie nicht so gerne an, weil sie die Nebenwirkungen fürchten. Ist diese Angst berechtigt?

Alle Kinder, bei denen kein Steroid eingesetzt wird, obwohl sie es brauchen, tun mir entsetzlich leid. Cortison ist ein potentes Mittel gegen die Neurodermitis-Symptome und die Cortisone unterscheiden sich bezüglich ihrer Stärke, Konzentration und Hautverträglichkeit deutlich voneinander. Deshalb sollte man den Einsatz guter, moderner Steroide mit dem Kinderarzt oder dem Hautarzt abklären und sie zielgerichtet einsetzen.

Wann sollte bei Neurodermitis Cortisoncreme zum Einsatz kommen?

Sobald Neurodermitis-Symptome an der Haut auftreten, sollte zunächst ein bekanntes, bewährtes, meist schwaches Steroid an der betreffenden Stelle verwendet werden. Nicht nur einmal, sondern über mehrere Tage und in abnehmender Dosierung, das heißt bei deutlicher Besserung zum Schluss noch zweimal jeden zweiten Tag. Man nennt das „ausschleichend“. Stellen, die besonders häufig in Erscheinung treten, kann man proaktiv, zweimal pro Woche dünn eincremen. Untersuchungen haben gezeigt, dass es an der neurodermitischen Haut auch dann zu Veränderungen kommt, wenn kein Juckreiz und keine Erytheme mehr bestehen. Durch niedrig dosiertes Hydrocortison kann man den nächsten Neurodermitis-Schub hinauszögern und es besteht kein großes Risiko für Hautatrophien. Viele Menschen haben mehr Angst vor den Cortison-Nebenwirkungen als vor der Erkrankung selbst. Wenn man die Neurodermitis aus lauter Angst vor Cortison unbehandelt lässt, kommt es zu einer dauerhaften, unumkehrbaren Vergröberung des Hautreliefs.

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Und wenn das nicht hilft?

Befindet sich das Ekzem im Gesicht, können unter Umständen auch Calcineurininhibitoren zum Einsatz kommen. Weiter kann man, bei leichten Ekzemen, Umschläge mit schwarzem Tee ausprobieren. Wenn die Haut noch intensiver befeuchtet werden soll, kann ein Okklusionsverband helfen.

Bei schwerer Neurodermitis leiden die betroffenen Kinder und Erwachsenen sehr. Da machen pflegerische Maßnahmen und Schulungen Sinn, bei denen die Betroffenen lernen, wie man einen Schlauchverband macht. Dann gibt es Cremes, die gezielt die Filaggrin Synthese, die bei Neurodermitis gestört ist, unterstützen. Das hilft dabei, die Hautbarriere wieder herzustellen und erhöht den Schutz vor der Entwicklung weiterer Allergien. Patienten, die trotz Cortison und Calcineurininhibitoren stark unter den Ekzemen leiden, und deren Erkrankung zu gestörtem Nachtschlaf und Nachtschmerz führt, können von Biologika profitieren. Biologika sind jedoch für Kinder mit Neurodermitis erst ab sechs Jahren zugelassen und können starke Neurodermitis und atopische Dermatitis entscheidend bessern. Für Babys mit Neurodermitis kommen Biologika als Therapieoption nicht in Betracht.

Frau Dr. Mandelbaum, vielen Dank für das Interview.

Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.