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Veggie Burger Fleischersatzprodukte gesund oder nicht

Dr. med. Matthias Riedl über das Thema: “Veggie Burger - Fleischersatzprodukte: Gesund oder nicht?“

Veggie Burger - Fleischersatzprodukte: Gesund oder nicht?

Fleischersatzprodukte passen in die Zeit. Ein hoher Fleischkonsum gilt als ungesund und die Fleischproduktion als klimaschädlich. Im Gegensatz dazu werden Produkte auf Pflanzenbasis als gesund bewertet und als deutlich weniger schädlich für die Umwelt. Dementsprechend „gehyped“ sind Fleischersatzprodukte – das zeigt auch der Erfolg der entsprechenden Hersteller an den Börsen. Ist es also sinnvoll, auf fleischlose Fleischprodukte „umzuschwenken“? MeinAllergiePortal sprach mit „Ernährungsdoc“ Dr. med. Matthias Riedl, Diabetologe, Ernährungsmediziner, Internist und ärztlicher Leiter – Geschäftsführer am medicum Hamburg über das Thema: “Veggie Burger - Fleischersatzprodukte: Gesund oder nicht?“.

Herr Dr. Riedl, Fleischersatzprodukte erleben gerade einen immensen Hype und gelten als gesund, können Sie das bestätigen?

Fleischersatzprodukte sind in der Tat zurzeit ein großes Thema und Umfragen zeigen, dass vegetarisch-vegane Produkte immer beliebter werden, auch unter Flexitariern. Positiv sind die damit einhergehende Reduktion des Fleisch- und Wurstkonsums und die somit geringe Aufnahme von gesättigten Fettsäuren, Cholesterin und krebserregenden Stoffen. Gegen den gelegentlichen Verzehr von Fleischersatzprodukten oder Veggie Burgern spricht nichts, aber für den täglichen Verzehr sind „Veggie-Burger“ genauso wenig empfehlenswert wie ein „normaler“ Burger!

Warum ist der tägliche Verzehr von Veggie Burgern bzw. Fleischersatzprodukten nicht empfehlenswert?

Man muss sich bewusst machen, dass es sich bei Fleischersatzprodukten nicht um naturbelassene Nahrungsmittel handelt, sondern um industriell hochverarbeitete Lebensmittel. Empfehlenswerter als Fleischersatzprodukte sind selbstgemachte Burgerbratlinge z.B. aus roten Linsen, Kidneybohnen, Tofu oder Tempeh.

 

Woraus bestehen Veggie Burger bzw. Fleischersatzprodukte?

Veggie Burger, das heißt pflanzliche Burger, bestehen hauptsächlich aus den Proteinen von Erbsen, Soja oder Weizen. Erbsen sind grundsätzlich eine gute Eiweißquelle, aber Sojaprotein ist körpereigenem Eiweiß ähnlicher und somit ernährungsphysiologisch sinnvoller. Der tägliche Bedarf an essenziellen Aminosäuren lässt sich darüber leichter decken. Weizeneiweiß (Gluten) hingegen enthält deutlich weniger essenzielle Aminosäuren, ist also eine schlechtere Eiweißquelle.

Die meisten Fleischersatzprodukte enthalten aber auch jede Menge Zusatzstoffe und sind häufig auch kalorienreich.

Welche Zusatzstoffe findet man in Fleischersatzprodukten, wie zum Beispiel Veggie Burgern?

In vielen Fleischersatzprodukten findet man Zusatzstoffe wie Carrageen und Gummi arabicum - das sind Stabilisatoren, Maltodextrin, das heißt Zucker, Hefeextrakt, ein Geschmacksverstärker, und Aromen, wie zum Beispiel künstliches Raucharoma. Auch Öle, die nur wenige ungesättigte Fettsäuren enthalten, werden häufig verwendet, dazu gehören zum Beispiel Kokosnussöl oder Sonnenblumenöl. Darüber hinaus haben Veggie Burger teilweise einen sehr hohen Fettgehalt und auch einen sehr hohen Salzgehalt.

Zudem muss man bedenken, dass rein pflanzliche Lebensmittel nicht die gleichen Vitamine enthalten wie tierische Vergleichsprodukte. Bei einer streng durchgeführten vegetarischen Ernährung kann es daher zur Mangelversorgung von zum Beispiel Vitamin B12 kommen. Daher ist die Ernährungsumstellung in Begleitung einer Ernährungsfachkraft empfehlenswert.

Ein zusätzliches Problem bei hoch-prozessierten Nahrungsmitteln ist, dass sie oft mit Mineralölen und Weichmachern belastet sind. Ökotest und Stiftung Warentest haben in der überwiegenden Anzahl der getesteten Fleischersatzprodukte Mineralöle gefunden, die durch die maschinelle Verarbeitung in die Fleischersatzprodukte gelangen. Anscheinend sind diese Verunreinigungen auch nicht zu verhindern.

Warum sind die in Fleischersatzprodukten enthaltenen Öle wie Kokosnussöl und Sonnenblumenöl ein negativer Faktor?

Für gesunde Menschen sind diese Öle durchaus brauchbar. Für Menschen, die unter einer entzündlichen Grunderkrankung wie Rheuma, Gicht oder Neurodermitis leiden, sind diese Öle, bzw. Produkte, die diese Öle enthalten, jedoch nicht empfehlenswert, weil sie die Entzündung befeuern. Das gilt auch für stark übergewichtige Menschen, dann bei ihnen hat man eine Störung im Bereich der Entzündungsregulation festgestellt. Angesichts der Tatsache, dass in Deutschland etwa 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung übergewichtig sind, sind Produkte, die Öle wie Kokosöl und Sonnenblumenöl enthalten, nicht die beste Wahl.

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Und warum sind die Zusatzstoffe in „pflanzlichen Fleischprodukten“ grundsätzlich ein Problem?

Je mehr Zutaten und Zusatzstoffe, wie Geschmacksverstärker, Farb- und Aromastoffe oder Konservierungsstoffe in einem Lebensmittel enthalten sind, desto geringer wird dessen gesundheitlicher Mehrwert. Bei der aus ernährungsphysiologischer Sicht empfehlenswerten Vollwert-Ernährung ist eine starke Verarbeitung der Grundnahrungsmittel unerwünscht, da diese fast immer mit erheblichen Nährstoffverlusten verbunden ist.

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