Weizenallergie

 

Weizenallergie - was ist das?

Bei der Weizen Allergie handelt es sich um eine echte allergische Erkrankung. Die allergische Reaktion wird dabei durch die Nahrungsaufnahme ausgelöst, nicht durch das Einatmen von Weizenpollen, d.h. es handelt sich nicht um eine Pollenallergie.

Die Weizen Allergie macht sich in der Regel schon im Säuglingsalter bemerkbar. Bei Erwachsenen ist die Weizen Allergie eher selten. Während sich die Weizen Allergie bei Kindern oft wieder verlieren kann, ist dies bei Erwachsenen aber eher nicht der Fall. Bei der Weizen Allergie lassen sich Antigene im Blut nachweisen.

Allergie-Wiki: Weizen Allergie

Gibt es verschiedene „Arten“ der Weizen-Allergie?

Die Weizenallergie ist eine Nahrungsmittelallergie, und gehört zu den häufigen Nahrungsmittelallergien bei Kindern. Allerdings kann eine Weizen-Allergie auch im Erwachsenenalter auftreten, erklärt Dipl. Oecotroph. Stefanie Brunstering:

„Bei der Weizenallergie im Erwachsenenalter handelt es sich meist um Kreuzreaktionen bei bestehender Pollenallergie. Es gibt jedoch auch die weizenabhängige anstrengungsinduzierte Anaphylaxie, die sogenannte WDEIA, die fast ausschließlich bei Erwachsenen auftritt und bei der der Verzehr von Weizen in Kombination mit bestimmten Triggerfaktoren zu anaphylaktischen Reaktionen führen kann.“

Allergie gegen Weizen & Co. bei Erwachsenen

Was ist eine WDEIA?

WDEIA steht für „wheat dependent excercise induced anaphylaxis“ und bezeichnet eine weizenabhängige, anstrengungsinduzierte Anaphylaxie. Diese Sonderform der Weizen Allergie ist eine Allergie, die typischerweise bei Erwachsenen auftritt, während die normale Weizen Allergie im Vergleich zu Kindern bei Erwachsenen eher selten ist. Oft handelt es sich bei den Betroffenen um Menschen, die sehr viel Sport treiben.

Wiki WDEIA

Weizenallergie und Glutenunverträglichkeit – was ist der Unterschied?

Wenn von einer Weizenallergie gesprochen wird, denken viele Menschen an eine Unverträglichkeit von Gluten, wie dies zum Beispiel bei einer Zöliakie der Fall ist. Es handelt sich hierbei jedoch um zwei völlig verschiedene Erkrankungen.

Daneben gibt es noch die NCGS, die „Nicht-Zöliakie-Gluten/Weizen-Sensitivität“. Davon geht man dann aus, wenn bei den Betroffenen weder eine echte Weizenallergie noch eine Zöliakie nachweisbar sind. Diese Erkrankung wird auch als Glutenunverträglichkeit, Glutensensitivität, Weizenunverträglichkeit oder Weizensensitivität bezeichnet und gehört zu den Ausschlussdiagnosen. Das bedeutet, es gibt bislang keinen Test, der die Erkrankung hieb- und stichfest nachweisen kann. NCGS wird deshalb auch unter Experten kontrovers diskutiert. Dr. Imke Reese sagt hierzu:

„NCGS ist eine Erkrankung, die zurzeit nur durch eine Ausschlussdiagnose diagnostizierbar ist. Allerdings wird NCGS als Erkrankung von der Ernährungsindustrie stark vorangetrieben. Durch Pressemitteilungen oder in Newslettern wird immer wieder darauf hingewiesen, dass Gluten für viele Menschen schädlich sei. Die Studienlage hierzu ist allerdings so wenig aussagekräftig, dass wir durch unsere Stellungnahme versuchen wollen, dieses Bild gerade zu rücken. Für gesunde Menschen ist es kein Vorteil, sich glutenfrei zu ernähren, sondern kann eher Nachteile mit sich bringen. Für Zöliakie-Betroffene besteht allerdings die Notwendigkeit einer glutenfreien Ernährung. Dazu gehört auch eine gute ernährungstherapeutische Betreuung, damit es nicht zu Folgeerkrankungen kommt.“

Positionspapier NCGS: Kann eine vorschnelle Diagnose schaden?

Die Mechanismen der Weizensensitivität bzw. der Glutensensitivität sind nicht bekannt. Man vermutet, dass es sich bei der Weizensensitivität nicht um eine einzelne Erkrankung handelt, sondern dass eine Vielzahl von Sensitivitäten dahinter stecken könnte. Eine davon ist die Glutensensitivität, die vermutlich nur eine Subgruppe der Weizensensitivität ist.

Allergie-Wiki: Weizensensitivität - Glutensensitivität

Was sind die Ursachen einer Weizenallergie?

Bei der Weizen-Allergie handelt es sich um eine allergische Nahrungsmittelunverträglichkeit, also eine Nahrungsmittelallergie.

Zu den allergischen Nahrungsmittelunverträglichkeiten zählen solche, bei denen das Immunsystem beteiligt ist. Die Mehrzahl der Nahrungsmittelallergien wird durch Immunglobuline E Antikörper verursacht. Immunglobuline E (IgE) sind Antikörper, die sich spezifisch gegen ein bestimmtes Allergen, wie beispielsweise Weizen, richten. Bei Allergikern kommt es nach Kontakt mit Allergenen zu einer gesteigerten Produktion im Sinne einer Überreaktion des Immunsystems. Die Reaktion zeigt sich meist unmittelbar nach Kontakt mit dem Allergen, manchmal auch bis zu zwei Stunden danach.

Allergie-Wiki: Nahrungsmittelallergien (allergische Nahrungsmittelunverträglichkeiten)

WDEIA – wodurch wird sie ausgelöst?

Die wheat-dependent excersice-induced anaphylaxis, kurz WDEIA, ist eine Sonderform der Weizenallergie.

Bei der WDEIA vertragen die Betroffenen Weizen und Weizenprodukte unter normalen Umständen relativ problemlos. Wenn es aber im Zusammenhang mit, bzw. nach dem Weizenverzehr zu einer körperlichen Anstrengung kommt, kann es zu einer schweren allergischen Reaktion, bis zu einem Anaphylaktischen Schock kommen. Ähnliche Reaktionen können durch die Kombination mit Medikamenten (ASS) oder Alkohol ausgelöst werden. Das hierfür meist verantwortliche Allergen, ist das Omega-5-Gliadin, ein Bestandteil des Glutens.

Allergie-Wiki: WDEIA

Prof. Kirsten Beyer formuliert es so:

„Bei der WDEIA kennt man die Triggerfaktoren. Zu diesen gehört, wie am Namen der Erkrankung ja bereits erkennbar, die körperliche Anstrengung in Verbindung mit der Nahrungsaufnahme von Weizen. Es gibt aber auch Formen der WDEIA, bei der die Einnahme bestimmter Medikamente die anaphylaktische Reaktion auslöst, z.B. Schmerzmittel oder antientzündliche Medikamente. Ein weiterer wichtiger Triggerfaktor bei der WDEIA ist Alkohol, aber auch ein schlechter Allgemeinzustand wie bei Stress oder Infektionskrankheiten kann zu anaphylaktischen Schockreaktionen führen. Bei Frauen können sogar hormonelle Schwankungen eine Rolle spielen.

Eine Besonderheit bei der WDEIA ist, dass der Grad der Verarbeitung des Getreides relevant ist. Man hat festgestellt dass die Reaktionen beim Verzehr stark ausgemahlener Mehle schwerer ausfallen können als bei Vollkornmehlen. Außerdem kann es bei der WDEIA auch beim Verzehr von Gerste oder Roggen zu anaphylaktischen Schockreaktionen kommen.“

Allergie gegen Weizen & Co. bei Erwachsenen

Wie sehen die Symptome bei der Weizenallergie aus?

Die Weizenallergie ist eine allergische Nahrungsmittelunverträglichkeit, die sich schon früh bemerkbar macht und bereits nach der ersten weizenhaltigen Mahlzeit Symptome verursacht.

Die Symptome einer Weizenallergie können zwar unterschiedlich sein, klassischerweise ist es aber eine Soforttypreaktion. Die Kinder leiden dann innerhalb kürzester Zeit nach der Nahrungsaufnahme an allergischen Reaktionen wie Nesselsucht, Atemwegsproblemen und Erbrechen. Zusätzlich kann die Weizenallergie eine Ekzemverschlechterung bei Neurodermitis hervorrufen. Prof. Kirsten Beyer erklärt:

„Bei der Soforttypreaktion zeigen sich die Symptome der Weizenallergie in einem Zeitraum zwischen innerhalb weniger Minuten bis zu zwei Stunden nach der Aufnahme des Nahrungsmittels – deshalb auch die Bezeichnung „Soforttypreaktion“.

Bei der Ekzemverschlechterung durch Weizenallergie kann die allergische Reaktion auch verzögert auftreten – auch am Tag nach der Weizenaufnahme kann es noch zu Reaktionen kommen. Essen die Kinder immer wieder Weizen, kann es zu einer chronischen Symptomatik kommen. Es wird dann sehr schwierig die Ekzemschübe mit einer bestimmten Mahlzeit in Verbindung zu bringen.

Das bedeutet nicht, dass die Neurodermitis durch den Weizenverzehr hervorgerufen wird. Neurodermitis ist eine eigenständige Erkrankung! Es gibt jedoch mögliche Triggerfaktoren, die die Neurodermitis verstärken können und einer davon kann der Weizen sein.“

Weizenallergie beim Kind: Symptome, Komorbiditäten und Diagnostik!

Weizenallergie – wie sehen die Symptome bei der Spätreaktion aus?

Klassischerweise tritt die Weizenallergie als Soforttypreaktion, also innerhalb der ersten zwei Stunden nach dem Verzehr von Weizen auf. Treten Symptome erst nach 24 bis 48 Stunden auf, spricht man von einer Spätreaktion.

Mögliche Symptome bei der Spätreaktion betreffen oft den Magen-Darm Bereich und können sich wie folgt äußern:

  • Blähungen
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Völlegefühl
  • Sodrennen
  • Aufstoßen
  • Abgeschlagenheit

Allergie-Wiki: Weizen Allergie

WDEIA – welche Symptome können auftreten?

Die wheat dependent excersice induced anaphylaxie, kurz WDEIA, ist eine Sonderform der Weizenallergie. Hierbei kann es zu schweren allergischen Reaktionen kommen, wenn Betroffene unmittelbar vor oder nach dem Verzehr von Weizen, körperliche anstrengende Aktivitäten unternehmen. Privatdozentin Dr. med. Silke Hofmann:

„Die Symptome der WDEIA sind die Symptome einer Anaphylaktischen Reaktion, die im Schweregrad variabel sein kann. Leichtere Anaphylaktische Reaktionen können nur mit Hautreaktionen oder Schleimhautreaktionen einhergehen, d.h. mit dem Auftreten von Quaddeln oder Nesselsucht (Urtikaria), Gesichtsschwellungen (Angioödemen) oder auch Juckreiz. Die Patienten berichten bei einer WDEIA auch über ein Hitzegefühl oder über eine Flush-Symptomatik ("rot anlaufen").

Bei etwas schwereren Anaphylaktischen Reaktionen kommen dann auch Symptome in Bezug auf andere Organsysteme hinzu. Im Bereich der Atemwege kann dies ein Asthmaanfall oder Atemnot sein. In Bezug auf das Herz-Kreislauf-System kann sich eine WDEIA durch Herzrasen, Schwindel, Blutdruckabfall bis hin zum Allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit äußern. Auch der Magen-Darm-Trakt kann betroffen sein, so dass es zu Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit, Erbrechen oder sogar Durchfällen kommen kann. Die Mehrzahl der Patienten hat allerdings nicht diese schweren Symptome. Häufiger kommt es bei der WDEIA zu leichteren Symptomen wie einem akuten Nesselfieber oder Herzrasen und Schwindel.“

WDEIA: An welchen Symptomen erkennt man sie? Wie sehen Diagnose und Therapie aus?

Wie wird eine Weizenallergie diagnostiziert?

Die Weizenallergie gehört zu den häufigen Nahrungsmittelallergien und zeigt sich bereits beim erstmaligen Verzehr weizenhaltiger Nahrungsmittel. Daher sollten Eltern, deren Kinder typische Symptome zeigen, nachdem sie Lebensmittel mit Weizen zu sich genommen haben, einen Arzt aufsuchen, so Prof. Kirsten Beyer:

„Der Arzt würde zum einen untersuchen, ob sich im Serum des Kindes IgE-Antikörper gegen Weizen finden. Alternativ kann auch ein Prick-Test an der Haut durchgeführt werden, um eine Weizenallergie nachzuweisen. Beide Testverfahren beweisen jedoch noch nicht das Vorliegen einer Weizenallergie. Häufig ist eine orale Nahrungsmittelprovokation mit Weizen, die in der Klinik stattfindet, notwendig.“

Zur oralen Nahrungsmittelprovokation ergänzt Prof. Kirsten Beyer:

„Handelt es sich um eine Soforttypreaktion auf den nachweislich ersten weizenhaltigen Brei und man findet IgE-Antikörper (Allergie-Antikörper) auf Weizen im Serum, ist die Diagnose Weizenallergie sehr wahrscheinlich. Eine Provokation mit Weizen wäre dann nicht zwingend nötig.

Findet man bei einem Kind mit Neurodermitis IgE-Antikörper auf Weizen, würde man in der Regel eine orale Nahrungsmittelprovokation durchführen. So geht man sicher, dass der Weizen wirklich ein Auslöser für eine Ekzemverschlechterung ist. Bevor man eine orale Nahrungsmittelprovokation durchführt, würde man in der Regel immer zuerst einen Haut- oder Bluttest durchführen."

Weizenallergie beim Kind: Symptome, Komorbiditäten und Diagnostik!

Wie wird die Weizenallergie behandelt?

Bei der Weizenallergie handelt es sich um eine allergische Nahrungsmittelunverträglichkeit. Wie bei allen Nahrungsmittelallergien ist es auch bei der Weizenallergie wichtig, das symptomauslösende Allergen, also den Weizen, aus dem Speiseplan zu streichen. Prof. Kirsten Beyer:

„Zunächst ist es bei Weizenallergie wichtig, den Weizen zu meiden. Einige Kinder vertragen andere Getreidearten, wie z.B. Roggen.

Dinkel wird bei einer echten Weizenallergie in der Regel nicht vertragen, denn Dinkel ist die Urform des Weizens und es besteht eine große Kreuzreaktivität mit Weizen.

Berichten die Eltern, dass das Kind Dinkel gut verträgt, ist dies meist ein Hinweis darauf, dass keine Weizenallergie vorliegt.

Bei manchen Kindern mit Weizenallergie sind komplett alle glutenhaltigen Getreidesorten nicht verträglich. Alternativen sind Buchweizen, Johannisbrotmehl oder Hirse.“

Zu weiteren möglichen Therapieoptionen, wie der oralen Immuntherapie, fügt Prof. Kirsten Beyer an:

„In Studien gibt es Ansätze, bei Patienten mit Nahrungsmittelallergien vom Soforttyp eine Allergentoleranz über die orale Immuntherapie zu erreichen. Das bedeutet, man hyposensibilisiert die Patienten gegen das Allergen. Das hierbei am meisten erforschte Nahrungsmittelallergen ist das Erdnussallergen – hier gibt es deutlich mehr Studien als zur Weizenallergie. Die Erdnuss-Studien haben gezeigt, dass die Hyposensibilisierung im Prinzip funktioniert, aber es gibt noch sehr viele Nebenwirkungen. Momentan empfiehlt man deshalb auch bei einer Erdnussallergie die orale Immuntherapie noch nicht im Praxisalltag. Zur oralen Immuntherapie gegen Weizen sind die Studien noch nicht abgeschlossen. Mit ersten Ergebnissen rechnet man in ca. einem Jahr.“

Weizenallergie beim Kind: Symptome, Komorbiditäten und Diagnostik!

Weizenallergie beim Kind – wie bereite ich mein Kind auf die Kita vor?

Die Weizenallergie gehört zu den häufigen Nahrungsmittelallergien bei Kindern und macht sich schon nach dem erstmaligen Verzehr von Weizen bemerkbar. Solange das Kind noch zuhause bleibt, können die Eltern sehr gut drauf achten, dass das Kind keine weizenhaltigen Lebensmittel isst. Doch was ist, wenn das Kind in die Kita kommt?

Diplom-Ökotrophologin Claudia Thienel:

„Eltern können viel zu einem möglichst normalen Kitabesuch ihres weizenallergischen Kindes beitragen. Die erste Maßnahme wäre, die Erzieher mit allen nötigen Informationen zu versorgen. Außerdem sollten sie einen Elternabend der Kita dazu nutzen, die anderen Eltern über die Weizenallergie ihres Kindes und eine mögliche Anaphylaxie zu informieren.

Ganz wichtig ist es, die Erzieher in den Umgang mit dem Notfall-Set und den Adrenalin-Autoinjektor einzuweisen. Im Notfall sollten sie wissen, wie man damit umzugehen hat. Das Ablaufdatum der einzelnen Bestandteile des Notfall-Sets sollten Eltern anaphylaktischer Kinder immer im Auge behalten und diese, wenn nötig, erneuern.

Das Kind selbst sollte natürliche auch im nötigen Umfang über die Gefahren in der Kita Bescheid wissen, natürlich ohne das Kind zu sehr zu verängstigen.

Praktische Maßnahmen wären, dem Kind jeden Tag ein weizenfreies Frühstück und weizenfreie Snacks mitzugeben, eventuell auch ein verträgliches Mittagessen. Für besondere Anlässe ist es sinnvoll, der Kita Lebensmittel zur Verfügung zu stellen, die keinen Weizen enthalten und die dem Kind gefahrlos gegeben werden können, z.B. Kekse, Muffins, Brot, Knäckebrot oder Knabbereien ohne Weizen.“

Weizenallergie beim Kind? Tipps & Tricks für Kita und Schule!