orale Provokation Nahrungsmittelallergie

Luzie Kremer, Ökotrophologin (B. Sc.) in der Praxis für Ernährungstherapie in Aachen zur Durchführung und Aussagekraft einer oralen Provokation bei Verdacht auf Nahrungsmittelallergie!gt.

Orale Provokation: Wie wird sie durchgeführt? Was sagt sie aus?

Welche Rolle spielt die Zubereitungsform des Nahrungsmittels bei der oralen Procokation?

Das Allergen kann entweder in roher oder stark erhitzter Form verabreicht werden. Je nach Anamnese des Patienten wird hierüber individuell entschieden. Es gibt seltenere Formen der Nahrungsmittelallergie, bei der vom normalen Schema der Durchführung der Provokation abgewichen werden muss, wie beispielsweise FPIES (food protein induced enterocolitis syndrome). Hier werden weniger Titrationsstufen in größeren Zeitabständen gewählt. Ferner gibt es Formen der Nahrungsmittelallergie, wo das Nahrungsmittel in Kombination von Augmentationsfaktoren wie z.B. Stress, Alkohol, Infekten oder körperlicher Anstrengung eine Reaktion auslösen kann, z.B. WDEIA (wheat dependent exercise induced anaphylaxis).

Unabdingbar ist also zur Entscheidung der Durchführung einer oralen Provokation die enge Zusammenarbeit zwischen Allergologen, Ernährungstherapeuten, Eltern und Kind. Die Ernährungstherapeuten haben ebenfalls die Aufgabe in einem ausführlichen Vorgespräch zur Provokation mit den Eltern die Geschmacksvorlieben des Kindes zur Zubereitung des zu provozierenden Nahrungsmittels herauszufinden, damit das Kind die Portionen in der Klinik leichter zu sich nimmt.

Die orale Provokation ist mit einem gewissen Aufwand verbunden, welche Vorteile bringt sie dem Kind?

Die orale Provokation bedeutet für das Kind, dass es möglicherweise eine langjährige Meidung verschiedener Nahrungsmittel in der Ernährung beenden kann und die Nährstoffversorgung nicht mehr problematisch ist. Für die gesamte Familie bedeutet das einen deutlichen Zugewinn an Lebensqualität.

 

Gibt es im Zusammenhang mit der oralen Porvokation Faktoren, die man beachten sollte?

Entscheidend ist im Vorfeld die gute Betreuung und Zusammenarbeit der Allergologen und Ernährungstherapeuten. Die Durchführung der oralen Provokation muss individuell in allen Einzelheiten geplant, sowie die Fragen der Eltern oder des Kindes geklärt werden.

In der Klinik ist die Teamarbeit sowohl zwischen dem zuständigen Arzt Ärztin, der Ernährungstherapeutin, dem Pflegepersonal als auch dem Personal in der Küche, das für die Verpflegung des Nahrungsmittelallergikers zuständig ist, bedeutsam, um den Patienten die bestmögliche Versorgung und Sicherheit zu gewährleisten.

Es gibt Kinder mit multiplen Nahrungsmitteleinschränkungen in ihrem Speiseplan, sodass das Küchenpersonal ganz besondere Anweisungen für die Verpflegung benötigt. Möglicherweise müssen die Eltern verträgliche Nahrungsmittel für das Kind von zu Hause mitbringen.

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