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Allergie Lebensmittel Beruf

Prof. Monika Raulf zum Thema Lebensmittelallergie: Liegt es am Beruf?

Allergie auf Lebensmittel: Liegt es am Beruf?

Wie sieht die Therapie bei einer beruflich bedingten Allergie auf Lebensmittel aus?

Die wichtigste und in den meisten Fällen die einzig verfügbare Maßnahme ist die Vermeidung des Allergenkontakts, also Allergenkarenz. Theoretisch wäre auch die Immuntherapie eine Option, allerdings stehen für die meisten beruflichen Allergene keine Allergenextrakte zur Verfügung.

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Ist es möglich, eine berufsbedingte Allergie auf Lebensmittel zu verhindern, wenn man in der Lebensmittelindustrie arbeitet und eventuell sogar zur Risikogruppe gehört?

Bei der Prävention sollte man die Rangfolge der Maßnahmen generell nach dem im Arbeitsschutz etablierten STOP-Prinzip wählen. Das bedeutet: Substitution vor technischen, organisatorischen und persönlichen Schutzmaßnahmen. Es geht ja darum, die Exposition gegenüber dem allergisierenden Stoff bis auf das zu erreichende Minimum zu reduzieren. Dazu sollen alle geeigneten Maßnahmen, auch in Kombination, ausgeschöpft werden. Zur Expositionsreduktion können Veränderungen der Arbeitsprozesse oder das Erlernen von expositionsminderndem Verhalten am Arbeitsplatz beitragen.

Zum Expositionsmindernden Verhalten gehört zum Beispiel:

  • Staubende Tätigkeiten minimieren
  • Versetzung innerhalb des Betriebs in staubarme Bereiche, und/oder
  • Verwendung von wenig staubenden Materialien
  • Tragen von gebläseunterstützten Atemschutzhelmen, etc.

Wichtig in diesem Zusammenhang sind Beratungen, Schulungen und Betreuung, die individuell auf den betroffenen Beschäftigten zugeschnitten sind.

Wann muss bei einer Berufsallergie in der Lebensmittelindustrie der Beruf aufgegeben werden?

Im Vordergrund steht ja, dass eine Verschlimmerung der Atemwegserkrankung frühzeitig erkannt und durch geeignete Maßnahmen verhindert wird. Wenn trotz aller Maßnahmen im Rahmen der Individualprävention keine Verbesserung der Symptomatik erreicht werden kann, besteht lediglich noch die Möglichkeit, den Arbeitsplatz und den Beruf und damit die schädigende Exposition vollständig aufzugeben. Wird – wie in Deutschland - eine Berufskrankheit anerkannt, greifen hier die durch die gesetzliche Unfallversicherung üblichen Maßnahmen der finanziellen Unterstützung sowie z.B. Umschulungsangebote.

Frau Prof. Raulf, herzlichen Dank für dieses Interview!