Allergenkarenz Diät Allrgiker

Dr. Petra Zieglmayer, Chief Scientific Officer, QB, Allergieambulatorium Wien West

Allergenkarenz: Wann ist eine Diät für Allergiker sinnvoll?

Sie erwähnten die Urtikaria und die Neurodermitis - wie häufig tritt in diesem Zusammenhang eine Nahrungsmittelallergie auf und wann lohnt sich die Allergenkarenz?

Nur bei ca. 10 Prozent der chronischen Urtikaria-Fälle besteht überhaupt eine Allergie - das entspricht ca. 1 Prozent aller Urtikariafälle. Von diesem 1 Prozent sind wiederum maximal 50 Prozent von einer Nahrungsmittelallergie betroffen. Es kann durch eine Nahrungsmittelallergie im Zuge einer Anaphylaktischen Reaktion zu einer akuten Urtikaria kommen. Eine Nahrungsmittelallergie als Auslöser für eine chronische Urtikaria ist sehr selten, steht sie aber sicher fest, ist eine Allergenkarenz angeraten.

Bei der Neurodermitis wissen wir, dass ca. 30 Prozent der Patienten aufgrund ihrer Barrierefunktionsstörung der Hautbarriere eine Sensibilisierung auf Typ1-Allergene entwickeln. Bei diesen Patienten ist die Hautbarriere nicht intakt und so können allergene Substanzen über die Haut in den Körper gelangen und sensibilisierend wirken. Bei Neurodermitis-Patienten findet man deshalb auch tatsächlich häufiger Sensibilisierungen auf Nahrungsmittelallergene als beim Rest der Bevölkerung. Allerdings wird aus der Sensibilisierung nicht zwangsläufig eine klinisch relevante Allergie. Sollte es aber zu Allergiesymptomen kommen und gibt es eine sichere Diagnose, ist auch hier eine Allergenkarenz sinnvoll.

Das größere Problem für Neurodermitiker sind in diesem Zusammenhang die ganzjährigen Allergene, wie z.B. die Hausstaubmilben, mit denen man durch den üblichen Befall der Betten in engen Kontakt kommt. Wir sehen auch immer wieder, dass durch Körperpflegeprodukte auf pflanzlicher Basis Sensibilisierungen bzw. auch Allergien entstehen können, z.B. wenn die Pflegeprodukte Sojaöl oder Erdnussöl enthalten – Mandelöl ist auszunehmen, da Mandeln nur ein sehr geringes allergenes Potenzial haben. Deshalb sollten Neurodermitiker bei diesen Produkten eine gewisse Vorsicht walten lassen.

Gelten diese Aussagen auch für die Mastozytose?

Die Mastozytose ist ein Kapitel für sich, da sie im Zusammenhang mit der Anaphylaxie steht. Bei Patienten mit Mastozytose liegt eine erhöhte Reaktionsbereitschaft im Sinne einer Histamin mediierten, d.h. histaminvermittelten Reaktion vor. Als Triggerfaktoren für die allergische Reaktion kommen bei der Mastozytose auch „Pseudoallergien“ in Frage, z.B. Histaminliberatoren und biogene Amine. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Histamin mit der Nahrung, durch Medikamente oder durch Zusatzstoffe zugeführt oder endogen freigesetzt wird, d.h. vom Körper selbst erzeugt. Bei Mastozytosepatienten kommt es nach dem Triggerkontakt auch schneller zu Reaktionen und zu stärkeren Symptomen.

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