Hereditäres Angioödem HAE Schwangerschaft

Dr. med. Inmaculada Martinez Saguer, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Naturheilverfahren in Mörfelden-Walldorf

Hereditäres Angioödem (HAE): Was ändert sich in der Schwangerschaft?

Hatten in Ihrer Untersuchung die Frauen mit hereditärem Angioödem, die mehrere Schwangerschaften hatten, in jeder Schwangerschaft die gleichen Symptome?

Nein, jede Schwangerschaft ist anders und so sind auch die Symptome des hereditären Angioödems nicht bei jeder Schwangerschaft gleich. In meiner Untersuchung erlebten 80 Prozent der Patientinnen während der Schwangerschaft eine Zunahme der Schwellungsattacken. Bei einem kleinen Teil der Patientinnen mit hereditärem Angioödem hat sich die Anzahl der Schwellungsattacken in der Schwangerschaft sogar reduziert, und bei einem anderen Teil der Frauen blieb die Schwellungsattacken-Frequenz gleich.  

Weiter konnte man in meiner Studie sehen, dass es vor allem im zweiten und dritten Trimester der Schwangerschaft zu einer deutlichen Zunahme der Schwellungsattacken kam und auch zu einer leichten Zunahme von Schwellungsattacken im Bauchbereich.

Verallgemeinern lässt sich diese Beobachtung allerdings nicht. Wie gesagt, sind die Symptome der Patientinnen mit hereditärem Angioödem in der Schwangerschaft sehr individuell. Ich hatte HAE-Patientinnen, die sehr selten Schwellungsattacken hatten, z.T. unter einmal Mal  im Jahr. Sobald sie schwanger waren, kam es jedoch zu einem deutlichen Anstieg der Schwellungsattacken, bei manchen Patienteninnen sogar fast täglich!

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Verändert sich beim hereditären Angioödem in der Schwangerschaft auch die Dauer der Schwellungen?

Nein, man kann nicht sagen, dass sich die Dauer der Schwellungen beim hereditären Angioödem in der Schwangerschaft verändert.

Können die häufigeren Schwellungsattacken beim hereditären Angioödem nach Ende der Schwangerschaft auch wieder verschwinden oder bleiben sie bestehen?

Nach Ende der Schwangerschaft verschwinden häufigeren Schwellungsattacken beim hereditären Angioödem oft wieder. Allerdings braucht die hormonelle Umstellung  nach der Geburt eine gewisse Zeit, wobei auch dies wieder sehr individuell ist. Bei manchen Frauen mit hereditärem Angioödem reduzierten sich die Schwellungsattacken bereits in den ersten Wochen nach der Geburt sehr deutlich, bei anderen Frauen kann dies bis zu drei Jahren dauern, bis die Frequenz der Schwellungsattacken wieder so ist, wie dies vor der Schwangerschaft war. Nach meiner Erfahrung dauert es im Durchschnitt dauert ca. 9 Monate, bis der vorgeburtliche Zustand wieder hergestellt ist.  

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