Angioödeme Symptome Ursachen

Prof. Dr. med. Markus Magerl, Leiter klinischer Studien am Allergie-Centrum-Charité in Berlin

Angioödeme: Wie sehen die Symptome aus? Welche Ursachen können sie haben?

Ein Angioödem kann sich auf sehr unterschiedliche Weise bemerkbar machen. Für die betroffenen Patienten ist es oft erschreckend, wenn es zum ersten Mal auftritt. Genauso vielfältig wie die Symptome sind beim Angioödem die Auslöser der Erkrankung. MeinAllergiePortal sprach mit Prof. Dr. med. Markus Magerl, Leiter klinischer Studien am Allergie-Centrum-Charité in Berlin über Symptome und Ursachen.

Herr Prof. Magerl, an welchen Symptomen erkennt man ein Angioödem?

Angioödeme sind Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe die durch eine vorübergehende Undichtigkeit der Blutgefäße entstehen. Bei allen Angioödemen bildet sich diese Undichtigkeit nach kurzer Zeit wieder zurück und die ins Gewebe ausgetretene Flüssigkeit wird langsam wieder in den Blutkreislauf aufgenommen. Aus diesem Grund bilden sich Angioödeme nach 1 bis 5 Tagen wieder vollständig zurück.

Die Flüssigkeitsansammlung im Gewebe führt zu einer äußerlich sichtbaren Schwellung. Der entsprechende Körperteil sieht aufgetrieben aus, die Haut glänzt oft, weil sie so gespannt ist. Je nach Ursache des Angioödems kann die Haut blass oder gerötet sein, nicht juckend oder juckend. Zu Verletzungen der Haut kommt es jedoch nicht, das heißt, in aller Regel reißt de Haut deswegen nicht auf, es bilden sich keine Schüppchen und keine Krusten. Nach der Angioödem-Attacke ist die Haut wie zuvor.

Prinzipiell können Angioödeme an allen Körperstellen auftreten, sehr häufig ist die weiche Gesichtshaut betroffen, z. B. die Lippen oder das Hautareal um die Augen herum. Es können auch die Extremitäten betroffen sein, sowie der Genitalbereich. In Abhängigkeit von der Ursache des Angioödems können die Schwellungen auch in inneren Organen auftreten. Wenn Bauchorgane betroffen sind, kann die Schwellung – obwohl von außen nicht einsehbar – sehr schmerzhafte, kolikartige Attacken verursachen.

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Treten die Schwellungen bei einem Patienten immer an den gleichen Stellen auf oder "wandern" sie bei jedem neuen Auftreten?

Die häufigsten Arten von Angioödemen treten in der Regel an verschiedenen Stellen auf. Es gibt zwar Patienten die vorzugsweise Schwellungen im Gesicht oder vorzugsweise an den Händen entwickeln, in der Regel aber können die Attacken alle Körperstellen betreffen und tauchen mal links und mal rechts auf.

Wenn sich eine Schwellung stets und immer an der gleichen Stelle äußert, muss man etwas genauer hinschauen, ob hier nicht ein äußerer Auslöser vorhanden ist.

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Bleiben die Schwellungen beim Angioödem in der Regel gleich oder werden sie von Mal zu Mal schlimmer?

Hier gibt es keine Regel. Bei manchen Angioödem-Erkrankungen (Urtikaria) hat man den Eindruck, dass sie in der ersten akuten Phase der Erkrankung etwas heftiger auftreten und im weiteren Verlauf etwas milder werden. Im Großen und Ganzen aber ist hier nicht eine typische ansteigende oder absinkende Attackenschwere zu beobachten.

Unangenehm ist für die Patienten, dass sich die Attacken in aller Regel nicht voraussagen lassen, sie treten also spontan auf, zu den unpassendsten Gelegenheiten und erzwingen dann oft spontan ein medizinisches Eingreifen. Glücklicherweise kann die Haut durch Angioödeme nicht platzen. Dazu ist der Gewebsdruck des Angioödems nicht groß genug. Es kann höchstens an ungünstigen und vorbelasteten Stellen zu einer Erweiterung von bestehenden Hautverletzungen kommen, z. B. Rhagaden, d.h. Einrissen, im Mundwinkel.

Wie lange halten die Angioödeme an? Gehen Sie von selbst wieder zurück?

Angioödeme unterscheiden sich zum Beispiel vom Lymphödem dadurch, dass sie sich von ganz alleine wieder komplett zurückbilden. Das kann je nach Lokalisation und Ausprägung der Schwellung bis zu fünf Tagen dauern. Danach jedoch ist die betroffene Hautstelle wie zuvor. Es bilden sich keine Krusten und keine Narben.

In seltenen Fällen beobachtet man das Zurückbleiben von angedeuteten blauen Flecken. In diesen Fällen muss der Hautarzt etwas genauer hinschauen, ob es sich nicht um eine zusätzliche entzündliche Gefäßerkrankung handelt.

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