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Wann sind Schwellungen allergisch Allergie hereditäres Angioödem HAE

Prof. Dr. med. habil. Bettina Wedi zur Frage Frage: Wann sind Schwellungen allergisch, wann handelt es sich um ein hereditäres Angioödem?

Wann sind Schwellungen allergisch, wann ein HAE?

Schwellungen, auch Angioödeme genannt, können viele Ursachen haben und viele Betroffene denken zunächst an eine Allergie. In der Tat steckt auch häufig eine allergische Reaktion dahinter, wenn Schwellungen auftreten, aber nicht immer. Es gibt eine Form von Schwellungen, das hereditäre Angioödem (HAE), das nicht auf einer Allergie beruht und einer speziellen Therapie bedarf, aber oft unerkannt bleibt. MeinAllergiePortal sprach mit Prof. Dr. med. habil. Bettina Wedi, Oberärztin und Leitung Dermatologische Tagesklinik, Allergologie, Labor Dermatologie/Allergologie, QM; Vorstandsvorsitz MHH-Allergiezentrum (MHH-AZ) an der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie der Medizinischen Hochschule Hannover über die Frage: Wann sind Schwellungen allergisch, wann handelt es sich um ein hereditäres Angioödem?

Frau Prof. Wedi, wann ist eine Schwellung allergisch und wann könnte ein hereditäres Angioödem die Ursache sein?

Zunächst muss man wissen, dass das hereditäre Angioödem eine sehr seltene Erkrankung ist, nach Schätzungen ist nur 1 Person unter 50.000 Menschen davon betroffen. Es ist also nicht so, dass es ständig zu Verwechslungen kommt bei der Frage: Ist die Schwellung allergisch bedingt oder nicht. Für die HAE-Betroffenen ist die Verwechslungsgefahr jedoch von großer Relevanz, weil eine antiallergische Behandlung bei ihnen nicht wirkt.

Wann hat eine Schwellung eine allergische Ursache und wann nicht?

Es gibt bei den Angioödemen allergisch bedingte, so genannte histaminvermittelte Schwellungen, und es gibt die nicht allergischen hereditären Angioödeme. Hereditär bedeutet „erblich“, die Erkrankung ist also angeboren.

Ein histaminvermitteltes Angioödem kann allergisch bedingt sein und z.B. auch bei einer Pollenallergie auftreten. Es könnte jedoch auch eine andere, allergisch bedingte Ursache haben. Eine isolierte Schwellung könnte z.B. eine Reaktion auf Medikamenteneinnahme oder einen Insektenstich sein. In manchen Fällen ist jedoch nicht nachzuvollziehen, warum das Immunsystem mit einer Schwellung reagiert und eine Allergie ist nicht festzustellen.

Das hereditäre Angioödem ist jedoch nicht histaminvermittelt und beruht auch nicht auf einer Allergie.

Wenn das hereditäre Angioödem nicht histaminvermittelt und allergisch bedingt ist, welche Ursachen hat es?

Das seltene hereditäre Angioödem wird durch das Gewebshormon Bradykinin vermittelt und beruht auf einem Gendefekt. Dann kann, genetisch bedingt, durch Mutation des C1-Inhibitor Gens (C1-INH-Gen), das Protein C1-INH entweder gar nicht mehr produziert werden oder nur defekt, d.h. mit eingeschränkter Aktivität. Dieses Defizit ist relativ komplex und hinzukommt, dass es beim hereditären Angioödem verschiedene Varianten bzw. unterschiedliche Gendefekte gibt. Einige dieser Defekte kennt man erst seit wenigen Jahren, und möglicherweise gibt es sogar Varianten, die bislang noch nicht identifiziert wurden.

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Sie erwähnten, dass es auch im Zusammenhang mit Pollenallergien zu Schwellungen kommen kann …

Ja, auch bei einer allergischen Rhinitis – einer Entzündung der Nasenschleimhaut – können Schwellungen bzw. ein histaminvermitteltes Angioödem auftreten. Es gibt durchaus Patienten, die bei einer Pollenallergie sehr ausgeprägt im Augenbereich reagieren, so dass es zu einer starken Schwellung kommt.

Wenn eine Pollenallergie am Geschehen beteiligt ist, wären auch die Bindehäute stark gerötet und die Augen würden tränen und jucken. Zudem würden beim Heuschnupfen auch andere Symptome auftreten, wie z.B. Nasenbrennen, Nasenjucken, Nießattacken oder auch Luftnot.

Bei einem hereditären Angioödem treten inhalative Beschwerden oder Symptome an den Augen nicht auf. Begleitsymptome bei durch HAE hervorgerufenen Schwellungen wären eher ein Druckgefühl oder auch Schmerzen.

Kann auch eine Erkrankung wie Neurodermitis mit Schwellungen einhergehen?

Auch bei Patienten mit Neurodermitis kann es, ausgelöst durch Pollenflug, zu ausgeprägten Schwellungen im Lidbereich kommen, die dann vielleicht einem Angioödem ähneln könnten. In der Regel reagieren Neurodermitiker auf Pollen aber eher mit einem schuppenden Ekzem, das für den Dermatologen klar identifizierbar ist.

Es gibt aber auch Schwellungen als Fernreaktion.

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