Solare Urtikaria Lichturtikaria

Prof. Dr. med. habil. Bettina Wedi, Oberärztin und Leitung Dermatologische Tagesklinik, Allergologie, Labor Dermatologie/Allergologie, QM; Vorstandsvorsitz MHH-Allergiezentrum (MHH-AZ) an der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie der Medizinischen Hochschule Hannover

Solare Urtikaria – Lichturtikaria: Symptome, Ursachen, Diagnose, Therapie

Solare Urtikaria, auch Lichturtikaria genannt, wird durch Sonne bzw. Licht ausgelöst und verursacht unangenehme Hautsymptome. Für die Betroffenen ist das ausgesprochen lästig, denn gerade im Sommer oder im Urlaub im Süden, wenn andere unbeschwert den Aufenthalt im Freien genießen, haben sie Beschwerden. Welche Symptome sind typisch für die solare Urtikaria? Wie erfolgt die Diagnose? Was ist therapeutisch möglich? MeinAllergiePortal sprach mit Prof. Dr. med. habil. Bettina Wedi, Oberärztin und Leitung Dermatologische Tagesklinik, Allergologie, Labor Dermatologie/Allergologie, QM; Vorstandsvorsitz MHH-Allergiezentrum (MHH-AZ) an der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie der Medizinischen Hochschule Hannover.

Frau Prof. Wedi, an welchen Symptomen erkennt man eine solare Urtikaria?

Die selten vorkommende solare Urtikaria (=Lichturtikaria) gehört zu den induzierbaren chronischen Urtikariaformen und ist zu erkennen am lichtinduzierten Auftreten von juckenden flüchtigen Quaddeln, d.h. erhabenen Rötungen, innerhalb von wenigen Minuten nach dem Lichtkontakt.

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An welchen Stellen am Körper zeigen sich bei der Lichturtikaria die Quaddeln?

Die Hautveränderungen bei der solaren Urtikaria kommen im belichteten Areal vor und sind durch UV-Licht und/oder sichtbares Licht bedingt.  Bei starker Einstrahlung kann das Licht auch durch die Kleidung dringen und Beschwerden in eigentlich bedeckten Arealen auslösen.

Wie lange halten die Quaddeln bei der solaren Urtikaria an?

Die einzelnen Quaddeln bestehen meist nur sehr kurz, etwa 15 Minuten bis drei Stunden und hinterlassen unauffällige Haut, treten aber bei weiterem Lichtkontakt an anderer Stelle erneut auf.

Betroffen sind meist Frauen im dritten bis vierten Lebensjahrzehnt. Viele haben ganzjährige Beschwerden, andere nur von Frühling bis Herbst. Durchschnittlich hält eine Lichturtikaria mehrere Jahre an und kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen.

Gibt es bei der solaren Urtikaria verschiedene Phänotypen?

Die meisten Fälle werden durch UVA und/oder sichtbares Licht ausgelöst. Eine Unterscheidung in verschiedene Phänotypen hat sich bisher nicht durchgesetzt.

Wichtig ist die Abgrenzung zu anderen durch Licht ausgelösten Erkrankungen. Von allen photosensitiven Hauterkrankungen macht die solare Urtikaria nur ca. 4 Prozent aus.

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Viel häufiger als die solare Urtikaria ist die fälschlicherweise als „Sonnenallergie“  bezeichnete polymorphe Lichtdermatose, bei der die Hautveränderungen meist erst viele Stunden bis Tage nach der Lichteinstrahlung auftreten.

Weitere lichtinduzierte Hauterkrankungen sind phototoxische oder photoallergische Reaktionen, Sonnenbrand, Bindegewebserkrankungen wie Lupus und andere. Die Abklärung sollte durch einen Facharzt, d.h. eine/n Dermatologen/in erfolgen.

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