Keine Allergie-News verpassen!

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

Sie wollen stets zu Allergien und Intoleranzen informiert werden? Abonnieren Sie kostenlos unseren MeinAllergiePortal-Newsletter!

 

x

Allergischer Schnupfen, Erkrankungen

Prof. Martin Wagenmann zum Thema: Allergischer Schnupfen? Kann es zu weiteren Erkrankungen kommen?

Allergischer Schnupfen? Kann es zu weiteren Erkrankungen kommen?

Bei Patienten mit einem allergischen Schnupfen, sei es eine Pollenallergie, oft „Heuschnupfen“ genannt, eine Hausstaubmilbenallergie oder eine Allergie auf Tierhaare finden sich häufig auch weitere Erkrankungen. Im Vorfeld der Fachkreise-Veranstaltung „Deutscher Allergiekongress 2019 (DAK)“, der vom 26. bis 28. September 2019 in Hannover stattfindet, sprach MeinAllergiePortal mit Prof. Martin Wagenmann, Hals-Nasen-Ohrenarzt und Allergologe an der HNO-Klinik am Universitätsklinikum Düsseldorf und stellv. Sprecher des UniversitätsAllergiezentrums Düsseldorf über dieses Risiko.

Herr Prof. Wagenmann, welche Erkrankungen können auftreten, wenn man an allergischen Schnupfen leidet?

Am häufigsten kommt es bei einem allergischen Schnupfen zusätzlich zu einem Asthma bronchiale, gefolgt von der chronischen Rhinosinusitis. Weitere allergisch bedingte Erkrankungen, die zum Beispiel mit einem Heuschnupfen einhergehen können, sind Nahrungsmittelallergien, Neurodermitis, Insektengiftallergien und anaphylaktische Reaktionen. Diese Erkrankungen treten allerdings relativ selten auf, die bedeutsamste Begleiterkrankung des allergischen Schupfens ist das Asthma bronchiale.

Abgesehen davon gibt es eine ganze Reihe nicht allergischer Erkrankungen, die häufig mit einer Allergie der oberen Atemwege einhergehen. Man bringt sie aber oft nicht damit in Verbindung.

Zunächst zu den allergisch bedingten Begleiterkrankung: Wann, zum Beispiel im Verlauf eines allergischen Schnupfen, können diese auftreten?

Eine Reihenfolge des Auftretens ist bei allergischen Erkrankungen nicht vorgegeben. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich eine Neurodermitis oder ein Asthma bronchiale vor dem allergischen Schnupfen zeigen. Insofern ist der häufig verwendete Begriff „Etagenwechsel“ irreführend. Zum einen beginnen Allergien eben nicht immer an der Nase und wandern dann zur Lunge weiter. Es ist durchaus möglich, dass beide Erkrankungen zeitgleich auftreten oder dass es zuerst zum Asthma und dann erst zur Allergie der oberen Atemwege kommt. Zum anderen kommt es auch nicht zu einem „Wechsel“, bei dem die eine Erkrankung aufhört und die andere anfängt – häufig bestehen beide Erkrankungen parallel.

 

Nun zu den weiteren, nicht so offensichtlichen Begleiterkrankungen beim allergischen Schnupfen …

Zu den Erkrankungen, die häufig mit der allergischen Rhinitis einhergehen, gehören auch psychische Erkrankungen wie Depressionen bis hin zur Suizidalität. Diese Zusammenhänge konnten epidemiologische Studien, zum Beispiel aus Korea und Taiwan, bestätigen. Ein vermehrtes Auftreten psychischer Erkrankungen hat man auch bei anderen allergischen Erkrankungen wie Asthma bronchiale und Neurodermitis beobachtet.

Abhängig vom Schweregrad der Erkrankung ist dann zu entscheiden, welche therapeutischen Maßnahmen ergriffen werden sollten.

Unabhängig von möglichen psychischen Beeinträchtigungen wirkt sich ein allergischer Schnupfen aber auch auf die Leistungsfähigkeit der Patienten aus.

Wie beeinträchtigt der allergische Schnupfen die Leistungsfähigkeit der Patienten?

Es ist bekannt, dass die geistige Leistungsfähigkeit und die Konzentrationsfähigkeit bei Patienten mit allergischem Schnupfen stark eingeschränkt sind - man sieht das zum Beispiel anhand von Prüfungsergebnissen. Es gibt aber auch experimentelle Versuche, die bei Heuschnupfen-Patienten in der Pollensaison eine Einschränkung der kognitiven Fähigkeiten nachweisen konnten. Diese Aspekte sollten bei der Therapie keinesfalls vernachlässigt werden.

Zur Therapie: Kann man mit der Therapie des allergischen Schnupfens auch vorhandene Begleiterkrankungen behandeln oder gar verhindern, dass es dazu kommt?

Die besten Daten zum Effekt einer Therapie des allergischen Schnupfens auf Begleiterkrankungen liegen für die allergenspezifische Immuntherapie (ASIT) vor. Die Daten belegen, dass es seltener zu einem allergischen Asthma kommt, wenn eine ASIT zur Therapie de allergischen Schnupfens durchgeführt wurde.

In Bezug auf einen allergischen Schnupfen mit gleichzeitigem Asthma gibt es zunehmend gute Daten, die zeigen, dass eine ASIT einen sehr positiven Einfluss auf das Voranschreiten des allergischen Asthmas haben kann. Man therapiert somit durch die ASIT gleichzeitig zwei Erkrankungen.

Dies gilt auch für die chronische Rhinosinusitis, deren medikamentöse Therapie, wie bei der allergischen Rhinitis, durch intranasale Steroide erfolgt.

Es gibt aber keine Daten dazu, inwieweit eine ASIT einen Einfluss auf die Entwicklung oder den Verlauf einer Sinusitis bei einer bestehenden Allergie haben kann.

Von diesen therapeutischen Effekten auf Begleiterkrankungen profitieren aber nur die Patienten, die mit einer ASIT behandelt wurden …

In großen Studien hat man untersucht, ob sich die Asthmahäufigkeit bei Patienten mit einem allergischen Schnupfen durch eine Dauertherapie mit Antihistaminika reduzieren lässt, aber das Ergebnis war negativ. Auch für intranasale Steroide gibt es keinen Hinweis darauf, dass ein Einfluss auf die Asthmaentwicklung möglich ist.

Herr Prof. Wagenmann, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden. Bitte beachte auch unsere Datenschutzbestimmungen gemäß DSGVO.