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Beifuß-Allergie Symptome Diagnose Therapie

Allergie auf Beifuß: Symptome, Diagnose und Therapie! Gibt es Kreuzallergien?

Beifuß-Allergie: Symptome, Diagnose, Therapie

Allergie-Symptome am Ende des Sommers oder im Herbst? Dafür ist häufig eine Beifuß Allergie verantwortlich. Wir erklären, welche Symptome bei der Beifuß-Allergie auftreten, worauf es bei der Diagnose ankommt und welche Therapie-Möglichkeiten es für diese Form des Heuschnupfens gibt.

Autor: Irene Brandenburg

Beifuß: Eine alte Heilpflanze mit vielen Allergenen

Im Mittelalter galt der Beifuß (Artemisia vulgaris) als magische Pflanze, die unterschiedlichste Erkrankungen heilen konnte. Heute macht er - neben dem Einsatz als Gewürzpflanze - vor allem durch Allergien auf Beifuß auf sich aufmerksam. Seine unscheinbaren, gelb-braunen Körbchen-Blüten werden durch den Wind bestäubt. Beifußpollen sind von hoher allergener Bedeutung und stellen in Deutschland das häufigste Kräuterpollenallergen dar. Zwischen neun und 20 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sollen gegen Beifuß-Pollen sensibilisiert sein, aus anderen Ländern werden noch höhere Zahlen berichtet. Sechs unterschiedliche Allergene hat man in Pollen des gewöhnlichen Beifuß (Artemisia vulgaris) identifiziert. Das Hauptallergen wird als Art v 1 bezeichnet.

Beifuß Kreuzallergie auf Ambrosia

Kreuzallergien zwischen Beifuß und Amrosia gibt es häufig. Man spricht deshalb auch von einem Beifuß-Ambrosia-Komplex. Das bedeutet, dass Beifußallergiker sowohl auf Beifuß als auch auf Ambrosia reagieren. Es kommt somit sehr häufig zu einer Ko-Sensibilisierung. Seltener ist die Sensibilisierung auf nur ein Allergen, also nur Beifuß oder nur Ambrosia. Die Aeroallergene lassen sich anhand der klinischen Symptomatik nicht voneinander unterscheiden. Das orale Allergie-Syndrom existiert ebenfalls bei beiden Pollenarten, Beifuß und Ambrosia.

In welchen Monaten kann es bei Beifuß-Allergikern zu Symptomen kommen?

Beifuß gehört zu den windbestäubenden Mittelblühern mit einer Blütezeit von Juli bis September, es kommt zu einem Spätsommerheuschnupfen. Die Blühperiode ist jedoch auch immer von den klimatischen Gegebenheiten abhängig, so dass der Beifuß auch schon im Mai Pollen abgeben kann, bis zum ersten Frost hin.

Wie zeigen sich die Symptome der Beifuß-Allergie?

Die Symptome einer Beifuß-Allergie entsprechen den gängigen Beschwerden eines Heuschnupfens. Dazu gehören eine laufende oder verstopfte Nase mit starkem Niesreiz. Die Augen sind gereizt, sie können brennen, jucken und tränen, was auch zu einem Anschwellen der Bindehaut führen kann. Die oberen Atemwege können ebenfalls mitbetroffen sein. Hierbei kommt es zu Husten, einer bronchialen Konstriktion, Atemnot, Brustschmerzen und nächtlichen Beschwerden.

Orales Allergiesyndrom bei der Beifuß Allergie

Nicht zu vergessen ist auch das durch Kreuzallergien bedingte orale Allergie-Syndrom, mit lokaler Reaktion der Mundschleimhäute nach Kontakt mit bestimmten Nahrungsmitteln. Hierbei kann es zu Kribbeln, Brennen, einer Schwellung von Lippen, Zunge, Mundschleimhaut aber auch des Rachens und der Luftröhre kommen. Seltener sind Fernsymptome wie Ausschläge, Verdauungsstörungen, Übelkeit, Blähungen oder Durchfall.

Beifuß Allergie – die Lebensqualität leidet

Diese typischen, allergischen Beschwerden führen zu einer starken Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens und der Lebensqualität. Betroffene klagen häufig über Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Schlafstörungen.

Beifuß-Allergie: Kreuzallergien sind häufig

Die Allergie auf Beifuß-Pollen kann mit verschiedenen Kreuzreaktionen einhergehen. Dabei sind zunächst die engen botanischen Verwandten zu erwähnen. Beifuß gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Beifuß-Allergiker reagieren häufig auch auf die Pollen anderer Gattungen aus dieser Familie, zum Beispiel von Kamille oder Löwenzahn. Am häufigsten sind Kreuzreaktionen mit der aus Amerika eingewanderten Beifuß-Ambrosie (Traubenkraut, engl. Ragweed), die im gleichen Zeitraum blüht.

Beifuß Allergie – Kreuzallergie - und Sellerie-Karotten-Kräuter-Gewürz-Syndrom – wie äußert sich das?

Das Sellerie Karotten Gewürz Syndrom basiert auf Kreuzreaktionen. Dabei kommt es aufgrund der Ähnlichkeit mancher Einzelallergene zu einer Verwechselung durch das Immunsystem. Das Immunsystem geht davon aus, dass es mit einem bestimmten Allergen konfrontiert wird. In Wirklichkeit handelt es sich hierbei jedoch um ein anderes Allergen, das im Aufbau dem Allergenähnlich ist, auf das die ursprüngliche Allergie besteht. Dadurch kommt es zu einem oralen Allergiesyndrom oder aber auch selten zu einer systemischen Reaktion nach Verzehr von bestimmten Nahrungsmitteln bei gleichzeitig bestehender Pollenallergie.

Etwa 50 Prozent der mit Beifuß in Verbindung stehenden Allergien verlaufen subklinisch: Dann bildet sich keine allergische Rhinitis aus und es manifestiert sich nur die Nahrungsmittelallergie.

Aufgrund der am häufigsten vorkommenden Kreuzreaktionen bzw. im Volksmund spricht man bei Beifuß Kreuzallergien unter anderem von den folgenden Allergien:

  • Sellerie-Karotten-Kräuter-Gewürz-Syndrom oder Allergie bzw. Unverträglichkeit
  • Sellerie-Karotten-Beifuß-Gewürzsyndrom oder Allergie bzw. Unverträglichkeit
  • Beifuß-Senf-Syndrom oder Allergie bzw. Unverträglichkeit
  • Beifuß-Pfirsich-Syndrom oder Allergie bzw. Unverträglichkeit
  • Beifuß-Melone-Banane-Assoziation oder Allergie bzw. Unverträglichkeit

Häufige Allergien und Unverträglichkeiten von Gewürzen in Verbindung mit Beifuß sind zum Beispiel: 

  • Oregano Allergie oder Unverträglichkeit
  • Basilikum Allergie oder Unverträglichkeit
  • Kümmel Allergie oder Unverträglichkeit
  • Sellerie Allergie oder Unverträglichkeit
  • Majoran Allergie oder Unverträglichkeit

Beifuß-Kreuzallergien nach Pflanzenfamilien

  • Doldenblütler: Sellerie, Anis, Dill, Fenchel, Karotte, Koriander, Kümmel, Liebstöckel

  • Lippenblütler: Basilikum, Majoran, Oregano, Pfefferminz, Thymian

  • Lorbeergewächse: Avocado, Kiwi, Litschi

  • Korbblütler: Artischocke, Estragon, Kamille, Löwenzahn, Sonnenblume, Traubenkraut

  • Kürbisgewächse: Gurke, Kürbis, Melone

  • Nachtschattengewächse: Chili, Kartoffel, Tomate

  • Pfeffergewächse: Pfeffer

  • Sumachgewächse: Cashew-Kerne, Mangos, Pistazie


Bei welchen Nahrungsmitteln kann es zu Kreuzallergien bzw. zum oralen Allergiesyndrom kommen?

Zu Beifuß-Kreuzallergien kann es bei unterschiedlichen Pflanzenfamilien kommen.

Kreuzreaktionen auf Beifuß - Gewürze
Anis
Basilikum
Chili
Curry
Ingwer
Knoblauch
Thymian
Majoran
Oregano
Petersilie
Schwarzer und grüner Pfeffer
Paprika
Senf
Kümmel
Dill
Koriander
Zimt
Quelle: Prof. Dr. med. Karl Hörmann, Chief Medical Consultant International Patient Office CMC IPO, Consultant ENT, Plastic Surgery, Allergology, Sleep Medicine, Former Head & Chair Dept. of ORLHNS, University Medical Centre Mannheim

 

Kreuzreaktionen Beifuß - Gemüsesorten
Tomate
Sellerie
Karotte
Artischocke
Fenchel
Kartoffel
Kürbis
Gurke
Quelle: Prof. Dr. med. Karl Hörmann, Chief Medical Consultant International Patient Office CMC IPO, Consultant ENT, Plastic Surgery, Allergology, Sleep Medicine, Former Head & Chair Dept. of ORLHNS, University Medical Centre Mannheim

 

Kreuzreaktionen Beifuß - Obstsorten
Äpfel
Melonen
Litschies
Kiwis
Mangos
Pflaumen
Pfirsiche
Erdnüsse
Quelle: Prof. Dr. med. Karl Hörmann, Chief Medical Consultant International Patient Office CMC IPO, Consultant ENT, Plastic Surgery, Allergology, Sleep Medicine, Former Head & Chair Dept. of ORLHNS, University Medical Centre Mannheim

 

Diagnose einer Beifuß-Allergie

Für die Diagnose einer Beifußallergie ist es wichtig, zu beobachten wann die Beschwerden auftreten, und welche Pollen zu diesem Zeitpunkt unterwegs sind. Ausführliche Informationen zum Pollenflug veröffentlichen die Polleninformationsdienste im Internet. Pollentagebücher und Pollen-Apps können die Suche nach dem verantwortlichen Allergen erleichtern.

Der Arzt wird bei Verdacht auf eine Pollinosis eine Hauttestung – einen Pricktest – vornehmen. Dabei werden Allergene auf und in die Haut eingebracht. Zeigt sich eine Reaktion (Rötung, Quaddel) an der entsprechenden Stelle, so geht man von einer Sensibilisierung aus. Bei uneindeutigen Befunden oder Hauterkrankungen kann eine spezifische IgE Bestimmung im Rahmen eines Bluttestes erfolgen. Noch genauer ist die komponentenbasierte Diagnostik: Dabei wird nach IgE-Antikörpern gegen einzelne Allergene, zum Beispiel dem Art v 1 des Beifußes gesucht. Da man durch Laboruntersuchungen aber nicht unbedingt feststellen kann, ob eine Allergie sich im Alltag durch Beschwerden bemerkbar macht, ist ein nasaler Provokationstest häufig sinnvoll.

Der Verdacht einer Allergie bestätigt sich, wenn die Testergebnisse, d.h. der Prick–Test und/oder Bluttest oder Provokationstest, positiv sind und die klinische Symptomatik zu dem Befund passt.

Welche Therapieoptionen gibt es?

Wie bei allen Allergien sollte man dem Allergen möglichst aus dem Wege gehen, um Beschwerden zu vermeiden.

Allergiker sollten zum Beispiel nach Betreten der Wohnung die Kleidung ablegen und waschen, die Wäsche jedoch nicht draußen trocknen lassen.

Auch alle unbedeckten Körperpartien sollte man nach Aufenthalt im Freien waschen. Abends vor dem Zubettgehen sollte man die Haare waschen, und gegebenenfalls die nasalen Schleimhäute zum Beispiel mit Kochsalzlösung spülen.

Im Bereich der Fenster können Pollenschutzgitter angebracht werden. In der Wohnung selbst kann man die Allergenmenge durch feuchtes Wischen der Oberflächen reduzieren und einen Staubsauger mit einem HEPA – Filter benutzen. Auch HEPA-Luftfilter können die Pollenmenge in Innenräumen reduzieren.

Ist die Lebensqualität durch die Symptome stark beeinträchtig, so können Allergie-Medikamente helfen. Hierzu zählen Antihistaminika in oraler oder topischer Form als Nasenspray/-tropfen und Augentropfen. Kortisonhaltige Präparate gehören ebenfalls zur symptomatischen Therapie. Sie sind in topischer oder oraler Form verfügbar.

Um die Ursache der Beschwerden zu behandeln, führt man eine spezifische Immuntherapie durch. Auch hier gibt es unterschiedliche Applikationsweisen: subkutan oder sublingual (als Tablette oder Tropfen). Man verabreicht zunächst eine geringe Menge des Allergens und steigert diese langsam in regelmäßigen Abständen. Das Immunsystem soll dabei langsam an das Allergen gewöhnt werden, so lange, bis sich die Immunreaktion gegen das Allergen abschwächt oder ganz ausbleibt. Die Therapie kann präsaisonal, kosaisonal oder auch perennial erfolgen. Das bedeutet, sie ist sowohl vor der Beifuß-Saison als auch begleitend zur und nach der Saison möglich. Die Immuntherapie sollte 3 Jahre durchgeführt werden. Sie kann als einzige Therapie auch Folgerisiken effektiv minimieren, wie zum Beispiel eine Polysensibilisierung oder einen Etagenwechsel.

 

Quellen:

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Jäger l, Viehts S. Nahrungsmittelallergene. InJäger L, Wüthrich B, Ballmer-Weber B, Viehts S, eds. Nahrungsmittelallergien- und intoleranzen. 3. Auflage, München, Elsevier, 2008: 13


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Mann C. Der Gewöhnliche Beifuss (Artemisia vulgaris) - eine Pflanze im Wandel der Zeit. Schweiz Z Für Ganzheitsmed Swiss J Integr Med. 2016;28(1):33-44. doi:10.1159/000443298


Mein Allergie Portal: Beifuß-Allergie: Diagnose, Symptome Therapie 18. Juni 2018, https://www.mein-allergie-portal.com/pollenallergie-heuschnupfen/1620-beifuss-allergie-symptome-diagnose-therapie.html

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