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Allergie Ambrosia Ragweed Symptome Diagnose

Ambrosia - Ragweed

Allergie auf Ambrosia - Ragweed: Von Symptomen zur Therapie

Immer mehr Menschen leiden an einer Allergie auf Ambrosie. Der Grund: Die Pflanze breitet sich immer weiter aus - und hat viele hochallergene Pollen im Gepäck. Wie sehen die Symptome einer Ragweed-Allergie aus? Wie wird die Diagnose gestellt? Welche Möglichkeiten der Therapie gibt es und wie kann man die Pflanze stoppen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

 

Autor: Irene Brandenburg

Ragweed: Ein gefürchteter Einwanderer aus den USA

Ursprünglich stammt die Pflanze aus Nordamerika. Ihre bekannteste Art, die Ambrosia artemisiifolia, auch beifußblättriges Traubenkraut genannt, ist dort unter dem Namen Ragweed als Allergiepflanze berüchtigt: Bis zu 50 Prozent aller Pollenallergien sollen durch ihre Pollen ausgelöst werden. Dazu tragen zweierlei Umstände bei:

  1. Als Windbestäuber produziert Ragweed riesige Mengen an Pollen: Eine einzige Pflanze des beifußblättrigen Traubenkrauts kann in einer Saison bis zu einer Billion Pollen abgeben.
  2. Diese Pollen haben ein ausgesprochen hohes allergenes Potential. Es reichen wenige Pollen von Ambrosia artemisiifolia, um Allergiesymptome auszulösen. Elf verschiedene Allergene wurden bereits identifiziert, die beiden Hauptallergene von Ragweed werden als Amb a 1 und Amb a 11 bezeichnet.

Seit Ragweed zu Beginn des letzten Jahrhunderts eingeschleppt wurde, verbreitet sich die Pflanze zusehends in Europa. Besonders in Ungarn, Rumänien, Österreich, im französischen Rhônetal, in Norditalien und der Ukraine hat sich das befußblättrige Traubenkraut niedergelassen. In Deutschland ist Ambrosia artemisiifolia vor allem im Süden und Osten zu finden. Die Blütezeit der Pflanze reicht von August bis Mitte Oktober. Was den Boden angeht ist Ragweed nicht wählerisch. Man findet sie dort, wo niemand richtig hinsieht: auf Brachflächen, in Industriegebieten, an Straßen-, Weg- und Ackerrändern oder auch als Unkraut im Garten. Da sich Ragweed-Samen häufig in Vogelfutter verstecken, wachsen die Pflanzen auch gerne unter dem Vogelhäuschen im Garten.

Ambrosia-Allergie: Welche Symptome gibt es durch Ambrosia artemisiifolia?

Ragweed löst bei Allergikern meist die typischen Symptome eines Heuschnupfens aus: laufende, verstopfte Nase, Niesattacken, Jucken im Rachenbereich sowie rote, juckende und tränende Augen. Auch Atembeschwerden kommen, verursacht durch das beifußblättrige Traubenkraut vor. Nicht selten entwickelt sich sogar ein allergisches Asthma.

Eine Besonderheit von Ragweed ist, dass auch der direkte Hautkontakt mit der Pflanze zu einem allergischen Hautausschlag führen kann.

Ragweed-Allergie: Gibt es Kreuzreaktionen?

Sehr häufig sind Kreuzreaktionen mit Beifußpollen. Da Allergiker häufig auf Pollen beider Pflanzen reagieren spricht man auch vom Beifuß-Ambrosia-Komplex. Sowohl Ragweed als auch Beifuß gehören zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Kreuzreaktionen mit anderen Korbblütlern sind möglich, zum Beispiel mit Gänseblümchen, Arnika oder Kamille.

Auch Kreuzreaktionen zu Nahrungsmitteln kommen bei einer Allergie auf Ambrosia vor. Besonders häufig sind Reaktionen auf Kürbisgewächse wie Gurken, Melonen oder Zucchini. Der Genuss von Bananen kann ebenso problematisch sein, dadurch entstand die Bezeichnung Ambrosia-Melonen-Bananen-Syndrom. Seltener wird von den Allergikern über Beschwerden nach dem Genuss von Gewürzen (Pfeffer, Paprika, Petersilie, Anis), Karotten sowie Stein- und Kernobst berichtet. Vorsicht geboten ist außerdem beim Verzehr von Honig und anderen Bienenprodukten, denn sie können Ragweed-Pollen enthalten.

Durch Pollen ausgelöste Nahrungsmittelallergien äußern sich meist durch lokale Symptome im Mund-Rachen-Bereich (orales Allergiesyndrom).

Ambrosia-Allergie: So wird die Diagnose gestellt

Zu Beginn der Diagnostik steht das ärztliche Gespräch: Welche Beschwerden treten wann auf? Und welche Pollen könnten im entsprechenden Zeitraum geflogen sein? Bei der Beantwortung letzterer Frage können Polleninformationsdienste helfen. Sie veröffentlichen wichtige Informationen zum Pollenflug im Internet.

Zur weiteren Abklärung führt der Arzt einen Pricktest durch: Er bringt verschiedene Allergen-Lösungen auf die leicht eingeritzte Haut auf und beobachtet die Reaktion. Zeigt sich eine Quaddel an der entsprechenden Stelle, so geht man von einer Sensibilisierung aus.

Blutuntersuchungen können die Diagnostik ergänzen. Man kann IgE-Antikörper gegen Ambrosiapollen-Extrakte oder gegen bestimmte Allergene, zum Beispiel Amb a 1, bestimmen. Ist der Wert erhöht, so hat eine Sensibilisierung stattgefunden.

Da eine Sensibilisierung aber nicht immer mit Allergiesymptomen einhergeht, ist es häufig sinnvoll, zusätzlich einen nasalen Provokationstest durchzuführen.

Ragweed-Allergie: Diese Therapiemöglichkeiten gibt es

Wie bei allen Allergien steht die Vermeidung des Kontakts mit den Pollen der Ambrosia-Pflanze an erster Stelle. Starke Beschwerden kann man mit Allergie-Medikamenten behandeln. Dazu werden vor allem Antihistaminika und Kortisonpräparate verwendet. Abhängig von den Beschwerden kann man Präparate lokal anwenden, zum Beispiel als Nasen- oder Augentropfen, oder als Tabletten einnehmen.

Die Ursache der Beschwerden, also die Überreaktion des Immunsystems, therapiert man durch eine spezifische Immuntherapie. Dabei versucht man, das Immunsystem langsam an den unverträglichen Stoff zu gewöhnen. Ist die Behandlung erfolgreich, so schwächt sich die Immunreaktion bei Kontakt mit dem Allergen deutlich ab, oder bleibt sogar ganz aus. So kann auch ein Etagenwechsel zum allergischen Asthma bronchiale verhindert werden.

Ambrosia: Woran erkennt man sie und was kann man gegen die Ausbreitung tun?

ambrosia insta postRagweed erreicht, abhängig vom Standort, eine Höhe von 20 bis 120 cm. Sie wächst buschig, ihr behaarter Stängel ist stark verzweigt und zunächst grün. Später im Jahr, wenn die Pflanze blüht, wird der Stängel rötlich. Die körbchenförmigen Blüten sind dicht in ährenartigen Blütenständen angeordnet und befinden sich am Ende des Stängels und der Zweige. Sie erscheinen gelblich. Die Blätter sind doppelt gefiedert, ihre grünen Blattunterseiten sind leicht behaart.

Die zuverlässigste Möglichkeit, um die Ausbreitung von Ragweed und der von ihr verursachten Allergien zu verhindern ist die konsequente Beseitigung der Pflanzen. Findet man ein Exemplar im eigenen Garten, so sollte man sie möglichst mit Wurzel entfernen und entsorgen (Handschuhe anziehen). Sie darf allerdings nicht einfach auf den Kompost oder in den Biomüll: Ambrosia-Pflanzen gehören am besten in einer Tüte verpackt in den Restmüll, denn die Blüten sollen ihre Pollen nicht verstreuen und die Samen sollen sich nirgends neu ansiedeln. Größere Bestände in der freien Natur meldet man am besten dem Umweltamt.

 

Quellen:

  • Chen K-W, Marusciac L, Tamas PT, Valenta R, Panaitescu C. Ragweed Pollen Allergy: Burden, Characteristics, and Management of an Imported Allergen Source in Europe. Int Arch Allergy Immunol. 2018;176(3-4):163-180. doi:10.1159/000487997
  • Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg, Flyer Ambrosia
  • Mein Allergie Portal: Allergie auf Ambrosia: Diagnose, Symptome Therapie 11. Juni 2018 
  • Popescu F-D. Cross-reactivity between aeroallergens and food allergens. World J Methodol. 2015;5(2):31-50. doi:10.5662/wjm.v5.i2.31
  • Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst
  • Taramarcaz P, Moetteli L, Eigenmann P. Prevalence of ragweed allergy in rural Geneva - a pilot study. Swiss Med Wkly. 2015;145:w14198. doi:10.4414/smw.2015.14198 

Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.