Gram-negative Bakterien Adjuvante Wirkung Artemisia-Allergen

Haben Gram-negative Bakterien eine adjuvante Wirkung auf das Artemisia-Allergen?

Gram-negative Bakterien: Adjuvante Wirkung auf Artemisia-Allergen?

Inwiefern werden grobe Partikel nicht wissenschaftlich untersucht?

Untersuchungen zu der adjuvanten Wirkung von Endotoxinen, das heißt auf die verstärkende Wirkung von Bakterien oder Bakterienfragmenten, beziehen sich stets auf die kleinen Partikelgrößen, die wenig Endotoxin enthalten. Dabei wird oft übersehen, dass auch die größeren Partikel in die Nase gelangen und das Immunsystem beeinflussen.

Was bedeutet dieses Untersuchungsergebnis für die Beurteilung von Feinstaub?

Feinstaub gehört mit einer Größe von PM2,5 zu den kleinen Partikeln und das bedeutet, dass sich an den Feinstaub relativ wenige Gram-negative Bakterien anheften. Dagegen findet man auf Teilchen der Größe zwischen 10 und 2,5 µm 40 Prozent der Endotoxine und auf Teilchen unter 2,5 µm Größe ist fast nichts mehr zu finden. Dagegen ist >60 Prozent des luftgetragenen Endotoxins auf Partikeln >10µm zu finden. Diese gelangen selten in die Lunge, dringen jedoch leicht in die Nase vor.

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Welche Aussage konnte die Studie zu den Flugzeiten der Bakterien treffen?

Hier gibt es zwei Arten von Bakterien. Zum einen gibt es das Endotoxin, das man zu jeder Zeit in der Luft findet, allerdings im Winter in geringerem Maße als im Sommer.

Zwischen Juni und August kommt es jedoch zu einer massiven Erhöhung der Bakterienanzahl in der Luft. Anhand eines komplexen Computermodells konnten wir ermitteln, dass hier eine Korrelation mit einer bestimmten Pollenart besteht, den Artemisia-Pollen oder auch Beifuß-Pollen.

Zwar heften sich zu dieser Zeit die Gram-positive Bakterien auch an alle anderen Pollen, aber bei weitem nicht in gleichem Maße wie bei Artemisia. Dies gilt interessanterweise nicht für Ambrosia, obwohl deren Pollen den Beifuß-Pollen sehr ähnlich sind. Interessant ist auch, dass sich die Gram-negativen Bakterien nicht bei allen Artemisia-Pollen so massiv anheften. Bei manchen Pflanzen war dies so, bei anderen nicht, und das machte es so schwierig, diese Zusammenhänge zu entdecken. Man kann also zusammenfassend sagen:

1. Wenn Gram-negative Bakterien in der Luft sind, sind auch Artemisia-Pollen in der Luft.

2. Wenn Artemisia-Pollen in der Luft sind, heißt dies aber nicht automatisch, dass auch Gram-negative Bakterien in der Luft sind.

Allerdings fliegen diese beiden Artemisia-Pollenarten ja nicht getrennt, so dass es sich meist um eine Mischung handelt, die mal mehr und mal weniger stark mit Gram-negativen Bakterien bestückt ist, aber immer deutlich stärker, als andere Pollenarten.

 

Was ist der Grund dafür, dass sich die Gram-negativen Bakterien an größere Partikel, wie zum Beispiel die Artemisia-Pollen, anheften?

Es ist sehr schwierig die Natur zu erklären, bzw. warum sich die Gram-negativen so verhalten, und dies auch zu beweisen. Eine Erklärung könnte wie folgt lauten: Beifuß gehört zur Familie der Asteraceae und diese werden zu 90 Prozent von Bienen bzw. Insekten bestäubt. Damit die Pollen an den Tieren kleben bleiben, sind sie von einem Pollenkitt umgeben. Dieser Pollenkitt macht es möglich, dass sich die Pollen an die Beine der Insekten anheften und somit transportiert werden können. Artemisia ist allerdings eines der wenigen Asteraceae, bei denen die Bestäubung luftgetragen erfolgt, also nicht über Insekten. Möglicherweise befindet sich jedoch noch etwas dieses Pollenkitts an den Artemisia-Pollen, und da dieser aus Zucker besteht und die Bakterien Zucker lieben, heften sie sich an.

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