Kontaktallergien

Kontaktallergie – was ist das?

Eine Kontaktallergie oder auch ein Kontaktekzem ist eine entzündliche Reaktion der Haut, die durch den wiederholten Kontakt mit einem oder mehreren reizenden (irritativ-toxisches Kontaktekzem) oder allergenen Stoffen (Allergisches Kontaktekzem) entsteht. Die lokalen Hautveränderungen gehen einher mit Rötung, Schuppung und Juckreiz und ähneln sich in beiden Fällen sehr.

Allergie-Wiki: Allergisches Kontaktekzem

Das allergische Kontaktekzem gehört zu den sogenannten allergischen Spättypreaktionen. Was das bedeutet und ob eine Sensibilisierung auch zwangsläufig zu Symptomen führt, erklärt Prof. Johannes Ring.

Allergisches Kontaktekzem: Was ist das?; Prof. Johannes Ring

Kontaktallergie – wie häufig tritt sie auf?

Die Kontaktallergie, beziehungsweise ein Kontaktekzem, tritt bei fast 10 Prozent der Erwachsenen auf, und kann durch eine Vielfalt von Stoffen ausgelöst werden, so Prof. Dr. Regina Fölster-Holst:

„Die Lebenszeitprävalenz beim Kontaktekzem liegt bei Erwachsenen bei 8 Prozent, bei Kindern und Jugendlichen bei 5,6 Prozent.“

Allergische Kontaktekzeme: Wo verstecken sich die Allergene?

Allergisches Kontaktekzem – welcher Mechanismus führt zu der Entzündungsreaktion?

Bei einem allergischen Kontaktekzem, handelt es sich nicht, wie bei den Atemwegsallergien um eine Typ 1-Allergie, bei der der Körper sogenannte IgE-Antikörper gegen das Allergen bildet, sondern um eine Type 4-Allergie. Prof. Dr. med. Hans Drexler erklärt:

„Bei der Typ IV Allergie wird ein Fremdstoff von speziellen Immunzellen der Haut aufgenommen und verstoffwechselt. Diese Zelle wandert dann in einen Lymphknoten, wo spezifisch gegen das Allergen gerichtete Abwehrzellen gebildet werden. Bei erneutem Allergengenkontakt wandern diese Zellen in die Haut ein und lösen dort eine Enzündung aus. Die akute Entzündung bezeichnet der Arzt als allergische Dermatitis und die chronische als allergisches Ekzem.“

Berufsallergien: Wo verstecken sich Allergene – welche Maßnahmen sind sinnvoll?

Allergisches Kontaktekzem oder trockene Haut – was ist der Unterschied?

In den kalten Jahreszeiten, oder bei Menschen bestimmter Berufsgruppen, die sehr häufig ihre Hände waschen, desinfizieren, oder mit anderen irritativen Stoffen in Berührung kommen, kommt es häufig zu sehr trockener, rissiger Haut. Was das allergische Kontaktekzem von „normaler“ trockener Haut unterscheidet, erklärt Univ.-Prof. Dr. med. Natalija Novak:

„Trockene Haut ist keine Erkrankung, vor allem in der Winterzeit leiden viele Menschen unter trockener Haut. Die Definition für „trockene Haut“ besagt, dass die Haut zwar noch eine normale Hautfarbe aufweist, aber verstärkt schuppt und auch rissig sein kann. In den trockenen Hautarealen kann es zu einem Spannungsgefühl oder Juckreiz kommen. Auf dem Boden trockener Haut kann sich im weiteren Verlauf u.U. auch ein Hautekzem („Austrockgnungsekzem“) entwickeln.

Das Ekzem entsteht häufig auf dem Boden trockener Haut, geht aber zudem auch mit einer Rötung der Haut einher, d.h. mit einer sichtbaren Entzündungsreaktion. Zusätzlich kann das Hautekzem mit schuppenden Veränderungen oder Bläschen vergesellschaftet sein oder nässen.“

Trockene Haut? Allergisches Hautekzem? Was ist der Unterschied?

Welche Stoffe können allergische Kontaktekzeme verursachen?

Es gibt viele Stoffe, die ein allergisches Kontaktekzem auslösen können. Viele alltägliche Produkte und arbeitsrelevante Materialien beinhalten Allergene, welche die typischen Symptome einer Kontaktallergie herbeiführen können. Prof. Dr. Regina Fölster-Holst informiert:

„Die häufigsten Allergene sind Nickelsulfat und Kobaltchlorid, die zum Beispiel auch in Handygehäusen, Tastaturen, Umrandungen des Bildschirms, dem Firmenlogo und Kopfhörern zu finden sind. Auch Fidget Spinner, kleine Handkreisel, können Nickel und Kobalt enthalten. Problematisch ist hierbei, dass Fidget Spinner häufig für Kinder mit ADHS empfohlen werden.

Die Nintendo Play Station ist als Ursache für Fingerekzeme sicher zunächst nicht naheliegend. Die Geräte sind jedoch häufig mit einer Gummifolie überzogen, deren Inhaltsstoffe allergen sein können. Ähnliche Beschichtungen findet man bei Sportbrillen, Gehörschutz und Kopfhörern. Angesichts der Tatsache, dass der Mensch heutzutage quasi vom ersten Atemzug an mit Gummi exponiert ist, könnten Gummi-Sensibilisierungen in Zukunft zunehmen. Es gibt aber auch pflanzliche Allergenquellen für Kontaktekzeme.“

Allergische Kontaktekzeme: Wo verstecken sich die Allergene?

Nickel-Allergie – häufiger Auslöser einer Kontaktallergie?

Kontaktallergien können am ganzen Körper auftreten, je nachdem, wo die Haut mit dem allergieauslösenden Stoff in Berührung gekommen ist. Ein allergisches Kontaktekzem kann durch eine Vielzahl von Allergenen ausgelöst werden. Eine der häufigsten Ursachen ist jedoch das chemische Element Nickel, welches oft in Hals-, Ohr-, und Handschmuck verarbeitet ist. Dr. Lina Gölz:

„Nickel in Uhren, Ketten, Ohrringen oder Piercings kann unangenehme Ekzeme hervorrufen: Die Haut rötet sich und beginnt zu jucken. Es bilden sich nässende Bläschen oder Quaddeln, die schließlich abschuppen. Etwa 15 bis 20 Prozent der deutschen Frauen und fünf Prozent der deutschen Männer reagieren auf Nickel allergisch. Damit gilt das Metall als häufigste Ursache für Kontaktallergien.“

Nickel-Allergie: Nickel verursacht im Mund selten Allergien!

Allergisches Kontaktekzem am Ohr – was kann die Ursache sein?

Ein Ekzem kann für den Betroffenen äußerst lästig sein. Besonders am Ohr, wo es sich nicht gut verdecken lässt, empfinden es viele als störend. Ein Ekzem am Ohr kann viele Ursachen – allergisch sowie nicht-allergisch - haben. So kann eine bestehende Neurodermitis am Ohr auftreten oder ein allergisches Kontaktekzem auf Basis einer Neurodermitis entstehen. Jedoch können allergische Kontaktekzeme auch unabhängig von einer Neurodermitis auftreten und durch eine Vielzahl an Allergenen begründet sein. Prof. Dr. Regina Fölster-Holst erklärt:

„Generell können alle Allergene, die Kontaktekzeme verursachen können, auch am Ohr für Hautprobleme sorgen. Ein Klassiker ist Nickel, welches in Modeschmuck, Handys und Kopfhörern verarbeitet wird. Auch Gummibeschichtungen auf Kopfhörern, Sportbrillen und Gehörschutz können Ohrekzeme auslösen.

In Kosmetika und Pflegeprodukten sind in der Regel Emulgatoren, Duftstoffe und Konservierungsstoffe enthalten. Auch hierdurch kann es zu Juckreiz am Ohr kommen. Ebenso kann das Ohrjucken durch das Allergen der Hausstaubmilben ausgelöst werden. Diese können zu einem juckenden Ohr-Ekzem führen. Acrylate können ebenfalls allergische Reaktionen auslösen. Sie gelangen zum Beispiel über Brillengestelle an die Ohren.“

Juckendes Ekzem am Ohr: Mögliche Kontaktallergene!

Kontaktallergie durch Methylisothiazolinon (MI)?

Der Stoff Methylisothiazolinon (kurz: MI) wird als Konservierungsstoff gegen Pilze und Bakterien in viele Produkte beigefügt, um eine längere Haltbarkeit zu gewährleisten. Bis 2009 wurde Methylisothiazolinon vor allem in Farben, Lacken und ähnlichen Produkten verwendet, seit 2010 allerdings wird der Stoff auch als Konservierungsmittel in der Kosmetikindustrie benutzt. Prof. Dr. med. Axel Schnuch führt aus:

„Methylisothiazolinon kann bei entsprechend sensibilisierten, das heißt gegenüber dem Stoff allergisch reagierenden Personen zu einer sogenannten Kontaktdermatitis führen. Nach Kontakt mit der Haut, etwa beim Eincremen des Gesichts oder Waschen der Hände, reagiert die Haut auf das Konservierungsmittel mit Rötung, Juckreiz, Schwellungen oder auch kleinen wunden Hautstellen.“

Kontaktallergie: Wie gefährlich ist Methylisothiazolinon (MI)?

Können Hautpflegeprodukte zu allergischen Kontaktekzemen führen?

Kosmetik- und Pflegeprodukte werde von den meisten Menschen fast täglich verwendet. Neben dem häufig enthaltenen Konservierungsstoff Methylisothiazolinon, der besonders oft für allergische Kontaktreaktionen verantwortlich ist, gibt es noch andere Inhaltsstoffe, die allergische Kontaktekzeme herbeiführen können, so Prof. Dr. med. Axel Schnuch:

„Zu den Inhaltsstoffen in Hautpflegeprodukten, die Allergien auslösen können, gehören in erster Linie Duftstoffe, Konservierungsmittel und die Matrix, d.h. die Grundlagen der Hautpflegeprodukte, wie z.B. eine Emulsion. Hat die Matrix einen hohen Wasseranteil, und das ist häufig der Fall, benötigt man Konservierungsmittel, um eine mikrobiologische Kontamination zu verhindern. Ohne das Konservierungsmittel würden sich in der Creme Bakterien und Pilze ansiedeln. Insbesondere offene Cremetiegel, möglichst auch noch im warmen, feuchten Badezimmer aufbewahrt, bieten ideale Lebensbedingungen für Bakterien und Pilze. Deshalb werden die Konservierungsmittel in Hautpflegeprodukten nicht nur zur Verlängerung der Haltbarkeit eingesetzt, sondern grundsätzlich zur Vermeidung der Kontamination.“

Kontaktallergie: Wo verstecken sich die Allergene in Kosmetikprodukten?

Allergisches Kontaktekzem durch Duftkerzen?

Duftstoffe sind häufige Auslöser von Kontaktallergien. Oft sind sie fester Bestandteil von Kosmetik -und Pflegeprodukten, wie Cremes und Parfüms, aber auch in Duftkerzen und -stäbchen sind sie enthalten und können zu Beschwerden führen, informiert Dr. med. Hermann Josef Kahl:

„Wie häufig es durch ätherische Öle in Duftkerzen, Duftstäbchen oder Duftlampen zu Allergien kommt, kann ich leider nicht sagen, denn Untersuchungen dazu sind mir nicht bekannt. Man weiß jedoch, dass bei diesen Produkten eine Gefahr besteht, eine Duftstoffallergie zu entwickeln und sollte deshalb eine allergische Reaktion nicht provozieren. Hinzu kommt: Je kleiner die Kinder sind, wenn sie durch ätherische Öle aus Duftkerzen, Duftstäbchen oder Duftlampen Allergien entwickeln, umso unangenehmer können die Folgen sein.“

Weiter führt Dr. med. Hermann Josef Kahl aus:

„Generell kann jeder Duftstoff, auch ein synthetischer Duftstoff, potenziell eine Allergie auslösen. Bei synthetischen Duftstoffen sollte man sogar noch vorsichtiger sein, denn die chemische Zusammensetzung diese Düfte kennt ein normaler Verbraucher nicht.“

Duftstoffallergie: Ätherische Öle in Duftkerzen, Duftstäbchen, Duftlampen!

Tattoos als Ursache einer Kontaktallergie?

Tattoos sind in der heutigen Zeit gerade bei Jugendlichen ein beliebte Art der Körperverschönerung und Ausdruck eines Lifestyles. Doch nicht selten kann es zu Komplikationen oder Hautreaktionen kommen, wenn die Farbe unter die Haut gespritzt wird. Ob es sich dabei vorrangig um allergische Kontaktreaktionen, oder nicht-allergische Hautirritationen handelt, ist nicht ganz klar, wie Dr. rer. nat. Steffen Schubert berichtet:

„Zum einen, da die eindeutige Diagnose einer allergischen Reaktion bei Tattoo-Komplikationen durch Allergologen oft nicht erbracht werden kann. Gründe hierfür sind Schwierigkeiten beim Epikutantest (auf der Haut), welcher nicht unbedingt dafür geeignet sein muss, die Allergenbildung in der Dermis (Lederhaut), dorthin wird die Tätowiertinte eingebracht, abzubilden, zumindest nicht bei der routinemäßigen Ablesung dieser Tests. Zum anderen behindern eine eingeschränkte Auswahl an Testzubereitungen, fehlende Kenntnis über relevante UV-Spalt-Produkte in den Tinten, sowie Falschdeklarationen der Inhaltsstoffe durch manche Hersteller das diagnostische Testen.

Es gibt zwar Studien, welche diese Fragestellung untersuchten. Diese lieferten jedoch, aufgrund unterschiedlicher Ansätze im Studiendesign, abweichende Ergebnisse. Da jedes Tattoo ein tausendfaches Nadeltrauma produziert, sind Komplikationen von der normalen Wundheilung manchmal schwer zu unterscheiden.

Nichtsdestotrotz kann man sagen, dass „verzögerte Hypersensitivitäts-Reaktionen“, welche wahrscheinlich allergische Reaktionen sind, bei 6 bis 27 Prozent der Tätowierten auftreten. Ungefähr ein Drittel aller Komplikationen der Patienten in einer Kopenhagener Tattoo-Klinik der Bispebjerg University waren allergischer Natur.“

Allergie durch Tattoos bzw. Tätowierungen: Ursachen, Symptome, Risiken

Allergisches Kontaktekzem – kann das Musikinstrument die Ursache sein?

Allergische Kontaktekzeme können durch viele Stoffe ausgelöst werden – auch durch Musikinstrumente, wie eine Studie an 200.000 Berufsmusikern gezeigt hat. Etwa 8 Prozent der getesteten Personen, hatten eine Kontaktdermatitis. Prof. Margitta Worm erklärt:

„Allergische Kontaktekzeme sind bei allen Instrumenten möglich, entweder durch das Instrument selbst, durch Zubehör oder durch Pflegemittel.
Bei der Violine oder Bratsche kann es an der Halsregion zu Irritationen kommen, zum Beispiel durch den Kinnhalter oder die verwendeten Pflegemittel. Bei Zupfinstrumenten wie Gitarre oder Harfe findet man das allergische Kontaktekzem an den Händen. Musiker, die Blasinstrumente aus Blech oder Holz spielen, können durch Bestandteile des Metalls und die Feuchtigkeit Lippenekzeme entwickeln. Bei Holzblasinstrumenten sind Bestandteile der Lackierung, wie zum Beispiel Kolophonium, häufig die Ursache von Kontaktekzemen. Auch Duftstoffe oder Konservierungsstoffe können allergische Reaktionen auslösen. Das Holz selbst ist nur in Einzelfällen verantwortlich für ein allergisches Kontaktekzem, zum Beispiel Palisander.“

Allergisches Kontaktekzem: Berufskrankheit bei Musikern?

Können Chemikalien in Kleidungsstücken zu Kontaktallergien führen?

In Kleidungsstücken und anderen Textilien sind häufig eine Vielzahl an chemischen Stoffen enthalten. Weichmacher, Textilharze, Flammschutzmittel, Mittel gegen Schweißgeruch oder Stoffe für die Haltbarkeit der Textilfarbe. All diese Stoffe können Beschwerden auslösen, berichtet Kinderärztin Barbara Mühlfeld:

„Vor allem Kontaktallergien, Kontaktekzeme, aber auch Neurodermitis, Nesselsucht (Urticaria) – also in der Regel Hauterscheinungen - können durch Chemikalien in Textilien ausgelöst werden. Oft merken es die Mütter, dass ihr Kind auf bestimmte Kleidungsstücke mit einem Ausschlag reagiert. Die Kontaktallergien zeigen sich dann an den Stellen, die besonders eng mit Textilien in Berührung kommen, z.B. in den Hautfalten, oder an Stellen, die für eine Neurodermitis gerade nicht typisch sind.

Solche Allergien findet man im Kindesalter noch selten, obwohl die Kinderhaut viel empfindsamer ist. Aber, weil die Haut dann noch dünn und durchlässiger ist, fürchten wir eine Sensibilisierung und eine Anbahnung der allergischen Reaktionen im Jugendlichen- und Erwachsenenalter. Z.B. sehen wir als Pädiater häufig, dass Kinder, die sehr frühzeitig Ohrringe bekommen, später, in der Pubertät, eine Nickelallergie oder eine Kobaltallergie entwickeln.“

Allergien: Können Chemikalien in Kinderkleidung Allergien auslösen?

Können Knieprothesen Kontaktallergien auslösen?

Eine Kontaktallergie, auch bekannt als allergisches Kontaktekzem, kann auch von medizinischen Implantaten, wie beispielsweise Knieprothesen, ausgelöst werden. Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller sagt:

„In der Öffentlichkeit entsteht manchmal der Eindruck, Kontaktallergien auf Knieimplantate seien ein häufiges Phänomen, tatsächlich sind sie jedoch extrem selten. Rund 165.000 Knieimplantate werden in Deutschland jährlich implantiert 1), aber bei sicherlich nur unter 1 Prozent der Patienten kommt es zu allergischen Reaktionen auf diese Implantate.

In Zukunft könnte sich dies jedoch ändern, denn die Patienten, die eine Knieprothese erhalten, werden immer jünger und jüngere Menschen leiden deutlich häufiger an Allergien als ältere Menschen. Auch Frauen neigen häufiger zu Allergien und 70 Prozent der Knieimplantat-Patienten sind Frauen.“

Knieimplantat – Metallunverträglichkeit – Kontaktallergie?

Können Cochlea Implantate der Auslöser eines allergischen Kontaktekzems sein?

In einer immer älter werdenden Gesellschaft, gehören auch Cochlea Implantate für eine steigende Anzahl an Menschen zum normalen Leben dazu. Zur Frage, wie oft Cochlea Implantate zu allergischen Reaktionen führen, antwortet Prof. Dr. Tilman Keck:

„ Die Anzahl von CI-Versorgungen kann stark von Land zu Land variieren. In Österreich wurden für das Jahr 2011 knapp über 300 CI-Nutzern pro 1 Mio. Einwohner angegeben.
Bestätigte Material-Unverträglichkeiten gegenüber einem Cochlea-Implantat sind extrem selten.“

Und ergänzt:

„Folgende Materialien sind beispielsweise bei dem Cochlea Implantat „MED-EL Mi1250 Synchrony 2“ in direktem Kontakt mit menschlichem Gewebe:
Medizinisch reines Silikon, Platin, Iridium (und Parylen C).“

Kontaktallergie: Allergische Reaktionen durch Cochlea Implantate?

Allergiesymptome durch Sperma – gibt es eine Spermaallergie?

Eine Spermaallergie, oder auch Seminalplasmaallergie, gilt bei vielen Menschen als exotisch. Ob es eine Allergie auf Sperma wirklich gibt, und was man zu dem Thema wissen sollte, erklärt Prof. Johannes Ring im Video.

Spermaallergie: Gibt es eine Allergie auf Sperma?; Prof. Johannes Ring

Spermaallergie: Gibt es eine Allergie auf Sperma?

Kontaktallergie und Rauchen – steigt das Risiko eines chronischen Handekzems?

Rauchen scheint zu den Faktoren zu gehören, die das Risiko für Handekzeme erhöhen. PD Dr. Sonja Molin konnte feststellen, dass Raucher häufiger an allergischen und irritativen Handekzemen leiden, als die Durchschnittsbevölkerung. Als mögliche Erklärung hierfür führt sie aus:

„Die äußerste Hautschicht hat eine natürliche Schutzfunktion. Z.B. hilft sie der Haut, sich vor übermäßigem Wasserverlust zu schützen. Sie schützt jedoch auch vor dem Eindringen von Keimen und allergieauslösenden Substanzen. Man weiß, dass Rauchen oder auch der Nikotinkontakt mit der Haut die Barrierefunktion der Haut an der Hand herabsetzen. Kommt noch häufiges Händewaschen hinzu oder ist die Haut grundsätzlich empfindlich, ist die Barrierefunktion der Haut bereits eingeschränkt. Durch Rauchen und Nikotinkontakt wird die Hautbarriere noch durchlässiger, Allergene dringen leichter in die Haut ein und das begünstigt dieses spezielle allergische und gleichzeitig irritative Handekzem.“

Chronisches Handekzem: Sind Raucher stärker gefährdet?

Welche Symptome können bei Kontaktallergien auftreten?

Ein allergisches Kontaktekzem kann durch zahlreiche Stoffe ausgelöst werden und sich anhand einer Vielzahl von Symptomen bemerkbar machen. Dazu gehören unter anderem:

  • Juckreiz
  • Rötung der Haut
  • Trockene, schuppende Haut
  • Entzündete, verdickte Haut
  • Knötchen oder Bläschen
  • Schmerzhafte, schlecht heilende Risse

Wenn keine Behandlung erfolgt und die Haut weiterhin dem Allergen ausgesetzt ist, verschlechtern sich die Symptome immer weiter.

Allergie-Wiki: Allergisches Kontaktekzem

Allergisches Kontaktekzem – wie sehen die Symptome aus?

Die Ursachen für Hautveränderungen sind vielfältig. Welche Symptome für ein allergisches Hautekzem sprechen, erklärt Prof. Dr. med. Phil. Johannes Ring im Video.

Allergisches Kontaktekzem: Die Symptome!; Prof. Johannes Ring

Kontaktallergien in Gesundheitsberufen – auf welche Symptome sollte das Klinikpersonal achten?

Menschen in Gesundheitsberufen, wie Ärzte, und besonders Alten- und Krankenpfleger, haben ein erhöhtes Risiko für Kontaktallergien. Etwa 20 bis 30 Prozent der Pflegebeschäftigten leiden an Handekzemen. Die allergisch-bedingten Handekzeme werden oft ausgelöst durch Stoffe, die häufig im direkten Kontakt mit der Haut an den Händen kommen. Eine wichtige Rolle hierbei spielen Gummiinhaltsstoffe, die in den Schutzhandschuhen verwendet werden. Die Symptome von Handekzemen erkennt man, laut Dr. med. Richard Brans, folgendermaßen:

„Handekzeme sind durch entzündliche Hautveränderungen an den Händen gekennzeichnet. Diese und deren Ausprägung können sehr unterschiedlich sein. Zu den Symptomen zählen Schuppung, Rötung, Bläschenbildung, Verhornung und Hautrisse. Diese können mit Juckreiz oder teilweise Schmerzen einhergehen.

Eine trockene, rissige Haut bei Personen mit beruflichen Hautbelastungen kann ein erstes Warnzeichen sein. Sie sollte daher ernst genommen werden und zu verstärkten Hautschutz- und Hautpflegemaßnahmen veranlassen.“

Handekzem in Gesundheitsberufen: Symptome, Therapie, Schutz

Kontaktallergie auf Hüftprothesen – welche Beschwerden können auftreten?

Mittlerweile kommt es bei Hüftprothesen nur noch zu einer geringen Zahl an Unverträglichkeitsreaktionen. Kommt es dennoch zu allergischen Kontaktreaktionen, so Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, treten folgende Symptome auf:

„In aller Regel kommt es nach einem beschwerdefreien Intervall innerhalb von zweieinhalb bis 3 Jahren zu erneuten Beschwerden, überwiegend Schmerzen. Diese führen den Patienten dann zum Arzt. Das Röntgenbild kann Auffälligkeiten im Sinne von Osteolysen, d.h. Knochenabbau, zeigen, muss es aber nicht.

Neben Schmerzen können natürlich auch Hautveränderungen wie Ekzeme auftreten. Hautveränderungen können am gesamten Körper auftreten, da entsprechende Metalle im gesamten Körper zirkulieren.

Wie bereits gesagt, kann eine Allergie zum Versagen der Prothese durch Auslockerung führen.“

Allergien, Unverträglichkeits-Reaktionen: Ein Risiko bei Hüftprothesen?

Allergiesymptome nach Tätowierung – Kontaktallergie durch Tattoos?

Bei vielen Menschen, vor allem bei den jüngeren Generationen, sind Tattoos ein beliebtes Lifestyle-Accessoire. Doch ein Tattoo birgt auch Risiken, nicht nur können nach dem Stechen Infektionen auftreten, auch Kontaktallergien können durch ein Tattoo ausgelöst werden und sich durch unschöne Symptome bemerkbar machen, wie Dr. med. Klaus Hoffmann erklärt:

„Die dann folgenden Reaktionen sind mannigfaltig. Sie umfassen rein klinisch eine plaque-artige Verdickung, exzessive Hyperkeratosen – das sind übermäßige Verhornungen der Haut - das Ganze mit oder ohne Juckreiz. Histologisch sieht man in aller Regel eine heftige Entzündungsreaktion, die granulomatös sein kann, das heißt es kommt zu knötchenförmigen Gewebeneubildungen.

Es ist richtig, dass derartige Reaktionen besonders häufig auf die Farbe Rot auftreten.“

Zum zeitlichen Abstand zwischen Tätowierung und Allergiesymptomen ergänz Dr. med. Klaus Hoffmann:

„Einen sicheren Zeitabstand gibt es ebenfalls nicht. Es kommt hier immer auf die Menge des Farbmaterials an, das eingebracht wird. Ebenso spielt sowohl die Fähigkeit des einzelnen Organismus, den Farbstoff zu koppeln, eine Rolle, als dann auch die allergene Wirkung auf das Individuum. Feste Regeln gibt es, wie bei allen anderen Allergien, eher nicht.“

Tätowierung – Tattoo – Allergie: Problemfarbe Rot!

Wie erfolgt die Diagnose bei einem allergischen Kontaktekzem?

Die Diagnose beim Kontaktekzem erfolgt anhand der Anamnese und der ausgebildeten Symptome. Das verursachende Allergen muss dann mit Hilfe eines Epicutantests, also eines Hauttests, ermittelt werden. Dabei werden in einem sehr aufwändigen Verfahren die verdächtigen Substanzen mit Testpflastern auf die Haut geklebt. 24 oder 48 Stunden später erfolgt die Kontrolle mit der Entfernung der Pflaster und erneuter Markierung der Teststellen. Nach 72 Stunden erfolgen die endgültige Testablesung und die Besprechung der Testergebnisse mit dem behandelnden Arzt.

Allergie-Wiki: Allergisches Kontaktekzem

Wie wird das allergische Kontaktekzem diagnostiziert?

Bei Verdacht auf eine Kontaktallergie, sollte eine gründliche Diagnose erfolgen. Wie ein allergisches Kontaktekzem diagnostiziert werden kann und welche Tests zur Verfügung stehen, erklärt Prof. Dr. med. Dr. Phil. Johannes Ring im Video.

Allergisches Kontaktekzem: Die Diagnose; Prof. Johannes Ring

Handekzem – wie geht man bei der Diagnose vor?

Die Ursachen für Handekzeme sind vielfältig und nicht immer eindeutig dem Handekzem zuzuordnen. Es gibt drei verschiedene Arten der Handekzeme.

  1. Das allergische Handekzem
  2. Das Abnutzungsekzem
  3. Das atopische Handekzem

Die zugrundeliegende Ursache eines Handekzems, sollte, so Dr. Andreas Degenhardt, unbedingt ärztlich ermittelt werden, insbesondere dann, wenn die Ursache im Berufsumfeld vermutet wird:

„Das Beurteilen der sichtbaren Symptome reicht zur Diagnose des Handekzems nicht aus. Die drei klassischen Formen des Handekzems, die wir besprochen hatten, findet man nicht immer in dieser Reinform. Wie gesagt gibt es auch Mischformen, z.B. wenn sich primär ein abnutzungsbedingtes Handekzem entwickelt hat und sich daraufhin auch noch ein allergiebedingtes Ekzem bildet. Insbesondere, wenn das Ekzem schon seit längerem besteht, lässt sich allein an der Optik keine Differenzierung vornehmen.

Deshalb sollte auf jeden Fall ein Allergietest durchgeführt werden, zunächst ein Epikutantest am Rücken, bei dem die in Frage kommenden Allergene getestet werden und dann evtl. ein Prick-Test, um eine eventuelle Atopiebereitschaft abzuklären. Auch eine Pilzdiagnostik kann sinnvoll sein, weil in manchen Fällen zu dem bestehenden Ekzem noch ein Pilzbefall hinzukommen kann. Manchmal stellt sich dann heraus, dass es sich nicht um ein Handekzem sondern um eine Pilzerkrankung handelt. Zusätzlich bestimmen wir mit einem TEWL-Test den transepidermalen Wasserverlust bzw. die Speicherkapazität der Haut für Wasser und messen mit der Corneo- und Sebumetrie den Fett- und Feuchtingkeitsgehalt der Haut.“

Handekzeme: Symptome, Ursachen, Diagnose und Therapie

Wie kann eine Duftstoffallergie diagnostiziert werden?

Die Verwendung von Pflege- und Kosmetikartikeln gehört für die meisten Menschen zum täglichen Leben dazu. Egal ob Shampoo, Body-Lotion, Cremes oder Parfüms, in fast allen Produkten befinden sich Duftstoffe. Das ist aus allergologischer Perspektive durchaus relevant, da Duftstoffallergien zu den häufigsten Kontaktallergien gehören. Wenn man auf bestimmte Produkte mit typischen Symptomen reagiert und eine Duftstoffallergie vermutet, sollte dies gründlich abgeklärt werden, wie Prof. Dr. med. Wolfgang Uter rät:

„Wenn ein Patient ein Ekzem entwickelt, erkennt er manchmal direkt, wodurch die allergische Hautreaktion ausgelöst wurde, wie gesagt z.B. bei Parfüm oder Deo. Diese Patienten sollten dann auf das besagte Kosmetikprodukt verzichten, die allergischen Hautreaktionen bilden sich zurück und ein Arztbesuch ist nicht nötig. Andererseits ist es gerade bei weit verbreiteten Duftstoffen möglich, dem mutmaßlichen Allergen in einem nächsten Produkt zu begegnen, so dass ein Allergietest doch sinnvoll sein kann.

Ist es nicht ersichtlich, wodurch es zu den Allergiesymptomen kam, aber der Patient vermutet eine Duftstoffallergie, sollte der Patient seinen Hausarzt aufsuchen, der ihn zum Dermatologen schicken sollte, oder aber der Patient geht direkt zum Dermatologen. Der Dermatologe würde dann beim Patienten einen Epikutantest durchführen und dafür sollte mindestens eine sogenannte Standardreihe mit einigen Duftstoffmixen zum Einsatz kommen.“

Duftstoffallergien: Symptome, Ursachen, Risiken, Therapie?

Kontaktekzem beim Kind – wie erfolgt die Diagnose?

Viele verschiedene Stoffe, können Kontaktekzeme bei Kindern, wie auch bei Erwachsenen, hervorrufen. Zu den allergischen Kontaktekzemen kommt es überall dort, wo der allergene Stoff mit der Haut in Kontakt gekommen ist. Sowohl Farbstoff oder Weichmacher in Kleidungsstücken und Nickel in Reißverschlüssen, als auch Konservierungs- und andere Stoffe in Seifen und Cremes, können die unschönen Symptome einer Kontaktallergie hervorrufen. Daher ist eine rasche und gründliche Diagnose wichtig. Prof. Dr. Regina Fölster-Holst:

„Das allergische Kontaktekzem tritt ja in der Regel da auf, wo das Allergen die Haut berührt. Die Stelle, an der sich das Kontaktekzem befindet, kann daher bereits ein guter Hinweis auf das auslösende Allergen sein. Wertvolle Hinweise ergeben sich auch aus der Anamnese zu individuellen Lebensumständen des Kindes, wie z.B. Sportarten oder Hobbies, bei denen es zum Allergenkontakt kommen könnte.

Mit einem Hauttest, dem so genannte Epikutantest, werden dann unterschiedliche Kontaktallergene auf mögliche Sensibilisierungen geprüft. In Verbindung mit der entsprechenden Anamnese wird die Diagnose eines allergischen Kontaktekzems bei positivem Epikutantest gestellt. Damit ist das auslösende Allergen identifiziert.“

Kontaktallergie: Wie zeigt sich ein allergisches Kontaktekzem beim Kind?

Wie wird ein allergisches Kontaktekzem behandelt?

Die wirkungsvollste Therapie bei der Kontaktallergie besteht in der Vermeidung der allergieauslösenden Substanzen oder zumindest in der Reduktion von Konzentration und Kontaktfrequenz. Die Voraussetzung hierfür ist es, das Allergen einwandfrei zu identifizieren. In gravierenden Fällen kann eine Veränderung im Berufsleben bis hin zum Wechsel des Berufs die Folge sein.

Lässt sich der Kontakt nicht vermeiden, haben sich spezielle Hautschutzcremes und Salben zum Schutz und Wiederaufbau der Hautschutzbarriere und das Tragen von Handschuhen bewährt. In manchen Berufen existieren sogenannte Hautschutzpläne.

Allergie-Wiki: Allergisches Kontaktekzem

Wie lässt sich eine Kontaktallergie behandeln?

Ein allergisches Kontaktekzem kann für die Betroffenen sehr lästig sein. Was man gegen ein allergisches Kontaktekzem tun kann und welche Rolle der Wirkstoff Kortison in der Behandlung spielt, berichtet Prof. Dr. med. Dr. Phil. Johannes Ring im Video.

Allergisches Kontaktekzem: Die Therapie!; Prof. Dr. med. Dr. Phil. Johannes Ring

Wie sieht die Behandlung bei einer Nickelallergie aus?

Nickel ist in vielen Produkten enthalten und mit Abstand die häufigste Kontaktallergie. Besonders Damen haben da erhöhtes Risiko, da in vielen Accessoires wie Ohrringen, Ringen, Armbändern und Ketten Nickel enthalten ist. Doch auch in metallverarbeitenden Berufen besteht ein erhöhtes Risiko, eine Allergie auf Nickel zu entwickeln. Wie bei vielen anderen Allergien auch, ist das wichtigste in der Behandlung einer Nickelallergie, so OA Dr. Christian Schuster, den Kontakt zum Allergen so gut wie möglich zu vermeiden:

„Genau, Meidung ist das Wichtigste bei der Nickelallergie. Ist das Kontaktekzem bereits da, ist deshalb der wichtigste Schritt, den Auslöser zu eruieren. Kann man den Auslöser benennen, kann man ihn auch meiden. Zur Behandlung bestehender Ekzeme greift man auf topische Steroide in Kombination mit pflegenden Produkten zurück.

Um das relevante Allergen herauszufinden, nutzt man den Epikutantest, der standardmäßig auch das Nickelallergen enthält. Allerdings möchte ich an dieser Stelle vor den sogenannten "prophetischen Epikutantests" warnen. Damit sind die Testungen gemeint, die ohne wirklichen Anlass vorgenommen werden, einfach nur weil man wissen will, ob eine Sensibilisierung vorliegt. Was viele nicht wissen:

  1. Man kann sich in selten Fällen auch durch einen Test sensibilisieren!
  2. Der Test gibt immer nur Auskunft über die aktuell vorhandene Sensibilisierung, zukünftige Sensibilisierungen sind nicht ausgeschlossen!

Aus diesen Gründen befürworten wir Screeningtests oder Berufseingangstests für mögliche Kontaktallergien nicht.“

Nickelallergie: Wie kommt es zur Sensibilisierung? Was muss man meiden?

Wo bekommt man Informationen, wenn man an einer Nickelallergie leidet?

Die Nickelallergie gehört zu den häufigsten Kontaktallergien. Auf Nickelfrei.de können sich sowohl Nickelallergiker, sowie interessierte Laien über das Thema Nickel und Nickelallergie informieren, wie Tobias Kemper berichtet:

„Die Interessen unserer Leser sind äußerst vielseitig. Neben allgemeinen Informationen über Ursachen, Symptome und Therapie interessiert die Betroffenen natürlich der tägliche Umgang mit der eigenen Allergie. Insbesondere nickelarme Ernährungskonzepte sind gefragt, hier erreichen uns wöchentlich Anfragen.

Aber auch die Suche nach nickelfreien Gebrauchsgegenständen wie Schmuck oder Kosmetik sowie allergiebedingte Berufseinschränkungen beschäftigen unsere Leser sehr.“

Nickelfrei.de – das Gesundheitsportal für Nickelallergiker

Allergisches Kontaktekzem – was kann man tun?

Allergische Kontaktekzeme können durch viele Stoffe in alltäglichen Produkten ausgelöst werden. Zusätzlich sind auch einige Berufsgruppen einem erhöhten Risiko einer Kontaktallergie ausgesetzt. Dazu gehören besonders Berufe im Gesundheitswesen, aber auch Berufsgruppen, die oft mit chemischen Stoffen in Kontakt kommen. Gerade bei berufsbedingten allergischen Kontaktekzemen ist es wichtig, diese gar nicht erst entstehen zu lassen. Prof. Dr. Franziska Ruëff:

„Wichtig ist in der Tat die primäre Prävention. Gerade hatten wir eine Patienten, die Veterinärmedizinerin ist und eine Allergie gegen tierische Sekrete entwickelt hat. Dabei stellte sich heraus, dass die Tierärzte, z.B. bei der Arbeit mit kalbenden Kühen, keine speziellen Schutzhandschuhe tragen. Hier fragt man sich schon, ob diese Sensibilisierung nicht durch geeignete Schutzmaßnahmen hätte verhindert werden können. Eine andere wichtige Maßnahme sind gesetzliche Sicherheitsvorschriften zum Verbot oder der Reduktion besonders gefährlicher Allergene am Arbeitsplatz. Leider hat man da auf europäischer Ebene auch Chancen verpasst, z.B. Euro-Münzen ohne Nickel herzustellen.“

Berufsbedingtes allergisches Kontaktekzem: Was tun?

Wie kann man berufsbedingten Handekzemen richtig vorbeugen?

Viele Produkte des täglichen Lebens enthalten Stoffe, die allergische Reaktionen wie allergische Kontaktekzeme auslösen können. Besonders einige Berufsgruppen, wie Bäcker, Friseure, Metallarbeiter, sowie Pflegekräfte, haben ein erhöhtes Risiko für allergische oder toxisch-irritative Handekzeme. So sind besonders diese Berufsgruppen dazu aufgerufen, adäquate Schutzmaßnahmen zu ergreifen und umzusetzen. Der Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V. informiert:

Eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen gegen Hautschäden durch dauerhaft feuchtes Milieu, Chemikalien oder Allergene sind geeignete Schutzhandschuhe. Um zu verhindern, dass die Haut darin schwitzt, sollten diese möglichst mit Baumwolle ausgekleidet sein und höchstens zwei Stunden am Stück getragen werden. Bei Tätigkeiten an rotierenden Werkzeugen sind Handschuhe aus Sicherheitsgründen verboten. Hier kommen stattdessen spezielle Hautschutzmittel zum Einsatz, die auf die Haut aufgetragen werden.

Handekzeme vorbeugen – Hautschutz nach Plan

Kontaktallergie im Friseurberuf – was kann man tun?

Friseure kommen täglich mit vielen allergenen Stoffen, wie Oxidationshaarfarben, Bleichmitteln, oder Duftstoffen in Berührung. Eine übergeordnete Rolle in der Behandlung von Kontaktallergien im Friseurberuf, stellt die Prävention da. Auf www.safehair.de können sich Friseure und Interessierte über Kontaktallergien im Friseurberuf, sowie deren Vermeidung, informieren. Prof. Dr. med. Swen Malte John erklärt:

„Neben den besprochenen Maßnahmen in Bezug auf den Umgang mit den Handschuhen, gibt es bei Safehair eine gute Zusammenfassung der Maßnahmen für einen systematischen Hautschutz, der auf den drei Säulen Hautschutz, Hautreinigung und Hautpflege basiert.

Dazu gehört z.B. auch der Gebrauch von Einmalhandtüchern, denn auch über gebrauchte Handtücher kann es zu Allergenkontakt kommen, und das häufige Eincremen der Hände, Regenerationszeiten für die beanspruchte Haut etc.

Außerdem ist es wichtig, dass all diese Dinge auch gut erreichbar sind, dafür hat Safehair einen Griffel entwickelt, der z.B. auch die Hautschutzcreme enthält. Im European Framework Agreement in Hairdressing haben die Friseurverbände praktische und einfach umzusetzende Schutzmaßnahmen beschrieben."

Allergien im Friseurberuf: Risiken minimieren durch sinnvolle Prävention!

Was tun, wenn man allergisch auf Hautpflegeprodukte reagiert?

Hautpflegeprodukte gehören für die meisten Menschen zum täglichen Leben. Damit sich in den Cremes und Lotionen keine pathogenen Keime vermehren, sind die Hersteller solcher Produkte dazu verpflichtet, ein mikrobiologisches Qualitätsmanagement vorzuweisen. In diesem Rahmen werden dem Produkt dann meist Konservierungsstoffe beigefügt. Sollte man allergisch auf die klassischen Konservierungsstoffe reagieren, greift man als Betroffener schnell zu Produkten mit dem Label „frei von Konservierungsstoffen“.

Dr. Wolfgang Röchler erklärt dazu:

„Frei von Konservierungsstoffen“ kann bei Kosmetikprodukten erstens bedeuten, dass keine Stoffe mit konservierender Wirkung eingesetzt werden. Wasserfreie Produkte oder Produkte in denen das Wasser gebunden wird, z.B. durch Sorbitol, das zu einem „Marmeladen-Effekt“ führt, brauchen nicht konserviert werden, da ohne Wasser kein mikrobielles Wachstum stattfinden kann.

Zweitens kann das bedeuten, dass keine "klassischen", d.h. in der Kosmetikverordnung aufgeführten bioziden Konservierungsmittel genutzt werden, sondern Stoffe mit einer primären Wirkung, wie z.B. Feuchthaltung, Lösemittel, Parfüm etc., und einer sekundären konservierenden Wirkung.

Da diese in der Kosmetikverordnung nicht als Konservierungsmittel erwähnt sind, wird das von Herstellern als "frei von Konservierungsmitteln" bzw. "frei von klassischen Konservierungsmitteln" bezeichnet. Nach der Empfehlung der EU-Arbeitsgruppe für Produktclaims [2] sollte "frei von Konservierungsmitteln" bedeuten, dass gar keine Stoffe mit einer konservierenden Wirkung enthalten sind.“

Wozu braucht man Konservierungsstoffe in Hautpflegeprodukten?

Kontaktallergie auf Duftstoffe – sind alle „frei von Duftstoffen“- Produkte gut verträglich?

Duftstoffe sind in den meisten Pflegeartikel enthalten. In Cremes, Lotionen, Shampoos und Parfüms beispielsweise. Duftstoffallergiker müssen dementsprechend auf alternative Pflegeprodukte, beispielsweise Produkte mit dem Label „frei von Duftstoffen“ ausweichen. Hierzu erklärt Prof. Dr. med. Wolfgang Uter:

„Sobald einer der 26 Duftstoffe, die in der ersten SCCS-Empfehlung aufgeführt sind, im Produkt enthalten ist, unterliegt dies der Deklarationspflicht, wenn der Anteil des besagten Stoffes über 10 ppm (Parts per Million) in Kosmetika liegt, die auf der Haut verbleiben („leave-on“) bzw. über 100 ppm bei Kosmetika, die von der Haut wieder entfernt werden („rinse-off“). Alle anderen Duftstoffe müssen aktuell pauschal als „Parfüm“ deklariert werden. Wenn jemand eine Allergie auf einen anderen als einen der 26 gelisteten Duftstoffe hat, oder auf einen nicht identifizierten Duftstoff, hilft ihm diese Deklaration entsprechend nicht.

Man müsste dann den Patienten empfehlen, alle Duftstoffe global zu meiden. Verlässt er sich dann auf den Claim „frei von Duftstoffen“ hat dies aber seine Tücken. Das liegt daran, dass einige Substanzen, die als Duftstoff fungieren, nicht nur als Duftstoffe eingesetzt werden, sondern auch als Konservierungsmittel oder Hilfsstoffe."

Duftstoff-Deklarationspflicht: Hilft sie Duftstoffallergikern?

Kontaktallergie auf Wasch- und Reinigungsmittel – gibt es nützliche Tipps?

Wasch- oder Reinigungsmittel beinhalten oft Duft- und Konservierungsstoffe, welche Allergien auslösen können. Hierbei spricht man von einer Kontaktallergie auf ein bestimmtes Allergen, also einen Konservierungsstoff oder einen Duftstoff. Allergiker sollten daher auf Labels wie „frei von Duftstoffen“ oder „frei von Konservierungsstoffen“ achten. Doch es gibt noch weitere Tipps, um den Allergenkontakt beim Waschen zu vermeiden. Marcus Gast empfiehlt:

„Grundsätzlich sind beim Waschen mit der Waschmaschine die letzten Spülgänge immer Spülgänge mit klarem Wasser. Dadurch sollen Rückstände von Waschmitteln aus der Wäsche entfernt werden. Je nach Modell lassen sich aber bei vielen Waschmaschinen noch zusätzliche Spülgänge auswählen. Für den Nicht-Allergiker reichen die üblichen zwei bis drei Spülgänge mit klarem Wasser zumeist aus. Für Allergiker empfiehlt es sich jedoch, einen zusätzlichen Klarspülgang zu programmieren, um das Ausspülen von Rückständen des Waschmittels zu verbessern.

Weiter sollte man wissen, dass es bei duftstoffhaltigen Waschmitteln auch durch die Wärme beim Bügeln zu einer verstärkten Freisetzung von Duftstoffen kommen kann. Diese können dann beim Bügeln vermehrt eingeatmet werden und bei Allergikern Beschwerden verursachen. Allergiker können dieses Problem vermeiden, indem sie ein duftstofffreies Waschmittel verwenden.“

Wasch und Reinigungsmittel: Wie vermeidet man Allergene?

Was tun wenn mein Kind allergisch auf Kleidungsstücke reagiert?

Chemikalien, wie Weichmacher, Textilfarben oder Knitterschutz, finden sich in fast allen Kleidungsstücken und können Allergien und andere Erkrankungen auslösen. Besonders bei Kindern sind Schadstoffe in den Textilien problematisch, da die Haut von Kindern viel durchlässiger ist, als die von Erwachsenen. Daher sollten Eltern beim Kauf von Kleidungsstücken einige Tipps befolgen:

  • Schwarz und blau vermeiden
  • Riechtest – stark chemisch riechende Kleidung meiden
  • Nach Möglichkeit Secondhand kaufen
  • Etikett sorgfältig lesen – um Hinweise auf chemische Substanzen zu erhalten
  • Auf Siegel achten – für Hinweise auf gesundheitliche Unbedenklichkeit
  • Informationen einholen – auf www.reach-info.de des Umweltbundesamts

Kinder- und Jugendärzte warnen vor Risikochemikalien in Kinderkleidung

Kontaktallergie auf Tattoos – was ist bei der Tattoo-Entfernung zu beachten?

Tattoos sind ein beliebtes Ausdrucksmittel, um seine Verbundenheit an einen Menschen, Ort oder Verein offen darzustellen. Doch es gibt auch Gründe, warum Menschen ein Tattoo wieder entfernen lassen möchten. Ein besonders schonendes Verfahren ist die Laser-Therapie. Soll ein Tattoo aufgrund allergischer Reaktionen auf die Tätowierung entfernt werden, sollte jedoch von der Laser-Therapie abgesehen werden. Dr. Große-Büning erklärt:

„Liegt eine Allergie gegen ein Pigment der Tätowierung vor, sollte man von der Lasertherapie unbedingt absehen. Denn durch das Zerschießen der Partikel in sehr viele kleine Teilchen kann eine bestehende allergische Reaktion vergrößert werden. Das kann bis zu allergischen „Ganzkörper“-Erscheinungen führen.

Ist von einer Allergie auf ein Tattoo-Pigment auszugehen, bleibt zur Entfernung meist nur das Herausschneiden. Ist eine allergische Reaktion auf einem größeren Hautareal aufgetreten, so müssen das entsprechende Hautareal mit Cortison-Cremes behandelt werden. Zur Entfernung des Tattoos muss dann eventuell ein anderes Laserverfahren angewendet werden, das die Pigmente nicht zerschießt. Alternativ kann die Haut abgeschliffen werden. Solche Optionen bergen allerdings die bereits angesprochene Gefahr der Narbenbildung.“

Tattoos – Tätowierungen entfernen: Wie geht das?