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Duftstoff Allergie ätherische Öle

Dr. med. Hermann Josef Kahl über Duftstoffallergien durch ätherische Öle! Bildquelle: H. J. Kahl

Duftstoff Allergie: Ätherische Öle in Duftkerzen, Duftstäbchen, Duftlampen!

Bei einer Duftstoff Allergie sollte man auch an Duftkerzen, Duftstäbchen und Duftlampen denken. Sie enthalten ätherische Öle, und dass dadurch Allergien ausgelöst werden können, ist Vielen nicht bewusst. Dabei gehören Duftstoffe zu den häufigen Verursachern von Kontaktallergien. Man findet sie in erster Linie in Parfüms, Cremes, Seifen, Wasch- und Reinigungsmitteln. MeinAllergiePortal sprach mit Dr. med. Hermann Josef Kahl, Kinder- und Jugendarzt und Kinder- und Jugendkardiologe, worauf man achten sollte.

Autor: Sabine Jossé M.A.

Interviewpartner: Dr. med. Hermann Josef Kahl

Herr Dr. Kahl, ist es bekannt, wie häufig es durch Duftkerzen, Duftstäbchen und Duftlampen zu allergischen Reaktionen kommt?

Wie häufig es durch ätherische Öle in Duftkerzen, Duftstäbchen oder Duftlampen zu Allergien kommt, kann ich leider nicht sagen. Untersuchungen dazu sind mir nicht bekannt. Man weiß jedoch, dass bei diesen Produkten eine Gefahr besteht, eine Duftstoffallergie zu entwickeln. Deshalb sollte man eine allergische Reaktion nicht provozieren. Hinzu kommt bei Kindern: Je kleiner die Kinder sind, wenn sie durch ätherische Öle aus Duftkerzen, Duftstäbchen oder Duftlampen Allergien entwickeln, umso unangenehmer können die Folgen sein.

Zu welchen Symptomen kann es kommen, wenn es durch ätherische Öle in Duftkerzen, Duftstäbchen oder Duftlampen zu einer Duftstoff Allergie kommt?

Zu Symptomen einer Allergie durch ätherische Öle aus Duftkerzen, Duftstäbchen oder Duftlampen kann es sowohl an der Haut, als auch an der Schleimhaut bzw. an den Atemwegen zu allergischen Reaktionen kommen.

An den Atemwegen können sich aufgrund ätherischer Öle die Symptome eines allergischen Schnupfens zeigen, es kann aber auch zu Asthma kommen, was fatal wäre.

Es kann aber durch ätherische Öle auch zu Reizungen an der Haut, etwa an den Händen, kommen, wenn man auf ätherische Öle aus Duftkerzen, Duftstäbchen oder Duftlampen allergisch reagiert. Vor allem dann, wenn das Kind mit diesen Produkten direkten Hautkontakt hatte.

Kann es bei einer Allergie auf Duftstoffe auch zu Kopfschmerzen kommen?

Grundsätzlich kann es bei jeder Allergie auch zu Kopfschmerzen kommen, auch bei der Duftstoff-Allergie.

Welche ätherischen Öle sind denn verantwortlich für die Duftstoff Allergien, gibt es besonders gefährliche?

Bei der Frage, welche ätherischen Öle oder Duftstoffe zu allergischen Reaktionen führen, kommt es weniger auf das jeweilige Öl oder den Duftstoff an. Ausschlaggebend ist die individuelle Immunreaktion des Patienten. Manche Menschen reagieren nur mit leichten Symptomen, etwa einem allergischen Schupfen, auf Duftstoffe. Bei anderen Patienten wiederum, kommt es zu sehr heftigen allergischen Reaktionen, bis hin zum allergischen Schock.

Kann man sagen, wie lange bzw. wie intensiv diese Produkte genutzt werden müssen, bis es zur Entstehung von Duftstoff-Allergien kommt?

Zu allergischen Reaktionen auf ätherische Öle aus Duftkerzen, Duftstäbchen oder Duftlampen kann es relativ schnell kommen. Schon beim zweiten oder dritten Kontakt können Duftstoffallergien auftreten.

Sind hauptsächlich Kinder von Allergien auf ätherische Öle aus Duftkerzen, Duftstäbchen oder Duftlampen betroffen oder auch Erwachsene?

Die Prävalenzrate der allergischen Kontaktdermatitis wird im Kindesalter mit 16.5 Prozent angegeben. Die häufigsten Auslöser sind Duftstoffe, Metalle, zum Beispiel Nickel, und Konservierungsstoffe. Aber auch bei Erwachsenen kann es zu Allergien kommen, wenn sie mit ätherischen Ölen aus Duftkerzen, Duftstäbchen oder Duftlampen in Berührung kommen.

Tragen Menschen, die bereits Allergien haben, ein höheres Risiko, eine Duftstoffallergie zu entwickeln?

Man kann davon ausgehen, dass Menschen, die bereits Allergiker sind, ein noch größeres Risiko für eine Duftstoffallergie haben. Das bereits bestehende Risiko sollte man nicht vergrößern, indem man Duftkerzen, Duftstäbchen oder Duftlampen mit ätherischen Ölen benutzt.

Was sind die Auslöser für eine Allergie auf ätherische Öle in Duftkerzen, Duftstäbchen und Duftlampen?

Feinstaub, Ruß und Formaldehyd gelten als die wichtigsten Auslöser für die Entstehung von Duftstoff-Alergien der Atemwege.

Aber auch der Kontakt mit dem Lampenöl selbst kann eine allergische Reaktion auslösen.

Bei Kindern besteht zudem immer die Gefahr, dass sie aus Neugier alle unbekannten Gegenstände untersuchen wollen. So kann es leicht passieren, dass sie mit dem Öl aus einer Duftlampe in Hautkontakt kommen oder es sogar in den Mund nehmen. Damit müssen Eltern einfach rechnen. Aus Sicht der Kinder- und Jugendärzte warnen wir deshalb eindringlich davor, Duftkerzen, Duftstäbchen und Duftlampen in Wohnungen aufzustellen, in denen sich kleine Kinder aufhalten.

Gibt es weitere allergene Stoffe in Duftkerzen, Duftstäbchen und Duftlampen?

Generell kann jeder Duftstoff, auch ein synthetischer Duftstoff, potenziell eine Allergie auslösen. Bei synthetischen Duftstoffen sollte man sogar noch vorsichtiger sein. Die chemische Zusammensetzung dieser Düfte kennt ein normaler Verbraucher nicht.

Kann es bei einer Duftstoff Allergie auch zu allergischen Reaktionen auf Duftstoffe im Shampoo oder Waschmittel kommen?

Ja, bei einer Duftstoff Allergie kann es sehr wohl auch zu allergischen Reaktionen auf Duftstoffe in Shampoos oder Waschmitteln kommen. Wir wissen, dass Flüssigwaschmittel und Shampoos gerade bei Kindern sehr häufig eine allergische Reaktion der Haut hervorrufen. Häufig fragen die Eltern dann nach einer Liste mit Waschmitteln und Shampoos, die in Bezug auf Duftstoffallergien besonders problematisch sind, oder umgekehrt, nach einer Liste verträglicher Kosmetikprodukte. Eine solche Liste gibt es aber leider nicht.

Gibt es Tests, mit denen man Allergien auf Duftstoffe diagnostizieren kann?

In allergologischen Fachpraxen ist es möglich, Tests auf Duftstoffallergien durchzuführen. Es gibt inzwischen gute Hauttests, das Patch-Testing, die auch im Kindesalter eingesetzt werden. Ein Beispiel ist der T.R.U.E.-Test. „T.R.U.E“ steht für Thin-layer Rapid-use Epicutaneous Patch-Test. Für Allergietests gibt es Testsubstanzen, die für Hauttests oder nasale Tests genutzt werden können.

Wie sieht die Therapie bzw. Behandlung bei Duftstoff Allergien aus?

Auch bei einer Allergie auf Duftstoffe gilt es, das Allergen zu meiden. Gegebenenfalls kann es nötig werden, auch Antihistaminika oder Kortison einzusetzen. Bestehen auch Atembeschwerden, kann es sinnvoll sein, auf ein Asthma-Spray zurückzugreifen.

Wie ist vor diesem Hintergrund der Trend zu Raumbeduftungen in öffentlichen Räumen, wie Kaufhäusern, Hotels, öffentlichen Toiletten etc. zu bewerten?

berufsverband der kinder und jugendaerzte bvkj duftstoffallergie duftkerzen duftstaebchen duftlampenDer Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (bvk) warnt vor ätherischen Ölen in Duftkerzen, Duftstäbchen und Duftlampen!Der zunehmende Einsatz von Duftstoffen in öffentlichen Räumen ist aus meiner Sicht keine positive Entwicklung.

In Kaufhäusern und Geschäften werden Raumdüfte bereits sehr häufig eingesetzt und es gibt sogar schon Überlegungen, Raumdüfte in U-Bahnen zu nutzen. Diese Entwicklung ist auch deswegen höchst kritisch zu sehen, weil überhaupt nicht abzusehen ist, zu welchen Reaktionen es bei den Fahrgästen durch die eingesetzten Duftstoffe kommen kann. Es kann doch nicht sein, dass es bei einem Fahrgast mit Asthma durch die ätherischen Öle erst zu einem Asthmaanfall kommen muss, bevor man sich der Risiken dieser Maßnahmen bewusst wird. Das Problem wird dann aber sein, dass es gar nicht so einfach nachzuweisen sein wird, dass ein Asthmatiker tatsächlich aufgrund der Raumbeduftung eine Exazerbation erleidet. Man kann deshalb allen Allergikern nur raten, alle Gebäude, in denen Raumdüfte eingesetzt werden, zu meiden.

Anstelle Räume zu beduften, sollte man lieber für eine regelmäßige und gut funktionierende Lüftung sorgen. Aus meiner Sicht fehlt hier auch eine gesetzliche Grundlage, denn soweit ich weiß, gibt es keine Einschränkungen im Hinblick auf die Beduftung öffentlicher Räume.

Herr Dr. Kahl, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.