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Tätowierungen entfernen

Dr. Große-Büning zum Thema: Tattoos – Tätowierungen entfernen: Wie geht das?

Tattoos – Tätowierungen entfernen: Wie geht das?

Tattoos sind beliebt – und doch möchten ihre Besitzer sie manchmal wieder loswerden. MeinAllergiePortal sprach mit Dr. Stephan Große-Büning von der Hautklinik der Unimedizin Mainz über die Lasertherapie sowie andere Möglichkeiten, Tätowierungen zu entfernen – und darüber, was man wissen sollte, wenn eine Allergie gegen ein Tattoopigment vorliegt.

Herr Dr. Große-Büning, welche Möglichkeiten der Tattoo-Entfernung gibt es?

Früher verwendete man häufig mechanische Methoden, um Tattoos zu entfernen. Dazu gehört zum Beispiel das Abschleifen der Haut. Oft wurden Tätowierungen auch herausgeschnitten. Das Einspritzen von Milchsäure, das zum Abbau der Tätowierung durch das Immunsystem führen soll, gehört ebenfalls zu den aktuell angewendeten Methoden.

Die genannten Verfahren gehen mit einer Narbenbildung einher. Narbenfrei verläuft die Entfernung durch Therapie mit einem Laser – sofern sie von einem Spezialisten durchgeführt wird. Ein besonders schonender und effektiver Laser kommt in der Hautklinik der Universitätsmedizin Mainz zum Einsatz, der Nd:YAG-Laser. Die Abkürzung Nd:YAG steht dabei führ Neodym-dotierter Yttrium-Aluminium-Granat.

Wie genau erfolgt die Laser-Therapie zur Tattoo-Entfernung?

Durch die Behandlung mit dem Licht des Nd:YAG-Lasers werden die Farbpigmente zersprengt und es entstehen unzählige kleinere Partikel, die vom Immunsystem abgebaut und abtransportiert werden können. Der Laser, den wir in der Hautklinik Mainz zur Tattoo-Entfernung verwenden, ist mit vier Wellenlängen ausgestattet und eignet sich daher zur Entfernung aller behandelbaren Tattoo-Farben. Mit dieser Methode können sehr kleine bis sehr große Areale behandelt werden. Je nach Menge des Tattoo-Pigments in der Haut braucht es mitunter zehn oder gelegentlich auch mehr Behandlungen bis das Tattoo vollständig entfernt ist, wobei zwischen den einzelnen Sitzungen mehrwöchige Pausen liegen sollten.

Allgemein kann man sagen: Die Laserbehandlung ist die eleganteste und nebenwirkungsärmste Methode zur Tattoo-Entfernung. Sie sollte jedoch auf jeden Fall von einem Arzt durchgeführt werden, der das Verfahren beherrscht. Nur dann ist es nebenwirkungsarm. Bei uns an der Hautklinik der Universitätsmedizin Mainz nutzen wir die Erfahrungen, die wir mit der Entfernung von Tattoos machen, für wissenschaftliche Untersuchungen. So planen wir beispielsweise gerade eine Studie, um herauszufinden, ob es eine Verbindung zwischen Tätowierungen und Hautkrebs gibt.

 

Gibt es neben der Menge des Pigments weitere Kriterien, die bei der Laser-Therapie zur Entfernung der Tätowierung eine Rolle spielen?

Neben der Pigmentmenge und der Größe des Tattoos sind die Expertise des Lasertherapeuten und die Art des Lasers ausschlaggebend für den Therapieerfolg. Außerdem spielen auch das Immunsystem und der Lymphabstrom des Behandelten, eine wichtige Rolle. Außerdem hat man festgestellt, dass bei Rauchern die Therapieergebnisse schlechter sind als bei Nichtrauchern.

Aber auch die chemische Zusammensetzung der Pigmente sowie die Lokalisation am Körper beeinflussen den Erfolg der Behandlung. Am Oberschenkel ist eine Entfernung beispielsweise einfacher als am Fußrücken.

Was ist bei der Laser-Therapie zur Tattoo-Entfernung im Zusammenhang mit allergischen Reaktionen zu beachten?

Liegt eine Allergie gegen ein Pigment der Tätowierung vor, sollte man von der Lasertherapie unbedingt absehen. Denn durch das Zerschießen der Partikel in sehr viele kleine Teilchen kann eine bestehende allergische Reaktion vergrößert werden. Das kann bis zu allergischen „Ganzkörper“-Erscheinungen führen.

Ist von einer Allergie auf ein Tattoo-Pigment auszugehen, bleibt zur Entfernung meist nur das Herausschneiden. Ist eine allergische Reaktion auf einem größeren Hautareal aufgetreten, so müssen das entsprechende Hautareal mit Cortison-Cremes behandelt werden. Zur Entfernung des Tattoos muss dann eventuell ein anderes Laserverfahren angewendet werden, das die Pigmente nicht zerschießt. Alternativ kann die Haut abgeschliffen werden. Solche Optionen bergen allerdings die bereits angesprochene Gefahr der Narbenbildung.

Die Farbe „Rot“ – ein Spezialfall bei Tätowierungen?

Rot ist die zweithäufigste Tattoo-Farbe und sie ist relativ leicht zu entfernen. Was seine Verträglichkeit angeht, hat man festgestellt, dass das Pigment häufig Probleme bereitet. So treten allergische Reaktionen öfter auf als das bei anderen Farben der Fall ist. Außerdem steht das rote Pigment im Verdacht, die Entstehung von Hautkrebs zu fördern. Hierfür gibt es jedoch bisher keine Beweise.

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Kann man jedes Tattoo vollständig entfernen?

Die meisten Tattoos lassen sich tatsächlich vollständig entfernen. Bei einem kleinen Prozentsatz der Behandelten führen Pigmentreste zu einem kleinen Schatten in der Haut, der nicht vollständig entfernt werden kann. Außerdem kommt es vor, dass Tattoos vorvernarbt sind und die Narben durch das Lasern sichtbar werden.

Wieviel Prozent der Tätowierten entscheiden sich überhaupt für eine Tattoo-Entfernung und warum?

Studien haben gezeigt, dass etwa zehn Prozent der Tätowierten sich irgendwann ein Tattoo entfernen lassen. Die Gründe dafür sind so vielfältig wie die Tattoos selbst: So ändern sich der Lebensweg, man hat einen neuen Partner oder wechselt den Arbeitgeber. Manchmal sind auch einfach Fehler in den Tattoos oder die Gestaltung gefällt schlicht nicht.

Herr Dr. Große-Büning, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

 

Die Universitätsmedizin Mainz führt eine Umfrage zu den persönlichen gesundheitlichen Erfahrungen mit Tätowierungen und der dazu angebotenen medizinischen Beratung durch. Hier geht es zum Online-Fragebogen!

 

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