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Kontaktallergie gefährlich Methylisothiazolinon MI

Prof. Dr. med. Axel Schnuch zum Thema: Kontaktallergie: Außergewöhnliche Methylisothiazolinon-Epidemie

Kontaktallergie: Wie gefährlich ist Methylisothiazolinon (MI)?

Methylisothiazolinon (MI) wird als Konservierungsstoff zahlreichen Produkten zugesetzt. Allerdings kann MI Kontaktallergien auslösen, also juckende Hautentzündungen, insbesondere an den Händen und im Gesicht. Ab 2010 häuften sich tatsächlich Berichte von Kontaktallergien, auch als Dermatitis bezeichnet, gegen MI in Europa, Nordamerika und anderen Ländern der Welt – Experten sprechen sogar von einer Epidemie. Seitdem sind die Zahlen zwar wieder rückläufig, MI bleibt aber eine wichtige Ursache für Allergien der Haut. Wo kann Methylisothiazolinon enthalten sein? Wer ist besonders gefährdet? Wie kann man sich schützen? MeinAllergiePortal sprach mit Prof. Dr. med. Axel Schnuch, Mitarbeiter im Informationsverbund Dermatologischer Kliniken (IVDK) an der Universität Göttingen darüber, wie gefährlich Methylisothiazolinon ist.

Herr Prof. Schnuch, Methylisothiazolinon (MI) ist ein Konservierungsmittel. Wofür wird es eingesetzt?

Methylisothiazolinon wirkt gegen Pilze und Bakterien und sorgt daher dafür, dass ein Produkt länger haltbar bleibt. Bis etwa 2009 wurde MI vor allem Farben, Lacken und anderen im Handwerk gebräuchlichen Produkten zugesetzt. Seit 2010 jedoch nutzte auch die Kosmetikindustrie dieses Konservierungsmittel: Methylisothiazolinon fand sich sowohl in Cremes als auch in Shampoos, Seifen und anderen Pflegeprodukten. Wegen der Zunahme der Hautallergien auf MI wurde die Substanz seit 2013 in vielen Pflegeprodukten nicht mehr verwendet. Allerdings enthalten Produkte, die nicht auf der Haut bleiben sollen, etwa Seifen oder Shampoo, weiterhin oftmals Methylisothiazolinon.

Was ist über die allergene Wirkung des Konservierungsmittels Methylisothiazolinon bekannt?

Methylisothiazolinon kann bei entsprechend sensibilisierten, das heißt gegenüber dem Stoff allergisch reagierenden Personen zu einer sogenannten Kontaktdermatitis führen. Nach Kontakt mit der Haut, etwa beim Eincremen des Gesichts oder Waschen der Hände, reagiert die Haut auf das Konservierungsmittel mit Rötung, Juckreiz, Schwellungen oder auch kleinen wunden Hautstellen.

Wer kann mit dem Konservierungsmittel Methylisothiazolinon in Kontakt kommen – in welchen Berufen? Wer ist gefährdet?

Grundsätzlich kann jeder mit Methylisothiazolinon in Kontakt kommen, auch im Alltag, da es vielen Haushaltsreinigungsmitteln und weiterhin auch einigen Pflegeprodukten, zum Beispiel Seife und Shampoo, zugesetzt wird. Zudem enthielten einige Jahre lang zahlreiche Cremes diese Substanz.

Allerdings waren von einer allergischen Kontaktdermatitis insbesondere bestimmte Berufsgruppen betroffen: Maler, Lackierer sowie Personen im metallverarbeitenden Gewerbe, wahrscheinlich aufgrund der Nutzung von bestimmten Seifen zur Händereinigung. Auch Mitarbeiter in Kosmetik- oder ähnlichen Hautpflegestudios und Friseursalons waren betroffen.

Welche Maßnahmen sollten von wem ergriffen werden, um zu vermeiden, dass es bei noch mehr Menschen zu einer Kontaktallergie auf das Konservierungsmittel Methylisothiazolinon kommt?

Die Häufigkeit von Kontaktallergien lässt sich nur eindämmen, wenn weniger Menschen in Kontakt mit dem Auslöser kommen.

Seit 2013 gibt es die offizielle Empfehlung von Behörden, Methylisothiazolinon als Konservierungsmittel nicht mehr in kosmetischen Produkten einzusetzen, die auf der Haut bleiben sollen, also beispielsweise in Cremes. Dies war offenbar ein wichtiger Schritt, denn seitdem sind die Allergien gegen MI wieder seltener geworden. Allerdings ist Methylisothiazolinon weiterhin in Farben, in vielen Haushaltsreinigern sowie in kosmetischen Produkten vorhanden, die abgewaschen werden, darunter Shampoos. Insbesondere Farben bleiben als Allergie-Auslöser ein Problem.

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Was sollten Verbraucher im Hinblick auf Methylisothiazolinon beachten?

Es ist für Verbraucher ratsam, auf der Liste der Inhaltsstoffe eines Produkts nachzulesen, ob Methylisothiazolinon oder auch Methylchloroisothiazolinon (MCI) enthalten ist, und ggf. eine Alternative zu nutzen. Auch in Geschirrspülmitteln kann MI vorkommen; hier und auch sonst beim Reinigen im Haushalt sind Handschuhe hilfreich. Und: Vorsicht bei frisch gestrichenen Räumen in der Wohnung. Methylisothiazolinon kann auch aus frischer Farbe über die Luft entweichen und wirkt auch dann womöglich allergen. Der Allergiker, zum Beispiel durch Kosmetika sensibilisiert ist, sollte solche Räume also eine Zeit lang auslüften, bevor er sich dort aufhält.

Herr Prof. Schnuch, herzlichen Dank für dieses Interview! 

 

Quellen:

1)Axel Schnuch, Steffen Schubert, Holger Lessmann, Johannes Geier for the IVDK, The methylisothiazolinone epidemic goes along with changing patients' characteristics – After cosmetics, industrial applications are the focus, First published: 23 October 2019, https://doi.org/10.1111/cod.13414 https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/cod.13414

2) Geier J, et al, Recent increase in allergic reactions to methylchloroisothiazolinone / methylisothiazolinone: is methylisothiazolinone the culprit? , Contact Dermatitis 67, 334-341 (2012) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22994269

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