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Allergien Intoleranzen Weihnachten

Stefanie Metty über Allergien und Intoleranzen zur Weihnachten: Was sollte man wissen?

Allergien, Intoleranzen, Weihnachten: Was sollte man wissen?

Mittlerweile vertreiben die ersten Geschäfte wieder Lebkuchen, Plätzchen und weitere Weihnachtsartikel – Köstlichkeiten, denen viele in der Zeit um Weihnachten nicht widerstehen können. Doch für Menschen mit Nahrungsmittal-Allergien oder Intoleranzen heißt es ganz besonders in der winterlichen Jahreszeit: aufpassen! Denn es ist nicht immer klar, welche Reaktionen die Inhaltsstoffe von zum Beispiel liebevoll gebackenen Keksen bei ihnen auslösen können. Was sollte man wissen? Darüber sprach MeinAllergiePortal mit Stefanie Metty, Diätassistentin und Fachberaterin Allergologie (DAAB), akkreditierte Fettstoffwechseltherapeutin, Beraterin mit den Schwerpunkten Gastroenterologie, Onkologie und Nephrologie in Schwabach bei Nürnberg.

Frau Metty, worauf müssen Menschen mit Nahrungsmittelallergien und Intoleranzen in der Weihnachtszeit achten?

Es kommt auf die Allergie an: In der Weihnachtszeit kann es unter anderem wichtig sein auf „Nüsse“ und Erdnüsse zu achten. Hier gibt es primäre Allergien auf Nüsse, aber Allergien auf Nüsse treten auch bei Pollenallergikern im Rahmen von Kreuzreaktionen auf z.B. auf die Haselnuss.

Auch der Weizen kann eine Allergie auslösen – hier gibt es unter anderen die sogenannte anstrengungsinduzierte Weizenallergie, die dann auftritt, wenn die Betroffenen sich nach dem Weizenkonsum anstrengen. Aber auch bei Zöliakie muss man bei der Zutat „Weizen“ aufpassen. Dann muss aber auch Dinkel, Roggen, Hafer, Gerste und Grünkern weggelassen werden.

Bei Kleinkindern mit Milch- oder Hühnereiweißallergie muss bei der Weihnachtsbäckerei ebenfalls auf diese Zutaten geachtet werden. Bei einer Allergie auf Ei ist es wichtig, zu wissen, ob das Ei verbacken vertragen wird.

 

Sie haben die Kuhmilch als Inhaltsstoff für Weihnachtsplätzchen angesprochen – wie erkennt man diese auf Verpackungen?

Milch- und Milchprodukte, sowie Milchbestandteile müssen deklariert werden. Sie gehören zu den 14 kennzeichnungspflichtigen Allergenen.

Hier muss man in erster Linie zwischen einer Laktoseintoleranz und einer Allergie auf Kuhmilch differenzieren. Wenn man an einer Laktoseintoleranz leidet, bedeutet das ja nicht, dass man automatisch auf Milchprodukte verzichten muss. Die Verträglichkeit von Laktose ist mengenabhängig.

Milcherzeugnisse können in vielen Gebäcken enthalten sein. Die Betroffenen mit einer Allergie auf Kuhmilch reagieren hierauf ganz unterschiedlich – von Quaddeln bis zu schweren Durchfällen (aber nur bei Säuglingen) kann hier alles dabei sein. Hier gibt es in Bezug auf die Verträglichkeit auch Unterschiede zwischen verbackenen und rohen Milchprodukten. Spontan ist hierzu keine Aussage möglich, eine individuelle Beratung ist unerlässlich.

In welchen weihnachtlichen Produkten sind denn Nüsse enthalten?

Nüsse und Hülsenfrüchte wie die Erdnuss können praktisch überall enthalten sein. Hier ist es wichtig, dass man sich mit der Kennzeichnung auskennt. Deshalb empfiehlt sich eine Ernährungstherapie, die von einer gut ausgebildeten Fachkraft durchgeführt wird. Dabei wirdgenau besprochen, worauf man achten muss. Gerade jetzt, wo es auch immer mehr vegane Produkte gibt, die oft auch Nüsse enthalten, ist das sehr wichtig. Auch die Kreuzreaktionen aufgrund von Pollenallergien werden bei einer Ernährungstherapie thematisiert. Wichtig zu wissen ist auch: Nur weil man beispielsweise auf Cashewnüsse allergisch ist, bedeutet das nicht, dass man auf alle Nüsse verzichten muss. Dadurch würde die Toleranz nicht gefördert.

Und grundsätzlich gilt: In der Weihnachtsbäckerei können immer Nüsse oder Spuren von Nüssen enthalten sein. Als Nussallergiker muss man deshalb genau wissen, worauf man reagiert.