Gewicht abnehmen Üergewicht vermeiden

Prof. Dr. med. J. F. Erckenbrecht, Medizinische Klinik Kaiserswerther Diakonie in Düsseldorf und stv. Vorsitzender und Geschäftsstellenleiter der Gastro-Liga

Gewicht abnehmen, nachhaltig und gesund? Auf das Volumen kommt’s an!

Übergewicht: Wie kommt es dazu?

Wird dem Körper zu viel Energie zugeführt, wird diese in Form von Fett im Körper gespeichert und es kommt zu Übergewicht. Übergewichtige Menschen müssen nicht zwangsläufig krank sein, die überwiegende Anzahl der Übergewichtigen – 80 Prozent - ist jedoch von Adipositas-bedingten Erkrankungen betroffen. Ein hohes Risiko besteht bei Übergewichtigen für Diabetes, Bluthochdruck und Schlafapnoe. Schlaganfall und Herzinfarkt können die Folge sein. Zu den Erkrankungen, die von Übergewicht ausgelöst werden, gehört auch die Arthrose an Hüft- und Kniegelenken.  Die Krebsrate ist bei übergewichtigen Menschen fast doppelt so hoch, wie bei normalgewichtigen Menschen.

Gesund abnehmen: Was ist realistisch?

Abnehmen lässt sich auf eine einfache Formel reduzieren: Wenn man die Kalorienzufuhr drosselt und die körperlichen Aktivitäten steigert, z.B. in Form von Sport, verliert man Gewicht. Reduziert man z.B. einen bestehenden Kalorienbedarf von 2200 Kalorien am Tag auf die Hälfte, d.h. auf 1100 Kalorien täglich, könnte man sehr schnell an Gewicht verlieren – ca. 120 g Fett am Tag oder mindestens ein Pfund pro Woche! Allerdings wäre dies eine sehr strenge kalorienreduzierte Kost, die zu einem ständigen Hungergefühl führen würde.  Die Frage ist, wie lange man eine solche Diät durchhalten kann. Diäten, die hohe Gewichtsabnahmen in kurzer Zeit versprechen, sind deshalb kritisch zu prüfen. „10 kg in zwei Wochen wird nicht funktionieren“ betonte Prof. Erckenbrecht,  „ich rate meinen Patienten, sich realistische Abnehm-Ziele vorzunehmen - 1 kg pro Monat reicht völlig aus und wäre ein respektables Ergebnis!“             

Welche Rolle spielt das Sättigungsgefühl beim Abnehmen?

Das Sättigungsgefühl ist ein wichtiger Faktor beim Abnehmen, denn wer ständig Hunger hat, wird eine Diät nicht lange einhalten. Entscheidend für das Sättigungsgefühl ist jedoch nicht die Kalorienzahl. Viel wichtiger ist die Größe der Mahlzeit, d.h. das Volumen, und auch das Gewicht der Mahlzeit spielt eine Rolle. Eine kalorienreiche und gewichtsmäßig vergleichbar leichte Mahlzeit, wie z.B. ein Brötchen mit einer dicken Scheibe Leberkäse, enthält die gleichen Kalorien wie zwei Körnerbrötchen mit magerem Schinken und viel Gurken und Tomaten.  Man wird nach der Leberkäs-Semmel aber viel schneller wieder hungrig sein, wohingegen die großvolumigere Mahlzeit zu einem deutlich länger anhaltenden Sättigungsgefühl führen wird. Es macht beim Abnehmen also durchaus Sinn, Nahrungsmittel mit einer möglichst geringen Kaloriendichte und einem hohen Volumen auszuwählen. Eine Hilfestellung zur besseren Beurteilung von Nahrungsmitteln findet man In guten Kalorientabellen. Diese haben entsprechende Lebensmittelkennzeichnung, dabei steht die Farbe „rot“ für eine hohe Kaloriendichte, die Farbe „grün“ für weniger kalorienreiche Nahrungsmittel. 

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