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Allergie Schule

Katharina Hagemeister über das Projekt: Allergie und Schule - was juckt mich das?

Allergie und Schule - was juckt mich das?

Asthma, Neurodermitis, Nahrungsmittelallergien mit Anaphylaxierisiko – wenn Kinder Allergien haben, hat dies oft auch Auswirkungen auf die Schule. So kann es zu Problemen kommen, wenn die Mitschüler die Erkrankungen nicht kennen, nicht damit umgehen können und deshalb eher Abstand halten oder die Kinder gar hänseln. In Bielefeld gibt es für dieses Problem eine Lösung. Seit zwölf Jahren sorgt das Projekt „Allergie und Schule - was juckt mich das?“ dafür, dass Mitschüler mehr Verständnis für Kinder mit Allergien entwickeln, schon über 15.000 Kinder wurden erreicht. MeinAllergiePortal sprach bei der 16. gemeinsamen Jahrestagung der AGAS und AGNES am 22. und 23. Februar 2019 in Stralsund mit Katharina Hagemeister. Sie ist Fachkinderkrankenschwester, Trainerin für Asthma/Anaphylaxie/Neurodermitis und weitere Patientenschulungen und führt Schulungen für chronisch kranke Kinder/Jugendliche und ihre Familien durch. Frau Hagemeister ist außerdem Neurodermitis-Pflegeberaterin und Präventionsassistentin.

Frau Hagemeister, wie kam es zu Ihrem Projekt „Allergie und Schule – was juckt mich das?“?

Allergien, Asthma und Neurodermitis gehören zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter und sind eine große gesundheitliche Herausforderung unserer Zeit. Aufklärung für die Betroffenen ist ein wichtiger Faktor, aber auch die Aufklärung der Lehrkräfte und Mitschüler ist nötig.

Konkret trat dann im Jahr 2007 die Vorsitzende der Bielefelder Bürgerstiftung, die sich ifür Kinder-und Jugendprojekte in der Stadt sehr stark engagiert, an uns heran. Anlass war, dass ihr an Neurodermitis erkranktes Kind auf Grund der Erkrankung in der Schule gehänselt wurde. Das brachte sie auf die Idee, das Verständnis der Mitschüler für chronisch erkrankte Kinder durch Aufklärung zu fördern. Mit der finanziellen Unterstützung der Stiftung haben wir dann das Konzept für „Allergie und Schule – Was juckt mich das?“ entwickelt. Mit „im Boot“ waren das Schulamt der Stadt Bielefeld und, zur wissenschaftl. Begleitung die Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld. Ein weiterer Unterstützer war das in Bielefeld ansässige Unternehmen Dr. August Wolf. Mittlerweile wird das Projekt finanziellvon den „von Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel“ getragen.

Mit unserer Projektidee sind wir dann an die Schulleiter der hiesigen Grundschulen herangetreten und das Interesse war groß.

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Was wollten Sie mit „Allergie und Schule – was juckt mich das?“ erreichen?

Unser Ziel war, alle teilnehmenden Personengruppen zu Toleranz im Umgang mit den betroffenen Kindern anzuregen. Insbesondere Kinder, bei denen es zu einer anaphylaktischen Reaktion kommen kann, weil sie, zum Beispiel, unter einer Erdnussallergie leiden, brauchen sehr viel Verständnis und Unterstützung in der Schule und von Ihren Mitschülern. Auch Kinder mit Neurodermitis, deren Erkrankungen ihnen häufig anzusehen ist und Kinder mit Asthma, die vor dem Sportunterricht inhalieren müssen, benötigen Verständnis.

Wenn man sich die Ergebnisse der KiGGS-Studie anschaut, und das sehe ich auch in der Praxis, findet man in fast jeder Klasse mehrere betroffene Kinder.

Advertorial

Welches Alter sollten Kinder haben, die beim Projekt „Allergie und Schule – was juckt mich das?“ mitmachen?

Unser ganzjähriges Angebot richtet sich, in den Sachunterricht integriert, an Kinder im dritten oder vierten Schuljahr und gliedert sich in zwei Einheiten zu jeweils 45 Minuten. Die Kinder können in diesem Alter schon aufmerksam zuhören, lesen und schreiben. Außerdem sind Kinder in diesem Alter sehr offen für neue Themen, wenn diese altersgerecht didaktisch aufbereitet wurden.

Das Projekt wird jedes Jahre an allen Bielefelder Grundschulen angeboten und etwa 1.200 Kinder nehmen jedes Jahr daran teil.

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