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Neurodermitis chronisch Triggerfaktoren

Prof. Dr. Thomas Werfel, Stellvertretender Direktor der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie der Medizinischen Hochschule Hannover und Präsident der DGAKI

Neurodermitis: Typischer, chronischer Krankheitsverlauf und Triggerfaktoren!

Ist es nicht besonders bedenklich, wenn ausgerechnet Menschen mit Neurodermitis, die die Basistherapie ja strikt einhalten sollten, durch Cremes eine zusätzliche Kontaktallergie entwickeln?

Das ist in der Tat besonders unglücklich. Wir empfehlen deshalb den Patienten in unseren Neurodermitis-Schulungen, die Zusammensetzung ihrer Cremes zu überprüfen.

Auch die häufigeren Kontaktallergene werden in den Schulungen vorgestellt, und es werden Listen zur Verfügung gestellt, die die Patienten beim Einkauf der Pflegepräparate zum Abgleich nutzen können. Dabei handelt es sich um jene Allergene, die im sogenannten Standardblock der deutschen Kontaktallergiegruppe zur Testung empfohlen werden. Zu diesem Standardblock gehören über 20 Kontaktallergene und ein Teil davon kann auch in Cremes vorkommen.

Gibt es, abgesehen von Kontaktallergien, noch Erkrankungen, die bei Neurodermitis vermehrt auftreten können?

Zunehmend gibt es Studien, die den Zusammenhang von Neurodermitis  mit Komorbiditäten  untersuchen, die man bisher nicht in einen Zusammenhang mit der Erkrankung gebracht hat. Von Untersuchungen an Psoriasis-Patienten weiß man z. B., dass eine ausgedehnte chronische Hauterkrankung bei Erwachsenen im höheren Lebensalter zu einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen könnte. (2)

Könnte dieses erhöhte Risiko auch für andere chronisch entzündliche Erkrankungen bestehen?

In einer jüngeren Studie, die in Deutschland durchgeführt wurde, hat man ein leicht, aber statistisch signifikantes, erhöhtes Risiko für eine rheumatoide Arthritis festgestellt und das Gleiche gilt für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED). (3)

Hier bedarf es jedoch noch bestätigender Studien aus anderen Quellen. Die Frage ist: Lassen sich diese Zusammenhänge reproduzieren und bestätigt sich tatsächlich der Zusammenhang zwischen den genannten Erkrankungen und den ausgedehnten Entzündungen? Für die Komorbiditäten könnte ja auch ein genetischer Hintergrund ausschlaggebend sein.  

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Welche Rolle spielen bei Neurodermitis die Triggerfaktoren – Sie hatten die  Nahrungsmittelallergien erwähnt...

Viele Eltern glauben, dass die Neurodermitis ihres Kindes durch Nahrungsmittel hervorgerufen wird. Dies ist verständlich, denn die Erkrankung manifestiert sich oft zunächst in einer Lebensphase, in der die Kinder erstmals Beikost erhalten. Aber: Die Mehrzahl der Kinder hat keine für die Neurodermitis relevante Nahrungsmittelallergie und es gibt auch keine pauschalen Neurodermitis-Diäten.

Nahrungsmittelallergien muss man individuell diagnostizieren. Nur wenn der Prick-Test positiv ist oder IgE-Antikörper nachgewiesen werden können und diese Sensibilisierung auch klinisch relevant ist, d. h., wenn nach Genuss des betreffenden Nahrungsmittels eine Hautverschlechterung eintritt, oder andere Symptome auftreten, ist eine Meidung der betreffenden Nahrungsmittel angeraten. Die Neurodermitis schränkt das Leben der Patienten ohnehin sehr ein, eine weitere unnötige Diät-Einschränkung sollte man vermeiden.

Pseudoallergene (z. B. Konservierungsmittel und Farbstoffe in Nahrungsmitteln) scheinen nach dem bisherigen Kenntnisstand übrigens für die Ausprägung der Neurodermitis keine Rolle zu spielen, allerdings gibt es hier nur wenige Studien. Auch eine Provokation mit Zucker, von dem viele Patienten vermuten, dass er sich negativ auf die Neurodermitis auswirkt, führte - einer klinischen Untersuchung der Charité zufolge - nicht zu einer Verschlechterung des Hautbildes. (4)

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