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Neurodermitis Winter

Neurodermitis: Was sollten Neurodermitiker im Winter beachten?

Neurodermitis: Was sollten Neurodermitiker im Winter beachten?

Viele Patienten mit Neurodermitis leiden besonders im Winter unter Ekzemen, die mit Juckreiz einhergehen. Kälte und Heizungsluft entziehen der trockenen Haut zusätzlich Feuchtigkeit und machen sie noch empfindlicher, als sie es ohnehin schon ist. Dann genügen kleinste Reize, um einen Schub auszulösen – etwa ein kratzender Schal oder ein Schweißausbruch in der aufgeheizten Straßenbahn. Folgende Maßnahmen helfen, ein Aufflammen bereits im Keim zu ersticken.

Autor: Cornelia Möröy

Warum wird Neurodermitis im Winter schlimmer?

Menschen mit Neurodermitis leiden ohnehin schon unter trockner Haut. Dies wird im Winter durch verschiedene Einflüsse noch verschlimmert. Faktoren wie trockene Heizungsluft und Kälte, sowie ein körpereigener Mangel an Ceramiden, führt zu einer verminderten Lipidschicht. Die Lipidschicht, also die Körpereigenen Fette der Haut, sind Teil der Hautbarriere. Diese Hautbarriere schützt normalerweise vor äußeren Einflüssen. Ist sie gestört oder reduziert führt dies, vor allem bei Menschen mit Neurodermitis, schnell zu entzündlichen Schüben. Das liegt daran, das bei dieser Erkrankung grundsätzlich die Hautbarriere gestört ist. Somit können Bakterien oder Fremdkörper die Haut einfacher reizen.

Gestresste Haut durch wechselnde Temperaturen

Hinzu kommen im Winter die Temperaturschwankungen. Zum einen reagiert die Haut der Neurodermitis-Patienten besonders empfindlich auf Irritationen wie Kälte oder Wind. Zum anderen kommt es im Winter durch den ständigen Wechsel von drinnen und draußen zu großen Temperaturschwankungen. Schnell kommt es dann zu Schweißausbrüchen, der Schweiß irritiert die sensible Haut und es kommt leichter zu Ekzemen. Das ist ein weiterer Grund warum die Krankheit sich im Winter verschlimmert.

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Kann es sein, dass man nur im Winter Neurodermitis hat?

Zwar ist Neurodermitis eine Erkrankung, die das ganze Jahr über besteht, jedoch kann es sein, dass die Ekzeme nur in der kalten Winterzeit auftreten. Neurodermitis gilt als chronische Erkrankung mit wiederkehrenden Schüben. In der Zeit zwischen den Schüben kann man das Gefühl haben, die Erkrankung sei geheilt. Jedoch kann die Hauterkrankung zu einem späteren Zeitpunkt wieder auftreten, zum Beispiel im Winter aufgrund der vielen hautreizenden Faktoren.

Welche Körperstellen sollte man bei Neurodermitis im Winter besonders gut pflegen?

Um einem Neurodermitis Schub vorzubeugen ist eine gute Basispflege mit verschiedenen Hautcremes wichtig. Diese ist im Winter umso dringender, um die Haut vor Irritationen zu schützen. Dabei sollte man in dieser Jahreszeit vor allem die Partien besonders beachten die der Kälte ausgesetzt sind, aber auch seine eigenen Prädispositionsstellen – das heißt die besonders empfindlichen Stellen – auch besonders gut pflegen. 

Was ist im Winter bei älteren Menschen mit Neurodermitis zu beachten?

Im Alter wird die Haut generell trockener. Durch die kalte Jahreszeit versstärkt sich dieser Effekt. So kann auch bei älteren Menschen im Winter eher zu einem Ekzemschub kommen. Ältere Menschen haben einen höheren Bedarf an Feuchtigkeitspflege für ihre Haut. Deswegen ist es besonders wichtig, dass sie ihre Haut mit Cremes pflegen, da ansonsten der Winter zu einer ausgeprägteren Form der Neurodermitis führen kann.

Neurodermitis: Flexibel kleiden

Im Winter lässt es sich fast nicht vermeiden, mehrmals täglich vom Kalten ins Warme zu kommen. Wer dabei weder frieren noch schwitzen will, sollte anstelle einer dicken Jacke besser mehrere dünne Kleidungsschichten übereinander ziehen, die er bei Bedarf flexibel ablegen kann. Das sollten sich vor allem junge Eltern zu Herzen nehmen, wenn das Kind Neurodermitits hat.  Kommen die Kleinen von draußen ins Warme und bleiben zu dick angezogen, überhitzen sie innerhalb kurzer Zeit. Bei Kindern mit Neurodermitis ist damit der nächste Ekzemschub geradezu vorprogrammiert. Die Kleidung sollte aus einem weichen Material bestehen und atmungsaktiv sein. Gut geeignet sind weiche Baumwolle, Viskose und Fleecestoffe. Auch Schals und Strumpfhosen müssen weich und luftdurchlässig sein, denn viele Patienten sind am Hals und an den Kniekehlen besonders empfindlich. Dabei sollte man darauf achten keine Wolle oder irritierende Stoffe zu verwenden. Diese können jucken und die Kratzanfälle können die Neurodermitis verschlimmern. Achten Sie hierbei darauf die Kleidungsstücke vor dem ersten Tragen gründlich auszuspülen, um irritierende Duftstoffe oder ähnliches zu beseitigen.

Neurodermitis: Hautbarriere stärken

Mit einer angepassten Hautpflege können Patienten ihre Haut gegen Frost und Kälte wappnen und das Risiko für einen Neurodermitis Schub wirksam senken. Dafür sollten sie sich die Zeit nehmen, ihre Haut morgens und abends sorgfältig einzucremen. Am besten eignet sich eine Pflege, die speziell für Neurodermitishaut entwickelt wurde. Lotionen und Cremes spenden nicht nur Fett und Feuchtigkeit, sondern führen der Haut auch Bausteine zu, die bei Neurodermitis in der Hautbarriere fehlen. Das sind vor allem Hornfette (Ceramide 1 und 3) sowie das feuchtigkeitsspeichernde Eiweiß Filaggrin. So wird die Hautbarriere gestärkt, die Haut wird geschmeidig, juckt weniger und kann Reizen besser Paroli bieten.

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Welche Creme hilft beim atopischen Ekzem im Winter?

Hautpartien, die Wind und Wetter ausgesetzt sind, brauchen eine Creme, die durch einen höheren Fettanteil vor dem Auskühlen schützt. Wer stark unter nässenden Ekzemen und Hautjucken leidet, sollte sich zwei- bis dreimal in der Woche ein kurzes Bad mit einem gerbstoffhaltigen Badezusatz gönnen. Das beruhigt die Haut und lindert den quälenden Juckreiz. Befindet sich die Haut noch nicht in einem entzündlichen Schub, eignen sich vor allem Cremes mit Urea oder Harnstoff als Inhalt, für eine rückfettende Wirkung.

Neurodermitis: Mit Luftbefeuchtern gegen trockene Heizungsluft

Zusätzlich lohnt es sich bei sensibler Haut und Neurodermitis nach einer Lösung zu suchen, wie man die Raumluft feucht halten kann. Heizen trocknet die Raumluft aus und ist daher Gift für feuchtigkeitsarme Haut. Regelmäßige Stoßlüftung und Luftbefeuchter, zum Beispiel eine Schale Wasser auf dem Heizkörper, erhöhen die Luftfeuchtigkeit. Außerdem ist es ratsam, auch in der kalten Jahreszeit ausreichend zu trinken.  Zusätzlich ist es wichtig, sich selbst oder die Kinder nicht übermäßig oft zu Baden. Ein langes, heißes Bad verringert die körpereigenen Fette der Haut und macht diese anfälliger für einen entzündlichen Neurodermitisschub. Lieber kurz duschen und nicht zu viel Seife benutzen ist hier die bessere Alternative.

Tipps gegen den Juckreiz

Bei kleinen Kindern ist es schwer sie von dem Kratzen eines Ekzems abzuhalten. Deshalb sollte man darauf achten, dass die Fingernägel stets kurz gehalten sind. Damit hält man das Risiko einer bakteriellen Infektion der durch das Kratzen geschädigten Haut so gering wie möglich.

Wichtig zu wissen ist, dass jedes Kind im Hinblick auf seine Hauterkrankung eigene Ausprägungen, Neigungen und Irritationen zeigt. Oft hilft nur Geduld und das Wissen darum, was genau dem eigenem Kind gut tut. 

 

Quellen:

Deutsche Haut- und Allergiehilfe e. V.

(DOI: 10.1055/s-00000002 )-thieme-connect- Aktuelle Dermatologie, Ausgabe 12, Dezember2010, S.459 ff., die Haut im Winter

https://www.unimedizin-mainz.de/fileadmin/kliniken/haut/Dokumente/Triggerfaktoren.pdf

https://www.hautarztpraxis-mainz.de/kinderhaut-im-winter/

https://magazin.dak.de/neurodermitis-bei-kindern-im-winter/

https://www.kindergesundheit-info.de/themen/krankes-kind/erkrankungen/allergien/neurodermitis/

https://www.amboss.com/de/wissen/Atopische_Dermatitis/

Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.