Etagenwechsel vom Heuschnupfen zum Pollenasthma:

Prof. Dr. med. Claus Franz Vogelmeier, Leiter der Klinik für Innere Medizin mit Schwerpunkt Pneumologie, am Universitätsklinikum Marburg

Etagenwechsel vom Heuschnupfen zum Pollenasthma: Wie lässt sich das verhindern?

Welches sind die ersten Anzeichen für ein beginnendes Allergisches Asthma? 

Die Pädiater, also die Kinderärzte, sagen, dass man bis zum sechsten Lebensjahr eine Diagnose nur schwer stellen kann. Bis dahin ist die Symptomatik häufig nicht klar und eine vernünftige Funktionsdiagnostik ist nicht möglich. Erst in Anbetracht der Entwicklung des Kindes über einen längeren Zeitraum hinweg ermöglicht die Diagnose Allergisches Asthma.

Aber auch bei älteren Kindern, ca. ab dem 10. Lebensjahr, und bei Jugendlichen kann die Symptomatik des Allergischen Asthmas anders aussehen als bei Erwachsenen. Ein klassisches Phänomen bei kindlichen und jugendlichen Asthmatikern ist es, dass sie bei sportlichen Aktivitäten nicht voll belastbar sind. Erfahrene Ärzte befragen deshalb immer auch die Mütter nach der Leistungsfähigkeit ihres Kindes in Bezug auf Sportbelastungen, dies im Vergleich zu Altersgenossen.

Sicher können auch Kinder und Jugendliche die typischen Symptome des Allergischen Asthmas zeigen. Sie können einen ausgeprägten Husten entwickeln, es kann zu Atemnotattacken kommen und/oder ein pfeifendes Atemgeräusch kann auftreten. Häufig besteht bei Kindern und Jugendlichen jedoch eher die oligosymptomatische Form des Asthma, d.h. ein Asthma mit nur wenigen klinischen Symptomen, bei dem die klassische Konstellation nicht gegeben ist.

Wie zeigt sich das Allergische Asthma bei Erwachsenen?

Bei Erwachsenen treten beim Allergischen Asthma als typische Konstellation, Atemnotanfälle in Verbindung mit bestimmten Außenreizen auf. Klassische Reize sind körperliche Anstrengungen, kalte Luft, Rauch, Nebel, respiratorische Infekte oder Allergenexposition. Diese Reize lösen im überempfindlichen Bronchialsystem  einen Bronchospasmus aus. Typischerweise haben Asthmatiker Phasen, in denen es ihnen sehr gut geht und sie keinerlei Symptome oder Lungenfunktionseinschränkungen haben. Diese Phasen können einander in schneller Folge abwechseln. Die Krankheit ist hochdynamisch.

Welche Möglichkeiten zur Behandlung von Asthma gibt es?

Grundsätzlich hat sich die Behandlung des Asthma bronchiale in den letzten Jahren sehr stark verbessert. Diese Entwicklung begann mit den inhalierbaren Steroiden und vor etwas mehr als 10 Jahren kamen die Kombinationspräparate aus inhalierbaren Steroiden und langwirksamen Betamimetika hinzu. Diese Entwicklung hat die Asthmatherapie massiv verbessert. Deutlich wird dies, wenn man bedenkt, dass ein Asthmatiker heutzutage kaum noch eine Notaufnahme aufsuchen oder stationär behandelt werden muss. Allerdings handelt es sich hierbei um symptomorientierte Therapien, die das Problem nicht bei der Wurzel packen.

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