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Neurodermitis Pollen Airborne Contact Dermatitis

Prof. Dr. med. Bernhard Homey, Direktor der Hautklinik am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) und Sprecher des UniversitätsAllergieZentrum (UAZ) zu Airborne Contact Dermatitis!

Neurodermitis-Schübe durch Pollen: Airborne Contact Dermatitis

Bei einer Form der Neurodermitis reagieren die Patienten in der Pollenflugsaison mit Ekzemen. Diese Form der Neurodermitis nennt man Airborne Contact Dermatitis oder aerogenes kontaktallergisches Ekzem. Bei den Düsseldorfer Allergietagen 2016 sprach MeinAllergiePortal mit Prof. Dr. med. Bernhard Homey, Direktor der Hautklinik am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) und Sprecher des UniversitätsAllergieZentrum (UAZ) über die Airborne Contact Dermatitis und was man dagegen tun kann.

Herr Prof. Homey, es gibt Neurodermitis-Patienten, die in der Pollenflugsaison mit Ekzemschüben reagieren. Wie häufig kommt dies vor?

Nur ein kleiner Teil der Neurodermitis ist von der sogenannten „Airborne Contact Dermatitis“ oder auch “aerogenes kontaktallergisches Ekzem“ betroffen. Diese Form  der Neurodermitis, d.h. das durch Pollen induzierte Ekzem, ist dadurch gekennzeichnet, dass das Ekzem an den freiliegenden Hautarealen, wie Gesicht und Hals auftritt. Gegebenenfalls können auch die Hände und die Unterarme betroffen sein.

Was sind die Ursachen für die Airborne Contact Dermatitis? Gibt es Risikofaktoren?

Die Patienten mit „Airborne Contact Dermatitis“ sind gegen die entsprechenden Pollen, z.B. Birkenpollen oder Gräserpollen, sensibilisiert. Es ist unerheblich, gegen welche Pollenart die Sensibilisierung besteht.

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Besteht bei diesen Patienten mit Airborne Contact Dermatitis auch ein Heuschnupfen?

Der maßgebliche Faktor bei der Airborne Contact Dermatitis  ist die Sensibilisierung. Eine zusätzliche Pollenallergie kann, muss aber nicht auftreten.
Dabei ist die Sensibilisierung nicht nur über das IgE gegeben, sondern auch auf der Ebene der T-Zellen. Es existieren dann spezifische T-Zellen, die gegen das Allergen, z.B. Birkenpollen oder Gräserpollen, gerichtet sind. Diese spezifischen T-Zellen sind die Ursache für das Entstehen des Ekzems in der Haut.

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Kann es auch bei anderen Aeroallergenen wie Hausstaubmilben oder Tierhaaren zu Airborne Contact Dermatitis kommen?

Auch über diese Allergene ist ein solcher Sensibilisierungsweg vorstellbar. Auch diese Hausstaubmilben- und Tierhaarallergene können über diesen Mechanismus Ekzeme auslösen.

Zur Stärkung der Hautbarriere wird eine gute Basispflege empfohlen. Kann Cremen bei Neurodermitis vor Pollen-getriggerten Ekzemschüben schützen oder kleben die Pollen eher an der eingefetteten Haut fest?

Aufgrund des bei Neurodermitis vorliegenden Barrieredefektes der Haut, spielt die Basispflege immer eine besondere Rolle und ich kenne keine kontrollierten Studien, die einen Zusammenhang zwischen der Basispflege und den Schutz vor Pollen bei einer Airborne Contact Dermatitis, untersucht hätten.

Wenn man aber davon ausgeht, dass das Cremen die Hautbarriere stärkt und dass beim Atopiker aufgrund des Barrieredefektes Allergene leichter in die Haut eindringen können, sollte die Bassipflege auch bei der Airborne Contact Dermatitis positiv wirken. Der Lipidfilm stellt eine Barriere dar, die verhindert, dass Allergene in die Haut eindringen. 

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Sollte man bei Airborne Contact Dermatitis denn versuchen, im Freien möglichst wenig Haut zu exponieren, sofern dies möglich ist?

Es würde nicht viel helfen, möglichst alle Hautpartien zu bedecken und sich regelrecht „zu verschleiern“. Die Luft gelangt letztendlich überall hin und die Lebensqualität sollte erhalten bleiben.

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Was können Patienten mit Airborne Contact Dermatitis tun, wenn „ihr Allergen“ in der Pollenflugzeit fliegt?

Wichtig ist in dieser Zeit, eine gute Hautpflege durchzuführen und bei den ersten Symptomen konsequent antientzündlich zu behandeln. Gegebenenfalls können zur Unterdrückung der Reaktionen systemische Antihistaminika hilfreich sein.

Langfristig  können die Patienten von einer spezifischen Immuntherapie profitieren. Die spezifische Immuntherapie erzeugt eine Toleranz gegenüber dem relevanten Pollenallergen.

Die spezifische Immuntherapie behandelt dann aber nicht die Neurodermitis…

Zur Behandlung der Neurodermitis ist die spezifische Immuntherapie nicht zugelassen. Die Zulassung der spezifischen Immuntherapie besteht zur Behandlung der allergischen Rhinokonjunktivitis und des allergische Asthmas. Es gibt aber Hinweise, dass insbesondere schwer betroffene Neurodermitis-Patienten von einer spezifischen Immuntherapie profitieren. 

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Wäre es denn ein Ziel für die Therapie der Airborne Contact Dermatitis, die spezifische Immuntherapie als Therapie zuzulassen?

Das wäre ein Ziel, aber bis jetzt ist es noch nicht gelungen, in Studien klar herauszuarbeiten, welche Neurodermitis-Patienten genau von einer spezifischen Immuntherapie profitieren würden.

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Herr Prof. Homey, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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