Mercedes Allergiker Prüfkammer

Dr. Peter Schramm, Quelle: Daimler AG

Mercedes: Neue Prüfkammer für Innenraumemissionen hilft Allergikern

Material- und Geruchstest sollen Allergien- und Unwohlsein verhindern

mercedes geruchsexpertin claudia schemppClaudia Schempp, Quelle: Daimler AGSämtliche Bauteile des Fahrzeugs werden auch einzeln auf Verträglichkeit geprüft. Türverkleidungen, Sitze, Zierteile, die dabei verwendeten Klebstoffe, sowie Dämmmaterialien werden bei verschiedenen Temperaturen und Feuchtigkeitsgraden gelagert und anschließend analysiert.   

Mit dem Thema „Gerüche“ beschäftigt sich bei Mercedes-Benz ein eigenes Team aus Olfaktorik-Experten. Von jedem im Fahrzeug verwendeten Material, nimmt das Geruchsteam eine Probe. Dazu wird der Werkstoff zwei Stunden lang in einem geruchsneutralen Glas verschlossen und auf 80 Grad erhitzt, um maximale Emissionssituationen zu simulieren. Anschließend wird das Glas auf 60 Grad Celsius abgekühlt.

Den Testvorgang beschreibt Mercedes Geruchsexpertin Claudia Schempp so: „Jeder Olfaktorik-Experte öffnet kurz den Deckel des Glases, riecht am jeweiligen Werkstoff und verschließt das Glas sofort wieder. Dann erfolgt die individuelle Bewertung nach dem Schulnotensystem, wobei die „Eins“ für „Geruch nicht wahrnehmbar“ steht, die „Drei“ für „deutlich wahrnehmbarer Eigengeruch, aber nicht störend“ bis zur Note „Sechs“, die für „unerträglicher Geruch“, steht.“

Werkstoffe, die die Note „Eins“ bis „Drei“ erhalten, haben den Test bestanden, die anderen dürfen so nicht ins Fahrzeug eingebaut werden.

Um das Geruchsniveau des Gesamtfahrzeugs zu testen, „erschnüffeln“ die Experten vor der Serienproduktion auch den Gesamtgeruchseindruck im Fahrzeuginnenraum. Damit soll sichergestellt werden, dass die Gerüche der verschiedenen Bauteile in ihrer Vermischung keinen unangenehmen Gesamtgeruch erzeugen und auch kein Einzelgeruch dominant hervortritt.  

Tests mit Kontaktallergikern sollen Beschwerdefreiheit sicherstellen

„Bei den Materialien werden von der ECARF überwachte Epikutan-Tests durchgeführt. Dabei werden Materialproben der vorgesehenen Innenraummaterialien ausgestanzt und Kontaktallergikern mit einem Spezialpflaster auf den Rücken geklebt.“ beschreibt Dr. Peter Schramm, Leiter Zertifizierung und regulatives Umfeld Umwelt von Mercedes-Benz Cars den Test. „Wenn Hautirritationen auftreten, wird der Lieferant verpflichtet, entsprechende Produktänderungen vorzunehmen. Gelingt ihm das nicht, nehmen wir durchaus auch einen Lieferantenwechsel vor, denn uns ist das Thema sehr wichtig,“  berichtet Dr. Schramm weiter.

In der abschließenden, von ECARF überwachten Testfahrt mit zehn Probanden wird auch die Verträglichkeit von Gerüchen und Kontaktmaterialien getestet. Erst wenn auch bei dieser Abschlussprüfung alles beanstandungsfrei verläuft, kann das neue Modell in Serie gehen.

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