Deutscher Allergiekongress DAK Fortschritt Restriktion

Kongresspräsident Prof. Ludger Klimek zu seltenen Allergenen!

DAK 2017: Allergologie zwischen Fortschritt & Restriktion!

Einen Querschnitt durch die gesamte Allergologie bot der 12. Deutsche Allergiekongress (DAK), der am 5. Oktober 2017 in Wiesbaden startete. Dermatologen, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, Pneumologen, Pädiater, Allgemeinärzte – sämtliche Fachrichtungen waren vertreten und die über 1.000 Teilnehmer erhielten einen Überblick über die aktuellsten wissenschaftlichen Entwicklungen. Im Fokus stand insbesondere das Thema Precision Medicine, das für sämtliche Fachdisziplinen hochrelevant ist. Während am medizinischen Horizont die Aussicht auf individuell auf den Patienten zugeschnittene Allergietherapien immer realer wird, zeigt sich im allergologischen Alltag ein anderes Bild. So gibt es kaum ein Fachgebiet, das nicht von gesetzlichen Einflussnahmen betroffen ist, die die Versorgung von Allergiepatienten zumindest erschweren: Fortschritt vs. Restriktion.

Precision Medicine – maßgeschneiderte Therapien für Allergiepatienten

Eine neue Sichtweise auf allergische Erkrankungen ergibt sich durch Precision Medicine. Dabei richtet sich der Blick nicht mehr allein auf die individuelle Symptomatik der allergischen Erkrankung. Vielmehr hat man die unterschiedlichen immunologischen Entzündungsmuster der jeweiligen Patienten bzw. die molekulare und zelluläre Signatur der Entzündung im Blick. Entsprechend des immunologischen Musters erfolgt eine Aufteilung der Patienten nach Endotypen, d.h. nach den Mechanismen, die einer allergischen Erkrankung zugrunde liegen. Ob und welche Therapie beim einzelnen Patienten erfolgreich ist, hängt davon ab, welchen Endotyp dieser repräsentiert – hier fehlt es insgesamt noch an den entsprechenden Biomarkern. Vorangetrieben wird diese Entwicklung auch von der European Alliance für Personalised Medicine.

Monoklonale Antikörper zur Allergietherapie: Die neuen Biologika

Am weitesten gediehen ist man beim Einsatz monoklonaler Antikörper bei der Therapie von schwerem Asthma mit dem gegen IgE gerichteten Antikörper Omalizumab. Zur Therapie von weniger schwerem Asthma mit Biologika laufen Studien.

Aber auch bei anderen entzündlichen Erkrankungen zeigen monoklonale Antikörper Wirkung. So erfolgte gerade die Zulassung des Anti-IL-4 Rezeptors alpha Dupilumab für die Behandlung von schwerer Neurodermitis. Studien zum Einsatz von Biologika zur Therapie von Nasenpolypen, eosinophiler Ösophagitis und Nahrungsmittelallergien laufen bzw. sind in Vorbereitung.

 

Big Data in der Medizin – was bringt die Bioinformatik?

Einen Blick in die etwas fernere Zukunft bietet die „Systemimmunologie“. Die Systemimmunologie soll ein besseres Verständnis der Rolle des Immunsystems und der den allergischen Erkrankungen zugrunde liegenden Fehlregulationen ermöglich. Mathematische Modelle sollen dabei helfen, diese Mechanismen schneller und besser zu erforschen. Voraussetzung dafür ist eine sehr präzise klinische Charakterisierung des Patienten. Diese wird dann z.B. durch genetische oder epigenetische Profile ergänzt. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die Bioinformatik, die die Verarbeitung der dabei anfallenden ungeheuren Datenmengen erst möglich macht. Zurzeit wird anhand zahlreicher Studien untersucht, inwieweit ein integrativer systemimmunologischer Ansatz dazu geeignet ist, Patienten präzise zu charakterisieren und zu diagnostizieren.

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