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Deutscher Allergiekongress 2025: Neue Erkenntnisse in der Allergologie!

Moderne Allergologie: interdisziplinär und evidenzbasiert“ das ist das Motto, das die beiden Kongresspräsidenten Prof. Dr. med. Martin Wagenmann und Prof. Dr. med. Christian Taube beim DAK 2025 in den Fokus gestellt haben. Der traditionsreiche Deutsche Allergiekongress fand vom 2. bis 4. Oktober 2025 im Congress Center Düsseldorf zum 20. Mal statt. Es handelte sich also um einen Jubiläumskongress! Veranstalter waren auch in diesem Jahr die drei allergologischen Fachgesellschaften DGAKI, AeDA und GPA, und MeinAllergiePortal war auch in diesem Jahr wieder ein Medienpartner.

Prof. Wagenmann Prof. Taube Deutscher Allergiekongress 2025
Die Kongresspräsidenten Prof. Dr. med. Christian Taube (L) & Prof. Dr. med. Martin Wagenmann (R). Bildquelle: Wiconekt

Autor: Sabine Jossé M.A.

Interviewpartner:  Prof. Dr. med. Martin WagenmannProf. Dr. med. Christian TaubeProf. Dr. med. Petra Staubach-RenzDr. Marie StandlPD Dr. Dr. Tobias BöseltProf. Dr. med. Christian VogelbergProf. Dr. Med. Christian Bergmann,

Epithelbarriere-Hypothese: Neue Erkenntnisse zur Entstehung chronisch entzündlicher Erkrankungen

Wie es zur Entstehung chronisch entzündlicher Erkrankungen kommt, ist noch nicht vollständig geklärt. Es gibt aber neue Ansätze in Form der sogenannten Epithelbarriere-Hypothese, die die Grenzflächen des Körpers, also Haut und Schleimhäute, in den Fokus der Forschung rückt. Diese Hypothese besagt, dass das sogenannte Exposom, also die Gesamtheit aller Umwelteinflüsse denen das Immunsystem im Laufe des Lebens ausgesetzt ist, einen Einfluss auf die Barrierefunktion des Epithels hat. Gemeint sind damit sämtliche Einflüsse, ganz gleich, ob es sich um chemische, physische oder Lifestyle-bedingte Faktoren handelt. Diese Einflüsse können die Barrierefunktion des Epithels schädigen, so dass Allergene, Schadstoffe und Mikroben das Epithel leichter durchdringen und damit entzündliche Reaktionen auslösen können. Die Epithelbarriere-Hypothese geht deshalb davon aus, dass eine geschädigte Epithelbarriere eine maßgebliche Rolle bei der Steuerung und Entstehung zahlreicher chronisch entzündlicher Erkrankungen spielt. Dazu gehören unter anderem auch Allergien, Asthma, die eosinophile Ösophagitis und die chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen. Bei all diesen Erkrankungen besteht auch tatsächlich eine Schädigung des Epithels. „Für die Therapie und auch die Prävention dieser Erkrankungen bietet die Epithelbarriere-Hypothese neue und spannende Ansätze“, berichtet DAK-Kongresspräsident, Prof. Dr. med. Martin Wagenmann, Hals-Nasen-Ohrenarzt und Allergologe an der HNO-Klinik am Universitätsklinikum Düsseldorf.

Chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen: Die Nasenschleimhaut im Fokus

Eine Schädigung des Nasenepithels kennzeichnet auch die chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen, eine chronisch entzündliche Erkrankung, die mit erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität der Betroffenen einhergeht. Hier können schädliche Substanzen die Epithelbarriere der Nasenschleimhaut leichter durchdringen und entzündliche Reaktionen auslösen. Dabei spielen bestimmte Botenstoffe, sogenannte Alarmine wie Interleukin-33 oder TSLP (thymisch stromales Lymphopoietin), die vom Epithel selbst produziert werden, eine wichtige Rolle bei der Steuerung der Entzündungsreaktionen. Innovative Therapiekonzepte richten sich deshalb speziell gegen diese Botenstoffe. 

Chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen: Das Nasenepithel im Therapie-Fokus!

Beim der #chronischen Rhinosinusitis mit #Nasenpolypen hat man mittlerweile erkannt, dass das #Nasenepithel eine große Rolle beim Krankheitsgeschehen spielt. Beteiligt sind dabei die #Alarmine, die zu...

Chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen: Alarmine als Therapietarget

Aussicht auf eine neue Substanz zur Therapie der chronischen Rhinosinusitis mit Nasenpolypen bietet Tezepelumab, ein Antikörper, der sich gegen TSLP richtet. Zur Behandlung von schwerem Asthma ist der Wirkstoff bereits zugelassen. Die Wirksamkeit bei chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen wurde jüngst in einer Placebo-kontrollierten Phase-III-Studie an schwer betroffenen Patienten überprüft. „Hier konnte man sehen, dass sich der Nasenpolypen-Score (NPS), also Größe und Ausmaß der Nasenpolypen, unter Anti-TSLP deutlich verbessert haben,“ so Prof. Wagenmann, „ebenso war mittels Rhinomanometrie eine deutliche Verbesserung der nasalen Obstruktion zu erkennen“. Statistisch signifikante Verbesserungen zeigten sich in der Studie auch bei sekundären Parametern wie Lebensqualität, Riechvermögen, CT-Scores, dem Bedarf an oralen Steroiden oder der Notwendigkeit von Operationen. „Der Wirkstoff, der ein gutes Sicherheitsprofil zeigt, ist in Deutschland zur Therapie der chronischen Rhinosinusitis mit Nasenpolypen gerade zugelassen worden“, berichtet Prof. Wagenmann.

Neurodermitis: Was bedeutet ‚kumulative Krankheitslast‘?

In den letzten Jahren konnte man zur Neurodermitis neue Erkenntnisse gewinnen. Dazu gehört zum Beispiel, dass die Erkrankung oft mit weiteren Erkrankungen, sogenannten Komorbiditäten, auftritt. Dazu gehören insbesondere die atopischen Erkrankungen wie Pollenallergien, allergisches Asthma und Nahrungsmittelallergien. Eine weitere neuere Erkenntnis ist, dass Neurodermitis die Lebensqualität der Betroffenen weit stärker beeinträchtigt, als in der Vergangenheit vermutet. „Wir wissen heute, dass die Krankheitslast bei Neurodermitis mit der Zeit kumuliert, also zunimmt“, erklärt Prof. Dr. med. Petra Staubach-Renz, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie und Oberärztin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, „dazu gehören neben Juckreiz und Nachtschlafbeeinflussung auch die mit den sichtbaren Ekzemen einhergehende Stigmatisierung“. Die Konsequenzen können schwerwiegend sein. So kann Neurodermitis auch zu vermindertem Selbstvertrauen und Beeinträchtigungen im sozialen Bereich, zum Beispiel beim Sport oder bei der Urlaubsplanung, führen. „Wenn Kinder betroffen sind, leidet oft sogar die ganze Familie“ ergänzt Prof. Staubach. All diese Faktoren zusammengenommen können dazu führen, dass die kumulative Krankheitslast kontinuierlich ansteigt und die Lebensqualität immer schlechter wird.

Neurodermitis: Die kumulative Krankheitslast positiv beeinflussen!

Dieser Prozess lässt sich aber aufhalten, wenn die richtige Therapie möglichst frühzeitig begonnen wird. „Es gibt ein sogenanntes ‘window of opportunity‘, in dem es noch sehr gut möglich ist, die Neurodermitis unter Kontrolle zu bringen, und das hat auch einen positiven Einfluss auf die Krankheitslast“, so Prof. Staubach. Seit einigen Jahren gibt es dafür, zusätzlich zu den topischen Therapien, mehrere neue Substanzen, die sich in zwei Gruppen aufteilen lassen, die Biologika und die JAK-Inhibitoren. „Beide Therapieoptionen sind für Erwachsene zugelassen, einige auch für Kinder ab 12 Jahren und zwei Substanzen auch für Kinder unter 12 Jahren“, erklärt Prof. Staubach, „das ermöglicht uns eine frühzeitige Krankheitskontrolle, so dass wir die kumulative Krankheitslast deutlich reduzieren können“. 

Neurodermitis: Wie kann man die kumulative Krankheitslast positiv beeinflussen?

#Neurodermitis findet nicht nur an der Haut statt. Mittlerweile ist bekannt, dass sie mit weiteren #Komorbiditäten einhergeht, so dass es zu einer kumulativen #Krankheitslast kommen kann. Wie stark Pa...

Asthma – eine Frage des Geschlechts?

Mittlerweile ist bekannt, dass es bei allergischen Erkrankungen geschlechtsspezifische Unterschiede gibt. So sind im Kindesalter deutlich mehr Jungen als Mädchen von Allergien betroffen. Im Jugendalter ändert sich das Geschlechterverhältnis und im Erwachsenenalter leiden dann mehr Frauen als Männer unter allergischen Erkrankungen. „Am besten erforscht sind die geschlechtsspezifischen Unterschiede beim Asthma bronchiale, aber man weiß aufgrund der Epidemiologie, dass diese Verläufe für Heuschnupfen oder Neurodermitis ähnlich aussehen“, erklärt Dr. Marie Standl, Leitung der Arbeitsgruppe Epidemiologie allergischer Erkrankungen und der Lunge bei Helmholtz Munich.

Sind Hormone ein Asthma-Risiko für Frauen?

Zu den Ursachen für diese Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es eine ganze Reihe von Vermutungen. Dazu gehört zum Beispiel, dass die unterschiedliche körperliche und hormonelle Entwicklung in der Pubertät einen Einfluss haben könnte, denn nach der Pubertät haben Männer eine größere Lunge als Frauen. Zu hormonellen Veränderungen kommt es bei Frauen jedoch nicht nur in der Pubertät, sondern auch in andere Lebensphasen. „Auch zyklusabhängig – bei bis zu 40 Prozent der betroffenen Frauen -, während einer Schwangerschaft oder in der Menopause kommt es zu Veränderungen im Hormonhaushalt, die mit einer erhöhten Asthmaprävalenz einhergehen“, so Dr. Standl, „möglicherweise im Zusammenspiel mit anderen Umweltfaktoren“.

Asthma ist nicht gleich Asthma! Welche Rolle spielt das Geschlecht?

Beim #Asthma gibt es Unterschiede zwischen #Männern und #Frauen. Das ist bekannt, aber es wird oft nicht ausreichend berücksichtigt. Über den Stand der #Genderforschung bei #Allergien berichtet Dr. Ma...

Umweltfaktoren - Ernährung - Psyche - Übergewicht

Man weiß aber auch, dass Frauen und Männer unterschiedlich auf bestimmte Umweltfaktoren oder Schadstoffe reagieren können. Hinzu kommen Unterschiede im beruflichen Umfeld. „Frauen arbeiten öfter in Berufen, bei denen sie mit Reinigungsmitteln Kontakt haben, die potenziell lungenschädlich sein können,“ erklärt Dr. Standl, „Männer arbeiten häufiger als Bäcker oder bei der Feuerwehr, so dass andere Expositionen eine Rolle spielen und Männer rauchen auch häufiger.“ Weitere Unterschiede, die sich im Pubertätsalter zwischen den Geschlechtern zeigen, zeigen sich zum Beispiel in der Ernährung oder der physischen Aktivität, aber auch im Bereich der Psyche. „Im Pubertätsalter ist der erste Anstieg depressiver Symptome zu beobachten, wovon Frauen stärker betroffen sind“, so Dr. Standl, „auch dies kann das Risiko für Allergien erhöhen“. Ein weiterer Faktor ist Übergewicht, das einen Risikofaktor für Asthma darstellt. Auch hier sind Frauen stärker betroffen als Männer, das heißt der Effekt von Übergewicht ist bei weiblichen Asthmapatientinnen stärker.

Asthma-Therapie – auch eine Frage des Geschlechts?

Angesichts der geschlechtsspezifischen Unterschiede beim Asthma stellt sich die Frage nach den Konsequenzen für die Therapie. „In der Vergangenheit wurden bei der Entwicklung von Therapien stets junge, gesunde Männer in die Studien eingeschlossen“, berichtet Dr. Standl, „man weiß aber mittlerweile, dass Frauen oft anders auf Medikamente reagieren als Männer, was bislang auch in der personalisierten Medizin nicht ausreichend berücksichtigt wurde – das muss sich ändern.“

Sport treiben trotz Asthma - warum denn nicht?

Kann ich trotz Asthma Sport treiben?“ Das fragen sich immer noch viele Betroffene. Dabei zeigen zahlreiche Beispiele, dass das problemlos möglich ist. „Vielen ist nicht bekannt, dass Spitzenathleten, wie zum Beispiel Haile Gebrselassie oder David Beckham, Asthma haben und trotzdem sportliche Spitzenleistungen abrufen konnten“, berichtet PD Dr. Dr. Tobias Böselt, Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie an der Klinik für Innere Medizin am Universitätsklinikum Giessen und Marburg. Auch viele Studien haben gezeigt, dass sich Sport und Asthma keinesfalls ausschließen, sondern sogar zusammengehören. Voraussetzung ist allerdings eine gute medikamentöse Einstellung, die dafür sorgt, dass das Asthma kontrolliert ist. „Konkret bedeutet das: Keine bis wenig nächtliche Symptome, geringe Notwendigkeit des Bedarfssprays und keine Exazerbationen bzw. akuten Verschlechterungen“, erklärt PD Böselt. 

Sport treiben trotz Asthma - warum denn nicht?

„Kann ich trotz #Asthma #Sport treiben?“ Das fragen sich immer noch viele Betroffene. Dabei zeigen zahlreiche Beispiele, dass das problemlos möglich ist. Welche Vorteile Sport für #Asthmatiker haben, ...

Sportlich trotz Asthma: Gute Tipps für’s Training

Man kann selbst viel dazu tun, dass eine sportliche Betätigung nicht zu Problemen mit dem Asthma führt. So kann man vor der sportlichen Aktivität eine Peak Flow-Messung durchführen, um zu überprüfen, ob die Atemwege frei sind. Während des Sports sollte man das Bedarfsspray immer mitführen, und vor der Belastung können ein oder zwei Hübe des kortikosteroidhaltigen Bedarfssprays dafür sorgen, dass die Atemwege entspannt bleiben. Auch die richtige Belastungssteigerung ist für Asthmatiker wichtig. „Beim Sport im Freien, zum Beispiel beim Joggen, sollte man sich in der kühleren Herbst- und Winterzeit gut aufwärmen und dann die Belastung und damit das Atemvolumen nur langsam erhöhen“, so PD Böselt, „damit erreicht man ein Anfeuchten der Atemwege, was die Bronchien weniger reizt“. Ein weiterer Tipp richtet sich an diejenigen, die ein allergisches Asthma haben, das in den letzten Jahren auch aufgrund des Klimawandels zugenommen hat. Aufgrund der klimatischen Veränderungen haben sich die Pollenflugzeiten verändert und verlängert. So starten die typischen Frühblüher ihre Blühphasen früher – der Hasel zum Beispiel schon im Dezember – und gehen nahtlos ineinander über. Dabei überschneiden sie sich sogar auch mit den Pollenflugzeiten der Spätblüher. „Sportler mit allergischem Asthma sollten das im Blick behalten und dann vor sportlicher Belastung mit einem inhalativen Spray gegensteuern“, rät PD Böselt. Ähnlich kann man bei Indoor-Sportarten vorgehen, zum Beispiel beim Schwimmen, denn hier ist es die Chlorschicht, die in Schwimmbädern auf der Wasseroberfläche steht, die die Atemwege reizen kann. Der Präventive Einsatz des Bedarfssprays kann auch beim Schwimmen helfen, Atemprobleme von vornherein zu vermeiden. „Wichtig zu wissen ist, dass Sport bei Asthma nicht nur möglich, sondern unbedingt empfehlenswert ist“, betont PD Böselt „aktuelle Studien und Reviews zeigen, dass es dann zu einer deutlichen Verbesserung des FEV1-Wertes, weniger Exazerbationsraten und vor allen Dingen auch zu einer deutlich gesteigerten Lebensqualität kommt.

Allergie-Immuntherapie (AIT) beim Kleinkind: Ab welchem Alter ist das möglich?

Zunehmend leiden bereits Kleinkinder in sehr jungem Alter an allergischen Atemwegserkrankungen wie Pollenallergien oder allergischem Asthma. Das Immunsystem der Kinder überreagiert dann auf eigentlich harmlose Allergene. Zur Behandlung allergischer Symptome steht neben der symptomatischen Therapie mit Nasensprays oder Inhalatoren auch die einzige ursächlich wirksame Allergie-Immuntherapie oder Hyposensibilisierung zur Verfügung. Dabei wird das Immunsystem langsam an das jeweilige Allergen gewöhnt, so dass Pollen wieder toleriert werden. Zugelassen sind Allergen-Immuntherapien in der Regel für ein Kleinkindalter ab 5 Jahren. „Es gibt jedoch bereits Erfahrungen mit der Hyposensibilisierung bei Kindern ab drei Jahren“, berichtet Prof. Dr. med. Christian Vogelberg, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Kinderpneumologie und Allergologie an der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden, „Eltern eines betroffenen Kindes sollten dies wissen und spätestens wenn ihr Kind fünf Jahre alt ist, ärztlichen Rat zu dieser Therapiemöglichkeit einholen“.

Allergien früh behandeln: Ist die Allergie-Immuntherapie schon bei kleinen Kindern möglich?

Ab wann sollte man kleine #Kinder mit #Allergien behandeln? Gibt es ein "zu früh" oder ein "zu spät"? Das erklärt Prof. Dr. med. Christian Vogelberg, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Kinderpneu...

Prävention so früh wie möglich: Kommt bald ein Allergiescreening für Deutschland?

Allergische Erkrankungen haben in den letzten Jahrzehnten, insbesondere auch bei jüngeren Kindern, deutlich zugenommen. Dabei hat man gesehen: Je früher Allergien behandelt werden, desto nachhaltiger ist der Therapieerfolg. Eine möglichst frühe Diagnose und ein möglichst früher Therapiebeginn sind deshalb bei Allergien die Voraussetzung für einen nachhaltigen Behandlungserfolg. „Durch gezielte Untersuchungen ließe sich eine sehr frühe Behandlung auch jetzt schon umsetzen“, erklärt Prof. Vogelberg, „deshalb haben die GPA und die DGAKI eine Initiative für das Allergie-Screening von Kindern im Rahmen der U-Untersuchungen gestartet“. Dabei geht es zunächst darum, die bereits bestehenden Untersuchungen, um Fragen zu allergietypischen Symptomen zu ergänzen. Erst bei Allergieverdacht würde sich eine weiterführende Diagnostik anschließen. „Ziel des Allergie-Screenings sollte es sein, allergiegefährdete Kinder frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, möglichst noch bevor es zu einer vollen Ausbildung der Erkrankung kommt“, so. Prof. Vogelberg, „gleichzeitig würde ein Screening bei Kindern ohne Allergierisiko verhindern, dass es zu unnötiger Diagnostik oder Ernährungseinschränkung kommt“.

Allergie-Screening - so kann man Allergien frühzeitig erkennen und behandeln!

Kommt bald ein #Allergiescreening? Und wenn ja, für welche #wasKinder ist das sinnvoll und was sind die Vorteile? Das erklärt Prof. Dr. med. Christian Vogelberg, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizi...

Asthmasprays: Es geht auch klimafreundlich!

Angesichts der weltweiten Anstrengungen, den Ausstoß von CO2 zu reduzieren, machen sich gerade Jugendliche mit Asthma zunehmend Gedanken über mögliche negative Umwelteinflüsse der in bestimmten Asthma-Medikamenten enthaltenen Treibgase. Schließlich schreibt man diesen einen schlechten ökologischen Fußabdruck zu. „Angst vor dem Klimawandel beeinflusst gerade auch die Lebensqualität von Asthma-Betroffenen“, erklärt Prof. Vogelberg. Dieser Aspekt sollte deshalb von medizinischer Seite und auch von den Eltern berücksichtigt werden, indem Zuversicht und Kenntnis zu Handlungsoptionen vermittelt werden. „Deshalb ist es wichtig, zu wissen, dass treibgasfreie Pulverinhaler eine sehr gute Klima- und Umweltbilanz haben“, berichtet Prof. Vogelberg. Wenn man also besonders drauf achten möchte, dass die eigene Asthmatherapie umweltfreundlich stattfindet, kann man mit Pulverinhalatoren behandeln. „Voraussetzung ist allerdings, dass die Handhabung reibungslos funktioniert und das Asthma gut eingestellt ist“, betont Prof. Vogelberg.

 

Asthma bei Kindern und Jugendlichen - wie können Eltern in schwierigen Zeiten unterstützen?

Wenn Kinder mit #Asthma erwachsen werden, ergeben sich ganz neue Situationen und die sind nicht immer einfach. Wie kann man #Jugendliche in der Phase der #Transition unterstützen? Das erklärt Prof. Dr...

 

Allergenfrei leben – geht das mit der Photokatalyse?

Das Allergen meiden” so lautet stets der erste ärztliche Rat, wenn eine Allergie diagnostiziert wurde. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn die Allergene von Pollen, Tierepithelien, Schimmelpilzen oder Milben lassen sich nur äußerst schwer aus der nahen und fernen Umwelt entfernen. Abhilfe schaffen könnte ein neues Verfahren, das Prof. Dr. Med. Christian Bergmann, Lungenarzt und Allergologe am Institut für Allergieforschung der Charité, mit seinem Team in Studien geprüft hat, die Photokatalyse. Dabei handelt es sich um eine chemische Reaktion, die mit Hilfe von Licht Zersetzungsprozesse bei Fremdpartikeln anstößt. Die im Zuge der Photokatalyse erzeugten Radikale sorgen dafür, dass zum Beispiel Bakterien oder Viren zersetzt werden. Das gilt auch für die aus Proteinen bestehenden Allergene, so dass eine deutliche Allergenreduktion erreicht wird. Normalerweise wird dazu allerdings UV- Licht benötigt, welches durch Sonnenlicht geliefert wird. Somit war es bisher nicht möglich, diese Technologie in Innenräumen zur Beseitigung bzw. Zersetzung von Schadstoffen in der Luft zu nutzen.

Durch den neu entwickelten photakatalytischen Katalysator ist es nun möglich, diesen Prozess auch ohne UV- Licht dauerhaft zu aktivieren. Künftig benötigt man dafür also kein UV-Licht mehr, sondern ganz normales Licht, auch künstliches Licht aus einer Glühbirne oder auch durch LEDs, die nunmehr den Prozess der Photokatalyse in Gang setzt. Dies ermöglicht somit die Nutzung der Photokatalyse und deren Mehrwerte in Innenräumen.

„Die Anwendung ist denkbar einfach,“ so Prof. Bergmann, „man trägt die Katalysator-Substanz auf die Innenseite der Fensterscheibe auf, und der Katalyseprozess beginnt”. Die Transparenz des Fensterglases wird davon nicht beeinträchtigt. Zudem ist die Katalysatorschicht äußerst langlebig und übersteht auch häufiges Fensterputzen problemlos. Um die Effektivität der Allergenreduktion durch die Photokatalyse zu überprüfen hat man dies an Gräserpollenallergikern getestet, zum einen in einem speziell ausgerüsteten PKW und zum anderen in der Pollenexpositionskammer. “In beiden Fällen zeigte sich ein um 40 Prozent reduzierter Total Symptom Score, das heißt, dass bei den allergischen Patienten um 40 Prozent weniger starke Symptome an Augen, Nase und Bronchien auftraten – und das ganz ohne Nebenwirkungen.

Pompur – der allergenfreie Apfel für Apfelallergiker

Birkenpollenallergiker kennen das Problem nur allzugut: Kaum beißen sie in einen Apfel kommt es zum oralen Allergiesyndrom, einer sekundären Form der Nahrungsmittelallergie. Dann brennt und kribbelt es im Mund oder an der Zunge und die Lippen schwellen an, und der Apfelgenuss ist passé. „Schuld ist Mal d1, das Apfelallergen, das eine hohe strukturelle Ähnlichkeit mit dem Birkenpollenallergen Bet v1, hat, denn das Immunsystem verwechselt diese beiden Allergene leicht”, erklärt Prof. Dr. med. Christian Bergmann, Lungenarzt und Allergologe an der Charité in Berlin, am Institut für Allergieforschung. Damit die Betroffenen nicht weiterhin auf den gesunden Genuss von Äpfeln verzichten müssen, hat das Team um Prof. Bergman eine Kooperation iniziiert. Zusammen mit einem auf die Bestimmung des Apfelallergens spezialisierten Labors und einer Obstzüchtergruppe der Hochschule Osnabrück startete man die Entwicklung eines Apfels mit möglichst wenig Mal d1, aber noch ausreichend Polyphenolen, um die gesundheitliche Bedeutung des Apfels zu erhalten. Nach sieben Jahren intensiver Forschung kommt nun der sehr schmackhafte, allergenarme und ECARF-zertifizierte Apfel mit dem Namen “Pompur” – von Pom, “Apfel” und pur “rein” auf den Markt. Es gibt einen Sommerapfel und einen Herbstapfel -der Sommerapfel ist bereits ab Mitte November 2025 in einzelnen EDEKA Regionen und deutschlandweit in Penny Filialen von REWE erhältlich. Dabei kann man von einer Preisspanne zwischen €3,00 - €4,00 pro kg ausgehen. „Ein orales Allergiesyndrom werden Birkenpollenallergiker von Pompur nicht zu befürchten haben”, erklärt Prof. Bergmann, „wenn man aber mehrere Jahre auf Äpfel verzichtet hat, sollte man vorsichtshalber zunächst ein aufgeschnittenes Stück Pompur an die Lippen halten und abwarten, ob Symptome auftreten“. Auch nach dem Verzehr von einem Drittel des Apfels sollte man nochmals kurz innehalten, um sicher zu gehen, dass wirklich keine Allergiesymptome auftreten.

 

Allergiefreundliche Äpfel? Endlich gibt es sie!

Viele #Apfelallergiker wünschen sich das schon lange: #allergenarme #Äpfel. Mit #Pompur ist dieser Wunsch in Erfüllung gegangen, denn ab Mitte November wird es zwei #allergiefreundliche #Apfelsorten i...

 

Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

 

24. November 2025
Autor: Sabine Jossé/ Prof. Dr. med. Christian Taube/ Prof. Dr. med. Martin Wagenmann

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