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Deutscher Allergiekongress 2026: Innovation trifft Evidenz!

Innovation trifft Evidenz“ das ist das Motto, das die beiden Kongresspräsidenten Prof. Dr. med. Ludger Klimek und Prof. Dr. med. Sven Becker für den diesjährigen Deutschen Allergiekongress in den Fokus gestellt haben. Die traditionsreiche Fachkreise-Veranstaltung findet vom 1. bis 3. Oktober 2026 im RheinMain CongressCenter Wiesbaden zum 21. Mal statt. Dabei wird der Kongress von einer großen Fachausstellung begleitet. Veranstalter sind die drei allergologischen Fachgesellschaften DGAKI, AeDA und GPA, dieses Mal unter der Ägide des AeDA. MeinAllergiePortal ist auch in diesem Jahr wieder ein Medienpartner.

Klimek Becker DAK 2026
Prof. Klimek und Prof. Becker, Kongresspräsidenten beim DAK 2026, Quelle: DAK/Wikonct

Autor: Sabine Jossé M.A.

Interviewpartner: Prof. Dr. med. Ludger Klimek, Prof. Dr. med. Sven Becker

Herr Prof. Klimek, Herr Prof. Becker, wie kam es zum Leitthema des Kongresses „Innovation trifft Evidenz“?

Prof Klimek: Mit dem diesjährigen Motto wollen wir auf zwei aktuelle Themen hinweisen. Zum einen ist die TAV, die Therapieallergene-Verordnung 2026 abgeschlossen. Das bedeutet, es gilt Bilanz zu ziehen, die Evidenz der Allergen-Immuntherapie zu bewerten und aktuelle Innovationen zu beleuchten.

Prof. Becker: Gleichzeitig wollen wir mit dem Kongressmotto darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, wissenschaftlichen Fortschritt schnell zum Patienten zu bringen. Es ist unser Ziel, aktuelle Forschungsergebnisse und Erfahrungen aus der Praxis stärker in den medizinischen Alltag zu integrieren. Dabei wollen wir auch den Austausch zwischen den Fachdisziplinen fördern.

Woran hakt es aktuell auf dem Weg „from bench to bedside"?

Prof. Klimek: Nach wie vor ist es eine der größten Herausforderungen, die flächendeckende allergologische Versorgung von Patientinnen und Patienten sicherzustellen. Dieses Problem beginnt bereits in der Ausbildung. An den Universitäten ist die Allergologie kein curriculares Fach, sondern wird in unterschiedlichen Fachdisziplinen nur mehr oder weniger angeschnitten.

Prof. Becker: Aber auch nach Abschluss der Universität ist eine strukturierte Weiterbildung zum Allergologen nach der Facharztprüfung nur noch an wenigen Zentren möglich. Berufsbegleitende Weiterbildungen sind teilweise schwierig umzusetzen und finanzielle Anreize bestehen ebenfalls nicht. Es gibt also viel zu besprechen und viel zu tun.

Können Sie uns schon einen kleinen Einblick in das Programm des DAK 2026 geben?

Prof Klimek: Das Programm ist sehr breit aufgestellt und bietet einen Querschnitt durch alle allergologischen Themenbereiche.

Spannend sind unter anderem sicher diese Themen:

  • Vom Kind zum Erwachsenen - Langzeitprognose atopischer Erkrankungen
  • Biomarker & personalisierte Urtikaria-Therapie
  • Toleranzerhalt bei Erdnuss- und Nussallergie
  • Digitale Tools in der Allergologie
  • Salz, Fett und Zucker - Wie der (Immun-) Stoffwechsel Allergien beeinflusst!
  • Erweiterte Einsatzmöglichkeiten von Biologika - Viel hilft viel?
  • Vegane Ersatzprodukte und Allergie
  • AIT gegen Katze

Prof. Becker: Hinzu kommen die Formate AllergoBasics, AllergoCase, AllergoConnect, AllergoCompact, AllergoScience und AllergoActive, bei denen wir tiefer in die Materie einsteigen.

Hier geht es unter anderem um die folgenden, ebenfalls sehr spannenden, Themen:

  • Organoidmodelle
  • Nahrungsmittelallergie - von Innovationen und Interventionen
  • Seltene Allergien - "Wir müssen reden!"
  • Therapie kofaktorabhängiger Nahrungsmittelallergien
  • Am Ende des TAV-Weges: Quo vadis AIT?
  • ARFID - Essstörungen bei Nahrungsmittelallergie
  • Wer hat ein Risiko für Nahrungsmittelallergien?

Und, last, but not least, werden unsere ePoster-Sessions den Teilnehmern interessante Impulse liefern.

Sie greifen im Programm des DAK 2026 auch das Thema „Digitale Tools in der Allergologie“ auf, worum geht es genau?

Prof. Klimek: Auch in der Allergologie werden innovative Technologien immer wichtiger und deshalb sind diese Themen ein „Muss“ beim DAK 2026. Big-Data-Analysen werden ja schon seit einigen Jahren genutzt, um die Wirksamkeit bestimmter Therapien zu analysieren. Hierüber wollen wir informieren.

Prof. Becker: Hinzu kommt die künstliche Intelligenz, und auch diese wird in der Wissenschaft bereits eingesetzt und ermöglicht einen neuen Zugang zu immer größer werdenden Datenmengen. Aber auch in der alltäglichen Praxis wird künstliche Intelligenz in der Zukunft eine immer größere Rolle bei Diagnostik und Therapieplanung spielen und das werden wir aufzeigen.

Warum sollte man den Deutschen Allergiekongress 2026 nicht verpassen?

Prof. Klimek: Der DAK ist ein Ort der Begegnung für Wissenschaft, Klinik und Praxis. Dieser persönliche Austausch über alle Fachdisziplinen hinweg, verschiedener Versorgungsebenen, sowie aus Forschung und Praxis ist essentiell wichtig für eine bessere Versorgung der Patientinnen und Patienten. Die Teilnehmer werden beim DAK von praxisnahen Informationen profitieren, die sie unmittelbar umsetzen können.

Prof. Becker: Und auch der Fun Factor wird nicht zu kurz kommen. Mit einem umfangreichen und interessanten Rahmenprogramm und der Durchführung des Kongresses im RheinMain Congress Center im Herzen Wiesbadens bleiben hoffentlich keine Wünsche für ein gelungenes Zusammentreffen der Allergologen offen.

Herr Prof. Klimek, Herr Prof. Becker, herzlichen Dank für dieses Interview!

Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

  

22. Juni 2026
Autor: Sabine Jossé/ Prof. Dr. med. Ludger Klimek/ Prof. Dr. med. Sven Becker

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