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Luftfilter bei Allergie: Welche Luftreiniger sind gut für Allergiker?

Luftreiniger sollen bei Allergie auf Hausstaubmilben oder Tierhaare helfen. Allergiker stehen dann aber vor der Frage: Was bringt so ein Luftfilter? Sind die Symptome dann tatsächlich verschwunden? Und welches ist der beste Raumluftfilter für Allergiker? Prof. Dr. Jeroen Buters, vom Zentrum Allergie & Umwelt (ZAUM), Technische Universität & Helmholtz Zentrum München hat das untersucht.1) Im Gespräch mit MeinAllergiePortal berichtet er von den Ergebnissen.

Luftfilter Allergie Luftreiniger
Luftfilter bei Allergie: Welche Luftreiniger sind gut für Allergiker? Bildquellen: J. Buters/MeinAllergiePortal mit Canva Magic Media 2026

Autor: Sabine Jossé M.A.

Interviewpartner: Prof. Dr. Jeroen Buters

Herr Prof. Buters, sind Luftreiniger für Allergiker sinnvoll?

Davon, dass Luftreiniger für Allergiker sinnvoll sind, kann man ausgehen. Innenraumallergene haften an oder sind im Grunde selbst Feinstaub, das sind winzige Partikel in der Luft. Deshalb kann man mit dem Herausfiltern der Partikel auch die Allergene aus der Luft beseitigen. Uns kam es deshalb darauf an zu untersuchen, in welchem Maße Raumluftfilter den Feinstaub und damit die Allergene aus der Luft filtern. Das haben wir anhand von Feinstab-Filtern aus 22 Schlafzimmern untersucht.

Für welche Allergien haben Sie die Luftreiniger untersucht?

Untersucht haben wir die Raumluftfilter im Hinblick auf Patienten mit Allergien auf Milben, Hund und Katze, aber auch auf Feinstaub. Dabei haben wir uns auf die jeweiligen Hauptallergene dieser Innenraumallergene konzentriert:

  1. Das major Allergen der amerikanischen Haustaubmilbe Dermatophagoides farinae: Der f 1
  2. Das major Allergen der Europäischen Haustaubmilbe Dermatophagoides pteronyssinus: Der p 1
  3. Das major Allergen des Hundes: Can f 1
  4. Das major Allergen der Katze: Fel d 1

Das sind auch die Allergene, auf die die meisten Patienten in Innenräumen mit allergischen Symptomen reagieren.

Wie haben Sie ermittelt, wie gut bzw. effektiv die Luftreiniger Allergene aus der Luft filtern?

Dafür haben wir Proben aus der Luft der jeweiligen Schlafzimmer entnommen, einmal ohne Raumluftfilter und einmal mit Luftreiniger. Diese Proben haben wir dann auf ihren Allergengehalt analysiert.

Gab es denn in allen 22 Haushalten immer Milben, Hunde und Katzen?

Hausstaubmilben sind tatsächlich in jedem Haushalt vorhanden. Aber auch die Allergene von Katzen und Hunden sind fast überall zu finden, man nennt das „ubiquitär“. Das heißt, sowohl Hundeallergene als auch Katzenallergene gibt es überall, auch in hundelosen und katzenlosen Haushalten. Deshalb reicht es auch nicht aus die Tiere abzuschaffen, wenn man eine Allergie auf Katze oder eine Hundeallergie hat. Die Allergene bleiben trotzdem monatelang im Haus, aber in bestimmten Fällen kann das Abschaffen des Haustieres helfen. Dazu sollte man wissen, dass die Allergenmenge, die Katzen produzieren, unterschiedlich ist. Einige Katzen produzieren viele Allergene, andere nur wenige, und gleiches gilt wahrscheinlich auch für Hunde. Das bedeutet im Falle der Katze: Wenn man sich von einer Katze trennt, die viele Allergene produzert, hat das einen größeren Effekt auf die Symptomlast als bei einer Katze, die nur wenig Allergen generiert. Hinzu kommt, dass die neuen Katzen- und Hundeallergen von draußen hereingetragen werden.

Welche Erfahrungen haben Sie bei der Studie mit Luftreinigern für Allergiker gemacht?

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Luftfilter für Allergiker mit HEPA-Filter den Feinstaub sehr gut aus der Luft herausfiltern können. Gleichzeitig werden so auch die Milbenallergene, Hundeallergene und Katzenallergene zu einem hohen Prozentsatz entfernt.

Welche Luftreiniger sind gut für Allergiker?

In unserer Studie, in der das Gerät erwähnt wird, wurden die Allergene durch die HEPA-Luftfilter im Durchschnitt zu über 75  Prozent entfernt. Am stärksten war der Effekt bei den Hundeallergenen, am zweitstärksten bei den Katzenallergenen. Das Gerät ist im Handel nicht mehr erhältlich, aber der Hersteller benutzt die gleiche Technologie in anderen Modellen. Darin ist auch ein Sensor integriert, der den Feinstaub in der Innenraumluft misst und die Leistung des Luftfilters entsprechend anpasst. Bei hoher Feinstaubbelastung intensiviert das Gerät die Filterleistung, bei geringerer Belastung reduziert es sie und läuft geräuschloser, das ist insbesondere in der Nacht angenehm. Die Filterung des Feinstaubs ist relevant, weil Allergene an Feistaub binden. Ob andere Hersteller auch Luftreiniger mit derselben Effektivität herstellen, weiß ich nicht.

Durchschnittliche Allergenreduktion

Amerikanische Haustaubmilbe Der f 1 75,2 Prozent
 Europäische Haustaubmilbe  Der p 1   65,5 Prozent
 Hunde-Allergen     Can f 1  89,3 Prozent
 Katzen-Allergen   Fel d 1  76,6 Prozent
Quelle: José María Maya-Manzano,Gudrun Pusch,Cordula Ebner von Eschenbach,Elke Bartusel,Thomas Belzner,Erwin Karg,Ulrich Bardolatzy,Michael Scheja,Carsten Schmidt-Weber,Jeroen Buters , CTA Vol 12, Issue, 4, April 2022, e12137, https://doi.org/10.1002/clt2.12137

Prof. Buters, vielen Dank für dieses Interview!


Prof. Dr. Jeroen Buters, Bildquelle: J. Buters

Prof. Dr. Jeroen Buters ist Deputy Director beim Center of Allergy & Environment (ZAUM). Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Frage, welche Faktoren Allergien auslösen und wie es zu allergischen Beschwerden kommt. Im Rahmen seiner Forschung hat er ein Online-Pollenmonitoringsystem in Bayern gegründet, das automatisierte e-Pollenmessungen für eine Echtzeit-Pollenflugvorhersage ermöglicht. Dafür steht eine App zur Verfügung Pollenscience.eu. Erreichbar ist Prof. Buters hier: https://www.helmholtz-munich.de/iaf/jeroen-buters

Quellen:

José María Maya-Manzano,Gudrun Pusch,Cordula Ebner von Eschenbach,Elke Bartusel,Thomas Belzner,Erwin Karg,Ulrich Bardolatzy,Michael Scheja,Carsten Schmidt-Weber,Jeroen Buters , CTA Vol 12, Issue, 4, April 2022, e12137, https://doi.org/10.1002/clt2.12137
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/clt2.12137

Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

11. März 2026
Autor: S.Jossé/Prof. Dr. Jeroen Buters

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