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Immunglobuline: Was ist das?

Immunglobuline: Welche gibt es? Was tun sie? Bildquelle: B.Maud

Immunglobuline: Was ist das?

Immunglobuline! Dieser Begriff taucht häufig auf, wenn von Allergien die Rede ist. Was versteht man unter Immunglobulinen, welche es gibt und welche Funktion haben sie? Das erklärt Dr. med. Maud-Bettina Hilka, HNO-Gemeinschaftspraxis Wiesbaden, für MeinAllergiePortal.

Autor: Sabine Jossé M. A.

Interviewpartner: Dr. Maud-Bettina Hilka

Frau Dr. Hilka, was sind Immunglobuline?

Immunglobuline sind Glykoproteine. Das heißt sie haben sowohl eine Proteinanteil als auch einen Zuckeranteil.

Welche Funktion haben Immunglobuline im Körper?

Immunglobuline zirkulieren im Blutserum des Körpers. Unter anderem haben sie die Aufgabe, Infektionen und andere Erkrankungen zu bekämpfen.

Gibt es verschiedene Immunglobuline?

Insgesamt gibt es fünf verschiedene Immunglobuline mit Untergruppen.

Welches Immunglobulin ist das Wichtigste?

Das wichtigste Immunglobulin ist das IgG mit seinen vier Untergruppen. Mit 75 bis 80 Prozent zirkuliert es in unserem Blutserum. Damit ist das IgG quasi der „Effektorantikörper“, der für die Behandlung von Sekundärinfektionen zuständig ist. Das heißt, wenn das Immunsystem ein zweites Mal in Kontakt einem Antigen, einem artfremden Eiweißstoff, kommt, wird das IgG gebildet.

Wann ist das Immunglobulin G oder IgG erhöht und was sagt das aus?

Besonders bei akuten oder auch chronischen Infektionen ist die Höhe des IgG-Spiegels ein diagnostischer Hinweis. Eine IgG-Erhöhung kann auch bei Erkrankungen der Leber und des Nervensystems eine Rolle spielen. Der IgG-Spiegel kann bei Nierenerkrankungen erniedrigt sein aber auch bei bösartigen Erkrankungen der weißen Blutkörperchen.

Welche anderen Immunglobuline gibt es?

Weiter kennen wir das IgM, das Immunglobulin, das mit etwa 10 bis 15 Prozent in unserem Körper zirkuliert.

Wir haben weiter mit 15 Prozent das Immunglobulin A oder auch Schleimhaut-Immunglobulin.

Außerdem gibt es noch das Immunglobulin E, auch mit IgE abgekürzt.

Was ist das Immunglobulin M oder IgM?

Das IgM ist das Immunglobulin der sofortigen Reaktion.

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Wann ist das Immunglobulin M oder IgM erhöht und was sagt das aus?

Was ist das IgM, Erhöhung:

Das Immunglobuline M werden als erste bei einem Kontakt mit einem Krankheitserreger oder anderen körperfremden Stoffe gebildet und stellen somit die erste Abwehrlinie dar. Der IgM-Spiegel fällt relativ schnell wieder ab, dann übernehmen die IgG-Antikörper die Aufgabe.

Ursachen für einen hohen IgM Spiegel können zum einen eine akute Infektion sein aber auch bösartige Erkrankung der weißen Blutkörperchen. Lebererkrankungen und Autoimmunerkrankungen können den Spiegel auch ansteigen lassen.

Ist der IgM Spiegel zu niedrig kann das auf eine Nierenerkrankung hinweisen.

Was ist das Immunglobulin A oder IgA?

Das Immunglobulin A wird teilweise im Darm, in den Peyer'schen Plaques, gebildet und hat die Aufgabe, die Schleimhaut vor Bakterien und Viren zu schützen.

Wann ist das Immunglobulin A oder IgA erhöht und was sagt das aus?

Das Immunglobulin A ist für die Abwehr von Krankheitserregern an den Schleimhäuten des Nasen-Rachen-Raumes sowie im Verdauungssytem verantwortlich. Es macht ungefähr 10 bis 15 Prozent aller Antikörper aus und kommt im Magen-Darm-Trakt, im Genitalbereich und auch in der Tränenflüssigkeit vor. Bei häufigen Infektionen des Patienten sollte dieser Wert gegebenefalls bestimmt werden.

Ein zu hoher IgA-Wert kann ein Hinweis auf eine Lebererkrankung, übermäßigen Alkoholkonsum oder eine Autoimmunerkrankung sein. Auch bei einer akuten Infektion kann der Wert erhöht sein.

Ursache für einen zu niedrigen IgA-Wert kann ein so genannter selektiver IgA-Mangel sein. Auch IgA-Antikörpermangelsyndrom genannt.

Es ist der häufigste vorkommende Immundefekt. Die Erkrankung geht meistens mit häufigen Atemwegserkrankungen einher.

Auch bei einer Nierenerkrankung kann der IgA-Wert zu niedrig sein.

 

Was ist das Immunglobulin E bzw. IgE?

Das Immunglobulin E oder IgE ist normalerweise nur in ganz geringen Mengen im Serum nachweisbar.

Wie passiert im Körper, wenn das Immunglobulin E bzw. IgE hoch ist?

Das Immunglobulin E oder IgE heftet sich an spezielle Zellen des Immunsystems an, die Mastzellen. Diese Mastzellen gehören zu den basophilen Granulozyten und spielen bei Allergien eine wichtige Rolle. Wenn sich das Immunglobulin E, also das IgE an die Mastzelle anhängt, kommt die allergische Entzündung in Gang. Dann werden Allergie auslösenden Stoffe ausgeschüttet.

Wann ist das Immunglobulin E oder IgE erhöht und was sagt das aus?

Das IgE kann erhöht sein bei einer Vielzahl von Erkrankungen.

An erster Stellen stehen die allergischen Erkrankungen aber auch die parasitären Erkrankungen, wie beispielsweise ein Wurmbefall des Darms. Weiterhin kann der IgE-Spiegel erhöht sein bei der atopischen Dermatitis, bei Immundefekten wie dem Hyper-IgE-Syndrom, HIV oder beim Wiskot –Aldrich-Syndrom, um nur einige Immunerkrankungen zu nennen.

Bei einer Erniedrigung des IgE-Spiegels besteht möglicherweise ein erhöhtes Risiko für parasitäre Erkrankungen und variable Immundefekte.

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Hat man immer eine allergische Erkrankung, wenn das Immunglobulin E (IgE) erhöht ist?

Nein, nicht unbedingt. Das Immunglobulin IgE kann auch ein Hinweis auf eine parasitäre Erkrankung des Darmes sein.

Kann auch eine Erhöhung des Immunglobulins G auf eine Allergie hinweisen?

Inwieweit IgG 4, das sehr gerne einmal zur Detektion von Nahrungsmittelallergien bestimmt wird, eine Bedeutung hat, ist umstritten. Wir wissen, dass heute nach jeder Mahlzeit geringe Mengen von IgG-Molekülen, im Serum nachweisbar sind. Sie werden dann später über Leber, Milz und Lunge abgebaut. Sie haben somit überhaupt keinen Krankheitswert. Somit kann die Bestimmung des IgG 4-Wertes nicht zum Nachweis einer Nahrungsmittelallergie eingesetzt werden.

Was kann man mit dem Immunglobulin IgG nachweisen?

In Ausnahmefällen kommt es zu einer großen Menge Immunglobulin IgG im Gewebe. Davon sind allerdings nur sehr wenige Patienten betroffen. Das entsprechende Krankheitsbild mit schwerer Ausprägung ähnelt der sogenannten Serumkrankheit und lässt eine Typ-III-Allergie vermuten. Mit einer Nahrungsmittelallergie (Typ-I-Allergie) hat die Ansammlung von Immunglobulin G aber nichts zu tun.

Was bedeutet „Abnormalitäten“ im Sinne von Immundefekten im Zusammenhang mit den Immunglobulinen?

Ein Immundefekt bedeutet, dass ein Teil des Immunsystems nicht ausreichend funktionstüchtig ist. Man unterscheidet primäre Immundefekte, das heißt angeborene Immundefekte, oft mit Infektanfälligkeit beginnend, von sekundären Immundefekten, die ein Mensch im Laufe seines Lebens entwickeln kann. Ursachen für primäre Immundefekte liegen in den Genen, die Erkrankung wird also vererbt. Manchmal tritt eine Genveränderung aber auch spontan auf. Bei den sekundären Immundefekten erwirbt der Mensch sie im Laufe seines Lebens. Die Ursachen können verschieden sein. Es können Tumorerkrankungen, Infektionen und Medikamente sein. Allen Arten von Immundefekten ist gemeinsam, dass Infektionen häufiger auftreten, länger dauern, schwerer verlaufen und oft mit Komplikationen verbunden sind.

Frau Dr. Hilka, vielen Dank für das Interview!

Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.