Allergien im Friseurberuf

Prof. Dr. med. Swen Malte John, Leiter des Fachgebietes Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie der Universität Osnabrück

Allergien im Friseurberuf: Risiken minimieren durch sinnvolle Prävention!

Abgesehen von den Oxidationshaarfarben, mit welchen Allergenen kommt man Friseur in Kontakt?

Auch die im Friseurgewerbe verwendeten Bleichmittel können allergische Reaktionen auslösen, hier ist insbesondere Ammoniumpersulfat von besonderer Bedeutung.

In der Vergangenheit waren es eher die die sauren Dauerwellen, die sehr häufig Allergien hervorgerufen haben, verantwortlich hierfür war eine Substanz namens Glycerylmonothioglykolat. In Deutschland konnte man glücklicherweise erreichen, dass diese Substanz, zunächst im Rahmen einer freiwilligen Vereinbarung und später dann mit einer verbindlichen Festlegung, nicht mehr in Dauerwellenmitteln eingesetzt wird. Es gibt aber noch Importprodukte, die Glycerylmonothioglykolat enthalten können und damit sollte man wirklich sehr vorsichtig sein, denn diese Substanzen fressen sich aktiv in die Haut hinein und lösen Allergen aus. Die alkalischen Dauerwellen, die jetzt verwendet werden, haben glücklicherweise nur ein sehr geringes allergologisches Potenzial.    

Je nachdem, wie viel Kosmetik  in dem jeweiligen Friseursalon betrieben wird, können auch Duftstoffe im Friseurberuf eine Rolle spielen. Diese Duftstoffe trifft man dann sowohl im Beruf als auch im Privatleben und sie sind deshalb ein gutes Beispiel dafür, dass Allergene eine sehr weite Verbreitung haben können. Wichtig ist hier ein gewisses "Maßhalten" im Umgang mit Duftstoffen, auch im privaten Bereich. Duftstoffe sind die häufigsten Allergene in der Bevölkerung und aus Sicht der Dermatologen sollte man mit Parfüms sehr sparsam umgehen.

Viele glauben, dass insbesondere natürliche Duftstoffe keine Schädigungen hervorrufen können und schon gar keine Allergien. Die meisten Duftstoffe sind auch in der Tat Naturstoffe, sind aber dennoch hochallergen. "Natürlich" ist durchaus nicht "allergenfrei"!

Sind mit den "Duftstoffen" die Duftstoffe in den Shampoos gemeint?

Mit Duftstoffen wird ein Friseur durch die Shampoos, Weichspüler etc. konfrontiert, aber auch in allen Arten von kosmetischen Produkten wie Cremes, Parfüms und den aufgrund ihrer Konzentration nicht ganz unproblematischen Raumdüften. Eine besondere Gefahr liegt bei den Duftstoffen in Kosmetika darin, dass diese Produkte sehr lange auf der Haut bleiben und das Allergierisiko steigt je länger man mit dem allergenen Stoff in Berührung kommt und je größer die Allergenkonzentration ist. Deshalb empfehlen wir Dermatologen insbesondere bei den Hautschutzcremes, die im Friseurgewerbe angewendet werden sollen, Produkte ohne Duftstoffe und möglichst auch ohne Konservierungsstoffe.

Glücklicherweise besteht bei Haarsprays und Festigern ein wesentlich geringeres Allergierisiko. Hier kommt es nur in Ausnahmefällen zu Problemen. Dennoch: Es gibt auch Atemwegserkrankungen im Friseurgewerbe und deshalb ist es wichtig, auf eine gute Lüftung zu achten.

Geht denn auch von Arbeitsinstrumenten wie Scheren etc. eine allergene Gefahr aus?

Scheren sind heutzutage weitgehend nickelfrei, eventuell könnten Haarklipse noch Nickel enthalten. Glücklicherweise hat sich im Bereich Arbeitswerkzeuge im Friseurberuf aber viel getan um dafür zu sorgen, dass eine allergologisch beunruhigende Nickelexposition im Friseurberuf nicht mehr stattfindet.

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