Verstopfte Nase

Was tun gegen eine verstopfte Nase? Bildquelle: canva Kaspars Grinvalds, valeriimingirov

Verstopfte Nase: Was ist die Ursache und was hilft?

Jeder weiß: Verstopfte und laufende Nasen sind keine Seltenheit. Beides sind häufige Probleme, die häufig gemeinsam, aber auch jedes für sich auftreten können. Meistens sind diese Art Nasenbeschwerden harmlos und benötigen keinen Besuch beim Arzt. Aber es können sich manchmal auch Krankheitsbilder dahinter verbergen, die erkannt und behandelt werden sollten. Was tut man gegen eine chronisch verstopfte Nase? Wie bekommt man die Nase wieder frei? Welche Ursachen es für eine verstopfte Nase gibt, wann man zum Arzt gehen sollte und wie man eine verstopfte Nase behandeln kann, darum geht es in diesem Beitrag.

Autor: Dr. med. Anna Eger

 

Verstopfte Nase: Die wichtigsten Fakten!

Erkältungen und Allergien sind die häufigsten Ursachen für eine verstopfte Nase

Eine verstopfte Nase geht je nach Ursache auch häufig mit Nasenlaufen einher

Man unterscheidet verschiedene Formen einer chronischen Rhinitis

Für Babys ist eine verstopfte Nase ein besonderes Problem

Zur Behandlung einer verstopften Nase kann man je nach auslösender Ursache Nasensprays mit unterschiedlichen Wirkstoffen verwenden

Bei bestimmten Warnsignalen oder chronischen Beschwerden sollte man mit einer verstopften Nase einen Arzt aufsuchen

 

Wann ist eine Nase verstopft?

Wenn die Nasenwege und der normale Luftstrom durch die Nase blockiert ist, dann spricht man von einer verstopften Nase. Betroffene haben dann Schwierigkeiten durch die Nase zu atmen.

Woher kommt eine ständig verstopfte Nase?

Die Nase ist mit Schleimhaut ausgekleidet, die wichtige Funktionen erfüllt. Über kleine Flimmerhärchen auf deren Oberfläche werden Staubpartikel und Sekret abtransportiert. Außerdem wird die Einatemluft erwärmt und angefeuchtet. Unter bestimmten Umständen kann die Nasenschleimhaut anschwellen und damit zu einer verstopften Nase führen.

Eine verstopfte Nase im Liegen kann ganz simpel bei einer Erkältung auftreten, insbesondere bei einer Nasennebenhöhlenentzündung. Diese kann akut sein, aber auch chronisch werden. Des Weiteren können Allergien wie die Hausstaubmilbenallergie zu einer verstopften Nase im Liegen führen. Aber auch einfach staubige oder trockene Luft im Schlafzimmer kann im Liegen beim Schlafen die Nase verstopfen.

Wenn die Nase das ganze Jahr verstopft ist, kann es sich um eine chronische Rhinitis, das ist eine chronische Entzündung der Nasenschleimhaut, handeln. Vielleicht liegt aber in diesem Fall auch eine anatomische Besonderheit wie eine krumme Nasenscheidewand, Nasenpolypen oder eine andere Grunderkrankung wie eine Schulddrüsenunterfunktion vor.

Oftmals ist eine verstopfte Nase mit einer Sekret- beziehungsweise Schleimproduktion verbunden, aber nicht immer. Bei übermäßigem Gebrauch von abschwellenden Nasensprays oder bei einer atrophischen Rhinitis zum Beispiel kann typischerweise eine verstopfte Nase ohne Schleim auftreten.

Kann man auch eine verstopfte und eine laufende Nase abwechselnd haben?

Eine verstopfte und laufende Nase abwechselnd ist nicht selten, ebenso wie eine gleichzeitig verstopfte Nase und Dauerschnupfen mit laufender Nase. Der Grund ist, dass eine Entzündungsreaktion der Nasenschleimhaut wie bei einer Allergie oder einem Infekt nicht nur zu einer Schwellung der Schleimhaut führt, sondern auch zu einer Verstärkung der Sekretproduktion. Wenn sich eine Art Dauerschnupfen mit verstopfter und laufender Nase einstellt, stecken vermutlich ein chronisches Schleimhautproblem wie zum Beispiel eine vasomotorische Rhinitis, eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung oder Nasenpolypen dahinter.

Bei welchen Erkrankungen kann man eine verstopfte Nase haben

Es gibt viele mögliche Ursachen für eine verstopfte Nase, von denen einige häufiger und andere seltener sind.

Häufige Ursachen einer verstopften Nase

Zu den häufigsten Ursachen der verstopfenden und laufenden Nase gehören:

  • Erkältungen, also virale Infektionen der oberen Atemwege
  • Allergien

Verstopfte Nase durch Erkältung

Erkältungen gehören zu den häufigsten Krankheiten überhaupt. Sie sind Virusinfektionen der Nasenschleimhaut, der Nebenhöhlen und des Rachens. Die meisten Erkältungen werden durch Rhinoviren ausgelöst. Typische Schnupfensymptome sind eine verstopfte Nase und Nasenlaufen. Erkältungen treten saisonal gehäuft auf, vor allem im Frühling und im Herbst. Die Symptome klingen meist innerhalb von 4 bis 10 Tagen wieder ab.

Verstopfte Nase durch Allergie

Wenn eine ständig verstopfte Nase ohne Erkältung vorliegt, ist eine weitere sehr häufige Ursache solcher Nasenbeschwerden denkbar: die allergische Rhinitis. Sie tritt ebenfalls saisonal gehäuft auf. Die dafür verantwortlichen Allergene sind je nach Jahreszeit und Region verschiedene Baumpollen, Gräserpollen, Kräuterpollen oder seltener auch Schimmelsporen. Eine Sonderform, die sogenannte perenniale Rhinitis, entsteht durch zusätzliches ganzjähriges Ausgesetztsein gegenüber Allergenen in der Wohnung, wie Schimmel, Tierschuppen, Schabenbestandteile oder Milbenkot. Typischerweise kann dann die verstopfte Nase nur zu Hause auftreten oder sie ist nachts und morgens besonders stark verstopft, wenn während des Schlafens ein längerer enger Kontakt mit beispielsweise Milbenkot von Hausstaubmilben im Schlafzimmer besteht. Die Zeichen einer allergischen Rhinitis bei Hausstaubmilbenallergie oder aufgrund felltragender Haustiere zeigen sich demzufolge auch im Winter. Ebenso können andere unspezifische Reize wie Räucherkerzen, Weihnachtsgewürze, verstaubter Weihnachtsschmuck oder einfach der Aufenthalt in der Kälte speziell im Winter zu einer verstopften Nase führen. Wenn eine verstopfte Nase nur auf der Arbeit auftritt, dann kann das an einer beruflichen Exposition zu Allergenen liegen, die mit der Arbeitstätigkeit zusammenhängt, dann würde es sich um eine Berufsallergie handeln.

Nicht so häufige Ursachen für eine verstopfte Nase

Seltenere Ursachen für Nasenschleimhautschwellung und Sekretproduktion sind:

  • Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
  • Fremdkörper
  • Rhinitis medicamentosa - übermäßiger Gebrauch von abschwellenden Nasensprays
  • Vasomotorische Rhinitis
  • Hyperplastische Rhinitis (Nasenpolypen) oder auch Chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP)
  • Chronische Rhinitis ohne Nasenpolypen oder auch Chronische Rhinosinusitis ohne (sine) Nasenpolypen (CRSsNP).
  • Atrophische Rhinitis – altersbedingt
  • Chronische Rhinitis durch seltene Infektionskrankheiten mit Gewebszerstörung
  • Schwangerschaftsrhinitis

Verstopfte Nase durch Nasennebenhöhlenentzündung - Rhinosinusitis

Eine Nasennebenhöhlenentzündung kann sich aus einer bakteriellen, viralen oder einer Pilzinfektion entwickeln, sie kann aber auch allergische Ursachen haben. Man erkennt sie an dem Gefühl einer verstopften Nase und Druckgefühl oder Schmerzen im Gesichtsbereich durch die Schleimhautschwellung, kombiniert mit eitrigem Sekret. Zusätzlich kann ein allgemeines Krankheitsgefühl oder Fieber dazu kommen.

Eine Sinusitis kann akut, subakut, rezidivierend oder chronisch sein. Eine akute Sinusitis heilt in weniger als 30 Tagen aus, eine subakute zwischen 30 und höchstens 90 Tagen. Bei einer Nebenhöhlenentzündung, die länger als 90 Tage dauert, spricht man von chronisch.

Die allergische Sinusitis ist eine Form der chronischen Sinusitis, die häufig auch mit Nasenpolypen verbunden ist. Sie ist eine allergische Reaktion auf lokale Pilzinfektionen, zum Beispiel mit Aspergillus.

Verstopfte Nase durch Fremdkörper

Kinder stecken sich gerne etwas in die Nase, nur sehr selten gibt es auch Erwachsene mit psychischen Störungen, die sich Gegenstände in die Nase stecken. Wenn dies unbeobachtet geschieht und das Objekt länger in der Nase bleibt, dann entsteht eine Reizung und Entzündung in der Nasenhöhle. Kennzeichnend ist typischerweise ein übelriechender Nasenausfluss nur aus einer Nasenseite. Manchmal kann auch Nasenbluten beteiligt sein.

Verstopfte Nase durch Rhinitis medicamentosa

Die Anwendung von abschwellenden Nasensprays über mehr als 3 bis 4 Tage kann fatale Folgen für die Nasenschleimhaut haben, sodass die Nase langfristig verstopft bleibt. Die genauen Mechanismen sind unklar. Selten können auch andere Medikamente, wie Blutdrucksenker, zu einer chronischen medikamentösen Rhinitis führen.

Verstopfte Nase durch Hyperplastische Rhinitis/ Rhinosinusitis (Nasenpolypen)

Eine chronische Rhinitis, bei der sich Polypen der Nasenschleimhaut ausbilden, nennt man hyperplastische Rhinitis. Wenn zusätzlich die Nebenhöhlen beteiligt sind, spricht man von Chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP). Auch die Nasennebenhöhlen können von Polypenbildung betroffen sein. Die Betroffenen leiden neben einer verstopften und laufenden Nase auch unter Verlust des Riechvermögens und Kopfschmerzen.

Verstopfte Nase durch Chronische Rhinitis/ Rhinosinusitis ohne Nasenpolypen

In der Regel handelt es sich bei der chronischen Rhinitis um eine verlängerte subakute Rhinitis auf dem Boden einer Infektion oder Entzündung. Bei Beteiligung der Nebenhöhlen spricht man dann auch von einer Chronischen Rhinosinusitis ohne (sine) Nasenpolypen CRSsNP). Trockene Luft und verschiedene Reizstoffe können eine chronisch verstopfte oder laufende Nase verstärken. Es gibt verschiedene Formen der chronischen Rhinitis, wie die allergische Rhinitis, die atrophische Rhinitis, die vasomotorische Rhinitis, die hyperplastische Rhinitis und die Rhinitis durch seltene Erkrankungen.

Verstopfte Nase durch Vasomotorische Rhinitis

Die vasomotorische Rhinitis ist eine nicht-allergische Rhinitis. Ihre Ursache ist bisher unklar. Die Nasenschleimhaut zeigt sich chronisch entzündet und es kommt zu zeitweiligem Anschwellen und wässrigem Sekret (Fließschnupfen) sowie Niesen. Die Schleimhäute der Betroffenen reagieren sehr sensibel auf verschiedene Reize, ohne, dass eine Allergie nachgewiesen wird. Man spricht auch von einem Schleimhautschwächling. Die Beschwerden verschlimmern sich häufig in trockener Luft. Reizstoffe, wie Staub, Pollen, scharf gewürztes Essen, Parfüm oder ähnliches können die Symptome verstärken. Eitriger Ausfluss oder Krustenbildung werden nicht beobachtet.

Verstopfte Nase durch Atrophische Rhinitis

Wenn sie Nasenschleimhaut atrophiert, das heißt, sich zurückbildet, und Umbauprozesse stattfinden, spricht man von einer atrophischen Rhinitis. Die atrophische Rhinitis ist häufig altersbedingt, aber die genauen Entstehungsmechanismen sind nicht ganz klar. Wahrscheinlich spielen bakterielle Entzündungen eine Rolle, aber auch Operationen im Nasenbereich können zu einer atrophischen Rhinitis führen. Selten kann eine autoimmune Entzündung von Blutgefäßen, die sogenannte Granulomatose mit Polyangiitis, die Ursache für eine Rhinitis atrophicans sein.

Die atrophische Rhinitis tritt in Erscheinung mit:

  • Verlängerten Nasenhöhlen
  • Krustenbildung
  • Übelriechendem Sekret
  • Bakterieller Besiedlung
  • Verstopfter Nase
  • Verlust des Geruchssinns
  • Wiederkehrendem starken Nasenbluten

Verstopfte Nase durch Chronische Rhinitis durch seltene Infektionskrankheiten

Es gibt Infektionskrankheiten, die mit Granulombildung und Zerstörung von Weichteilen, Knorpel und Knochen einhergehen. Dies zeigt sich durch Verstopfung der Nase, eitriges Sekret und häufiges Nasenbluten.

Diese seltenen Infektionskrankheiten, die eine chronische Rhinitis verursachen können, sind:

  • Syphillis
  • Tuberkulose
  • Rhinosporidiose
  • Leishmaniose
  • Blastomykose
  • Histoplasmose
  • Lepra

Verstopfte Nase durch Schwangerschaftsrhinitis

Einige Schwangere haben mit einer verstopften und/ oder laufenden Nase zu kämpfen, ohne, dass sie erkältet oder allergisch sind. Die Ursachen werden in diesem Fall in den hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft vermutet. Die Schleimhautschwellung verschwindet in den ersten Wochen nach der Entbindung wieder.

Kann eine verstopfte Nase auch psychisch bedingt sein oder durch Stress?

Wenn die Nasenschleimhaut übersensibel ist, spricht man auch von einer hyperreflektorischen Rhinopathie, nasaler Hyperreaktivität oder Schleimhautschwächling. In solchen Fällen reagiert die Schleimhaut auf unterschiedliche Reize hin ungewöhnlich stark. Dies können neben verschiedenen physikalischen Faktoren auch Stress oder psychische Belastungen sein.

Was kann die Ursache einer verstopften Nase bei Kindern sein?

Ursachen für eine verstopfte Nase bei Kindern können sein:

  • Allergische/ perenniale Rhinitis
  • Erkältungen
  • Chronische Sinusitis
  • Vergrößerte Rachenmandeln
  • Fremdkörper

Bei Kindern entwickelt sich häufig begleitend eine immer wiederkehrende oder chronische Mittelohrentzündung, auch als Tubenkatarrh bezeichnet.

Was kann die Ursache einer verstopften Nase bei Babys sein?

Auch Säuglinge können schon ab etwa 4 Wochen unter ersten Erkältungssymptomen leiden. Für Babys ist das noch deutlich fataler als für ältere Menschen. Sie haben Probleme beim Trinken und sie können den Schleim nicht durch Schnäuzen herausbringen. Und besondere Vorsicht: Babys können noch nicht durch den Mund atmen, weshalb unter Umständen die Gefahr von Atempausen, vor allem in der Nacht, besteht.

Wie lange kann die Nase verstopft sein, bevor es chronisch wird?

Definitionsgemäß spricht man ab einer Dauer von 3 Monaten von einer chronisch verstopften Nase.

Diagnose: Wie erkennt man die Ursache einer verstopften Nase?

Viele Rhinitisformen bedürfen keiner technischer Untersuchungen, sondern der Arzt stellt die Diagnose aus den Angaben des Patienten und dem klinischen Erscheinungsbild heraus. Bei Verdacht auf eine allergische Ursache können verschiedene Allergietests im Blut und an der Haut beziehungsweise Schleimhaut durchgeführt werden. Bei einigen speziellen Fragestellungen kommen ein Nasenabstrich, eine Nasenspiegelung oder eine Computertomographie zum Einsatz.

Was tun, wenn die verstopfte Nase nicht weggeht, welche Medikamente helfen?

Eine verstopfte Nase ist nicht nur sehr unangenehm, sondern kann auf Dauer auch erhebliche gesundheitliche Folgen haben. Dazu zählen Nasennebenhöhlenentzündung, Tubenkatarrh, Infektneigung, Geruchsverlust. Wie man eine verstopfte Nase lösen kann, hängt von der Ursache der Verstopfung ab. Welches Nasenspray hilft beziehungsweise welche Nasentropfen helfen, unterscheidet sich zwischen einer einfachen viralen Rhinitis, einer allergischen Rhinitis und einer vasomotorischen Rhinitis.

Die folgende Tabelle zeigt einen Überblick, welche Behandlung für verschiedene Formen der Rhinitis angezeigt ist und was in Nasentropfen drin sein muss oder auch nicht drin sein darf.

 

Welche Nasentropfen helfen bei welcher Form der Rhinitis?
Erkältung Allergische Rhinitis Atrophische Rhinitis Vasomotorische Rhinitis
Abschwellendes Nasenspray, zum Beispiel mit Naphazolin, Oxymetazolin, Xylometazolin Nasenspray mit Kortikosteroiden, zum Beispiel Mometason Nasenspülung Versuch mit Kortison-Nasenspray
       
Gegebenenfalls topische Anti-histaminika als Nasenspray Gegebenenfalls Nasenspray mit Anti-histaminika, zum Beispiel Azelastin, Fexofenadin Lokale Antibiotika wie Mupirocin als Salbe Versuch mit antihistaminikahaltigem Nasenspray
       
  Kurzfristig abschwellendes Nasenspray Lokales Östrogenspray Keine abschwellenden Nasensprays
       
  Selten Nasenspray mit Mastzellstabilisator Cromoglicinsäure Vitamin-A- und Vitamin-D-haltiges Nasenspray  
Quelle: Dr. med. Anna Eger, www.mein-allergie-portal.com

 

Generell sollte die Anwendung abschwellender Nasensprays oder -tropfen höchstens für 7 Tage erfolgen. Bei verstopfter Nase durch eine Rhinitis medicamentosa sollten die abschwellenden Nasensprays abgesetzt werden und stattdessen ein Kochsalz-Nasenspray verwendet werden. Auch ein Kortison-Nasenspray kann bei Bedarf eingesetzt werden. Die vasomotorische Rhinitis ist sehr schwer zu behandeln, die Ergebnisse sind oft lange Zeit nicht zufriedenstellend. Auf jeden Fall sollten Reizstoffe vermieden und die Raumluft möglichst angefeuchtet werden. Abschwellende Nasensprays werden bei der vasomotorischen Rhinitis nicht empfohlen. Für Kinder und Schwangere wird abschwellendes Nasenspray wegen eventuell auftretenden Nebenwirkungen auf das Kreislaufsystem nicht empfohlen. 

Wo muss man bei einer verstopften Nase drücken?

Aus dem Bereich der Osteopathie gibt es einen Griff, der zum Abschwellen der Nase führen kann. Man setze Zeige- und Mittelfinger einer Hand zwischen den Augenbrauen auf der Haut auf und Mittel- und Zeigefinger der anderen Hand oberhalb der Nasenflügel auf dem Nasenrücken. Dann zieht die eine Hand ein wenig nach oben, die andere nach unten, wodurch der Nasenkanal gedehnt wird. Dies sollte ohne Druck auf den Nasenrücken geschehen und circa eine halbe Minute gehalten werden. Nach einigen Minuten sollte eine Besserung zu spüren sein.

Gibt es ein Hausmittel gegen eine verstopfte Nase?

Bei chronisch verstopfter Nase können Nasenspülungen und Inhalation mit Kochsalzlösung helfen, die Behinderung der Nasenatmung zu verringern. Diese sind auch in den Leitlinien als nicht-medikamentöse Maßnahmen empfohlen. Andere Hausmittel, wie verschiedene pflanzliche Anwendungen, Akupunktur oder Homöopathie werden in den Leitlinien nicht empfohlen, da es keine ausreichende Datenlage für Wirksamkeit, eventuelle Risiken und Gegenanzeigen gibt.

Eine etwas höhere Luftfeuchtigkeit wird besonders von Betroffenen mit atrophischer Rhinitis als angenehm empfunden. Den Oberkörper beim Schlafen etwas erhöht zu lagern, kann ebenfalls helfen, den Abfluss des Nasensekrets zu vereinfachen. Ein Dampfbad ohne oder mit ätherischen Ölen wie Kamille, Thymian, Eukalyptus, Kampfer, Salbei oder Thymian kann befreiend auf die Nasenhöhlen wirken, allerdings können ätherische Öle insbesondere bei Babys, Kindern und Asthmatikern Luftnot auslösen.

Wann sollte man wegen einer verstopften Nase zum Arzt gehen?

Natürlich muss nicht jede verstopfte oder laufende Nase einem Arzt vorgestellt werden. Bei verschiedenen Symptomen sollte man allerdings aufmerksam werden und gegebenenfalls einen Arzt aufsuchen.

Warnsignale, bei denen man wegen einer verstopften Nase zum Arzt gehen sollte, sind:

  • Einseitiger Nasenausfluss, vor allem mit Eiter oder Blut
  • Schmerzen oder Druckempfindlichkeit im Gesicht
  • Vermuteter Fremdkörper in der Nase

Bei vorliegenden Begleiterscheinungen und chronischen Erkrankungen kann es ebenfalls sinnvoll sein, einen Arzt zu konsultieren. Dieser wird entscheiden, ob und welche weiteren Untersuchungen notwendig sein werden.

Welcher Arzt ist der richtige bei einer verstopften Nase?

Die erste Anlaufstelle für ein solches Problem ist der Haus- oder Kinderarzt. Er kann entscheiden, ob ein HNO-Arzt, ein Allergologe oder selten auch mal eine andere Fachrichtung hinzugezogen werden sollte. Spezialisten für alle Probleme rund um die Nase sind natürlich die Hals-Nasen-Ohren-Ärzte.

Quellen:

Fried, M.P.: Nichtallergische Rhinitis; MSD Manual Ausgabe für medizinische Fachkreise; zuletzt überarbeitet 12/2021; https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/hals-nasen-ohren-krankheiten/nasen-und-nasennebenh%C3%B6hlenst%C3%B6rungen/nichtallergische-rhinitis (Zugriff 18.11.2023)

Fernandez, J.: Allergische Rhinitis; MSD Manual Ausgabe für medizinische Fachkreise; zuletzt überarbeitet 10/2022; https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/immunologie,-allergien/allergien,-autoimmunerkrankungen-und-andere-%C3%BCberempfindlichkeitsst%C3%B6rungen/allergische-rhinitis (Zugriff 18.11.2023)

Fried, M.P.: Sinusitis; MSD Manual Ausgabe für medizinische Fachkreise; zuletzt überarbeitet 12/2021; https://www.msdmanuals.com/de/profi/hals-nasen-ohren-krankheiten/nasen-und-nasennebenh%C3%B6hlenst%C3%B6rungen/sinusitis (Zugriff 18.11.2023)

Vögtli, A.: Vasomotorische Rhinitis; PharmaWiki Medikamente und Gesundheit; zuletzt überarbeitet 12/2022; https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=vasomotorische%20Rhinitis (Zugriff 18.11.2023)

Vögtli, A.: Schwangerschaftsrhinitis; PharmaWiki Medikamente und Gesundheit; zuletzt überarbeitet 11/2022; https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Schwangerschaftsrhinitis (Zugriff 18.11.2023)

Wegener, M.: Schnelle Hilfe bei chronischer Rhinosinusitis, nicht-medikamentöse Therapie auf dem Prüfstand; DAZ 2021, Nr. 2, S. 38, 14.01.2021; https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2021/daz-2-2021/schnelle-hilfe-bei-chronischer-rhinosinusitis (Zugriff 18.11.2023)

Raith, J.: Topische Dekongestiva; Gelbe Liste; zuletzt überarbeitet 23.09.2021; https://www.gelbe-liste.de/selbstmedikation/schnupfen/topische-dekongestiva (Zugriff 18.11.2023)

Wichtiger Hinweis

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