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Aspergillose Ursache Allergie Bronchien

Aspergillose: Seltene Ursache für Allergie-Form der Bronchien!

Aspergillose: Seltene Ursache für Allergie-Form der Bronchien

Eine Aspergillose ist eine durch den Schimmelpilz Aspergillus fumigatus ausgelöste Erkrankung, die sich auch als Allergie der Bronchien äußern kann. Diese eher seltene Allergie wird als Allergische bronchopulmonale Aspergillose (ABPA) oder auch Schweres Asthma mit Pilzsensibilisierung (SAFS) bezeichnet. Aspergillus fumigatus kann beim Menschen zu verschiedenen Krankheiten führen. Meist sind dies Pilzinfektionen der Lunge oder anderer Organe. Die Pilzsporen des Aspergillus fumigatus können tief in die Lungen eingeatmet werden, sich dort vermehren, und bei bestimmten Menschen auch eine allergische Aspergillose verursachen. Im Vergleich zu anderen allergischen Lungenkrankheiten ist die Aspergillose jedoch sehr selten.

Aspergillose: Was ist das?

Als Aspergillose wird zunächst ganz allgemein jede Krankheit bezeichnet, die der Schimmelpilz Aspergillus fumigatus beim Menschen verursachen kann. Hier ist allerdings zwischen zwei Gruppen zu unterscheiden: Der Pilz kann zum einen eine Pilzinfektion verursachen. Dies führt beim ansonsten gesunden Menschen zu einem Infektionsherd meist in der Lunge, den ein gut funktionierendes Immunsystem schnell bekämpfen kann. Bei geschwächtem Immunsystem allerdings ist eine schwere Infektion vieler Organe die mögliche Folge (invasive Aspergillose). Zum anderen reagieren manche Menschen mit einer Allergie auf den Kontakt mit Aspergillus fumigatus. Dieses eher seltene Krankheitsbild wird üblicherweise als Allergische bronchopulmonale Aspergillose (ABPA) oder auch Schweres Asthma mit Pilzsensibilisierung (SAFS) bezeichnet.

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Aspergillus: Warum sind Aspergillus-Sporen gefährlich?

Es gibt schätzungsweise über 12.000 verschiedene Pilzarten; nur wenige Hundert von ihnen können beim Menschen zu Krankheiten führen. Einige von ihnen besiedeln die Haut oder die Schleimhäute; oftmals ohne Beschwerden zu verursachen. Mit jedem Atemzug atmen wir zudem große Mengen von Pilzhyphen und Pilzsporen ein – also jene kleinen Partikel, über die Pilze sich vermehren. Viele dieser Partikel werden in der Lunge schnell abgetötet oder sterben von selbst ab. Aspergillus fumigatus jedoch besitzt eine Besonderheit: Dieser Pilz ist thermotolerant, das heißt, er kann sowohl kühlere Temperaturen (im Mundraum) also auch eine wärmere Umgebung (tiefer in der Lunge) gut aushalten. Dadurch können Aspergillen sich in den Bronchien vermehren und bei manchen Menschen eine bestimmte allergische Reaktion auslösen, wenn die Sporen in großen Mengen eingeatmet werden − die sogenannte Allergische bronchopulmonale Aspergillose. Von dieser Krankheit sind meist Menschen betroffen, deren Lunge durch eine andere Krankheit, etwa eine Zystische Fibrose, eine chronische obstruktive Lungenkrankheit oder Asthma, bereits vorgeschädigt ist.

Aspergillus: Wo kommt man mit Schimmelpilzsporen in Kontakt?

In der Luft sind, wie oben erwähnt, die Sporen ganz verschiedener Schimmelpilze unterwegs; hier allerdings treten speziell Aspergillus-Pilzsporen nicht in besonders großen Mengen auf. Dieser Pilz liebt feuchtwarmes Klima, also insbesondere Böden, in denen sich pflanzliches Material zersetzt beziehungsweise im Kompost von Obst, Gemüse oder Gartenabfällen. Wer also beruflich mit industrieller Kompostierung zu tun hat oder häufig im Garten arbeitet, atmet wahrscheinlich immer wieder große Mengen an Aspergillussporen ein. Auch in feuchten Innenräumen, in der Erde von Zimmerpflanzen oder lange stehen gelassenen Komposteimern in der Küche kann dieser Pilz in größeren Mengen vorkommen. Da die Pilzsporen auch kühlere Temperaturen überleben, solange es feucht genug ist, sind auch feuchte Kellerräume oder kühle Zimmerwände, an denen Feuchtigkeit kondensiert, eine mögliche Brutstelle. Mit einer Größe von <5 µm können Aspergillus-Sporen tief in die Lungen eingeatmet werden. Ist das Immunsystem einer Person bereits gegen Aspergillus sensibilisiert, also sozusagen empfindlich eingestellt, können allergische Beschwerden ausgelöst werden, wenn man beispielsweise beim Umgraben eines Blumenbeets viele Aspergillus-Sporen einatmet.

Allergische Aspergillose: Wie wird die Diagnose gestellt und was macht sie so schwierig?

Eine bronchopulmonale Aspergillose zu erkennen, ist oft gar nicht so einfach. Die Betroffenen leiden an Husten, der auch anfallsartig mit Kurzatmigkeit beziehungsweise Atemnot auftreten kann. Manche husten zähen, bräunlich-gelben Schleim aus. Einige Patienten fühlen sich zudem erschöpft und haben leichtes Fieber. Die Beschwerden können von leichten Atemwegssymptomen bis zu sehr starken Problemen reichen. Da betroffene Patienten häufig bereits an einer anderen Lungenkrankheit leiden, kann es schwierig sein, sofort die richtige Diagnose zu stellen. Hat der Arzt den Verdacht einer bronchopulmonalen Aspergillose, dann kann er mit einem bestimmten Haut-Allergietest prüfen, ob tatsächlich der Schimmelpilz Aspergillus die Ursache ist. Auch Bluttests und Röntgenbilder der Lungen können wichtige Hinweise für die richtige Diagnose liefern.

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Allergische Aspergillose: Die Therapie

Die Therapie ergibt sich daraus, dass bei der allergischen bronchopulmonalen Aspergillose ja verschiedene krankmachende Ursachen zugrunde liegen, nämlich eine allergische Reaktion und eine Pilzbesiedlung. Insofern kommen für die Behandlung zum einen Medikamente gegen Allergien der Lunge zum Einsatz, also etwa Kortison, zum anderen spezielle Wirkstoffe, die die Pilze abtöten oder bekämpfen können (Antimykotika). Diese Medikamente müssen in der Regel über mehrere Wochen eingenommen werden. Je nach Schwere der Symptome wird der Arzt individuell entscheiden, welche Medikament genau er für den jeweiligen Patienten empfiehlt.

Allergische Aspergillose: Wie kann ich mich vor Pilzsporen schützen?

Zwar werden die meisten Menschen nicht ernsthaft krank, nur weil vermehrt Schimmelpilze in der Wohnung wachsen, aber Schimmel ist vor allem für Personen mit Vorerkrankungen des Immunsystems oder chronischen Lungenkrankheiten eine Gefahr. Daher ist es wichtig, die Umgebung möglichst schimmelfrei zu halten. Schimmelpilze wie Aspergillus mögen vor allem feuchte Stoffe, Polster, Wänden/Tapeten, verdorbenes Gemüse/Obst und Erde. Zur Vorbeugung vor Aspergillus fumigatus, und auch allgemein gegen viele andere Schimmelpilze, ist zu empfehlen:

  • Halten Sie die Luftfeuchtigkeit in den Innenräumen möglichst unter 65%. Das gelingt durch regelmäßiges, richtiges Lüften (Stoßlüften statt dauerhaft gekippte Fenster).
  • Stellen Sie Polstermöbel, Schränke und Betten immer mit einem ausreichenden Abstand zur Wand auf, damit dahinter die Luft zirkulieren kann.
  • Halten Sie insbesondere Feuchträume wie Bäder gut durchlüftet, warm und trocken. Hilfreich ist es, wenn hier die Wände nicht komplett gefliest sind, damit das übrige Mauerwerk noch feuchtigkeitsregulierend wirken kann.
  • In Klimaanlagen sind häufig Schimmelpilze zu finden, selbst bei regelmäßiger Wartung.
  • Mauerrisse, beschädigte Regenrinnen, undichte Stellen am Dach etc. sollten umgehend repariert werden, damit Wasser nicht in die Hauswände eindringt.
  • Leeren Sie Komposteimer in Innenräumen täglich.
  • Hausstaub beherbergt auch Pilzsporen. Regelmäßiges Saugen und Wischen verringert also auch die Pilzsporenmenge.
  • Wenn Sie bereits an einer Lungenkrankheit leiden oder immungeschwächt sind, halten Sie sich von Tierkot fern und vermeiden Sie Gartenarbeit. Übrigens: Laubbläser wirbeln nicht nur Laub, sondern auch Bodenbakterien und Pilze auf!
  • Ist bereits ein Schimmelpilzbefall, zum Beispiel an einer Zimmerwand, sichtbar, lassen sich die Pilze mit Ethanol, Essigessenz, Isopropanol und anderen Mitteln in der Regel nur oberflächlich und für kurze Zeit entfernen. Lassen Sie sich am besten von einem Fachmann beraten.

Unsere Expertin:

dr susanne meinrenken aerztinDr. med. Susanne Meinrenken, Bremen, ist seit mehr als 20 Jahren freiberuflich für verschiedene medizinische Verlage tätig. Während und nach dem Medizinstudium und der Promotion in Göttingen und Freiburg sammelte sie Erfahrungen als Praktikantin und Mitarbeiterin der Deutschen Ärztezeitung und der Süddeutschen Zeitung. Seit 1999 arbeitet sie freiberuflich für den Thieme Verlag, Springer Medizin Verlag, Hogrefe, die Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und andere. Hier geht es um das Lektorat von medizinischen Büchern für Fachärzte oder interessierte Laien, die redaktionelle Arbeit für ein Journal sowie das Schreiben von Kurzfassungen von Originalarbeiten für Fachzeitschriften sowie eigener Texte für Laien aus dem Bereich der Medizin. Innere Medizin, Neurologie, Pädiatrie und Allergologie bilden dabei den inhaltlichen Schwerpunkt – aber auch fast alle anderen medizinischen Fachbereiche stehen als Themen immer wieder zur Bearbeitung an.

 

Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.