Zöliakiebetroffene Nachwuchs untersuchen lassen

Zöliakiebetroffene: Nachwuchs regelmäßig untersuchen lassen!

Zöliakiebetroffene: Nachwuchs regelmäßig untersuchen lassen!

Stuttgart, Mai 2017 – Kinder zöliakiebetroffener Eltern haben ein erhöhtes Risiko, ebenfalls eine Unverträglichkeit gegen das Klebereiweiß Gluten zu entwickeln. Dieses ist in Getreidesorten wie Weizen, Roggen, Gerste und Dinkel und somit in vielen Back- und Teigwaren, Fertigprodukten, Suppen und Saucen enthalten. Betroffene müssen dauerhaft auf glutenhaltige Lebensmittel verzichten. Die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V. (DZG) empfiehlt Eltern mit Glutenunverträglichkeit daher, ihren Nachwuchs auch bei gesunder Entwicklung regelmäßig auf Antikörper testen zu lassen.

Zöliakie-Risiko hoch, wenn die Eltern betroffen sind!

Etwa ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland ist von Zöliakie betroffen. Der Verzehr glutenhaltiger Lebensmittel führt bei ihnen zu Entzündungen der Dünndarmschleimhaut mit vielfältigen Symptomen wie Durchfall, Kopfschmerzen, Eisenmangel und Müdigkeit sowie dem Risiko von Langzeitfolgen wie Osteoporose. Bei Kindern betroffener Eltern ist die Wahrscheinlichkeit, eine Glutenunverträglichkeit zu entwickeln mit zehn bis fünfzehn Prozent deutlich erhöht. Betroffene Eltern sollten daher die Entwicklung ihres Nachwuchses aufmerksam im Auge behalten. „Im Kleinkindalter tritt eine Zöliakie meist rund drei Monate nach Einführung glutenhaltiger Nahrung wie z.B. Grießbrei oder Vollkornbrei auf“, berichtet Bianca Maurer von der DZG. „Zeigt ein Kind klassische Symptome wie Wachstumsstörungen, Gewichtsabnahme, Appetitlosigkeit, Erbrechen oder häufige Durchfälle, sollte ein Kinderarzt zu Rate gezogen werden“. Allerdings entwickeln nicht alle betroffenen Kinder unmittelbare Beschwerden. Es ist daher sinnvoll, Kinder zöliakiebetroffener Elternteile auch bei gesunder Entwicklung ab dem zweiten Lebensjahr regelmäßig auf Antikörper untersuchen zu lassen. Auch eine bislang symptomfreie Zöliakie lässt sich so rechtzeitig erkennen und durch eine strikte glutenfreie Ernährung frühzeitig behandeln. Diese stellt die einzige Behandlungsmöglichkeit dar.

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Einführung glutenhaltiger Beikost

Insbesondere Eltern, die selbst unter einer Glutenunverträglichkeit leiden, sind oft besorgt, dass eine besonders frühe oder späte Einführung glutenhaltiger Beikost, das Risiko ihres Nachwuchses erhöhen könnte, eine Zöliakie zu entwickeln. Entgegen früherer Annahmen scheint dies jedoch nicht der Fall zu sein. So konnte die u.a. von der DZG geförderte, zwischen 2007 und 2013 durchgeführte Studie PreventCD keinen entsprechenden Zusammenhang nachweisen. „Neugeborene aus Zöliakie-Familien können ebenso wie Kinder gesunder Eltern ab dem 5. Lebensmonat langsam mit glutenhaltiger Nahrung in Berührung gebracht werden“, empfiehlt Maurer. „Grundsätzlich ist es jedoch am wichtigsten, bei der Beikosteinführung auf den individuellen Entwicklungsbedarf des Kindes einzugehen.“

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