Zöliakie Kontrolluntersuchungen Langzeitfolgen

Zöliakie: Langzeitfolgen durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen verhindern!

Zöliakie: Kontrolluntersuchungen verhindern Langzeitfolgen

Stuttgart, 03.08.2017 – Wer von Zöliakie betroffen ist, sollte auch bei Beschwerdefreiheit regelmäßige Kontrolluntersuchungen wahrnehmen – dies empfiehlt die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V. (DZG). Eine strikte glutenfreie Ernährung lässt die für Zöliakie typischen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall und Müdigkeit meist schnell abklingen. Um mögliche Folgeerkrankungen und Spätschäden auszuschließen, sind jedoch einmal jährlich Untersuchungen beim Facharzt ratsam.  

Langzeitfolgen bei unbehandelter Glutenunverträglichkeit

Eine unbehandelte Unverträglichkeit gegen Gluten kann neben akuten Beschwerden auch zu schweren Langzeitfolgen führen. Durch die dauerhafte Entzündung der Dünndarmschleimhaut werden Nährstoffe nicht mehr ausreichend aufgenommen. Die Folge ist zumeist eine Unterversorgung z.B. mit Eisen, Zink, Folsäure, Calcium und Vitamin D. Die einzige Therapie stellt bislang der dauerhafte Verzicht auf Gluten dar, das sich in Getreide wie Weizen, Roggen, Gerste und Dinkel verbirgt. „Bei Betroffenen, die strikt auf Lebensmittel mit dem Klebereiweiß verzichten, regeneriert sich die Dünndarmschleimhaut rasch wieder. Akute Beschwerden nehmen dann ab“, so Dr. Stephanie Baas, medizinische Beraterin der DZG. „Einmal im Jahr stattfindende Kontrolluntersuchungen sind allerdings auch dann sinnvoll. Neben der Diagnose möglicher Folgeerkrankungen kann ein Facharzt bei Problemen mit einer glutenfreien Diät auch eine Beratung durch eine Ernährungsfachkraft empfehlen.“ Besonders bei von Zöliakie betroffenen Kindern und Jugendlichen sind regelmäßige Untersuchungen notwendig, um durch Diätfehler und Nährstoffmangel bedingte Entwicklungsstörungen auszuschließen. Studien zeigen zudem, dass regelmäßige Verlaufskontrollen das Einhalten der Diät verbessern und damit zur Vermeidung von Folgeerkrankungen beitragen.

Regelmäßige Blutuntersuchung und Gewichtskontrolle

Diagnostizieren lässt sich eine Zöliakie durch Bluttests, die die Konzentration von Transglutaminase-IgA-Antikörpern überprüfen. Bei einem positiven Ergebnis sichert eine Dünndarmbiopsie die Diagnose ab. Im Rahmen regelmäßiger Kontrolluntersuchungen genügt in der Regel jedoch eine Gewichtskontrolle in Kombination mit einer einfachen Blutabnahme. Ist die Transglutaminase IgA-Antikörper-Konzentration im normalen Bereich, kann davon ausgegangen werden, dass die glutenfreie Ernährung als Therapie anschlägt und sich die Dünndarmschleimhaut erholt. Regelmäßige Magenspiegelungen sind bei gutem Befinden und unauffälligen Antikörpern zur Kontrolle nicht notwendig. „Bei Zöliakiebetroffenen, die unter Knochenschmerzen leiden, empfiehlt sich jedoch eine Blutuntersuchung auf Vitamin D und Calcium sowie evtl. eine Knochendichtemessung“, so Baas. „Wurde die Zöliakie über längere Zeit hinweg nicht behandelt, kann es durch den mit ihr verbundenen Nährstoffmangel zu Osteoporose kommen. Dies sollte rechtzeitig abgeklärt werden.“ Haben Betroffenen weitere ungeklärte Beschwerden, sind zusätzliche Tests notwendig. Dies muss je nach Situation individuell entschieden werden. Die DZG hält für Betroffene und behandelnde Ärzte ein Merkblatt bereit, welches über empfohlene Untersuchungen Auskunft gibt.

Die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V. (DZG) ist eine Solidargemeinschaft für Zöliakiebetroffene mit Hauptsitz in Stuttgart. 1974 gegründet, zählt der Verein inzwischen rund 42.000 Mitglieder. Ziel der Organisation ist es, Betroffenen das Leben mit Zöliakie zu erleichtern und das öffentliche Bewusstsein für Zöliakie zu stärken.

Weitere Informationen zum Thema Zöliakie gibt es bei der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft e.V. (DZG) unter www.dzg-online.de.

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