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Gräserpollen Klimawandel

Gräserpollen fliegen 2021 später! Klimawandel?

Gräserpollen fliegen 2021 später! Klimawandel?

Seit 30 Jahren werden in München unter anderem auch die Gräserpollen untersucht. Nun zeigt sich: Der Klimawandel macht sich auch beim Pollenflug der Gräser bemerkbar. MeinAllergiePortal sprach mit Prof. Dr. Jeroen Buters, Fachtoxikologe DGPT, Stellv. Direktor ZAUM, Technische Universität München über seine Langzeitanalyse.

Herr Prof. Buters, was zeigt Ihre aktuelle Langzeitanalyse zum Flug der Gräserpollen?

Unsere Langzeitanalyse zeigt ganz deutlich, der Klimawandel macht sich auch beim Pollenflug der Gräser bemerkbar. Die Pollensaison startete in den letzten Jahren rund 14 Tage früher als in den 1990er-Jahren und dem ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts. Dieses Jahr steht allerdings gegen diesen Trend, denn der Pollenflug findet ca. 14 Tage verspätet statt.

Interessant ist aber, dass die Anzahl der Gräserpollen tendenziell rückläufig ist.

Inwiefern nimmt die Pollenmenge bei den Gräsern ab?

Sah man in den neunziger Jahren noch Werte zwischen 3000 und 4500 Pollen/m³ und im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts häufig Werte zwischen 1500 und 2500 Pollen/m³, Tendenz sinkend.

Wie erklärt es sich, dass die Pollenmenge bei den Gräsern abnimmt?

Dass die Anzahl der Gräserpollen tendenziell abnimmt lässt sich dadurch erklären, dass das Klima in der Stadt für die Gräser zu trocken ist. Der Regen verdunstet in der Stadt deutlich schneller als auf dem Land. Die Gräser sind dann unterversorgt und diese bremst dann auch die Pollenproduktion.

Woran liegt es, dass die Gräserpollen im Jahr 2021 gegen den Trend verspätet fliegen?

Dass die Gräserpollen in diesem Jahr verspätet fliege liegt daran, dass das Wetter von Jahr zu Jahr stark schwankt. Der Klimawandel ist jedoch ein Trend, der sich langsam entwickelt. Man kann auch sagen: Der Klimawandel „verbirgt“ sich quasi hinter den jährlich wechselnden Wetterlagen. Es kann also sehr kalte Jahre geben, trotz Klimawandel.

2021 war in der Zeit, zu der die Gräserpollen reiften, ein „kaltes Jahr“. Deswegen fliegen die Gräserpollen jetzt so spät. Aber: Ob deshalb auch weniger Gräserpollen fliegen werden, muss sich erst noch zeigen. Dem Trend entsprechend sollten es auch weniger Gräserpollen sein, aber auch hier gibt es große Jahresschwankungen, trotz Klimawandel.

Was bedeutet diese Entwicklung für Pollenallergiker?

Zwar gibt es Schwankungen, zum Beispiel je nach Wetterlage oder Region, aber der Trend geht in Bayern in Richtung „verlängerte Pollenflugzeiten“. Für Pollenallergiker sind das keine guten Nachrichten.

Wichtig zu wissen ist in diesem Zusammenhang, dass die Vorhersagemodelle der gängigen Pollenflug-Apps mit Datentrends arbeiten und nicht mit realen Daten. In München sieht man jetzt, entsprechend der Informationen aus den Pollenflug-Apps, sehr hohe Gräserpollen-Konzentrationen, obwohl das gar nicht der Fall ist Die Pollenflug-Apps melden nur deshalb viele Gräserpollen, weil das statistisch so sein sollte. .

Tatsächlich sind, Stand heute, am 2 Juni 2021, noch keine Gräserpollen in der Luft messbar (www.pollenscience.eu). Das macht die Schwachstellen der Pollenflug-Apps deutlich. Messen ist wissen, aber die Pollenflug-Apps „raten“ nur, nach dem Motto „es war immer so, also muss es jetzt auch so sein“. Deshalb lautet mein Rat al alle Pollenallergiker: Bitte nur den Pollenflugdaten der Messstationen vertrauen!

Herr Prof. Buters, herzlichen Dank für dieses Interview!

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