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Allergenspezifische Immuntherapie Allergie hilft

Prof. Dr. med. Joachim Saloga zum Thema: Allergenspezifische Immuntherapie - bei welchen Allergien hilft sie?

Allergenspezifische Immuntherapie: Bei welchen Allergien hilft sie?

Eine allergenspezifische Immuntherapie (ASIT), früher Hyposensibilisierung genannt, ist die einzige ursächliche Therapie bei Allergien. Allerdings hilft sie nicht bei jeder Allergie und es gibt Einschränkungen für bestimmte Begleiterkrankungen. Im Vorfeld des "Deutschen Allergiekongresses 2019" (DAK), einer Veranstaltung für Fachkreise, die vom 26. bis 28. September 2019 in Hannover stattfindet, sprach MeinAllergiePortal mit Prof. Dr. med. Joachim Saloga, Leitender Oberarzt der Hautklinik und Poliklinik an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, darüber, bei welchen Allergien die ASIT hilft.

Herr Prof. Saloga, für welche allergischen Erkrankungen wird die ASIT aktuell empfohlen?

Die allergenspezifische Immuntherapie wird klassischerweise bei der Insektengiftallergie, das heißt der Allergie gegen Bienen- oder Wespengift, eingesetzt, vorausgesetzt es kam nach Stichen bereits zu einer erheblichen allergischen Reaktion an der Haut, den Atemwegen oder gar zu einem allergischen Schock. Weiter wird die ASIT bei den Atemwegsallergien allergischer Rhinokonjunktivitis („Heuschnupfen“) und Asthma bronchiale eingesetzt vor allem bei Sensibilisierungen gegen Pollen und/oder Hausstaubmilben, ferner auch bei Schimmelpilzallergien und Tierhaarallergien, sofern keine Meidung möglich ist. 

 

Galt Asthma bronchiale nicht als Kontraindikation für eine allergenpezifische Immuntherapie?

Ein unkontrolliertes Asthma bronchiale ist auch weiterhin eine Kontraindikation für die ASIT. Dann sollte diese Therapie nicht durchgeführt werden, weil unerwünschte Nebenwirkungen auftreten könnten. Aber wenn das Asthma gut kontrolliert ist, ist das allergische Asthma sogar eine Indikation für die allergenpezifische Immuntherapie.

Zum Hintergrund: Es gab schon immer Kollegen, die auch bei Asthmatikern eine allergenspezifische Immuntherapie befürwortet und auch durchgeführt haben. Andere haben das eher kritisch gesehen, zum Teil auch deshalb, weil wirklich aussagekräftige Studiendaten zu einem günstigen Effekt der ASIT auf das Asthma gefehlt haben. Neuere Studienergebnisse haben diese Lücke zumindest teilweise gefüllt. Deshalb empfiehlt man heute die ASIT bei bestimmten Formen des Asthmas.

Sie sagten, dass die allergenpezifische Immuntherapie auch zur Therapie von Tierhaarallergien eingesetzt wird…

Bei Allergien auf Tierhaare lautet die grundsätzliche Empfehlung „Meidung“. Nur wenn die Meidung nicht möglich ist, sollte man u.U. eine Hyposensibilisierung durchführen. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn der Katzenhaarallergiker Lehrer ist und den Katzenallergenen im Klassenzimmer ausgesetzt ist, weil die Allergene der Katze auch mit der Kleidung der Katzenbesitzer in die Schule gelangen. Ein anderes Beispiel wäre der tierhaarallergische Tierarzt, der die Allergene ebenfalls berufsbedingt nicht meiden kann. Im Vergleich zur ASIT bei Pollenallergien oder einer Allergie auf Hausstaubmilben ist der Nachweis einer Wirksamkeit der ASIT bei den Tierhaarallergien jedoch viel geringer. Am ehesten ist dies noch bei der Katze gegeben.

Kann man die ASIT auch bei Nahrungsmittelallergien einsetzen?

Nahrungsmittelallergien sind ein ganz eigenes Feld, denn hier gibt es die pollenassoziierten Nahrungsmittelallergien und die echten, primären Nahrungsmittelallergien.

Bei den pollenassoziierten Nahrungsmittelallergien, wie man sie hauptsächlich von den Birkenpollenallergikern kennt, kann es zu einem oralen Allergiesyndrom, das heißt zu Juckreiz und Schwellungen im Mund, kommen, zum Beispiel beim Verzehr von Äpfeln. Wird der Pollenallergiker mit einer allergenspezifischen Immuntherapie gegen das Allergen der Birkenpolle therapiert, zeigt sich häufig auch eine gewisse Besserung der pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie. Allerdings werden die erzielten Besserungen von vielen Patienten nicht als gut genug empfunden. Es gibt aber Hinweise darauf, dass eine Behandlung mit den eigentlichen Nahrungsmitteln eventuell noch zielführender ist als die Therapie mit dem Pollenallergen, auf das der Patient kreuzreaktiv reagiert.

Für die primären Nahrungsmittelallergien eignet sich die gerade besprochene sublinguale oder subkutane allergenspezifische Immuntherapie bislang nicht.

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