Nickelallergie

OA. Dr. Christian Schuster, Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie, LKH Universitätsklinikum Graz

Nickelallergie: Wie kommt es zur Sensibilisierung? Was muss man meiden?

Nickel findet man in vielen Produkten und für Nickelallergiker kann das unangenehm werden. Reaktionen an der Haut bzw. Ekzeme können die Folge sein, wenn ein Nickelallergiker mit dem Allergen in Kontakt kommt. Doch wie kommt es bei der Nickelallergie zu einer Sensibilisierung? Wo versteckt sich Nickel? Und wie meidet man das Nickel-Allergen? MeinAllergiePortal sprach mit OA. Dr. Christian Schuster, Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie, LKH Universitätsklinikum Graz über mögliche Sensibilisierungswege bei der Nickelallergie und offene Fragen in der Medizin.

Herr Dr. Schuster, wie häufig ist die Nickelallergie?

Nickel ist noch immer mit Abstand das häufigste Kontaktallergen. Daten aus den Kontaktallergie-Überwachungs-Datenbanken des Informationsverbundes Dermatologischer Kliniken (IVDK) zeigen, dass von den  getesteten Patienten bei denen der Verdacht auf eine Kontaktallergie bestand, bei 13,3 Prozent eine Sensibilisierung auf Nickelsulphat vorlag.1)

Die im Jahre 2000 erlassene und 2005 revidierte EU Nickelverordnung legt genau fest, wieviel Nickel von einem Produkt freigesetzt werden darf. Zurzeit beträgt das Limit 0,5 µg pro cm2 pro Woche.

Seitdem ist zwar ein Rückgang der Sensibilisierungsraten zu beobachten, allerdings ist dies ein sehr langsamer Prozess.

Warum ist dies ein langsamer Prozess obwohl die EU Richtlinie bereits seit langem gilt?

Offiziell dürften im EU Raum in der Tat keine Produkte mehr erhältlich sein, die die genannten Nickelfreisetzungsraten übersteigen. De facto findet man aber immer wieder Produkte, die diese Grenzwerte übersteigen. Es bleibt zu hoffen, dass die Einhaltung der Grenzwerte in Zukunft besser beachtet und kontrolliert wird.

Gibt es Personengruppen, die ein besonderes Risiko haben, eine Nickelallergie zu entwickeln?

Das Hauptrisiko einer Sensibilisierung gegen Nickel liegt im privaten Bereich und hier sind es die Damen, die das größte Risiko tragen. Modeschmuck wie Ohrringe, Armbänder, Ringe etc., Reißverschlüsse, Knöpfe etc. sind nach wie vor Sensibilisierungsquellen.

Wenn diese Gegenstände im EU Raum hergestellt wurden, unterliegen sie natürlich der EU Direktive, aber Produkte aus dem nicht-EU-Raum oder Urlaubsmitbringsel können weiterhin höhere Mengen an Nickel enthalten.

Hinzu kommt, dass beim Nickel, das in Metalllegierungen enthalten ist, auch ein gewisser "Korrosionseffekt" hinzukommen muss, um die Nickelionen herauszulösen. Das ist z.B. dann der Fall, wenn ein längerer Kontakt mit dem nickelhaltigen Produkt und Schweiß zusammentreffen.

Im beruflichen Bereich sind insbesondere die metallverarbeitenden Berufe, die mit Metalllegierungen und Galvanisierung zu tun haben gefährdet, eine Nickelallergie zu entwickeln.

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