Beifuß-Allergie Symptome Diagnose Therapie

Prof. Hörmann zum Thema: Beifuß-Allergie: Symptome, Diagnose, Therapie!

Beifuß-Allergie: Symptome, Diagnose, Therapie

Bei welchen Nahrungsmitteln kann es zu Kreuzallergien bzw. zum oralen Allergiesyndrom kommen?

Kreuzallergien können bei Kräutern und Gewürzen, wie Anis, Basilikum, Chili, Curry, Dill, Ingwer, Koriander, Knoblauch, Kümmel, Thymian, Majoran, Oregano, Paprika, Petersilie, schwarzer und grüner Pfeffer, Senf und Zimt auftreten.

Die potenziellen Kreuzallergene sind vielfältig und nicht nur unter den Kräutern und Gewürzen zu finden. Zu nennen sind noch andere Pflanzenpollen wie Löwenzahn oder Kamille. Gemüse wie Sellerie, Karotten, Kartoffeln, Artischocken und Tomaten. Aber auch Obst wie Äpfel, Melonen, Litschis, Kiwis, Mangos und manchmal Erdnüsse.

Die wohl häufigste Kreuzallergie besteht jedoch zur Ambrosie, wie bereits erwähnt, beide gehören zu der Familie der Korbblütler.


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Im Zusammenhang mit der Beifuß Allergie hört man auch vom Sellerie-Karotten-Kräuter-Gewürz-Syndrom, wie äußert sich dies?

Das Syndrom basiert auf Kreuzreaktionen, hierbei kommt es aufgrund der Ähnlichkeit mancher Einzelallergene zu einer Verwechselung durch das Immunsystem. Das Immunsystem geht davon aus, dass es mit einem bestimmten Allergen konfrontiert wird, in Wirklichkeit handelt es sich hierbei jedoch um ein anderes, jedoch im Aufbau dem initialen Auslöser, ähnliches Allergen. Aufgrund dieser Tatsache kommt es zu einem oralen Allergiesyndrom oder aber auch selten zu einer systemischen Reaktion nach Verzehr von bestimmten Nahrungsmitteln bei gleichzeitig bestehender Pollenallergie.

Hierbei zu erwähnen ist auch, dass ca. 50 Prozent der Beifuß assoziierten Allergien subklinisch verlaufen, d.h. keine allergische Rhinitis ausbilden und sich nur die Nahrungsmittelallergie manifestiert.

Beim Sellerie-Karotten-Kräuter-Gewürz-Syndrom reagiert das Immunsystem auf verschiedene Allergene gleich oder ähnlich wie beim Kontakt zu Beifußpollen. Hier nochmals aufgelistet:

  • Doldenblütler: Sellerie, Anis, Dill, Fenchel, Karotte, Koriander, Kümmel, Liebstöckel
  • Lippenblütler: Basilikum, Majoran, Oregano, Pfefferminz, Thymian
  • Lorbeergewächse: Avocado, Kiwi, Litschi
  • Korbblütler: Artischocke, Estragon, Kamille, Löwenzahn, Sonnenblume, Traubenkraut
  • Kürbisgewächse: Gurke, Kürbis, Melone
  • Nachtschattengewächse: Chili, Kartoffel, Tomate
  • Pfeffer
  • Sumachgewächse: Cashew-Kerne, Mangos, Pistazie

 

Wie erfolgt die Diagnose einer Beifuß-Allergie?

Bei klinischem Verdacht einer Pollinosis sollte eine Hauttestung – ein Pricktest – vorgenommen werden. Bei uneindeutigen Befunden oder Hauterkrankungen kann eine spezifische IgE Bestimmung im Rahmen eines Bluttestes erfolgen oder ein nasaler Provokationstest mit dem in Verdacht stehenden Allergen. Hierbei bestätigt sich der Verdacht einer Allergie, wenn die Testergebnisse, d.h. der Prick–Test und/oder Bluttest oder Provokationstest, positiv sind, bei gleichzeitig passender klinischer Symptomatik.

Welche Therapieoptionen gibt es?

Zuallererst sollte man eine Allergenreduktion/-karenz, soweit möglich, anstreben.

Hierbei sollten Allergiker nach Betreten der Wohnung die Kleidung ablegen und waschen, jedoch nicht draußen trockenen lassen.

Auch alle unbedeckten Körperpartien sind nach Aufenthalt im Freien zu waschen. Abends vor dem Zubettgehen das Haar waschen, und gegebenenfalls die nasalen Schleimhäute zum Beispiel mit Kochsalzlösung spülen.

Im Bereich der Fenster können Pollenschutzgitter angebracht werden. In der Wohnung selbst kann die Allergenmenge durch feuchtes Wischen der Oberflächen reduziert und Staubsauger mit einem HEPA – Filter benutzt werden.

Eine symptomatische Behandlung kann ebenfalls vonnöten sein, hierzu zählen Antihistaminika in oraler oder topischer Form als Nasenspray/-tropfen und Augentropfen. Kortisonhaltige Präparate gehören ebenfalls zur symptomatischen Therapie, in topischer oder oraler Form möglich.

Eine kausale Therapie bietet nur die allergenspezifische Immuntherapie - auch hier gibt es unterschiedliche Applikationsweisen zum einen subkutan oder in sublingualer Form als Tablette oder Tropfen. Dies kann auch präsaisonal, kosaisonal oder auch perennial erfolgen. Die Immuntherapie sollte für 3 Jahre erfolgen und kann als einzige Therapie auch Folgerisiken, wie die einer Polysensibilisierung oder eines Etagenwechsels effektiv minimieren.

Herr Prof. Hörmann, herzlichen Dank für dieses Interview!

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