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SARS-CoV-2 Asthma Hyposensibilisierung Tipps für Allergiker

Prof. Joachim Saloga: SARS-CoV-2 - Asthma – Hyposensibilisierung: Tipps für Allergiker

SARS-CoV-2 - Asthma – Hyposensibilisierung: Tipps für Allergiker

Was sollte man als Asthma-Patient über das Coronavirus SARS-Cov-2 wissen? Was ist wichtig für Pollenallergiker, die sich einer Hyposensibilisierung unterziehen wollen? Was tun, wenn die Behandlung bereits begonnen hat? Diese Fragen behandelte Prof. Joachim Saloga, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, bei den Düsseldorfer Allergologie- und Immunologitagen 2020.

Gehören Personen mit Asthma zur Risikogruppe für SARS-CoV-2?

SARS-CoV-2 führt bei der Mehrheit der infizierten Personen zu einer grippeähnlichen Krankheit mit wenigen leichten oder auch ausgeprägteren Symptomen mit hohem Fieber, Gliederschmerzen und Husten. Grundsätzlich kann es in jedem Alter aber auch zu sehr schweren Erkrankungen kommen, die eine Therapie in der Klinik oder sogar auf der Intensivstation erfordern und tödlich sein können. Wie vielen bekannt ist, sind hier besonders Menschen gefährdet, die über 60 oder 70 Jahre alt sind und/oder bestimmte Vorerkrankungen aufweisen: Neben Diabetes mellitus, Herzkrankheiten und natürlich einer Immunschwäche gehören auch chronische Atemwegsinfektionen zu den Faktoren, die das Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 erhöhen. Speziell für gut kontrolliertes Asthma allerdings gilt: Wie größere Untersuchungen gezeigt haben, besteht hier statistisch wohl kein besonders erhöhtes Risiko für eine schwere Krankheit bei SARS-CoV-2-Infektion. Dennoch sei bekannt, dass allgemein bei Patienten mit Asthma zum einen alle viralen Atemwegsinfekte eher ungünstiger verlaufen als bei Menschen ohne Asthma und zum anderen solche Infekte zu schweren Asthma-Anfällen führen können, erklärt Prof. Saloga.

Für die Therapie des Asthma auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie ist wichtig: Die Betroffenen sollten ihre Medikamente wie vom Arzt verordnet weiter so einnehmen, dass die Beschwerden möglichst unter Kontrolle sind. Und was Kortison angeht – Kortison dämpft das Immunsystem, wie man weiß. Das wäre im Falle einer SARS-CoV-2-Infektion u.U. problematisch. Allerdings, betont Prof. Saloga, haben Kortison-Sprays, wie viele Asthmatiker sie nutzen, nur einen örtlich begrenzten Effekt. Nur wenn es um Kortisontabletten geht, muss der Arzt abwägen, ob ein Patient diese weiter einnehmen soll. Eine eventuelle Beendigung einer Therapie sollte allerdings immer erst mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Häufig ist dann eine Umstellung auf eine andere Therapie erforderlich.

Einige Patienten erhalten Medikamente, die spezifischer als Kortison auf das Immunsystem einwirken: Diese so genannten Biologika können oft auch während der Corona-Pandemie Teil des Therapieplans bleiben, wenn diese bereits verordnet wurden. Falls ein Patient tatsächlich an COVID-19 erkrankt, muss individuell entschieden werden, ob Biologika pausiert oder weitergegeben werden.

Spezifische Immuntherapie gegen Allergien in Zeiten von COVID-19

Vielen Allergikern kann mit einer Hyposensibilisierung, der (allergen-)spezifischen Immuntherapie (AIT) deutlich geholfen werden. Die regelmäßigen Spritzen oder Tabletten/Tropfen wirken sich so auf das Immunsystem aus, dass es seltener oder nur in geringem Ausmaß zu allergischen Reaktionen kommt. Nun ist die Frage, ob dieser Einfluss auf das Immunsystem ein Problem darstellt, wenn zugleich die Gefahr der Corona-Pandemie besteht. „In Bezug auf die Auswirkungen auf das Immunsystem gibt es zwischen der AIT und SARS-CoV-2 kaum Überlappungen“, beschreibt Prof. Saloga. Das heißt, die AIT wirkt sich anders auf das Immunsystem aus als die Virusinfektion; damit besteht kein Grund zur Sorge, wenn ein Patient mit einer Immuntherapie gegen seine Allergie beginnen möchte. Schließlich bedeutet die Allergie für einige Menschen zudem gerade dann eine deutliche Gefahr, wenn keine Immuntherapie erfolgt, etwa bei Insektengiftallergien. „Solche Patienten haben ja ein richtiges Gefährdungspotenzial; es ist nicht vertretbar, hier keine AIT einzuleiten“, beschreibt Saloga.

Eine bereits begonnene AIT, die ja meist über mehrere Jahre läuft, fortzusetzen, sei ebenfalls wichtig; während einer akuten SARS-CoV-2-Infektion solle aber pausiert werden.