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Univ.-Prof. Dr. Pavel Strnad zum Thema: Alpha-1-Antitrypsin-Mangel: Kann die richtige Ernährung helfen?

Alpha-1-Antitrypsin-Mangel: Hilft richtige Ernährung?

Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (AATM) ist eine erblich bedingte Erkrankung des Stoffwechsels. Die Symptome ähneln denen von Asthma und COPD, auch die Lebersymptome sind weitgehend unspezifisch (normwertige oder leicht erhöhte Leberwerte). Deshalb bleibt AATM oft unerkannt und unbehandelt. Die Folge: Im Laufe der Jahre wird das Lungengewebe zersetzt, aber auch die Leber kann geschädigt werden. Eine wichtige Rolle für die Erhaltung der Gesundheit spielt die richtige Ernährung. Was das bedeutet und wie sie hilft, erklärt Univ.-Prof. Dr. Pavel Strnad, Klinik für Gastroenterologie, Stoffwechselerkrankungen und Internistische Intensivmedizin am Universitätsklinikum Aachen im Interview mit MeinAllergiePortal.

Herr Prof. Strnad, welche Rolle spielt die Ernährung beim Alpha-1-Antitrypsin-Mangel?

Die richtige und gesunde Ernährung bzw. das „richtige Gewicht“ und der „richtige Muskelanteil“ spielen bei AATM eine wichtige Rolle. Das heißt: Mangelernährung, Übergewicht, Untergewicht und vor allem eine zu geringe Muskelmasse wirken sich negativ auf die Belastbarkeit der Patienten aus.

Wann spricht man im Zusammenhang mit Alpha-1-Antitrypsin-Mangel von Mangelernährung und wie kommt es dazu?

Man spricht dann von „Mangelernährung“, wenn die Zufuhr an Kalorien, Eiweiß, Vitaminen und Spurenelementen nicht ausreichend ist. In der Regel kommt es dann zu Untergewicht.

Aber auch Menschen mit einem normalen Gewicht oder sogar mit Übergewicht können mangelernährt sein. Das kann passieren, wenn man sich unausgewogen ernährt und zu wenig Eiweiß, Vitamine und Spurenelemente zu sich nimmt. Eine regelmäßige physische Aktivität ist essentiell, um Muskelmasse nicht zu verlieren.

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Sie erwähnten den „richtigen Muskelanteil“ als Maßstab zur Beurteilung des Ernährungszustands ….

Das Gewicht, ist, wie gesagt, kein Maßstab zur Beurteilung des Ernährungszustands. Ausschlaggebend ist der Muskelanteil am Gesamtgewicht. Dazu dient die Bestimmung der fettfreien Masse, denn auch normal- oder übergewichtige Patienten können eine erniedrigte fettfreie Masse aufweisen. Dies wäre dann ein Hinweis auf Mangelernährung und/oder auf eine ungenügende physische Aktivität.

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Wie sieht bei Patienten mit Alpha-1-Antitrypsin-Mangel eine „muskelaufbauende“ Ernährung aus?

Man kann den Aufbau von Muskelmasse über die Ernährung fördern, indem man bei den Mahlzeiten Getreide mit leicht verdaulichen eiweißhaltigen Nahrungsmitteln kombiniert, zum Beispiel mit Milchprodukten. Das ist zum Beispiel bei einem Käsebrot der Fall oder bei einem Nudelgericht mit Käse. Aber auch bei Eierpfannkuchen, Bratlingen oder Kartoffelpfannkuchen hat man eine leicht verdauliche Kombination von Kohlenhydraten und Eiweiß. Diese Speisen sind deswegen ebenfalls gut geeignet, den Muskelaufbau zu fördern. Man soll dabei beachten, dass Patienten mit einer fortgeschrittenen Lungenerkrankung eine vermehrte Atemarbeit ausführen und dadurch auch mehr Kalorien verbrennen.

Was raten Sie Patienten mit Alpha-1-Antitrypsin-Mangel bei Übergewicht?

Besteht Übergewicht und ist die Leber geschädigt, wäre eine moderate Gewichtsreduktion empfehlenswert. Man erreicht dies durch ein „Mehr“ an körperlicher Aktivität und eine vollwertige Ernährung, zum Beispiel mit mediterraner Kost.

Patienten mit Alpha-1-Antitrypsin-Mangel sollten jedoch auch auf eine ausreichende Kalziumversorgung achten, insbesondere wenn sie eine Behandlung mit systemischen Kortikosteroiden benötigen.