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Ernährung

Stefanie Metty zum Thema: Asthma - was ist bei der Ernährung zu beachten?

Asthma: Was ist bei der Ernährung zu beachten?

Wie die deutsche Lungenstiftung e.V. angibt, leiden in Deutschland etwa 8 Millionen Menschen an Asthma.1) Zur Kontrolle der Symptome stehen heutzutage gut wirksame Medikamente zur Verfügung. Asthma-Betroffene können jedoch auch selbst etwas zu ihrem Wohlbefinden beitragen – mit der richtigen Ernährung. Was Betroffene bei der Ernährung beachten sollten, warum eine Ernährungsberatung sinnvoll ist und welche Auswirkungen eine ausgewogene Ernährung haben kann, darüber sprach MeinAllergiePortal mit Stefanie Metty, Diätassistentin und Fachberaterin Allergologie (DAAB) und akkreditierte Fettstoffwechseltherapeutin sowie Beraterin mit den Schwerpunkten Gastroenterologie und Onkologie/Nephrologie in Schwabach.

Autor: Sabine Jossé M. A.

Interviewpartner: Stefanie Metty

Frau Metty, welche Rolle spielt die Ernährung für Menschen, die an einem allergischen Asthma bronchiale leiden?

Die Ernährung spielt eine große Rolle, nicht nur bei allergischem Asthma, sondern zum Beispiel auch bei einem Belastungsasthma ohne allergische Komponente.

Gibt es Nahrungsmittel, die für Asthmatiker unverträglich sind?

Pauschal lässt sich das nicht sagen und zudem muss man zwischen allergischem Asthma und nicht-allergischem Asthma unterscheiden. Beim nicht-allergischen Asthma kann beispielsweise durch eine Unverträglichkeit gegen Azofarbstoffe eine Reaktion ausgelöst werden, hier sollte auf industriell gefertigte Lebensmittel mit diesen Farbstoffen verzichtet werden. Aber nicht pauschal. Das muss immer mit einer allergologisch ausgebildeten Ernährungsfachkraft besprochen werden. Beim allergischen Asthma müssen die Betroffenen genau die Nahrungsmittel weglassen, auf die sie allergisch reagieren. Auch dies zusammen mit einer Fachkraft, die das unter anderem auch anhand eines Ernährungs- und Symptomprotokolls mit dem Patienten bespricht.

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Welche Lebensmittel können bei einem allergischen Asthma eine Rolle spielen?

Hier spricht man von Kreuzallergien, wenn ein Asthmatiker auf Aeroallergene wie zum Beispiel Pollen reagiert. Liegt eine Birkenpollenallergie vor, kann es sein, dass der Patient kreuzreaktiv auf beispielsweise rohen Apfel reagiert. Kreuzallergien auf Nahrungsmittel müssen beim Asthma aber nicht zwangsläufig vorliegen.

Was sollten Asthmatiker bei ihrer Ernährung beachten?

Grundsätzlich empfiehlt sich eine ausgewogene, bewusste Ernährung: Sauermilchprodukte wie stichfester Naturjoghurt, Hüttenkäse, wer es verträgt auch mal Buttermilch, enthalten „gute“ Bakterien, außerdem Calcium, Eiweiß und gute Fette, dazu Gemüse. All diese Nahrungsmittel führen zu einer Vermehrung der „guten“ Darmbakterien. Eier und ab und zu Fleisch dürfen bzw. sollen auch gegessen werden. Eier enthalten zum Beispiel Zink, rotes Fleisch ist reich an Vitamin B12, Eisen und biologisch hochwertigem Eiweiß. Dies alles sind wichtige Vitamine und Nährstoffe. Eine ausgewogene Ernährung, die nicht nur aus Obst und Gemüse besteht, kann zusätzlich zu einem bewussten Lebensstil auch Übergewicht vorbeugen. Das ist wichtig, da sich Übergewicht negativ auf die Atmung auswirkt, was vor allem bei Asthmatikern problematisch sein kann.

Und: Zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung gehört regelmäßige körperliche Bewegung zu einem gesunden Lebensstil, ebenso wie nicht zu rauchen.

Sollten Asthmatiker also möglichst selbst kochen?

Selbst kochen ist für Asthmatiker sinnvoll, da in vielen Fertigprodukten übermäßig Zusatzstoffe, Salz und Zucker enthalten sind.

Da es jedoch oft schwierig ist, als berufstätige Person regelmäßig selbst zu kochen, kann eine Ernährungsberatung helfen. Eine ausgebildete Ernährungsfachkraft setzt genau dort an und versucht gemeinsam mit dem Patienten einen Weg zu finden, Essen, selbst Kochen und das Arbeitsleben miteinander in Einklang zu bringen.

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Welche Nahrungsmittel sollten Asthmatiker bevorzugen, welche meiden?

Man sollte zuckerhaltige Getränke, Fertigprodukte oder Fastfood-Produkte meiden, auch um Übergewicht vorzubeugen. Diese Nahrungsmittel sind nicht verboten, aber sie sollten nicht in übermäßigen Mengen verzehrt werden, denn die Menge macht den Unterschied.

Also liegt der Fokus der Ernährung beim Asthmatiker auf Ausgewogenheit und auf der Kalorienmenge, um das Übergewicht zu vermeiden?

Richtig. Zusätzlich sollte auf Lebensmittel, auf die man allergisch reagiert und dies auch allergologisch abgeklärt ist, verzichtet werden. Wenn man das Gefühl hat, etwas nicht zu vertragen, sollte man sich von einer Ernährungsfachkraft beraten lassen, da eine gute Diagnostik wichtig ist. Pauschales Weglassen, weil es in Listen steht, ist hier kontraindiziert, das heißt, es verbietet sich.

Worin besteht die Gefahr, wenn man einfach auf Nahrungsmittel verzichtet, ohne eine Unverträglichkeit abklären zu lassen?

Mangelernährung und „Entwöhnung“ können die Folge sein. Wenn man beispielsweise auf Gluten, verzichtet ohne eine klinisch relevante Zöliakie zu haben, kann das zu einer Mangelernährung führen. Es hat sich auch gezeigt, dass die Schwermetallbelastung bei glutenfreier Kost höher ist, vor allem wenn diese ohne jegliches Hintergrundwissen durchgeführt wird.

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Und umgekehrt: Welche Auswirkungen hat eine optimale Ernährung auf die Lebensqualität von Asthmatikern?

Eine ausgewogene Ernährung und ausreichende Bewegung sorgen für eine höhere Lebensqualität, da man durchaus vitaler ist, Übergewicht vorbeugt und vielleicht auch weniger infektanfällig ist.

Auf die aktuelle Situation der Corona-Pandemie bezogen heißt das, dass eine ausgewogene Ernährung eine Infektion mit dem Coronavirus nicht verhindern, aber stärkend auf das Immunsystem wirken kann. Außerdem möchte ich hier noch erwähnen, dass weder die zusätzliche Einnahme von Vitaminpräparaten noch der übermäßige Verzehr von Obst, Säften etc. eine Infektion verhindert. Hier werden momentan viele Halbwahrheiten verbreitet.

Apropos Coronavirus, was kann man Menschen sagen, die Angst haben sich mit dem Coronavirus zu infizieren?

Es ist sehr wichtig die empfohlenen Hygieneregeln einzuhalten. Hervorzuheben ist besonders das Händewaschen, ein zwei Meter Abstand zu anderen Menschen und sich nicht ins Gesicht zu fassen.

Wichtig: Gründliches Händewaschen mit Seife schützt mehr, als sich ständig die Hände zu desinfizieren.

Eine Maske kann, auch wenn sie eine Ansteckung nicht verhindert, das Risiko einer Coronavirus-Infektion reduzieren. Für den Träger der Maske selbst, aber vor allem für die Mitmenschen, da man nicht weiß, ob man infiziert ist oder nicht. Bei dieser Frage gehen die Meinungen der Fachleute aber auseinander. Ich selbst trage bei den Beratungen Mundschutz.

Zusätzlich kann man beim Einkaufen auch Handschuhe anziehen um den Einkaufswagen nicht direkt anfassen zu müssen, da hier die Viren vermutlich lange haften bleiben.

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Frau Metty, vielen Dank für das Gespräch!

Quellen:

1) https://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/asthma-bronchiale/haeufigkeit/, Stand 3.4.2020

 

Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.